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Die geistige Armut und ihr Verhältnis zur unfreiwilligen Armut

Titel: Die geistige Armut und ihr Verhältnis  zur unfreiwilligen Armut

Seminararbeit , 2014 , 21 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anita Greinke (Autor:in)

Theologie - Biblische Theologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Hausarbeit beschäftigt sich thematisch mit dem Hauptseminar „Armut als sozialethische Herausforderung“. Schwerpunkt dieser Arbeit ist die freiwillige Armut, wie sie sich im Ordensleben findet. Hierbei wird die Begründung für das Motiv der geistigen Armut anhand der Heiligen Schrift gegeben.

Zu Beginn wird der Begriff der „Armut“ dargestellt und ein Versuch getätigt die Begriffe „freiwillige“ und „unfreiwillige“ Armut zu definieren. Im weiteren Verlauf findet sich dann die chronologische Entwicklung in der Theologie, die die Wandlung von einem negativen zu einem positiven Begriff zeigen wird. Anschließend wird die Armut in die Trias der Gelübde eingeordnet und ein Überblick über die Armut als Gelübde geliefert. Dabei wird anhand der Heiligen Schrift eine Begründung für das Gelübde erörtert und die Bedeutung für die Ordensgemeinschaften dargelegt. Bei der speziellen Orientierung auf die Praxis im Orden wird ein besonderer Fokus auf den Franziskanerorden gelegt. Dafür wird der Orden zunächst vorgestellt und die spezielle Bedeutung für diesen Orden präsentiert. Nach der Erörterung der Thematik wird die freiwillige Armut mit der unfreiwilligen Armut in ein Verhältnis gesetzt. Dabei werden Fakten miteinander verglichen und die Schnittstellen beider Armutsbegriffe dargestellt. Zum Schluss werden alle wichtigen Inhalte zusammengefasst und die Ergebnisse präsentiert. Dabei wird explizit auf das Verhältnis beider Begriffe eingegangen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Begriff der Armut

2.1 Begriffserklärung

2.2 Chronologische Entwicklung in der Theologie

3. Armut als Ordensgelübde

3.1 Biblische Begründung

3.2 Bedeutung

4. Praxis im Orden

4.1 Der Franziskanerorden

4.2 Bedeutung der Armut

5. Das Verhältnis von geistiger und sozialer Armut

5.1 Fakten über die Anzahl der Betroffenen im Vergleich

5.2 Schnittstellen zwischen den Begriffen

6. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit setzt sich kritisch mit der Differenzierung zwischen freiwilliger geistiger Armut im Ordensleben und der unfreiwilligen sozialen Armut in der Gesellschaft auseinander. Ziel ist es, die biblisch-theologische Begründung der Armut als evangelischen Rat zu erläutern und diese in einen direkten Vergleich mit aktuellen sozioökonomischen Daten zu setzen, um Berührungspunkte und Schnittstellen in der praktischen Fürsorge aufzuzeigen.

  • Biblische und theologische Fundierung des Armutsbegriffs
  • Die Armut als Teil der Trias der evangelischen Räte
  • Strukturen und Lebensform des Franziskanerordens
  • Statistische Gegenüberstellung von Ordensleben und gesellschaftlicher Armut
  • Die Rolle der Caritas als Schnittstelle praktischer Nächstenliebe

Auszug aus dem Buch

4.2 Bedeutung der Armut

Die Botschaft Jesu an die Jünger bei ihrer Aussendung aus dem Matthäusevangelium ist, wie bereits gesehen, programmatisch für Franziskus von Assisi. Er verstand diese Worte als Aufforderung für sich selbst und seine Anhänger. Der heilige Franziskus wollte ein Leben in „radikaler Armut“63 und ohne jede Art von Besitz, außer die Kleidung, die er trug. So wird in dem zweiten Kapitel der „Regula non bullata“64 (Nicht-bullierte Regel; NBR) bestimmt, dass alle Brüder, die dem heiligen Franziskus nachfolgen wollen, ihren vollständigen Besitz verkaufen müssen und die Einnahmen den Armen spenden sollen.65 Bereits hier wird die Kopplung zwischen der freiwilligen und der unfreiwilligen Armut ersichtlich. Diese Interpretationen der Armut beziehen sich auf die äußere Armut, wie sie zum Beispiel in Mt 10,9f. beschrieben ist. Die Regula non bullata ist die „vom Papst nur mündlich ohne Bulle bestätigte Regel.“66 Sie entstand als Franziskus mit elf weiteren Brüdern den ersten Regelentwurf, propositum, im Jahre 1209 Papst Innozenz III. vorlegte und dieser mündlich bestätigt wurde. Im Kontrast dazu gibt es auch die bullierte Regel (BR), die 1223 von Honorius III. mit einer Bulle bestätigt wurde.

Da die Kleidung sich reflexiv auf den Status der Armut verhält, wird sie in der Gemeinde reguliert. So ergab sich aus NbR 2,8 und BR 2,9, dass die Brüder in ihrem Noviziat „zwei Kutten ohne Kapuze, ein Strick und Hosen und ein Kaparon (eine Art Umhang, der bis zur Hüfte reicht) bis zum Gürtelstrick“67 besitzen dürfen. Nach ihrer Profess sieht die Kleiderordnung nach NbR 2,13-14 und BR 2,14-16 vor, dass die Brüder „nur eine Kutte mit Kapuze haben, und falls notwendig, eine weitere ohne Kapuze, sowie Strick und Hosen. Und alle Brüder sollen geringwertige Kleidung tragen und sie können sie mit Sackleinen und anderen Stücken verstärken, mit dem Segen Gottes.“68 Die eigentliche Regel sieht auch vor, dass die Ordensbrüder keine Schuhe tragen, doch wenn sie gezwungen sind, welche zu tragen, dann war es ihnen erlaubt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der freiwilligen geistigen Armut ein und umreißt den methodischen Weg von der biblischen Begründung bis zum Vergleich mit der sozialen Armut.

2. Der Begriff der Armut: Dieses Kapitel definiert Armut als biblisch-theologisches Paradoxon und zeigt die chronologische Wandlung vom neutralen zum positiv bewerteten Armutsbegriff im Neuen Testament auf.

3. Armut als Ordensgelübde: Hier wird die Armut als Teil der klassischen Gelübdetriade fundiert und ihre Bedeutung als notwendige Voraussetzung in der Nachfolge Christi dargestellt.

4. Praxis im Orden: Das Kapitel beleuchtet am Beispiel des Franziskanerordens die radikale, regelgebundene Umsetzung der Armut und deren historische sowie spirituelle Relevanz.

5. Das Verhältnis von geistiger und sozialer Armut: Dieser Teil analysiert statistische Daten über Ordensmitglieder im Vergleich zu aktuellen Armutsrisikoquoten in Deutschland und identifiziert die Caritas als praktische Schnittstelle.

6. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung bündelt die Erkenntnisse über die Verknüpfung der freiwilligen Armut im Orden mit der unfreiwilligen sozialen Not in der Gesellschaft.

Schlüsselwörter

Freiwillige Armut, Geistige Armut, Soziale Armut, Franziskanerorden, Evangelische Räte, Nachfolge Christi, Ordensleben, Armutsrisikoquote, Caritas, Nächstenliebe, biblische Begründung, Ordensprofess, materielle Güter, christliche Vollkommenheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis von geistiger, freiwillig gewählter Armut im Kontext christlicher Ordensgemeinschaften und der unfreiwilligen, sozialen Armut in unserer heutigen Gesellschaft.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die theologische Interpretation der Armut in der Heiligen Schrift, die Ordensgelübde, die Lebensform des Franziskanerordens sowie sozioökonomische Daten zur Armutssituation in Deutschland.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die geistige Armut als christlichen Wert zu begründen und eine Verbindung zur praktischen, sozialen Fürsorge herzustellen, um das Verhältnis beider Armutsformen zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer theologischen Literaturanalyse, der Exegese biblischer Quellen sowie der Auswertung aktueller statistischer Berichte, insbesondere des Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der biblischen Herleitung der Armut, der Analyse der franziskanischen Lebensweise und dem statistischen Vergleich zwischen Ordensmitgliedern und von Armut betroffenen Bevölkerungsgruppen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Freiwillige Armut, Franziskanerorden, Evangelische Räte, Nachfolge Christi, soziale Armut und Caritas.

Wie unterscheidet sich die "absolute" von der "geistigen" Armut laut dieser Arbeit?

Während die absolute Armut als Mangel an grundlegenden Bedürfnissen definiert ist, beschreibt die geistige Armut eine bewusste, freiwillige Haltung der Losgelöstheit von materiellen Gütern zur Stärkung der Gottesbeziehung.

Welche Rolle spielt der Franziskanerorden in der Beweisführung?

Der Orden dient als Exempel für eine radikale Umsetzung der freiwilligen Armut, bei der biblische Texte wörtlich in ein Regelwerk übersetzt wurden, um den Weg zur christlichen Vollkommenheit zu ebnen.

Welche Schnittstellen gibt es zwischen Ordensleuten und sozial Armen?

Eine zentrale Schnittstelle ist das praktische Handeln, etwa durch Hilfsorganisationen wie die Caritas, in denen Ordensmitglieder direkt in der Pflege, Seelsorge und sozialen Arbeit tätig werden.

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Details

Titel
Die geistige Armut und ihr Verhältnis zur unfreiwilligen Armut
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Katholisch- Theologische Fakultät Lehrstuhl für Christliche Gesellschaftslehre)
Veranstaltung
Hauptseminar: Armut als sozialkritische Herausforderung
Note
1,3
Autor
Anita Greinke (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
21
Katalognummer
V378437
ISBN (eBook)
9783668567825
ISBN (Buch)
9783668567832
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geistige Armut Freiwillige Armut Unfreiwillige Armut Franziskanerorden Franziskus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anita Greinke (Autor:in), 2014, Die geistige Armut und ihr Verhältnis zur unfreiwilligen Armut, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/378437
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  21  Seiten
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