Der Schöpfer des ersten Computers. Das Leben von Konrad Zuse und die Auswirkungen auf die heutige Zeit


Hausarbeit, 2016
20 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Struktur der Arbeit

2. Das Leben von Konrad Zuse
2.1 Werdegang und Karriere
2.2 Besondere Leistungen
2.3. Ehrungen und Auszeichnungen

3. Auswirkungen auf die heutige Zeit

4. Schlussbetrachtung
4.1 Zusammenfassung
4.2 Ausblick

LITERATURVERZEICHNIS

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Abbildung 1: Die Z1 im Deutschen Technikmuseum in Berlin

Abbildung 2: Schema der Z2

Abbildung 3: Der Nachbau der Z3 im Deutschen Museum in Munchen

Abbildung 4: Die Z4 vor der Auslieferung an die ETH Zurich 1950

Abbildung 5: Die Z22: Der erste Serien-Rohrenrechner in Deutschland

Abbildung 6: Der Graphomat Z64

1. Einleitung

In den folgenden Ausfuhrungen soil es darum gehen, die Problemstellung und die Struktur der vorliegenden Arbeit darzulegen und zu erlautern.

1.1 Problemstellung und Zielsetzung

Konrad Zuse wird heute fast einstimmig weltweit als Schopfer des ersten Computers anerkannt. Seine Maschine Z3 gilt als der erste funktionsfahige programmgesteuerte Rechner der Welt und kann mit minimalen Einschrankungen als der Prototyp des heutigen modernen Computers angesehen werden. Konrad Zuse wollte die Menschen von einfacher und komplizierter Rechenarbeit befreien.[1] Durch die Erfindung des Computers veranderte er die Alltagskultur vieler Menschen. Digitale Rechnersysteme zahlen zu den Hauptbestandteilen von zahlreicher Gerate wie z.B. von Smartphones, Automaten, Fernsehen, Waschmaschinen usw. Trotzdem zahlt der Computer zu den erklarungsbedurftigsten und vielseitigsten Hilfsmitteln, die der Mensch erfunden hat.[2] In der vorliegenden Arbeit wird das Leben von Konrad Zuse ausfuhrlich beschrieben und die Wichtigkeit seiner Rechenmaschinen fur die heutige Zeit naher erlautert.

1.2 Struktur der Arbeit

Die nachfolgenden Ausfuhrungen sind in zwei Abschnitte unterteilt: In Kapitel 2 geht es zunachst darum, das Leben und Wirken von Konrad Zuse zu beschreiben. Dabei werden sein Werdegang und seine Karriere dargelegt (2.1) und die von ihm erbrachten Leistungen charakterisiert (2.2). AbschlieBend werden die Ehrungen und Auszeichnungen genannt, die Zuse in Wurdigung seiner Leistungen als Computerpionier erhalten hat (2.3).

Kapitel 3 befasst sich mit den Auswirkungen von Zuses Erkenntnissen und Erfindungen auf die heutige Zeit. Im Zentrum steht dabei die Frage nach der Bedeutung des Computers in der heutigen Gesellschaft.

Die Arbeit endet mit einer Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse sowie einem Ausblick auf die vermutliche Entwicklung des Computers in der Zukunft.

2. Das Leben von Konrad Zuse

Konrad Zuse, der groBe Pionier der Informatik, wurde am 22. Juni 1910 in Berlin- Wilmersdorf geboren.[3] Sein Vater, Emil Zuse, war Postbeamter, der in seiner vierzigjahrigen dienstlichen Laufbahn keinen einzigen Tag wegen Krankheit gefehlt hatte.[4] Das von seinem Vater vorgelebte Pflichtbewusstsein inspirierte Konrad Zuse und pragte seinen Lebensstil. Seiner Ansicht nach konnen Erfolge nur durch harte Arbeit erzielt werden.[5] Die Tugenden der Sparsamkeit und des FleiBes erbte er von seiner Mutter, Maria Zuse. Er war das zweite Kind seiner Eltern. Seine zwei Jahre altere Schwester Liselotte studierte Volkswirtschaft und war nach Meinung von Konrad Zuse ein intelligenter Mensch, der das Pech hatte, in der damaligen Zeit als Frau geboren zu sein.[6]

Haufige Wohnungswechsel sind das Schicksal der preuBischen Familie. Konrad Zuse verbrachte nur die ersten beiden Lebensjahre in Berlin. Trotzdem betrachtete er diese Stadt als seine eigentliche Heimat, die bei ihm einen nachhaltigen Eindruck hinterlieB. Er war von den Bruckenkonstruktionen der Hauptstadt fasziniert und versuchte unentwegt, diese im Wohnzimmer seiner Eltern nachzuzeichnen.[7] Von seinem zweiten Lebensjahr an lebte er in Braunsberg und besuchte dort die Grundschule. Die Kindheit des Konrad Zuse war durch den Ersten Weltkrieg (1914 - 1918) gepragt.[8] Nach dem Ersten Weltkrieg entfaltete er sein Talent zum kunstlerischen Gestalten, Zeichnen und Malen. Der junge Konrad Zuse entwarf eine Stadt der Zukunft, der er den Namen METROPOLIS gab. Es war eine Stadt mit 35 Millionen Einwohnern. Die Zeichnung enthielt Hochhauser, kreuzende Verkehrssysteme und kreisendes Scheinwerferlicht. Das Konzept von Konrad Zuse hatte jedoch einen Fehler: In dieser selbst erstellten GroBstadt gab es keine Parkplatze.[9]

Konrad Zuse ist am 18. Dezember 1995 im Alter von 85 Jahren in Hunfeld gestorben. Im Jahr 2000 wurde in Hunfeld im Park des Haselgrundes, in dem Zuse seine taglichen Spaziergange machte, eine Bronzestatue in LebensgroBe errichtet.[10]

2.1 Werdegang und Karriere

In den Jahren 1923 - 1928 lebte Konrad Zuse gemeinsam mit seinen Eltern in Hoyerswerda/Oberlausitz und besuchte dort ein modernes Reform-Real-Gymnasium. Der fortschrittliche Geist des Gymnasiums entsprach nicht den Vorstellungen des jungen Konrad Zuse. Sein Kommentar zum schulischen Ablauf der Unterrichtsform: „Wenn alles schlaft und einer spricht...“.[11] Nach der Schulzeit beschaftigte er sich mit seinem ersten eigenen technischen Gerat, dem Stabilbaukasten. Er konnte damit beispielsweise einen Geldwechselautomaten bauen. Dieser Automat konnte groBere Munzstucke in das gewunschte Kleingeld umtauschen.[12] Am 12. Marz 1928 absolvierte er das Abitur als einer der Jungsten in seiner Klasse.[13]

Konrad Zuse entschied sich nach dem Abitur fur ein Studium an der Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg, da ihm seine Eltern davon abgeraten hatten, in der Zeit der Wirtschaftskrise den Beruf des Kunstlers zu ergreifen.[14] Zudem war Zuse von groBen Maschinen wie Baggern und Kranen fasziniert. Im Jahr 1928 schrieb er sich fur den Studiengang Maschinenbau ein und den er aufgrund von Einschrankungen seiner kunstlerischen Entfaltungsmoglichkeiten wiederabbrach. Er wechselte zur Architektur; aber auch dieser Studiengang konnte ihn nicht uberzeugen. SchlieBlich studierte er bis 1935 an der Fakultat fur Bauingenieurswesen und erhielt sein Diplomexamen an der Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg. Nach dem Studium war er Statiker bei den Henschel-Flugzeugwerken in Berlin-Schonefeld und konnte so weitere Einblicke in die Praxis technischer Rechnungen gewinnen.[15]

Unmittelbar nach dem Abschluss des Studiums zum Bauingenieur beschaftigte sich Konrad Zuse mit der Konstruktion von Rechenmaschinen. In den Jahren 1936 - 1938 wurde die erste noch ganz mechanisch arbeitende Rechenmaschine, die Z1, fertiggestellt.[16]

Am 12. Mai 1941 waren die Konstruktionsarbeiten fur die Z3 fertig und konnten vorgestellt werden. Die Z3 ist der erste voll funktionsfahige programmgesteuerte Rechner der Welt. Uberdies grundete Konrad Zuse die Firma Zuse Ingenieurburo und Apparatebau Berlin. Er begann sein Unternehmen mit zwei Mitarbeitern und konnte es nach und nach auf 20 Mitarbeiter erweitern.[17]

Im Jahr 1945 stellte er fest, dass man logische Verknupfungen uber den Aussagenkalkul mit dem des Pradikatenkalkuls durchfuhren kann. Dadurch wurde der Grundstein fur die Software geschaffen. Auf dieser Grundlage entwickelte er die erste universelle algorithmische Programmiersprache der Welt mit dem Namen Piankaikui. Zuse beabsichtigte, damit schwierige Aufgaben der Ingenieure, etwa aus dem Bauwesen, in Programme zu fassen.[18] Bedingt durch die Nachkriegsverhaltnisse in Deutschland wurde der Plankalkul erst 1972 vollstandig veroffentlicht.[19] Zudem integrierte er in das Programm ein Schachspiel, das verschiedene Simulationen bieten sollte. Das Programm enthalt Konstrukte und Elemente, die in jeder modernen Programmiersprache zu finden sind.[20]

Im Jahr 1949 wurde das Unternehmen ZUSE KG gemeinsam von Konrad Zuse, Harro Stucken und Alfred Eckhardt in dem Dorf Neukirchen bei Fulda gegrundet. Die ZUSE KG ist die erste Computerfirma der Welt.[21] Die Firma begann mit funf Mitarbeitern und innerhalb eines Jahres stieg die Anzahl der Mitarbeiter auf 40 Personen. In der Firma herrschte ein sehr familiares Betriebsklima und die Mitarbeiteranzahl wuchs bis Mitte der 60er auf 1.000 Mitarbeiter.[22] Die erste Rechenmaschine der Firma war die Z4 im Jahr 1950. AuBerdem wurden die Modelle Z11, Z22, Z23, Z25 und Z31, die mit Rohren- und Transistortechnik ausgestattet waren, erstellt. Ein weiterer Erfolg der ZUSE KG war die Entwicklung des automatischen Zeichentisches Z64. Im Jahr 1957 erfolgte der Umzug in die Stadt Hunfeld, da das Gelande dort groBer als das alte Firmengelande war.[23]

Im Jahr 1956 schieden Harro Stucken und Alfred Eckhard als Gesellschafter der ZUSE KG aus und die Ehefrau von Konrad Zuse wurde Kommanditistin.[24] Im Jahr 1964 fuhrten finanzielle Probleme zu Veranderungen des Besitzstandes. Aufgrund der Wirtschaftskrise wollten Banken keine Kredite mehr gewahren. Konrad Zuse schied aus der ZUSE KG als aktiver Teilhaber aus. Die Firma Brown, Boveri & Cie. AG aus Mannheim ubernahm 100% der Kapitalanteile, wobei Konrad Zuse weiterhin als Komplementar tatig war. SchlieBlich wurde im Jahr 1969 die ZUSE KG komplett von der Siemens AG ubernommen.[25] Der Grund waren zu hohe Entwicklungskosten, da Konrad Zuse eher ein Erfinder denn ein Geschaftsmann war. Die Fehlentwicklung der Z31 verursachte hohe Kosten, zumal dieses Gerat lediglich sieben Mal verkauft wurde.

Konrad Zuses Kommentar zu der Z31: „Die Z31 war fur die Firma ZUSE KG eine Verirrung und womoglich eine verpasste Chance, wie man ruckblickend sieht."[26] Am 1. April 1971 wurde der Firmenname ZUSE KG vollstandig geloscht. Von 1949 bis 1968 stellte die ZUSE KG insgesamt 250 Rechner im Wert von ca. 102 Millionen DM her.[27]

Durch den Austritt aus dem Unternehmen war Konrad Zuse ab dem Jahr 1966 wieder frei fur die Wissenschaft. Nun wurde er u. a. im Jahr 1966 Honorarprofessor an der Universitat Gottingen und im Jahr 1972 wurde der Plankalkul vollstandig veroffentlicht.[28]

2.2 Besondere Leistungen

Der Computerpionier Heinz Zemanek definiert den Begriff "Computer" wie folgt:

„Der Computer ist eine programmgesteuerte Rechenmaschine, die (mindestens) alle vier Grundrechenarten ausfuhren kann, fahig ist, Zwischenwerte zu speichern und wieder aufzufinden, dazu uber eine automatische Ein- und Ausgabe verfugt und schlie&lich alles durch eine Steuereinheit kontrolliert[29]

Nachdem Zuse sein Studium im Jahre 1935 abgeschlossen hatte, beschaftigte er sich mit den umstandlichen Rechenverfahren der Statistik. Diese Auseinandersetzung brachten ihn auf die Idee, eine vollautomatische Rechenmaschine zu entwerfen.[30] Konrad Zuse merkte, dass die Rechnungen stets in gleichen Mustern abliefen. Er uberlegte, wie Berechnungen dieser Art auf eine Maschine zu ubertragen seien, damit der Mensch von der Losung solcher Aufgaben befreit wird und mehr Zeit in kreative Problemlosungen investieren kann. Zudem bewunderte er Professoren, die hochkomplizierte Rechnungen im Kopf losen konnten und bezeichnete sie als „Halbgotter aus einer anderen Welt''.[31]

[...]


[1] Vgl. Alex (2000), S. 64.

[2] Vgl. Alex (2007), S. 1.

[3] Vgl. Petzold (2010), S. 13.

[4] Vgl. Alex (2000), S. 17.

[5] Vgl. Mons (2005), S. 12.

[6] Vgl. Zuse (2010), S. 2.

[7] Vgl. Zuse (2010), S. 2f.

[8] Vgl. Czauderna (1979), S. 10.

[9] Vgl. Genser (2013), S. 23f.

[10] Vgl. Rojas (1998), S. 5.

[11] Vgl. Kuyumcu (2010), S.24ff.

[12] Vgl. Alex (2000), S. 18.

[13] Vgl. FuBl (2010), S. 68.

[14] Vgl. Genser (2013), S. 23.

[15] Vgl. Czauderna (1979), S. 12f.

[16] Vgl. Hellige (2004), S. 56.

[17] Vgl. Mons (2005), S. 17f.

[18] Vgl. Alex (2007), S. 296.

[19] Vgl. Dorsch (1989), S. 34f.

[20] Vgl. MuBtopf (2005), S. 29.

[21] Vgl. Hellige (2004), S. 42.

[22] Vgl. Mons (2005), S. 20.

[23] Vgl. Genser (2013), S. 25f.

[24] Vgl. Dorsch (1989), S. 20.

[25] Vgl. Zuse (2010), S. 137.

[26] Vgl. Alex (2000), S. 45f.

[27] Vgl. Bruderer (2012), S. 10.

[28] Vgl. Dorsch (1989), S. 20.

[29] Vgl. Alex (2007), S. 60f.

[30] Vgl. Czauderna (1979), S. 12.

[31] Vgl. Mons (2005), S. 14f.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Der Schöpfer des ersten Computers. Das Leben von Konrad Zuse und die Auswirkungen auf die heutige Zeit
Hochschule
Northern Business School
Veranstaltung
Wirtschaftsinformatik
Note
1,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
20
Katalognummer
V378613
ISBN (eBook)
9783668577428
ISBN (Buch)
9783668577435
Dateigröße
1485 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konrad Zuse, Leben, Werdegang, Karriere, Ehrungen, Auszeichnungen, Auswirkungen auf die heutige Zeit, Pionier, Informatik, Z3, Computer, Erfinder, Rechenmaschine
Arbeit zitieren
Ercüment Gök (Autor), 2016, Der Schöpfer des ersten Computers. Das Leben von Konrad Zuse und die Auswirkungen auf die heutige Zeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/378613

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