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Obdachlosigkeit in Berlin und Potsdam. Ein eigener Habitus?

Eine Beobachtungsstudie obdachloser Menschen

Titel: Obdachlosigkeit in Berlin und Potsdam. Ein eigener Habitus?

Hausarbeit , 2015 , 22 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Elisa Pfennig (Autor:in)

Soziologie - Soziales System und Sozialstruktur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Forschungsinteresse galt dem Alltagsleben obdachloser Menschen, im Sinne ihres Ess-, Trink-, Aufenthalts- und Kleidungsverhaltens. Auffällig ist, dass in sozialstrukturellen Modellen der Gliederung von modernen Gesellschaften soziale Randgruppen teilweise nicht berücksichtigt sind. Als Hintergrund dessen kann man eruieren, dass Sozialstrukturanalyse immer noch auf Grundlage von Einkommen und Status der Erwerbsarbeit fußt.

Da sich aber obdachlose Menschen ohne festen Wohnsitz und meist ohne Erwerbsarbeit durchs Leben bewegen und daher gesellschaftlichen Normen der Behausung und Grundsicherung widersprechen, gilt dieses Lebensmodell als abnorm und fällt aus Sozialstrukturmodellen heraus. Allein darin steckt bereits die soziale Ungleichheit: In einem sozialstrukturellen Gesellschaftsmodell nicht erfasst und daher soziologisch nicht besonders wahrgenommen zu werden. Hier drückt sich bereits gesellschaftliches Desinteresse aus.

Daher war es mir ein besonderes Anliegen, diese soziale Gruppe stärker soziologisch unter die Lupe zu nehmen: Wie organisieren obdachlose Menschen ihren Tagesablauf? (Wenn doch nichts strukturell durch Ausbildung oder Erwerbsarbeit vorgegeben ist.) Wie kommen diese an lebensnotwendige Dinge wie Essen, Kleidung, Getränke und Schlafplatz und wie werden diese konsumiert? Wie ist das Verhalten untereinander in der Gruppe? Welchen Lebensstil also legen obdachlose Menschen an den Tag?

Pierre Bourdieu konnte in seinen Forschungen feststellen, dass Milieus und soziale Gruppen ihre Zugehörigkeit und Abgrenzung untereinander durch einen bestimmten Habitus deutlich machen. Das also die Mitglieder einer bestimmten sozialen Gruppe einen bestimmten Habitus entwickeln, der sich in Kleidung, Nahrung, Konsumverhalten, Gestik und Mimik usw. ausdrückt. Haben demnach obdachlose Menschen einen eigenen Habitus? Wie spiegelt sich die Lebenswirklichkeit in diesem Habitus wieder? Diesen Fragen versucht die Arbeit Antwort zu geben, die ein Angebot sind, die Lebenswelt obdachloser Menschen zu deuten.

Leseprobe


Gliederung

1 Einleitung

2 Bourdieus Habituskonzept

3 Obdachlosigkeit

3.1 Begriffsdefinition

3.2 Lebenswirklichkeit

4 Beobachtungsstudie des Alltagslebens obdachloser Menschen

4.1 Erhebungsmethode Beobachtung

4.2 Erstellung des Beobachtungsbogens

4.3 Durchführung der Beobachtung

4.4 Auswertung der Beobachtungsergebnisse

5 Zusammenfassung

6 Selbstreflektion und Fehleranalyse

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Alltagsleben obdachloser Menschen in Berlin und Potsdam, um zu eruieren, ob sich bei dieser sozialen Randgruppe ein spezifischer Habitus im Sinne von Pierre Bourdieu ausbilden lässt, der ihre Lebenswirklichkeit und soziale Ungleichheit widerspiegelt.

  • Analyse des Habituskonzepts nach Pierre Bourdieu
  • Definition und Lebenswirklichkeit von Obdachlosigkeit
  • Durchführung einer nichtteilnehmenden Beobachtungsstudie
  • Untersuchung von Ess-, Trink-, Aufenthalts- und Kleidungsverhalten
  • Reflektion der methodischen Vorgehensweise und Fehlerquellen

Auszug aus dem Buch

3 Obdachlosigkeit

„Jeder Stadtbewohner und jede Stadtbewohnerin kennt sie durch Augenschein: Männer und immer häufiger auch Frauen, die regelmäßig an bestimmten öffentlichen Plätzen zu finden sind und dort allein oder in kleinen Gruppen, mehr oder weniger abgerissen aussehend, ihre Habseligkeiten um sich herum ausgebreitet und umringt von Flaschen mit billigem Wein oder Fusel, ihre Tage und nicht selten auch ihre Nächte verbringen. Menschen, bei denen schon durch ihr Äußeres und durch ihr Verhalten leicht zu erkennen ist, daß sie ein Leben außerhalb der „bürgerlichen Normalität” führen.”4

Wann ist ein Mensch obdachlos und an welchen Symbolen, anhand seiner spezifischen Lebenswirklichkeit, lässt sich dies erkennen? Eine Begriffsdefinition und Beschreibung der Lebenswirklichkeit.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet anhand persönlicher Erfahrungen das Straßenleben und führt in die Fragestellung ein, wie Obdachlose ihren Alltag strukturieren und ob sich daraus ein eigener Habitus ableiten lässt.

2 Bourdieus Habituskonzept: Dieses Kapitel erläutert das Konzept des sozialen Raums und des Habitus, der als generative Haltung und Mittel zur Distinktion gegenüber anderen Milieus dient.

3 Obdachlosigkeit: Hier wird der Begriff der Obdachlosigkeit definiert und die prekäre Lebenswirklichkeit analysiert, die durch die tägliche Sicherung der physischen Existenz geprägt ist.

4 Beobachtungsstudie des Alltagslebens obdachloser Menschen: In diesem Kapitel wird das methodische Vorgehen der Beobachtungsstudie, deren Durchführung in Berlin und Potsdam sowie die detaillierte Auswertung der erhobenen Verhaltensdaten dargestellt.

5 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung führt die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Lebenswirklichkeit der Obdachlosen einen eigenen Habitus der Notwendigkeit hervorbringt, der symbolisch in ihrem Alltagsverhalten sichtbar wird.

6 Selbstreflektion und Fehleranalyse: Das letzte Kapitel kritisiert die gewählte Forschungsmethode aus moralischer Sicht und reflektiert die methodischen Fehlerquellen, wie die geringe Beobachtungsdauer und fehlende Interviews.

Schlüsselwörter

Obdachlosigkeit, Habitus, Bourdieu, Lebenswirklichkeit, Straßenleben, Beobachtungsstudie, Soziale Ungleichheit, Alltag, Lebensführung, Identität, Randgruppe, Sozialstrukturanalyse, Konsumverhalten, Ressourcen, Überlebensstrategien

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Alltagsleben von obdachlosen Menschen in Berlin und Potsdam, um herauszufinden, ob sich bei ihnen ein spezifischer, identitätsstiftender Habitus ausbildet.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen sind das Habituskonzept von Pierre Bourdieu, die Lebensrealität von Obdachlosen sowie die soziologische Betrachtung ihrer täglichen Routinen und Verhaltensweisen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, wie obdachlose Menschen ihren Alltag organisieren und ob man von einem eigenen „Habitus der Obdachlosigkeit” sprechen kann, der ihre soziale Lage widerspiegelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Verfasserin wählte eine nichtteilnehmende Beobachtungsstudie, die durch einen strukturierten Beobachtungsbogen in den Städten Berlin und Potsdam durchgeführt wurde.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung durch Bourdieu, die Definition der Obdachlosigkeit sowie die detaillierte Durchführung und Auswertung der Beobachtungen hinsichtlich Ess-, Trink- und Aufenthaltsverhalten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Habitus, Obdachlosigkeit, Lebenswirklichkeit, soziale Randgruppe, Überlebensstrategien und soziale Ungleichheit.

Warum ist das Thema der „Selbstreflektion“ so wichtig für diese Arbeit?

Da die Autorin eine verdeckte Beobachtung durchführte, reflektiert sie kritisch die ethischen Implikationen dieser Methode und benennt Fehlerquellen, um die Aussagekraft der Ergebnisse einzuordnen.

Welche Rolle spielt die Lebenswirklichkeit der Autorin für die Studie?

Die Autorin reflektiert ihre eigenen Vorerfahrungen aus einer Zeit, in der sie selbst „auf der Straße” lebte, um ihren Forschungszugang offenzulegen und Vorannahmen bewusst zu machen.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Obdachlosigkeit in Berlin und Potsdam. Ein eigener Habitus?
Untertitel
Eine Beobachtungsstudie obdachloser Menschen
Hochschule
Universität Potsdam  (Sozialwissenschaftliches Institut)
Veranstaltung
Soziale Ungleichheit und gesellschaftliche Differenzierung
Note
1,0
Autor
Elisa Pfennig (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
22
Katalognummer
V378406
ISBN (eBook)
9783668565388
ISBN (Buch)
9783668565395
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Habitus Bourdieu obdachlos
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Elisa Pfennig (Autor:in), 2015, Obdachlosigkeit in Berlin und Potsdam. Ein eigener Habitus?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/378406
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  22  Seiten
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