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Nachrichtenfaktoren in Theorie und Praxis

Eine Analyse über kulturabhängige Nachrichtenfaktoren im Vergleich zwischen Vergangenheit und Gegenwart sowie Boulevard- und Qualitätsjournalismus

Title: Nachrichtenfaktoren in Theorie und Praxis

Bachelor Thesis , 2017 , 90 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Simon Garschhammer (Author)

Communications - Journalism, Journalism Professions
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Journalisten sehen sich einer schier unendlichen Flut an Informationen ausgesetzt. Sie können nicht im entferntesten die Welt in ihrer ganzen Komplexität abbilden. Doch nach welchen Kriterien treffen sie aus dieser Fülle an Meldungen ihre Auswahl? Anders gesagt: wann wird aus einer Information eine Nachricht? Mit dieser Frage beschäftigen sich nun seit fast einem ganzen Jahrhundert Wissenschaftler aus dem Bereich der Nachrichtenforschung. Eine Erklärung dafür bietet die sogenannte Nachrichtenwerttheorie. Sie führt die Entscheidung zur Publikation einer Nachricht auf bestimmte Eigenschaften von Ereignissen zurück. Nicht (nur) die subjektive Auswahl des Journalisten, sondern Eigenschaften eines Ereignisses bestimmen nach diesem Erklärungsmodell, was berichtet wird und was nicht. Sogenannte Nachrichtenfaktoren sind also Eigenschaften, die eine Nachricht für den Journalisten interessant machen.

Die Nachrichtenwerttheorie unterliegt gerade einem Wandel. Durch das Internet werden Nachrichten nicht mehr ausschließlich von ausgebildeten Journalisten geliefert, über Facebook und Co. strömen von allen Seiten Informationen auf den Rezipienten ein. Das führt zum Verdacht, dass der Wert von Nachrichtenfaktoren einem zeitlichen Wandel unterliegt. Doch in der Fachliteratur gibt es kaum Untersuchungen diesbezüglich. Bei der Recherche über den Wandel von Nachrichtenfaktoren fällt auf, dass es große Unterschiede auch zwischen Qualitäts- und Boulevardjournalismus gibt. Was die Relevanz von bestimmten Nachrichtenfaktoren zwischen den unterschiedlichen Gattungen betrifft, geben wissenschaftliche Arbeiten, zumindest im deutschsprachigen Raum, bisher auch wenig her.

Die Motivation, eine quantitative Analyse diesbezüglich zu erarbeiten, liegt nun darin, neue Erkenntnisse im Bereich der Nachrichtenwertforschung zu erhalten. Ob sich die Bedeutungen von bestimmten Nachrichtenfaktoren im Laufe der Zeit verändern oder ob sie eine allgemeine, zeitlose Gültigkeit haben, wie sich die einzelnen Nachrichtenfaktoren zueinander verhalten, und ob es Unterschiede zwischen Qualitätsmedien und Boulevardzeitungen gibt, all dem soll diese Arbeit nun auf den Grund gehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theorie

2.1 Nachrichtenwerttheorie

2.1.1 Forschungstraditionen der Nachrichtenwerttheorie

2.1.1.1 Amerikanische Forschungstradition nach Lippmann

2.1.1.2 Europäische Forschungstradition nach Östgaard, Schulz, Galtung und Ruge

2.2 Nachrichtenfaktoren (nach Galtung & Ruge)

2.2.1 Kulturunabhängige Nachrichtenfaktoren

2.2.2 Kulturabhängige Nachrichtenfaktoren

2.3 Verwandte Modelle der Nachrichtenforschung

2.3.1 Gate-Keeper Forschung

2.3.2 News Bias

3. Methodik

3.1 Forschungsfragen und Hypothesen

3.1.1 Forschungsfrage 1

3.1.2 Forschungsfrage 2

3.1.3 Forschungsfrage 3

3.1.4 Forschungsfrage 4

3.2 Titelseite als Gegenstand der Analyse

3.3 Auswahl der Medien

3.3.1 Historische Medien

3.3.2 Zeitgenössische Medien

3.4 Einteilung der Medien in Boulevard- und Qualitätsmedium

3.4.1 Exkurs: Unterscheidung zwischen Boulevard- und Qualitätsjournalismus

3.4.1.1 Boulevardjournalismus

3.4.1.2 Qualitätsjournalismus

3.4.2 Einteilung

3.4.2.1 Illustrierte Kronenzeitung

3.4.2.2 Neue Kronenzeitung

3.4.2.3 Wiener Bilder Zeitung

3.4.2.4 Der Spiegel

3.4.2.5 Die Zeit

3.4.2.6 Vossische Zeitung

3.5 Kategorisierung & Ausprägung der zu behandelnden Nachrichtenfaktoren

3.5.1 „Negativität“

3.5.2 „Personalisierung“

3.5.3 „Bezug zu Elite Personen“

3.5.4 „Bezug zu Elite Nationen“

3.5.4.1 Elite Nationen 1920-22

3.5.4.2 Elite Nationen 2014-16

3.6 Ergebnisse

3.6.1 Forschungsfrage 1

3.6.2 Forschungsfrage 2

3.6.3 Forschungsfrage 3

3.6.4 Forschungsfrage 4

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht mittels einer quantitativen Analyse die Veränderlichkeit von Nachrichtenfaktoren zwischen dem frühen 20. Jahrhundert und der heutigen Zeit sowie die Unterschiede in der Gewichtung dieser Faktoren zwischen Boulevard- und Qualitätsmedien.

  • Vergleich von Nachrichtenfaktoren in historischer und zeitgenössischer Berichterstattung
  • Gegenüberstellung von Boulevard- und Qualitätsjournalismus
  • Untersuchung der Nachrichtenfaktoren Negativität, Personalisierung, Elite Personen und Elite Nationen
  • Analyse der Titelseiten ausgewählter Zeitungen als Untersuchungsgegenstand

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Kulturunabhängige Nachrichtenfaktoren

1) Die Frequenz eines Ereignisses ist die Zeitspanne, die das Geschehen braucht, um sich zu entwickeln und Bedeutung zu erlangen. Je mehr sie mit der Erscheinungsweise des Mediums übereinstimmt, umso eher wird das Ereignis publiziert, was bedeutet, dass kurzfristige Ereignisse bevorzugt werden. Über lang andauernde Ereignisse wird meist erst dann berichtet, wenn sie einen gewissen Höhepunkt, „a dramatic climax“ 36, erreicht haben.

2) Bevor ein Ereignis zur Nachricht wird, muss es eine Aufmerksamkeitsschwelle überwinden (Schwellenfaktor). Je größer Ausmaß und Intensität des Ereignisses sind und je mehr die Intensität noch wächst, umso eher wird darüber berichtet. Die Intensität wird dabei durch mehrere der nachfolgenden Nachrichtenfaktoren bestimmt.

3) Je eindeutiger und überschaubarer ein Ereignis ist (Eindeutigkeit), desto höher sind die Publikationschancen. Mehrdimensionales Geschehen, dass mehrere sich widersprechende Folgerungen zulässt, wird weniger häufig zur Nachricht.

4) Dem Publikum kulturell Vertrautes erhöht den Nachrichtenwert. Auch die Relevanz für das Publikum (z.B. Betroffenheit) ist ein wichtiger Faktor für den Nachrichtenwert (Bedeutsamkeit).

5) Je mehr ein Ereignis mit den Erwartungen des Publikums übereinstimmt, entweder mit Vorhergesagtem oder mit Erwünschtem, umso eher wird es zur Nachricht (Konsonanz).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die tägliche Informationsflut für Journalisten und die Notwendigkeit von Selektionskriterien, wodurch die Relevanz der Nachrichtenwerttheorie eingeführt wird.

2. Theorie: Detaillierte Darlegung der wissenschaftlichen Grundlagen, von der amerikanischen Tradition durch Lippmann bis zur europäischen Systematisierung durch Schulz sowie Galtung und Ruge.

3. Methodik: Erläutert das quantitative Forschungsdesign, definiert die untersuchten Medien, die Nachrichtenfaktoren sowie die aufgestellten Hypothesen und stellt die empirischen Analysedaten gegenüber.

4. Fazit: Reflektiert die Ergebnisse der Analyse, wonach die Gattungsunterscheidung zwischen Boulevard- und Qualitätsmedien ergiebiger ist als der zeitliche Vergleich und gibt Impulse für weitere Forschung.

Schlüsselwörter

Nachrichtenfaktoren, Nachrichtenwerttheorie, Boulevardjournalismus, Qualitätsjournalismus, Medienanalyse, Selektionskriterien, Negativität, Personalisierung, Elite Personen, Elite Nationen, Gatekeeping, News Bias, ANNO, historische Medien, Zeitungsanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie sich die Auswahlkriterien für Nachrichten (Nachrichtenfaktoren) über die Zeit verändert haben und ob es Unterschiede zwischen Boulevard- und Qualitätsmedien gibt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder sind die Nachrichtenforschung, die Anwendung der Nachrichtenwerttheorie auf historische und moderne Zeitungen sowie die Differenzierung verschiedener journalistischer Gattungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist herauszufinden, ob Nachrichtenfaktoren zeitlose Gültigkeit besitzen oder einem Wandel unterliegen und ob Boulevardmedien andere Nachrichtenfaktoren priorisieren als Qualitätsmedien.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine quantitative Inhaltsanalyse von Titelseiten verschiedener historischer und aktueller Zeitungen durchgeführt, um die Präsenz spezifischer Nachrichtenfaktoren zu messen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Modelle der Nachrichtenforschung, die Methodik der Datenerhebung anhand ausgewählter Zeitungsarchive sowie die detaillierte Ergebnispräsentation der Hypothesenprüfungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Nachrichtenfaktoren, Nachrichtenwerttheorie, Boulevardjournalismus, Qualitätsjournalismus sowie die spezifischen Faktoren wie Negativität und Personalisierung.

Warum wurde gerade der Zeitraum 1920-1922 für die historischen Analysen gewählt?

Dieser Zeitraum wurde gewählt, um eine aussagekräftige historische Basis zu schaffen, die durch die Verfügbarkeit digitaler Archive (ANNO) eine fundierte Analyse ermöglichte.

Was unterscheidet Boulevard- von Qualitätsmedien laut dieser Studie?

Die Studie zeigt, dass Boulevardmedien deutlich stärker auf die Nachrichtenfaktoren „Negativität“ und „Personalisierung“ setzen, während Qualitätsmedien einen stärkeren Bezug zu „Elite Nationen“ aufweisen.

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Details

Title
Nachrichtenfaktoren in Theorie und Praxis
Subtitle
Eine Analyse über kulturabhängige Nachrichtenfaktoren im Vergleich zwischen Vergangenheit und Gegenwart sowie Boulevard- und Qualitätsjournalismus
College
University of Vienna  (Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaften)
Course
Bakkalaureatsseminar 1
Grade
1,0
Author
Simon Garschhammer (Author)
Publication Year
2017
Pages
90
Catalog Number
V378536
ISBN (eBook)
9783668556799
ISBN (Book)
9783668556805
Language
German
Tags
Nachrichtenwerttheorie Nachrichtenfaktoren kulturabhängige Nachrichtenfaktoren kulturunabhängige Nachrichtenfaktoren Boulevard Boulevardjournalismus Qualitätsjournalismus Nachricht historische Zeitung zeitgenössische Zeitung Galtung Ruge Schulz Östgaard lippmann Gate-Keeper-Forschung News-Bias ANNO Wiener Bilder Zeitung Der Spiegel Die Zeit Vossische Zeitung Illustrierte Kronenzeitung Neue Kronenzeitung Kronenzeitung Negativität Personalisierung Bezug zu Elite Nation Bezug zu Elite Person
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Simon Garschhammer (Author), 2017, Nachrichtenfaktoren in Theorie und Praxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/378536
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