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Märchen und die Auswirkungen ihrer Gewaltdarstellung auf die kindliche Entwicklung. Zu "Die Gefahr des Bösen, die Lust am Bösen" von Jan-Uwe Rogge

Title: Märchen und die Auswirkungen ihrer Gewaltdarstellung auf die kindliche Entwicklung. Zu "Die Gefahr des Bösen, die Lust am Bösen"  von Jan-Uwe Rogge

Term Paper (Advanced seminar) , 2015 , 19 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Alina Röder (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
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Warum sind die Märchen der Gebrüder Grimm so grausam? Und warum sollten sie trotzdem den Kindern vorgelesen werden? Vor dem Hintergrund des Textes „Die Gefahr am Bösen, die Lust am Bösen“ von Jan-Uwe Rogge werden in der folgenden Hausarbeit die Kindermärchen der Gebrüder Grimm genauer betrachtet.

Nach einer kurzen Zusammenfassung des Textes " Die Gefahr am Bösen, die Lust am Bösen" von Jan-Uwe Rogge erfolgte die Einbettung der Geschichte der Märchen im deutschen Sprachraum. Das Augenmerk in dieser Arbeit liegt besonders auf den Grausamkeiten in den Märchen der Gebrüder Grimm.Welche Auswirkungen oder positive Folgen entstehen und welche Bedeutung haben sie für die kindliche Entwicklung?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Ein Blick zurück ist ein Blick in die Gegenwart

2. Von der Lust am Schrecken

3. Das Böse ist böse, das Gute ist gut

4. Vom Teufelskreis der Gewalt oder harmlose Medien gibt es nicht

5. Spiel mir das Lied vom Tod

6. Vom Recht der Kinder auf böse Phantasien

7. Man braucht ganz offensichtlich einen Sündenbock

Diskussionsaspekte

Kleingruppe

Großgruppe

Märchen – sind sie und die in ihnen geschilderte Gewalt schlecht für Kinder?

Die Geschichte des Märchens

Gewalt in den Märchen der Gebrüder Grimm

Katharsis und der Weg zur eigenen Autonomie

Kinder brauchen Märchen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Hausarbeit untersucht vor dem Hintergrund des Textes "Die Gefahr am Bösen, die Lust am Bösen" von Jan-Uwe Rogge die Grausamkeiten in den Kindermärchen der Gebrüder Grimm, um deren Ursachen, positive Funktionen und die Bedeutung für die kindliche Entwicklung herauszuarbeiten.

  • Analyse von Gewalt in Medien und Märchen
  • Entwicklung von Kindern und Identitätsbildung
  • Bedeutung von Märchen als kulturelles Erbe
  • Psychologische Konzepte wie Katharsis und Autonomie
  • Kritik an Sündenbockmechanismen in der Mediendebatte

Auszug aus dem Buch

Gewalt in den Märchen der Gebrüder Grimm

Im folgenden Abschnitt werde ich mich genauer mit der Gewalt in den Märchen der Brüder Grimm in ihrer Ausgabe „Kinder- und Hausmärchen“ (Abgekürzt durch KHM) beschäftigen.

Der Ausgangspunkt eines jeden Märchens ist meistens eine Mangelsituation, zum Beispiel die Armut bei Hänsel und Gretel (KHM 15) oder ein Generationenkonflikt wie er in Aschenputtel (KHM 21) oder Schneewittchen (KHM 53) zu finden ist. „Dieser Mangel kann nur durch die Auseinandersetzung des Helden mit dem Bösen aufgehoben werden.“ Nach dieser Auseinandersetzung geht der Held autonomer und weiter entwickelt hervor. Diese Weiterentwicklung äußert sich zum Beispiel darin, dass der Prinz oder ein einfacher Mann zum König wird (KHM 53, 21, 12) oder ein verwandelter Mensch wieder seinen eigentliche Gestalt annimmt (KHM 1, 25) (Prinz, 2013, S. 28).

Diese Mangelsituation entspricht jedoch häufig nicht den eigentlichen Grausamkeiten in den Märchen der Gebrüder Grimm, wofür sie auch schon zu Lebzeiten kritisiert wurden (Prinz, 2013, S. 30). Sehr viel erbarmungsloser sind die Strafen, welche das Böse am Ende des Märchens ereilt und doch kann man die Brutalitäten der verschiedenen Märchen nicht verallgemeinern (Prinz, 2013, S. 30).

Beispielsweise wird die Hexe bei Hänsel und Gretel, nachdem sie versucht hat Hänsel zu mästen um ihn zu verspeisen, von Gretel in den Ofen gestoßen, worin sie verbrennt. Diese grausame Strafe ist unter anderem ein Überbleibsel der mittelalterlichen Gerichtsbarkeit, nämlich der Hexenverbrennung. Es ist jedoch nicht nur als ein Abbild einer vergangenen Realität zu betrachten, sondern auch die erzählerische Umgestaltung der Motive und die veränderte Wirkung auf den Leser müssen berücksichtigt werden (Rötzer, 1981, S. 96).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Ein Blick zurück ist ein Blick in die Gegenwart: Der Autor kritisiert, dass Medien oft als Sündenbock für Jugendgewalt dienen, wobei er auf die komplexeren sozialen Hintergründe verweist.

2. Von der Lust am Schrecken: Dieses Kapitel erläutert, warum Jugendliche Horrorfilme als Mittel zur Grenzziehung, Körpererfahrung und symbolischen Bewältigung pubertärer Prozesse nutzen.

3. Das Böse ist böse, das Gute ist gut: Es wird die Bedeutung von Actionfiguren und polaren Spielkonzepten für die kindliche Persönlichkeitsentwicklung und Identitätsbildung hervorgehoben.

4. Vom Teufelskreis der Gewalt oder harmlose Medien gibt es nicht: Rogge stellt fest, dass unterschiedliche Jugendliche medialen Content zur Stabilisierung oder zur Flucht nutzen, wobei die Persönlichkeitsbildung durch bloße Medienrezeption oft problematisch bleibt.

5. Spiel mir das Lied vom Tod: Das Kapitel diskutiert verschiedene Medientheorien wie die Simulations- und Habitualisierungsthese sowie Erregungs- und Lerntheorien bezüglich der Wirkung von Mediengewalt.

6. Vom Recht der Kinder auf böse Phantasien: Hier wird argumentiert, dass aggressives Spiel und Phantasien für Kinder essenziell zur Abgrenzung von elterlichen Werten und zur Autonomiebildung sind.

7. Man braucht ganz offensichtlich einen Sündenbock: Der Autor schließt mit der Erkenntnis, dass die Fixierung auf Sündenböcke in der Mediendiskussion eine konstruktive Auseinandersetzung mit kindlicher Aggression verhindert.

Märchen – sind sie und die in ihnen geschilderte Gewalt schlecht für Kinder?: Dieser Abschnitt analysiert die Geschichte, Funktion und psychologische Wirkung von Märchen sowie die Relevanz von Gewaltmotiven.

Schlüsselwörter

Mediale Gewalt, Märchen, Gebrüder Grimm, Kindesentwicklung, Identitätsbildung, Aggression, Autonomie, Katharsis, Sündenbock, Medienpädagogik, Erziehung, Psychologie, Horrorfilme, Sozialisation, Phantasie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Wirkung von Gewalt, insbesondere in Medien und Märchen, auf Kinder und Jugendliche sowie deren Bedeutung für die Persönlichkeitsentwicklung.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind Medienrezeption, die Funktion von Gewalt in Märchen, psychologische Entwicklungsschritte von Kindern und die Kritik am gesellschaftlichen Umgang mit Jugendgewalt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Grausamkeiten in den Märchen der Gebrüder Grimm zu analysieren und deren positive Funktion für die kindliche Autonomiebildung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der psychologische und medienpädagogische Konzepte, etwa von Jan-Uwe Rogge und Bruno Bettelheim, zusammengeführt und interpretiert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung der Medientheorien nach Rogge sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Geschichte und der pädagogischen Bedeutung von Märchen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Mediale Gewalt, Märchen, Identitätsbildung, Katharsis, Autonomie und die psychologische Bedeutung von Aggression.

Warum betont der Autor die Bedeutung von Märchen für Kinder?

Märchen bieten Kindern symbolisches Material zur Verarbeitung innerer Konflikte, Ängste und mörderischer Gedanken, was sie bei der Entwicklung einer eigenen Identität unterstützt.

Welche Rolle spielt der "Sündenbock" in der Argumentation?

Die Sündenbock-Thematik dient als Kritik an der Tendenz, die Medien pauschal für Jugendgewalt verantwortlich zu machen, anstatt die komplexeren individuellen und sozialen Bedingungen zu betrachten.

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Details

Title
Märchen und die Auswirkungen ihrer Gewaltdarstellung auf die kindliche Entwicklung. Zu "Die Gefahr des Bösen, die Lust am Bösen" von Jan-Uwe Rogge
College
Niederrhein University of Applied Sciences Mönchengladbach
Grade
1,3
Author
Alina Röder (Author)
Publication Year
2015
Pages
19
Catalog Number
V378368
ISBN (eBook)
9783668577329
ISBN (Book)
9783668577336
Language
German
Tags
märchen auswirkungen gewaltdarstellung entwicklung gefahr bösen lust jan-uwe rogge
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alina Röder (Author), 2015, Märchen und die Auswirkungen ihrer Gewaltdarstellung auf die kindliche Entwicklung. Zu "Die Gefahr des Bösen, die Lust am Bösen" von Jan-Uwe Rogge, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/378368
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