Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Pedagogía - Otras

Zur Ästhet(h)ik der Kriegsfotografie

Título: Zur Ästhet(h)ik der Kriegsfotografie

Tesis (Bachelor) , 2016 , 73 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Alina Röder (Autor)

Pedagogía - Otras
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

Kriegsfotografien. Ein heikles Thema. So schrecklich sie sind, was für Grauenhaftigkeiten sie auch zeigen, manchmal kann man sich nicht erwehren: Sie berühren einen zutiefst, hinterlassen eine Spur im Gedächtnis des Betrachters. Manchmal ist der Auslöser dafür die Schönheit einer Aufnahme, welche man nicht in Worte fassen kann – oder darf?

In meiner Bachelorarbeit möchte ich mich genau mit diesem Phänomen beschäftigen: Warum sind ästhetische Momentaufnahmen des Grauens umstritten? Es soll herausgefunden werden, wie die ästhetische Wirkung und die Ethik, welche die Kriegsfotografien transportieren, im Zusammenhang stehen. Widersprechen sie sich oder gehen sie Hand in Hand?
Um diese Fragen zu beantworten wird das erste Kapitel zur Grundlagenklärung dienen. Die Begriffe der Kriegsfotografie, Ästhetik und Ethik werden geschichtlich untermauert und, auch wenn es aufgrund der vielfältigen Ansichten schwer fällt, möglichst definiert und eingegrenzt. Dabei liegt das Augenmerk auf den für diese Arbeit wichtigen Positionen.

Die theoretische Fundierung für die Beantwortung der Fragen liefert Susan Sontag. Ihre Essay-Sammlungen ‚Über Fotografie‘ und ‚Das Leiden anderer betrachten‘ werden hinsichtlich ihrer Meinung zur ethischen und ästhetischen Position der (Kriegs-)Fotografie genau untersucht. Ebenso werden ihre eigenen Ansichten beleuchtet, welche zum Verständnis durch ihre Biografie und eine zeitliche Einordnung ergänzt werden.

Nachfolgend sind Beispiele für Kriegsfotografen verschiedener Generationen aufgeführt. Welche ethischen Vorstellungen diese verfolgen und zu welchem Zweck sie ästhetische Mittel einsetzten, soll in diesem Kapitel exemplarisch herausgestellt werden.

Da Kriegsfotografien nahezu ausschließlich aus den Medien bekannt sind, spielen auch diese eine Rolle für die Beantwortung meiner Frage. Der ethische und ästhetische Umgang mit den Fotografien im Pressekontext wird genau betrachtet und die Bedeutung dieser Aufnahmen (für die Massenmedien) verdeutlicht.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen

2.1 Kriegsfotografie

2.2 Ästhetik

2.3 Ethik

3. Theoretische Grundlage

3.1 „Über Fotografie“ (‚On Photography‘ – Susan Sontag 1977)

3.1.1 Zeitliche Einordnung von „Über Fotografie“ in Sontags Leben

3.1.2 Die ästhetische Doppelmoral

3.1.3 Abstumpfungsthese

3.2 „Das Leiden anderer betrachten“ (‚Regarding the Pain of Others‘ – Susan Sontag 2003)

3.2.1 Zeitliche Einordnung von „Das Leiden anderer betrachten“ in Sontags Leben

3.2.2 Wirkungen von Kriegsfotografien

3.2.3 Ästhetische Kriegsfotografien

4. Kriegsfotografen

4.1. Robert Capa

4.1.1. Capas Mission

4.1.2. Capas moralisches Verständnis

4.1.3. Capas Fließästhetik

4.1.4. Ein ‚Fotograf des Friedens‘

4.2. James Nachtwey

4.2.1. Nachtweys Mission

4.2.2. Nachtweys moralisches Verständnis

4.2.3. Nachtweys ästhetische Vorstellungen

4.2.4. Ein ‚Anti-Kriegsfotograf‘

4.3. Anja Niedringhaus

4.3.1 Niedringhaus‘ Mission

4.3.2 Niedringhaus‘ moralisches Verständnis

4.3.3 Niedringhaus‘ Ästhetik

4.3.4 Eine Fotografin des Krieges

5. Massenmedien

5.1. Die Moral der Massenmedien

5.2. Verwendung von Fotografien

5.3. Nicht der richtige Rahmen?

6. Ein friedenspädagogisches Ausstellungsprojekt

6.1. Friedenspädagogik

6.2. Ausstellungsbeispiel ‚The Family of Man‘

6.3. Konzeptionsentwurf einer friedenspädagogischen Kriegsfotografie-Ausstellung

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Ästhetik und Ethik in der Kriegsfotografie und geht der Forschungsfrage nach, ob ästhetische Inszenierungen von Gewalt das ethische Gewissen des Betrachters abtöten oder ob sie eine positive Wirkung entfalten können. Dabei wird analysiert, wie Fotografen, Medien und museale Kontexte das Leiden anderer instrumentalisieren oder für friedenspädagogische Zwecke nutzbar machen.

  • Die philosophische Fundierung von Ästhetik und Ethik (insb. Platon, Hegel, Rosenkranz, Adorno, Kant).
  • Die Analyse der Fototheorie von Susan Sontag hinsichtlich der Auswirkungen von Kriegsfotografien.
  • Die Untersuchung der Arbeitsweisen und moralischen Selbstverständnisse renommierter Kriegsfotografen wie Robert Capa, James Nachtwey und Anja Niedringhaus.
  • Die Kritik an der Darstellung von Krieg und Gewalt in den Massenmedien und deren wirtschaftliche Interessen.
  • Entwicklung eines Konzeptionsentwurfs für eine friedenspädagogische Kriegsfotografie-Ausstellung.

Auszug aus dem Buch

3.1.2 Die ästhetische Doppelmoral

In ihrer Essay-Sammlung werden zwei konträre Punkte unter der Überschrift „ästhetische Doppelmoral“ aufgeführt: zum einen argumentiert Sontag, dass die Fotografie das Gewissen des Betrachters abtöte, zum anderen, dass das Gewissen aufgerüttelt werden würde. Die Argumente, mithilfe derer sie die beiden gegensätzlichen Thesen unterstützt, werden im Folgenden betrachtet, um so zu beurteilen, welche ethischen Konsequenzen sich gemäß ihrer anfänglichen Sicht durch die Kriegsfotografie ergäben.

Die Fotografie würde Gewissen abtöten, also ethisch-moralisch negativ beeinflussen, durch die allgegenwärtige Vermittlung eines Machtgefühls auf Seiten des Betrachters. „Fotografieren heißt sich das fotografierte Objekt aneignen.“ (Sontag 2004, Vorwort) – man kann das Foto behalten, überall hin mitnehmen, verschenken oder zerstören. Gleichzeitig sind die Bildkonsumenten der Macht der Fotos unterworfen (ebd., vgl. S. 83), es herrschte schon 1977 eine Konsumsucht, welche durch die Bilderflut der heutigen Zeit noch stärker bedient (und erzeugt) wird.

Grade durch das Übermaß an Bildern kommt es zu einer Einebnung aller Bedeutung - jedes Foto ist so gut wie das andere, welches man geschossen hat – die Rezipienten befinden sich in einer „chronisch voyeuristische Beziehung zur Welt“ (ebd., S. 17). Nicht mehr die Welt, sondern die Fotografie gilt nun als Maßstab des Schönen (ebd., vgl. S.84), und nur was fotografierenswert ist, sei auch ein wirkliches Ereignis (ebd., vgl. S. 24).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die ethische Problematik ästhetischer Kriegsfotografien vor und formuliert das Ziel der Arbeit, den Zusammenhang zwischen ästhetischer Wirkung und ethischer Verantwortung zu ergründen.

2. Definitionen: Das Kapitel definiert die zentralen Begriffe Kriegsfotografie, Ästhetik und Ethik anhand ihrer historischen Entwicklung und philosophischer Positionen.

3. Theoretische Grundlage: Es erfolgt eine detaillierte Analyse der Fototheorien von Susan Sontag, insbesondere ihrer Ansichten zu ästhetischer Doppelmoral und der Abstumpfungsthese.

4. Kriegsfotografen: Die Arbeit beleuchtet die Mission, das moralische Verständnis und die ästhetischen Vorstellungen von Robert Capa, James Nachtwey und Anja Niedringhaus.

5. Massenmedien: Dieses Kapitel kritisiert die kommerzielle Nutzung und manipulative Inszenierung von Kriegsfotografien durch die Presse zur Auflage- und Aufmerksamkeitssteigerung.

6. Ein friedenspädagogisches Ausstellungsprojekt: Der Entwurf einer friedenspädagogischen Ausstellung dient als Gegenmodell zur massenmedialen Nutzung, um eine nachhaltige moralische Auseinandersetzung zu ermöglichen.

7. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass ästhetische Darstellungen von Leid den Rezipienten aktivieren können, sofern der Rahmen – wie in einer Ausstellung – eine tiefergehende Reflexion fördert.

Schlüsselwörter

Kriegsfotografie, Ästhetik, Ethik, Susan Sontag, Fotojournalismus, moralische Verantwortung, Abstumpfungsthese, Massenmedien, Friedenspädagogik, Krieg, Gewalt, Bildmanipulation, Kontextualisierung, Robert Capa, James Nachtwey

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das ethische Spannungsfeld in der Kriegsfotografie, insbesondere die Frage, ob ästhetische Bilder des Leids das Gewissen der Betrachter eher abstumpfen oder zur aktiven Auseinandersetzung anregen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit umfasst die philosophischen Grundlagen von Ästhetik und Ethik, die Fototheorie von Susan Sontag, die Praxis des modernen Fotojournalismus sowie das Potenzial friedenspädagogischer Vermittlung im musealen Kontext.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu ergründen, ob sich Ästhetik und ethische Verantwortung in der Kriegsfotografie ausschließen oder ob sie sich positiv bedingen können, um ein Handeln gegen das Grauen des Krieges zu initiieren.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine umfassende Literaturrecherche, die Analyse theoretischer Essays (insb. Sontag) sowie die Untersuchung von Biografien und Arbeitsweisen bedeutender Kriegsfotografen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung durch Susan Sontag, eine beispielhafte Untersuchung von drei Fotografen-Biografien und eine kritische Auseinandersetzung mit der Rolle der Massenmedien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Kriegsfotografie, Ästhetik, Ethik, Abstumpfungsthese, Fotojournalismus und Friedenspädagogik gekennzeichnet.

Welche Rolle spielen die Massenmedien in der Argumentation der Autorin?

Die Massenmedien werden als oft ungeeigneter Ort für eine moralisch tiefgehende Wahrnehmung kritisiert, da sie dazu neigen, Bilder für wirtschaftliche Interessen zu manipulieren oder den Kontext zu verzerren.

Warum wird im letzten Kapitel ein Ausstellungsprojekt vorgeschlagen?

Das Projekt dient als Antwort auf die massenmediale Oberflächlichkeit. Ein musealer Rahmen soll Raum für eine reflektierte Auseinandersetzung schaffen und die Botschaft der Bilder moralisch positiv im Gedächtnis verankern.

Final del extracto de 73 páginas  - subir

Detalles

Título
Zur Ästhet(h)ik der Kriegsfotografie
Universidad
Niederrhein University of Applied Sciences Mönchengladbach
Calificación
2,0
Autor
Alina Röder (Autor)
Año de publicación
2016
Páginas
73
No. de catálogo
V378370
ISBN (Ebook)
9783346003461
ISBN (Libro)
9783346003478
Idioma
Alemán
Etiqueta
Fotografie Ästhetik Ethik Kriegsfotografie Friedenspädagogik Kulturpädagogik
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Alina Röder (Autor), 2016, Zur Ästhet(h)ik der Kriegsfotografie, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/378370
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  73  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint