Die folgende Arbeit beschreibt zunächst unterschiedliche Konzepte sowie die Probleme und Methoden bei der Betrachtung der weltweiten Ungleichheiten. Im daran anschlie-ßenden Abschnitt werden die Entwicklungen der globalen Einkommensungleichheiten aufgezeigt. Aufgrund der rasanten wirtschaftlichen und technologischen Fortschritte insbesondere im letzten Jahrhundert steht die Betrachtung dieses Zeitabschnitts dabei oftmals im Vordergrund. Einen weiteren Schwerpunkt dieser Arbeit stellen ausgewählte Erklärungsansätze der Wachstumstheorie für die beobachteten Entwicklungen dar. Sie sollen versuchen, die Frage nach den Determinanten eines langfristigen Wirtschafts-wachstums zu beantworten bzw. herausstellen, wie diesbezügliche Unterschiede zwi-schen den Ländern entstehen können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Weltweite Ungleichheit
2.1 Konzepte der Ungleichheitsmessung
2.2 Indikatoren und Datenquellen
2.3 Ungleichverteilungsmaße
3. Entwicklung der weltweiten Ungleichheit im 20. Jahrhundert
4. Theorien langfristigen Wachstums zur Erklärung von Entwicklungsunterschieden
4.1 Exogenes Wachstumsmodell von SOLOW
4.2 Erweitertes Wachstumsmodell von SOLOW
4.3 Endogene Wachstumsmodelle
4.3.1 Wachstum durch Humankapital
4.3.2 Wachstum durch Innovationen
5. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die vielschichtigen Aspekte der weltweiten Einkommensungleichheit und analysiert wachstumstheoretische Erklärungsansätze für bestehende Entwicklungsunterschiede zwischen Nationen.
- Methodische Konzepte zur Messung globaler Ungleichheit
- Empirische Entwicklung der weltweiten Disparitäten im 20. Jahrhundert
- Neoklassische Wachstumsmodelle (SOLOW-Modell)
- Endogene Wachstumstheorien (Humankapital und Innovationen)
- Determinanten für langfristiges Wirtschaftswachstum
Auszug aus dem Buch
4.1 Exogenes Wachstumsmodell von SOLOW
Die Grundlage der neoklassischen Wachstumstheorie bildet das SOLOW-Modell, das die Kapitalakkumulation in den Mittelpunkt stellt. Es geht von folgender, makroökonomischer Produktionsfunktion aus: (1.1) Y = F(K, AL). Der Output Y wird durch die Produktionsfaktoren Kapital (K) und Arbeit (L) sowie den technologischen Fortschritt (A) bestimmt. Das Produkt AL repräsentiert die effektive Arbeit und beinhaltet sowohl die Arbeitsmenge als auch die mit der Technologie in Verbindung stehende Arbeitsproduktivität. K und L sind substituierbar und weisen positive, fallende Grenzproduktivitäten auf.
Diese streben gegen null, wenn der entsprechende Faktor unendlich groß wird und umgekehrt (sog. Inada-Bedingungen). Darüber hinaus sind der Funktion konstante Skalenerträge inhärent. Das Wachstum des Kapitals resp. des Kapitalstocks ist von den exogen vorgegeben Größen s (konstante Sparquote des Pro-Kopf-Einkommens als Bruttoinvestition), δ (Abschreibungsrate des Kapitals), n (Wachstumsrate der Bevölkerung bzw. L) sowie g (Rate des Technologiewachstums) abhängig. Aufgrund des abnehmenden Grenznutzens findet jedoch im langfristigen Gleichgewicht (sog. steady state) kein Kapitalzuwachs mehr statt (der dazugehörige Wert wird mit k* gekennzeichnet). Die Gleichung (ausgedrückt als Pro-Kopf Größe) (1.2) sf(k*) = (n + g + δ)k* wird erfüllt.
Das bedeutet, dass bei Erreichung des Werts k* die Ersparnisse allein Instandhaltungsaufwendungen dienen und somit Kapitalstock und Output nur noch mit der Rate des Bevölkerungs- und Technologiewachstums steigen. Für den Output pro Kopf verbleibt – im Falle technologischen Fortschritts – die Steigerungsrate g. Liegt dieser nicht vor, stagniert das Pro-Kopf-Einkommen. Darüber hinaus kann eine Änderung des Einkommensniveaus aufgrund einer Veränderung der Parameter s, δ oder n erfolgen. Während Investitionen den Kapitalstock erhöhen, wirken Abschreibungen und das Bevölkerungswachstum (Verteilung auf mehr Köpfe) verringernd. Vereinfacht ausgedrückt: Je höher die Sparquote, desto reicher das Land. Je höher das Bevölkerungswachstum, desto ärmer das Land.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Debatte um globale Einkommensungleichheit und stellt die Forschungsfrage nach den Determinanten langfristigen Wachstums.
2. Weltweite Ungleichheit: Dieses Kapitel erläutert die methodischen Herausforderungen und Konzepte bei der Messung von Ungleichheit, einschließlich unterschiedlicher Datenquellen und Verteilungsmaße.
3. Entwicklung der weltweiten Ungleichheit im 20. Jahrhundert: Hier werden die zeitlichen Trends der globalen Einkommensdisparitäten unter Berücksichtigung der Konvergenz-Divergenz-Debatte analysiert.
4. Theorien langfristigen Wachstums zur Erklärung von Entwicklungsunterschieden: Dieses Hauptkapitel untersucht neoklassische und endogene Wachstumsmodelle, um die Ursachen für unterschiedliche ökonomische Entwicklungsstände zu erklären.
5. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die zentralen Erkenntnisse über die Wachstumsdeterminanten und die Notwendigkeit technologischen Fortschritts für eine dauerhafte Konvergenz.
Schlüsselwörter
Weltweite Ungleichheit, Einkommensverteilung, SOLOW-Modell, Humankapital, Endogene Wachstumstheorie, Konvergenz, Divergenz, Pro-Kopf-Einkommen, Innovationsprozesse, Gesamtfaktorproduktivität, Gini-Koeffizient, Technologietransfer, Sparquote, Wirtschaftswachstum, Kaufkraftparität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die weltweite Einkommensungleichheit und untersucht wachstumstheoretische Modelle, die erklären sollen, warum manche Länder reicher sind als andere.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der methodischen Messung von Ungleichheit, der historischen Entwicklung globaler Disparitäten und der theoretischen Fundierung langfristiger ökonomischer Wachstumsprozesse.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, die Determinanten für langfristiges Wirtschaftswachstum zu identifizieren und aufzuzeigen, wie Unterschiede in den ökonomischen Entwicklungsstadien zwischen den Ländern entstehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dem Vergleich verschiedener wachstumstheoretischer Ansätze, von neoklassischen Modellen (SOLOW) bis hin zu modernen endogenen Wachstumstheorien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst Datenquellen und Ungleichheitsmaße diskutiert, gefolgt von einer Analyse historischer Wachstumsverläufe. Den Kern bilden die mathematischen und theoretischen Erklärungsmodelle des langfristigen Wachstums.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie globale Ungleichheit, SOLOW-Modell, Humankapital, Innovationen, Konvergenz und endogene Wachstumstheorie charakterisiert.
Welche Rolle spielt Humankapital in den Wachstumsmodellen?
Humankapital, beispielsweise durch Bildung erworben, dient als entscheidender Produktionsfaktor, der hilft, sinkende Grenzerträge des physischen Kapitals auszugleichen und das Wirtschaftswachstum nachhaltig zu stützen.
Was unterscheidet das endogene Wachstumsmodell vom SOLOW-Modell?
Während das SOLOW-Modell den technologischen Fortschritt exogen vorgibt, versuchen endogene Wachstumsmodelle diesen intern durch Investitionen in Wissen, Forschung und Innovation zu erklären.
- Arbeit zitieren
- Heike Schnarelt (Autor:in), 2016, Weltweite Ungleichheit. Eine globale Betrachtung verschiedener Konzepte und Entwicklungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/378292