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Das Projekt Herausforderung als Schulfach? Konzept zur Verankerung an der Heinz-Brandt-Schule (ISS) Berlin-Weißensee

Title: Das Projekt Herausforderung als Schulfach? Konzept zur Verankerung an der Heinz-Brandt-Schule (ISS) Berlin-Weißensee

Polemic Paper , 2017 , 47 Pages

Autor:in: Miriam Pech (Author), Stefan Grzesikowski (Author), Jörn Langer (Author)

Didactics - Common Didactics, Educational Objectives, Methods
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Summary Excerpt Details

Als Schulleiterin der Heinz-Brandt-Schule förderte Miriam Pech stets das Projekt Herausforderung, das an der HBS 2013 zum ersten Mal durch Jörn Langer durchgeführt wurde. Als Konsequenz aus dem Erfolg wurde es ausgeweitet, konzeptionell weiterentwickelt, um nun im Jahr 2017/18 als Schulfach unter der Leitung von Langer/Grzesikowski erprobt zu werden.

Die Ausarbeitung stellt das Projekt Herausforderung vor, wie es an Schulen immer weitere Verbreitung findet. Bisher waren solche Projekte stets auf einen relativ engen Rahmen begrenzt. Hier soll deshalb ein Konzept entwickelt und vorgestellt werden, die Herausforderung als vollwertiges Schulfach einzuführen.

Beim Projekt Herausforderung begeben sich Schüler*innen auf die Reise, verlassen Schule, das häusliche Umfeld und erkunden die Welt. Dabei geht es allerdings nicht um eine Verlängerung der Sommerferien oder eine abenteuerliche Klassenfahrt. Die Herausforderung meint Lernen am anderen Ort und generiert pädagogische Settings, die den Teilnehmer*innen eine besondere Erfahrung ermöglichen soll.

Schulen schicken ihre Schüler*innen auf Herausforderungen, um sie beim Erwachsenwerden zu unterstützen. Es geht dabei für die Teilnehmer*innen darum, sich in eine ungewohnte, herausfordernde Situation zu begeben, um sie dann natürlich möglichst auch zu bewältigen. Das Definieren eines klaren Zieles, das Streben nach diesem Ziel, die möglichst kooperative Bewältigung von Hindernissen und schließlich die Zielerreichung erzeugen bestenfalls ein Gefühl der Selbstwirksamkeit, dessen Entstehungsbedingungen natürlich in der Folge der Herausforderung reflektiert werden sollten.

Die Vorzüge der Herausforderung haben sich herumgesprochen, viele Schulen verfolgen dieses oder ähnliche Projekte. Die Heinz-Brandt-Schule hat über die letzten fünf Jahre hinweg einen eigenen Weg gefunden, das Projekt Herausforderung im Kontext einer staatlichen Berliner Schule mit nicht immer idealen Bedingungen sowie einer heterogenen Schülerschaft einzuführen und wachsen zu lassen. Aus unserer Sicht kommt es unserem pädagogischen Verständnis von einer ganzheitlichen Bildung und einer Schule für alle Kinder sehr entgegen. Wir wagen deshalb nun den nächsten Schritt, indem wir die Herausforderung probeweise für einen Jahrgang als Schulfach einführen wollen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Begriffsklärung: Was ist eine Herausforderung an der HBS, was ist keine?

2. Ziele und pädagogische Legitimation: Warum sollte man auf Herausforderung gehen?

2.1. Pädagogisches Konzept und Zielsetzung

2.2. Auswirkungen auf Unterricht und Schulleben

2.3. Nachhaltigkeit und Ausblick

3. Bisherige Erfahrungen mit dem Projekt Herausforderung an der Heinz-Brandt-Schule

3.1. Genereller Aufbau der bisherigen Herausforderungsprojekte an der Heinz-Brandt-Schule

3.2. Aufbau einer Herausforderungsgruppe

3.3. Beispiele bisheriger Durchführungen der Herausforderung an der Heinz-Brandt-Schule

4. Weitere Verankerung: Das Projekt Herausforderung als Schulfach?

4.1. Rahmenlehrplanbezug

4.2. Möglichkeiten zur Bewertung eines Faches Herausforderung

4.3. Herausforderungs-Portfolio als Mittel der Leistungsbewertung

4.4. Benotung: Widerspruch zur Entschulung?

5. Möglichkeiten zur Durchführung an der Heinz-Brandt-Schule

5.1. ‚freie‘ und ‚gebundene‘ Formen der Herausforderung

5.2. Personaleinsatz und Kooperation mit externen Begleitern

5.3. Fokussierung eines Jahrgangs und Einbettung in schulische Abläufe

5.4. Schulfach Herausforderung innerhalb des Unterrichts „Verantwortung“ in Jahrgang 8

5.5. Mögliche Herausforderungsprojekte der Zukunft

5.6. Mögliche Probleme für die Ausweitung der Herausforderung zum Schulfach

6. Weiterhin zu klärende Fragen

6.1. Finanzielle Rahmenbedingungen

6.2. Personelle Abdeckung und rechtliche Absicherung

7. Fazit und Empfehlungen für die Gesamtkonferenz und Schulkonferenz

7.1. Die schulischen Voraussetzungen erfordern entsprechende Schlussfolgerungen

7.2. Empfehlungen für die weitere Entwicklung der Herausforderung an der HBS

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Konzeption zur Weiterentwicklung und dauerhaften Verankerung des Projekts „Herausforderung“ an der Heinz-Brandt-Schule. Dabei wird insbesondere untersucht, ob und wie das Projekt als Schulfach etabliert werden kann, welche pädagogischen Potenziale sowie organisatorischen und finanziellen Hürden bestehen und inwiefern eine Leistungsbewertung mit dem erlebnispädagogischen Charakter des Vorhabens vereinbar ist.

  • Pädagogische Legitimation und Ziele von Herausforderungsprojekten
  • Struktur und Durchführung in gebundener Form
  • Möglichkeiten der Verankerung als Schulfach mit Rahmenlehrplanbezug
  • Prozessbegleitende Leistungsbewertung mittels Projektportfolios
  • Herausforderungen in der Finanzierung und Personalplanung

Auszug aus dem Buch

1. Begriffsklärung: Was ist eine Herausforderung an der HBS, was ist keine?

Der Begriff ‚Herausforderung‘ klingt griffig, einfach und klar, so dass viele erste Assoziationen mit dem Begriff auch die intendierte Begriffsbestimmung im pädagogischen Kontext der Heinz-Brandt-Schule treffen. Allerdings muss trotzdem für alle beteiligten Akteure klar sein, wann ein schulisches Fahrtenprojekt den Namen ‚Herausforderung‘ verdient und wie es an der Heinz-Brandt-Schule mit Inhalt gefüllt wird.

Die Grundidee einer Herausforderung, so wie sie seit dem Pilotprojekt 2013 an der Heinz-Brandt-Schule Jahr für Jahr durchgeführt wird, ist, dass die Schüler*innen nach eigener Zielsetzung den schulischen Kontext verlassen, um eine prägende Lebenserfahrung hinzuzugewinnen, indem sie an ihre eigenen Grenzen und vielleicht auch darüber hinaus gehen, um schließlich mit neuer Selbstwirksamkeitsüberzeugung erfolgreich ins ‚normale‘ Leben zurückzukehren. Diese Definition und auch die nachfolgenden weiteren Spezifika der Durchführung gelten in unserem Kontext und dies alles wird an jeder anderen Schule eine andere Ausprägung haben müssen, weil dort die Bedingungen anders sind. Für jede Schule wird aber wichtig sein, das herausfordernde Momentum zu definieren, welches die Herausforderung von Klassen- oder Projektfahrten unterscheidet.

Die Heinz-Brandt-Schule hat sich zur Durchführung der Herausforderung mehrere Maximen auferlegt, die das Projekt zwar eingrenzen, aber für das Erreichen der noch näher zu erläuternden pädagogischen Ziele aus unserer Sicht unerlässlich sind: Maxime 1: finanzielle Obergrenzen und Eigenleistung. Das Projekt Herausforderung soll für alle Schüler*innen offen sein, so dass finanzielle Hürden vermieden werden müssen. Eine Bildungs- und Chancengleichheit ist dabei das Primat bei Planung und Durchführung einer Herausforderung. Aus diesem Grund soll sich das Projekt nur zu 150 Euro aus der Beteiligung der Eltern bzw. Erziehungsberechtigten finanzieren, wohingegen weitere 150 Euro durch die Teilnehmer selbst erarbeitet werden sollen. Hierdurch steigt auch die Identifikation mit dem Projekt sowie dessen Nachhaltigkeit.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Begriffsklärung: Was ist eine Herausforderung an der HBS, was ist keine?: Definition der grundlegenden Idee und der zentralen Maximen (Finanzierung, Durchmischung, Sicherheit) zur Abgrenzung von klassischen Klassenfahrten.

2. Ziele und pädagogische Legitimation: Warum sollte man auf Herausforderung gehen?: Erläuterung der entwicklungspsychologischen Hintergründe und der positiven Auswirkungen auf die Persönlichkeitsentwicklung sowie das Schulklima.

3. Bisherige Erfahrungen mit dem Projekt Herausforderung an der Heinz-Brandt-Schule: Rückblick auf die Entwicklung des Projekts seit 2013, inklusive des Aufbaus der Gruppen und exemplarischer Projektbeispiele.

4. Weitere Verankerung: Das Projekt Herausforderung als Schulfach?: Diskussion über die Einbindung in den Rahmenlehrplan, insbesondere durch das Fach Wirtschaft-Arbeit-Technik, und Ansätze zur Leistungsbewertung mittels Portfolios.

5. Möglichkeiten zur Durchführung an der Heinz-Brandt-Schule: Analyse operativer Aspekte wie Gruppenzusammensetzung, Personaleinsatz und der Einbettung in den achten Jahrgang.

6. Weiterhin zu klärende Fragen: Darstellung notwendiger Klärungen zu finanziellen Rahmenbedingungen sowie zu rechtlichen Aspekten der Aufsichtspflicht und Absicherung.

7. Fazit und Empfehlungen für die Gesamtkonferenz und Schulkonferenz: Zusammenfassende Handlungsempfehlungen zur Verstetigung und strategischen Weiterentwicklung des Herausforderungskonzepts an der Schule.

Schlüsselwörter

Herausforderung, Heinz-Brandt-Schule, Erlebnispädagogik, Selbstwirksamkeit, Schulentwicklung, Projektlernen, Leistungsbewertung, Portfolio, Wirtschaft-Arbeit-Technik, Schülerpartizipation, soziale Gerechtigkeit, Ganztagsschule, Persönlichkeitsentwicklung, Berufsorientierung, Eigenleistung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit im Kern?

Die Arbeit entwickelt ein Konzept zur verstetigten Implementierung des Projekts „Herausforderung“ als festes Schulfach an der Heinz-Brandt-Schule, um die Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler gezielt zu fördern.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen die pädagogische Legitimation, die organisatorische Einbettung in den Schulalltag, die rechtliche und finanzielle Absicherung sowie Methoden der Leistungsbewertung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsbemühungen?

Ziel ist es, ein tragfähiges Modell zu schaffen, das die Herausforderung als dauerhaften Baustein im Schulleben verankert, ohne dabei den pädagogischen Kern der „Entschulung“ und individuellen Grenzwerterfahrung zu gefährden.

Welche methodischen Ansätze werden zur Bewertung genutzt?

Es wird vorgeschlagen, die Vorbereitungsphase durch ein prozessbegleitendes Projektportfolio zu bewerten, um individuelles Lernen und Engagement transparent und vergleichbar zu machen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die praktischen Umsetzungsbedingungen, diskutiert die Verknüpfung mit dem Rahmenlehrplan (speziell im Fach Wirtschaft-Arbeit-Technik) und reflektiert die notwendigen personellen Ressourcen und Kooperationsmodelle.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Konzeption?

Das Konzept basiert auf den Säulen der sozialen Gerechtigkeit, der Selbstwirksamkeit, der heterogenen Gruppendurchmischung und der bewussten Wahlfreiheit innerhalb eines pädagogischen Settings.

Warum wird speziell der 8. Jahrgang für die Einführung als Schulfach vorgeschlagen?

Der 8. Jahrgang wird als ideal erachtet, da die Schülerinnen und Schüler nach einem Jahr Schuleingewöhnung über die nötige Reife verfügen und die Jahrgänge 9 und 10 bereits durch den Fokus auf die Schulabschlüsse stark beansprucht sind.

Wie wird das Problem der Finanzierung für einkommensschwache Familien gelöst?

Durch die Maxime der sozialen Gerechtigkeit wird der Eigenanteil der Eltern auf maximal 150 Euro begrenzt; der Rest muss durch die Schülerinnen und Schüler selbst erwirtschaftet oder durch Stiftungen/Sponsoring gedeckt werden.

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Details

Title
Das Projekt Herausforderung als Schulfach? Konzept zur Verankerung an der Heinz-Brandt-Schule (ISS) Berlin-Weißensee
Authors
Miriam Pech (Author), Stefan Grzesikowski (Author), Jörn Langer (Author)
Publication Year
2017
Pages
47
Catalog Number
V378329
ISBN (eBook)
9783668558137
ISBN (Book)
9783668558144
Language
German
Tags
Herausforderung Erlebnispädagogik Bewährung Schule Schulversuch Projektunterricht Lernen am anderen Ort Reformpädagogik Heinz-Brandt-Schule Bewältigung Selbstwirksamkeit Selbstwirksamkeitserfahrung Reflektion Portfolio
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Miriam Pech (Author), Stefan Grzesikowski (Author), Jörn Langer (Author), 2017, Das Projekt Herausforderung als Schulfach? Konzept zur Verankerung an der Heinz-Brandt-Schule (ISS) Berlin-Weißensee, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/378329
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