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Der Existentialismus nach Jean-Paul Sartre und die Freiheit als eine Eigenschaft des Menschen

Titel: Der Existentialismus nach Jean-Paul Sartre und die Freiheit als eine Eigenschaft des Menschen

Seminararbeit , 2017 , 11 Seiten , Note: 14 NP

Autor:in: Melisa Gün (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wann ist man eigentlich frei? Ist man frei, wenn man sich kaufen kann, was man will? Wenn man seine Meinung frei äußern kann? Ist man frei, wenn man seinen Glauben ausüben darf ? Oder vielleicht ist man frei, wenn man überall hinreisen kann? Ist man auch im Gefängnis frei? Wenn man nach Jean-Paul Sartre, einem existentialistischen Philosophen des 20. Jahrhunderts geht, ist man auch im Gefängnis frei.

Denn man hat auch in größter Knechtschaft die Autonomie frei zu wählen und sich sein Urteil zu bilden. In Sartres Philosophie spielt der Freiheitsbegriff eine große Rolle. Nicht nur in seiner Philosophie ist der Gedanke der Freiheit zentral, sondern auch in seinem Liebesleben. Er hat einen Liebespakt mit Simone de Beauvoir geschlossen, der heute als Skandal gilt. Sartre stellt sich gegen Traditionen und vertritt die Ansicht, dass man seine Freiheit nutzen sollte. Viele Menschen leiden unter den Zwängen der Gesellschaft. Unter den verurteilenden Blicken darunter, dass einem dadurch die Freiheit genommen wird.

Man besucht den Gottesdienst, da man nicht möchte, dass Andere schlecht über einen reden. Man verlässt seinen Ehepartner nicht, damit man nicht von den Nachbarn verurteilt wird. Wenn man nach Sartre geht, sollte man machen, was man will. Man sollte sich scheiden lassen, wenn man nicht mehr mit der Ehe zufrieden ist. Man sollte aus der Kirche austreten, wenn man nicht gläubig ist. Man sollte sich von den Ketten lösen, die man sich selbst anlegt. Das klingt idealistisch und auch absurd, jedoch hat Sartres Philosophie auch ihre Kehrseite.

Denn bei all der Freiheit, die man hat, darf man die große Verantwortung nicht vergessen. Man hat die Freiheit sich gegen Ungerechtigkeit aufzulehnen, wenn man sich nicht gegen diese wehrt und sie zulässt, ist man für sein Handeln verantwortlich. Man kann sich seiner Freiheit nicht entziehen und genauso wenig kann man sich der Verantwortung entziehen. "Man ist zur Freiheit verurteilt" (Sartre 2004,). Denn man ist nicht frei, nicht mehr frei zu sein. Der Mensch ist laut Sartre frei, doch ist Freiheit nur eine Eigenschaft des Menschen, oder vielleicht weitaus mehr?

Leseprobe


Struktur der Arbeit

1 Einleitung

2 Jean-Paul Sartre

2.1 Lebenslauf

2.2 Beziehung zu Simone de Beauvoir

3 Das Sein

3.1 Formen des Seins

3.2 Das präreflexive Cogito

4 Sartres Freiheitsbegriff

4.1 Was ist Freiheit?

4.2 Gottes Nicht-Existenz

4.3 Die Ekstasen der Zeit

4.4 Die Anderen

4.5 Die „mauvaise foi“

4.6 Zur Freiheit verurteilt?

4.7 Konsequenzen der Freiheit

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Freiheitsbegriff im Denken von Jean-Paul Sartre, um zu klären, inwiefern der Mensch in seiner Existenz zur Freiheit verpflichtet ist und welche Konsequenzen dies für die individuelle Verantwortung hat.

  • Biografische Hintergründe und die Beziehung zu Simone de Beauvoir
  • Ontologische Unterscheidung von An-sich und Für-sich
  • Die Rolle der Zeitlichkeit und des „präreflexiven Cogito“
  • Sartres Atheismus als Fundament der menschlichen Selbstbestimmung
  • Die psychologischen Dimensionen von Angst, Scham und Unaufrichtigkeit (mauvaise foi)

Auszug aus dem Buch

4.1 Was ist Freiheit?

„Wie soll man also eine Existenz beschreiben, die sich ständig macht und die sich weigert, in eine Definition eingeschlossen zu werden? Schon die Bezeichnung „Freiheit“ ist gefährlich, wenn dabei mitgemeint sein soll, dass das Wort auf einen Begriff verweist, wie es Wörter gewöhnlich tun. Undefinierbar und unbenennbar, wäre die Freiheit also unbeschreibbar?“ (Sartre 2004, S.761). Sartre gibt keine genaue Definition von Freiheit, denn man kann sie nicht genau definieren, sondern nur beschreiben. Laut Sartre ist die Freiheit wesenlos, denn sie hat keine Substanz und man kann sie nicht greifen.(vgl. Stöcklin, S.12). Die Freiheit hat kein Wesen, denn sie ist „Grundlage aller Wesenheiten“ (Sartre 2004, S.762). Freisein bedeutet nicht Erfolg zu haben und zu erreichen, was man wollte, sondern die freie Wahl zu haben, sich eine Meinung zu bilden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die zentrale Frage nach der menschlichen Freiheit und führt in die existentialistische Sichtweise Sartres ein, wonach der Mensch in jeder Situation – selbst im Gefängnis – zur Freiheit verurteilt ist.

2 Jean-Paul Sartre: Dieses Kapitel skizziert den Lebenslauf des Philosophen und beleuchtet die intellektuelle sowie private Partnerschaft mit Simone de Beauvoir.

3 Das Sein: Es wird die ontologische Differenz zwischen dem objekthaften „An-sich“ und dem menschlichen, bewussten „Für-sich“ analysiert sowie das präreflexive Selbstverständnis erläutert.

4 Sartres Freiheitsbegriff: Dieser Hauptteil untersucht die atheistische Grundlage der Freiheit, die zeitliche Dimension menschlichen Handelns sowie psychologische Phänomene wie Scham und die „mauvaise foi“.

5 Fazit: Die Schlussbetrachtung resümiert, dass Freiheit bei Sartre nicht als Eigenschaft, sondern als ontologische Grundbestimmung des Menschen zu verstehen ist, die untrennbar mit Verantwortung verbunden ist.

Schlüsselwörter

Jean-Paul Sartre, Existentialismus, Freiheit, Verantwortung, Für-sich, An-sich, Atheismus, mauvise foi, präreflexives Cogito, Ontologie, Simone de Beauvoir, Selbstbestimmung, Angst, Zeitlichkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert den zentralen Freiheitsbegriff in der Philosophie von Jean-Paul Sartre.

Was sind die thematischen Schwerpunkte?

Die Schwerpunkte liegen auf der existentialistischen Ontologie, Sartres atheistischem Weltbild sowie der Frage, wie Freiheit, Verantwortung und die „mauvaise foi“ zusammenhängen.

Welches Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, warum der Mensch laut Sartre zur Freiheit verurteilt ist und wie sich dieses Konzept auf das tägliche Handeln auswirkt.

Welche Methode wird angewandt?

Es handelt sich um eine philosophische Literaturanalyse basierend auf Sartres Hauptwerken und begleitender Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erörtert die Definition von Freiheit, die Rolle der Zeit, die Beziehung zum „Anderen“ und die Konsequenzen der absoluten Freiheit für das Individuum.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem An-sich, Für-sich, Verantwortung, Atheismus und die „mauvaise foi“.

Warum ist die Nicht-Existenz Gottes für Sartre so wichtig?

Sartre argumentiert, dass ohne einen Schöpfergott keine vorgegebene Essenz für den Menschen existiert, was ihn dazu zwingt, sich durch seine Freiheit selbst zu definieren.

Was bedeutet der Begriff „mauvaise foi“?

„Mauvaise foi“ (Unaufrichtigkeit) beschreibt den Zustand, in dem ein Mensch versucht, sich seiner Verantwortung und Freiheit durch Selbsttäuschung oder Flucht in äußere Rollen zu entziehen.

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Details

Titel
Der Existentialismus nach Jean-Paul Sartre und die Freiheit als eine Eigenschaft des Menschen
Note
14 NP
Autor
Melisa Gün (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
11
Katalognummer
V378356
ISBN (eBook)
9783668565326
ISBN (Buch)
9783668565333
Sprache
Deutsch
Schlagworte
existentialismus jean-paul sartre freiheit eigenschaft menschen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Melisa Gün (Autor:in), 2017, Der Existentialismus nach Jean-Paul Sartre und die Freiheit als eine Eigenschaft des Menschen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/378356
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  11  Seiten
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