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Verliert die Familie im Vergleich zu anderen sozialen Gruppen immer mehr an Bedeutung?

Title: Verliert die Familie im Vergleich zu anderen sozialen Gruppen immer mehr an Bedeutung?

Term Paper , 2003 , 20 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Tanja Lorenz (Author)

Sociology - Relationships and Family
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In zahlreichen Diskussionen, vor allem in den letzten zwei Jahrzehnten, geht es um die Frage, welchen Stellenwert die Familie in der heutigen Gesellschaft überhaupt noch hat und wie deren Entwicklung für die Zukunft zu sehen ist. Hat die Familie überhaupt noch eine Chance sich gegenüber den zahlreichen Optionen, sein Leben mit Aktivitäten zu füllen, durchzusetzen? Die Sorge um die Existenz der Familie scheint begründet. Nicht selten stellt sich der Familienalltag wie in dem eingangs skizzierten Beispiel dar. Alle Familienmitglieder sind in die unterschiedlichsten sozialen Gruppen involviert, sei es das Engagement in Vereinen, die Lern- oder Spielgruppe der Kinder oder verschiedene Treffen der Eltern mit ihren Interessensgruppen. Die Kalenderwochen lassen sich spielend leicht mit Verpflichtungen füllen, auch mit solchen, die außerhalb des Berufs- oder Schullebens, aber auch außerhalb des Familienverbandes liegen. Es scheint, als hätte das soziale Umfeld die Familie voll im Griff, als seien die außerfamiliären Verpflichtungen wichtiger als das Zusammensein mit der eigenen Familie. In dieser Arbeit widme ich mich genau diesem Phänomen, dass heutzutage immer mehr Menschen in immer zahlreicheren Gruppen involviert sind und aufgrund dieser zumeist freiwillig eingegangenen Verpflichtungen scheinbar alle Verpflichtungen, die sie als Familienmitglied haben, in den Hintergrund drängen. Zunächst werde ich die zentralen Begriffe dieser Arbeit, die sozialen Gruppen im allgemeinen sowie insbesondere die Primärgruppen, spezifizieren (Kapitel 2). Im dritten Kapitel wird die Familie als Primärgruppe mit ihren besonderen Strukturen und Mitgliederbeziehungen vorgestellt. Das vierte Kapitel diskutiert die Frage nach der aktuellen Bedeutung der Familie als Gruppe vor dem Hintergrund eines Vergleichs mit dem gewandelten Familienverständnis seit dem 16. Jahrhundert bis heute. Das Resümee (Kapitel 5) enthält die abschließende Zusammenfassung der zuvor entwickelten Ergebnisse, welche keinesfalls den Anspruch auf Vollständigkeit erheben, jedoch einen klaren Blick auf die Bedeutung der Familie in der heutigen Zeit zulassen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsbestimmungen

2.1. Die soziale Gruppe

2.2. Die Primärgruppe als besondere soziale Gruppe

3. Die Familie - eine spezielle soziale Gruppe

3.1. Allgemeines

3.1.1. Die Familie als Primärgruppe

3.1.2. Kennzeichen und Funktionen von Familien

3.2. Strukturen und Mitgliederbeziehungen innerhalb von Familien

3.2.1. Gründung und Auflösung von Familien

3.2.2. Die Binnenstruktur von Familien

4. Der historische Wandel der Familie als soziale Gruppe

4.1. Der Bedeutungswandel des Familienverständnisses

4.1.1. Die Entwicklung der Familie seit dem 16. Jahrhundert

4.1.2. Ursachen für den Bedeutungswandel im 20. Jahrhundert

4.1.3. Folgen des veränderten Familienverständnisses

4.2. Die heutige Bedeutung der Familie als soziale Gruppe

4.2.1. „Lebensdesign“ im 20. Jahrhundert

4.2.2. Die Bedeutung der Familie als eine soziale Gruppe unter vielen

5. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Fragestellung, welchen Stellenwert die Familie in der modernen Gesellschaft einnimmt und ob sie im Vergleich zu anderen sozialen Gruppen an Bedeutung verloren hat, insbesondere unter dem Aspekt der zunehmenden außerfamiliären Verpflichtungen der Individuen.

  • Soziologische Definition von Gruppen und Primärgruppen
  • Strukturmerkmale und Funktionen der Familie als spezielle soziale Gruppe
  • Historische Entwicklung des Familienverständnisses seit dem 16. Jahrhundert
  • Einfluss von Individualisierung und Selbstverwirklichung auf die Familiengründung
  • Wandel von familialen zu außerfamiliären sozialen Sicherungssystemen

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Kennzeichen und Funktionen von Familien

Familien unterscheiden sich erheblich von anderen sozialen Gruppen.

Zu der eigenen Familie hat man eine sehr starke emotionale Beziehung, welche kaum mit den Gefühlen zu sonstigen Gruppen verglichen werden kann. Die Familie stellt für die meisten Menschen grundsätzlich eine feststehende Basis dar, welche als einziger Bestandteil des Lebens eine zumindest relative Kontinuität aufweist und nicht zwangsläufig dem schnelllebigen Wandel der heutigen Zeit unterliegt.

Auch die Zusammensetzung der Familie ist eine ganz andere als die sonstiger sozialer Gruppen, in denen sich meist nur gleichaltrige und gleichgeschlechtliche Mitglieder zusammenfinden. Familien sind grundsätzlich zweigeschlechtlich und zwei-generativ, da sie aus Ehemann und -frau sowie aus zwei oder mehreren Generationen, den Kindern, Eltern und ggf. den Großeltern bestehen (vgl. Korte/ Schäfers 1992, S. 135).

Ein weiteres Kennzeichen von Familien ist, dass sie sowohl eine Reproduktions- als auch eine Sozialisationsfunktion erfüllen. Sie besitzen sozusagen eine biologisch-soziale Doppelnatur, welche in anderen Gruppen nicht zu finden ist, zumindest nicht die Reproduktionsfunktion. Begründet werden Familien im Gegensatz zur Formierung sonstiger Gruppen durch das Ritual der Eheschließung. Ferner unterhalten Familienmitglieder untereinander ein einzigartiges Kooperations- und Solidaritätsverhältnis, aus dem heraus die Rollendefinitionen festgelegt werden (vgl. Nave-Herz 1989, S. 3).

Grundsätzlich lässt sich über die Familie sagen, dass sie oft der einzige Ort ist, an dem man seinen Gefühlen freien Lauf lassen und seinen Ängsten, Sorgen und Nöten Ausdruck verleihen kann, wohingegen es im sonstigen täglichen Leben meist als Schwäche gilt, seine Gefühle offen zu zeigen. Im Gegensatz zu sonstigen Lebensbereichen, wie Schule, Beruf, Gleichaltrigen-Gruppen und Vereinen, muss man sich innerhalb der Familie keine Gedanken über sein konkretes Verhalten machen, so lange es die anderen nicht verletzt oder beleidigt. Man muss folglich keine formale Rolle spielen und kann mit den übrigen Familienmitgliedern ungezwungen und spontan umgehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Sorge um den Fortbestand der Familie angesichts zahlreicher konkurrierender Freizeit- und Sozialaktivitäten in der heutigen Gesellschaft.

2. Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel definiert soziale Gruppen allgemein und grenzt die Familie als spezielle Primärgruppe theoretisch ab.

3. Die Familie - eine spezielle soziale Gruppe: Hier werden die spezifischen Charakteristika, Strukturen sowie die internen Mitgliederbeziehungen der Familie detailliert analysiert.

4. Der historische Wandel der Familie als soziale Gruppe: Dieser Abschnitt beschreibt die Entwicklung des Familienbegriffs seit dem 16. Jahrhundert und diskutiert die aktuelle Bedeutung der Familie vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels.

5. Resümee: Das Kapitel fasst zusammen, dass die Familie trotz Funktionsverlusten und Konkurrenz durch andere soziale Gruppen ihre Bedeutung als emotionales Rückzugszentrum behält.

Schlüsselwörter

Familie, soziale Gruppe, Primärgruppe, Sozialisation, Strukturwandel, Bedeutungswandel, Individualisierung, Selbstverwirklichung, Lebensdesign, Intimgruppe, Funktionsverlust, emotionales Zuhause, soziale Identität, Familiensoziologie, Rollendifferenzierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen Analyse der Familie im Vergleich zu anderen sozialen Gruppierungen und der Frage, ob ihr gesellschaftlicher Stellenwert abnimmt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der Definition sozialer Gruppen, der historischen Entwicklung des Familienbegriffs und den Auswirkungen moderner Individualisierungstendenzen auf die Familienstruktur.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Ziel ist es zu ergründen, ob die Familie angesichts eines überfüllten Alltagslebens und zahlreicher sozialer Verpflichtungen tatsächlich an Bedeutung verliert oder ob sich lediglich ihre Funktion gewandelt hat.

Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?

Es handelt sich um eine literatur- und theoriebasierte soziologische Arbeit, die auf der Auswertung relevanter Fachliteratur zur Familien- und Gruppensoziologie basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Primärgruppen, die strukturelle Analyse von Familienbeziehungen sowie die historische Untersuchung des Bedeutungswandels seit dem 16. Jahrhundert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Primärgruppe, Sozialisation, funktionaler Wandel, Intimgruppe und die historische Transformation zur Kernfamilie.

Wie verändert sich die Sozialisation von Kindern laut dem Dokument?

Früher fand die Sozialisation primär im Familienverband statt, heute übernehmen zunehmend außerfamiliäre Institutionen wie Kindergärten oder Ganztagsschulen diese Aufgaben.

Welche Rolle spielt die Ehe im heutigen Familienbild?

Die Ehe legitimiert heute nicht mehr die materielle Existenzsicherung, sondern ist primär auf emotionalen Motiven und dem Wunsch nach einer harmonischen Partnerschaft begründet.

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Details

Title
Verliert die Familie im Vergleich zu anderen sozialen Gruppen immer mehr an Bedeutung?
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Soziologie)
Course
Soziologie der Gruppe
Grade
2,0
Author
Tanja Lorenz (Author)
Publication Year
2003
Pages
20
Catalog Number
V37824
ISBN (eBook)
9783638370677
Language
German
Tags
Verliert Familie Vergleich Gruppen Bedeutung Soziologie Gruppe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tanja Lorenz (Author), 2003, Verliert die Familie im Vergleich zu anderen sozialen Gruppen immer mehr an Bedeutung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37824
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