Rohstoffpolitik am Beispiel Öl


Seminararbeit, 2004

15 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Rohstoffpolitik am Beispiel Öl

1. Einleitung

Rohstoffe sind ein elementarer Bestandteil des Lebens. Durch die Verwendung vielfältiger Rohstoffe entwickelt sich die Gesellschaft immer weiter. Aber kaum ein Rohstoff hat zur Herausbildung der modernen Zivilisation mehr beigetragen als das Erdöl.

Vom Handel durch Kartelle, über die historische Entwicklung bis hin zur politischen und wirtschaftlichen Instrumentalisierung geht Erdöl meist einen Sonderweg, abseits von herkömmlichen Rohstoffen. Selten war etwas wirtschaftlich wichtiger und stand mehr im Zentrum der Weltpolitik. Großen Industrienationen sind abhängig von wenigen Öl exportierenden Staaten, die meisten davon sind Entwicklungsländer. Diese Dependenz wird sich in Zukunft noch steigern. Vor allem die USA werden, bedingt durch den hohen Erdölverbrauch, dabei die Hauptrolle übernehmen und stehen somit im Fokus dieser Ausarbeitung.

Welche Konsequenzen wurden und werden aus der Erdölpolitik gezogen, welche Aussichten bestehen und wie schlägt sich dies in der Außenpolitik der Vereinigten Staaten von Amerika nieder, sind treibende Fragen in der Rohstoffpolitik am Beispiel Öl.

2. Rohstoffe und deren Handel

2.1 Rohstoffe

Rohstoffe sind die Grundlage der Wirtschaft. Jeder Staat ist bestrebt den Bedarf an Rohstoffen möglichst aus eigenen Vorkommen zu decken und eventuelle Überschüsse gewinnbringend zu verkaufen, um die Ökonomie kostengünstig zu unterstützen. Aber aus geologisch-mineralischen, klimatischen oder biologischen Gründen sind sie ungleichmäßig über die Erde verteilt[1] und daher verfügt nicht jedes Land über ausreichend Ressourcen und ist zum Handel mit Rohstoffen gezwungen.

Der Rohstoffhandel wird zum einen durch multilaterale und völkerrechtliche Verträge, so genannte Rohstoffabkommen, zwischen Ex- und Importstaaten reguliert.

Zum anderen beeinflussen Kooperationsformen von Produzentenallianzen die Mengen und Preise auf dem Rohstoffmarkt zu Gunsten der Exportländer. Diese Rohstoffkartelle ermöglichen den Austausch von Informationen und die Kooperation bei Produktion und Vermarktung.

Bei einem der wichtigsten Rohstoffe, dem Erdöl, wird der Handel ohne Rohstoffabkommen reguliert, hauptsächlich Rohstoffkartelle, wie die OPEC, bestimmen den Markt.

2.2 Erdölkartelle

2.2.1 OPEC

OPEC ist die Abkürzung für Organization of Petroleum Exporting Countries, Organisation Erdöl exportierender Länder. 1960 wollten es der Irak, Iran, Kuwait, Saudi-Arabien und Venezuela nicht mehr hinnehmen, dass internationale Ölkonzerne die Rohölpreise senkten und gründeten die OPEC. Bis dato besitzt die OPEC 11 Mitglieder (Algerien, Indonesien, Irak, Iran, Katar, Kuwait, Libyen, Nigeria, Saudi-Arabien, Venezuela und die Vereinigten Arabischen Emirate) und verfügt über circa 70 % der weltweiten Erdölreserven. Zwischenzeitlich waren auch Ecuador und Gabun beteiligt, diese traten aber 1992 bzw. 1996 wieder aus.

Wichtigstes Organ ist die zweimal jährlich tagende Konferenz der Erdöl- bzw. Finanzminister der Mitgliedstaaten, deren Beschlüsse vom Board of Govenors umgesetzt werden.

Die OPEC ist ein multinationaler Zusammenschluss von Erölförderstaaten, welcher bis 1973 als Schutzorganisation gegen die Ölkonzerne diente und mit ihnen über Fördermengen und Rohölpreise verhandelte. Durch den ersten Ölpreisschock (1. Ölkrise) wird die Bedeutung des Öls als politisches Mittel deutlich und die OPEC wandelt sich zu einem Rohstoffkartell, welches sich für die Stabilisierung der Erlöse aus dem Erdölexport einsetzt.

2.2.2 OAPEC

OAPEC steht als Abkürzung für Organization of Arabian Petroleum Exporting Countries, Organisation der arabischen Erdöl exportierenden Länder. Sie wurde 1968 auf Drängen der Arabischen Liga gegründet, weil die arabische Position - innerhalb der OPEC - öfters auf Widerstand der nichtarabischen Länder stieß (z.B. beim ersten Versuch eines Ölembargos 1967).

Die OAPEC hat ebenfalls 11 Mitglieder (Ägypten, Algerien, Bahrain, Irak, Katar, Kuwait, Libyen, Saudi-Arabien, Syrien, Tunesien und die Vereinigten Arabische Emirate), die, im Gegensatz zur OPEC, einen härteren Kurs und die arabischen Interessen im Ölhandel vertreten.

3. Entwicklung des Wirtschaftsfaktors Erdöl und dessen Politikum

3.1 Geschichtlicher Abriss

Im Mittelmeerraum sind oberirdische Rohölaustritte schon seit der Antike bekannt. Verwendung fand es hauptsächlich beim Kalfatern (Abdichten) von Booten, Imprägnieren von Geweben und als Brennstoff für Fackeln. Teilweise wurde das Erdöl auch als Heilmittel verwendet.

Um 1850 entwickelte man die Weiterverarbeitung zu Petroleum und erhielt dadurch einen sauberen Lampenbrennstoff. Der fortwährend steigende Bedarf konnte kaum gedeckt werden. So begann man 1858 mit den ersten Bohrungen nach Erdöl. 1859 entdeckte Edwin Drake in Pennsylvania die erste größere Ölquelle. Später folgten weitere Quellen in Texas, Russland, Sumatra und Rumänien. Seit 1900 wurden neue Erdölfelder in Mexiko, in der Sahara und dem Nahen Osten gefunden.

Mit der Einführung des elektrischen Lichts trat Erdöl als Energielieferant zunächst in den Hintergrund. Durch die Erfindung des Verbrennungsmotors - und die damit verbundene Mobilisierung der Gesellschaft (Auto, Flugzeug,…) -, die zunehmende Industrialisierung und die Substitution des Energielieferanten Kohle durch Rohöl, wird Erdöl zum wichtigsten Energieträger und bedeutendsten Rohstoff der organisch-chemischen Industrie.[2]

Der Rohölhandel wurde seit der Entdeckung der ersten Ölquellen dominiert von den internationalen Ölkonzernen (BP, Dutch/Shell), die bis zur Gründung der OPEC den Rohölpreis des Weltmarktes bestimmten.

3.2 Rezessionen in den 1970ern

3.2.1 Erste Ölkrise

Anfang der 1970er reagiert der Weltmarkt auf die wachsende Nachfrage nach Rohöl. Da die Nachfrage das Angebot übertraf, stieg der Rohölpreis von 1,80 $ im Jahr 1970, bis Mitte 1973 auf 2,90 $ pro Barrel.[3] Die USA, als größte Erdölkonsumenten, versuchten die heimische Wirtschaft zu schützen, indem sie ihren Erdölförderern die Möglichkeit gaben, die Förderkapazitäten zu hundert Prozent auszulasten. Bis dahin hatte man immer ein gewisses Fördervolumen, die sog. „swing capacity“, als Reserve behalten, um diese Markschwankungen bzw. Preisanstiege auszugleichen. Zugleich erhöhte man die Ölimporte, zwischen 1970 und Mitte 1973, von 19 % auf 36 % des Gesamtverbrauchs.

Zwar gelang es einer Rezession vorzubeugen, aber in der zweiten Hälfte des Jahres 1973 erwies sich die Erhöhung der Förderkapazitäten, als auch der Ölimporte als kontraproduktiv.

[...]


[1] Vgl. Stichwort Rohstoffe, in: Der Brockhaus multimedial 2003 premium (DVD).

[2] Vgl. Stichwort Erdöl, in: Microsoft Encarta Professional 2004 (CD-Rom).

[3] Vgl. Wolf, Winfried, Sturzflug in die Krise, Hamburg 2003, S. 33.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Rohstoffpolitik am Beispiel Öl
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Note
2
Autor
Jahr
2004
Seiten
15
Katalognummer
V37859
ISBN (eBook)
9783638370943
Dateigröße
547 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Inkl. 2 Seiten Handout
Schlagworte
Rohstoffpolitik, Beispiel
Arbeit zitieren
Steve Weiser (Autor), 2004, Rohstoffpolitik am Beispiel Öl, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37859

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