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Brautwerbung im "Nibelungenlied"

Titel: Brautwerbung im "Nibelungenlied"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2017 , 18 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Anna Stöckl (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der heutigen Gesellschaft basiert die Ehe auf Vertrauen, Zusammenhalt und vor allem auf Liebe und Romantik. Die Heirat ist ein Symbol für Familie, Zusammengehörigkeit und Tradition. Das moderne Zeitalter zeichnet sich unteranderem durch Toleranz gegenüber gleichgeschlechtlichen Partnern, Single-Haushalten, Patchwork-Familien und Partnerschaften ohne Eheschließung aus.

Noch vor ein paar Jahrhunderten galt Eheschließung als ein strenges, eher zweckmäßiges als weniger romantisches Konzept. Zum Zeitpunkt des Mittelalters lag der Fokus auf der ehelichen Verbindung als politisches Arrangement, auf ökonomischem Fundament und Gütern, Herrschaftsbündnissen, Macht, Hierarchien und gesellschaftlichem Aufstieg.

Doch wie sieht es in dem mittelalterlichen Nibelungenlied aus? Laut Karnein ist das Nibelungenlied das "Werk, das die großen Männer- und Frauengestalten Siegfried und Gunther, Brünhild und Kriemhild in den literarischen Diskurs einführte. Inwiefern verfolgen die Hauptfiguren des Werkes die zweckmäßige Eheschließung und zuvor die schematische Brautwerbung?

Die vorliegende Arbeit nimmt sich die Brautwerbung im Nibelungenlied zum Thema. Der Fokus liegt auf der Forschungsfrage: Verfolgt das Nibelungenlied das Schema der gefährlichen Brautwerbung? In der Hausarbeit soll folgende These untersucht werden: Im Nibelungenlied wird die Basisregel, dass der Beste und die Schönste zueinander finden, erfüllt. Zunächst wird ein Überblick über das Konzept der Brautwerbung gegeben, um im Anschluss daran die Beziehungskonstellationen von Gunther - Brünhild, Siegfried - Kriemhild und Siegfried - Brünhild zu untersuchen.

Um die Konstellationen zu verstehen, werden zentrale Textstellen ausgewählt und die Abläufe der Brautwerbungen und Beziehungen analysiert. Die Hausarbeit bezieht sich hauptsächlich auf die Brautwerbung im ersten Teil des Nibelungenlieds zwischen den aufgezählten Figuren und deren Beziehungskonstellationen.

Weitere Strukturen, Akteure und Handlungen werden nicht betrachtet, da dies über den Rahmen der Arbeit hinausgehen würde. Mithilfe der jeweiligen Handlungsebene und dem Rückbezug auf das Brautwerbungsschema werden im Resümee die Ergebnisse zusammengefasst, die Frage beantwortet und die aufgestellte These verifiziert oder falsifiziert. Außerdem werden im Resümee noch offene Fragen und weitere Analysemöglichkeiten aufgestellt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Brautwerbungsschema

3. Nibelungenlied

3.1. Gunther und Brünhild

3.2. Siegfried und Kriemhild

3.3. Siegfried und Brünhild

4. Resümee

5. Literaturverzeichnis

5.1. Primärliteratur

5.2. Sekundärliteratur

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, inwiefern das Nibelungenlied das literarische Schema der "gefährlichen Brautwerbung" anwendet und ob dabei die Basisregel erfüllt wird, dass der beste Mann und die schönste Frau zueinander finden.

  • Analyse des theoretischen Brautwerbungsschemas nach Strohschneider und anderen Forschern.
  • Untersuchung der Beziehungskonstellationen Gunther-Brünhild und Siegfried-Kriemhild.
  • Betrachtung von Siegfrieds Rolle als Helfer und dessen Einfluss auf die Handlungslogik.
  • Überprüfung, ob die Basisregel des Zusammenfindens von Bestem und Schönster im Werk tatsächlich eintritt.
  • Reflexion über den Bruch des Schemas und dessen Konsequenzen für die Handlungsstruktur.

Auszug aus dem Buch

3.1. GUNTHER UND BRÜNHILD

Um die Königin Brünhild hatten zuvor schon viele Ritter geworben, sind jedoch alle an der Freierprobe gescheitert. Auch Gunther nahm sich in der fünften Aventiure zum Ziel, um die Königin zu werben und sie zur Braut zu nehmen:

Dô sprach der vogt von Rîne: «ich will níder an den sê hin ze Prünhilde, swie ez mir ergê. ich will durch ir minne wâgen mînen lîp; den will ich verliesen, sine wêrdê mîn wîp.»

Siegfried riet Gunther zugleich davon ab und erläuterte die Gefahren, die ihm bevorstehen würden. Hagen brach den Vorschlag vor, Siegfried solle Gunther als Werbungshelfer begleiten. Der Sohn Siegmunds stellte lediglich eine Bedingung an:

Des antwurtet Sîvrit, Sigmundes sun: «gîstu mir dîne swester, sô will ich ez tuon, die schœnen Kriemhilde, ein küneginne hêr. sô gèr ich dehéines lônes nâch mînen arbeiten mêr»

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Brautwerbung ein und formuliert die Forschungsfrage, ob das Nibelungenlied dem Schema der gefährlichen Brautwerbung folgt.

2. Brautwerbungsschema: Dieses Kapitel erläutert das theoretische Modell der Brautwerbung, insbesondere die Basisregel und die zentralen Elemente wie Werber, Helfer und Hindernisse.

3. Nibelungenlied: Hier wird der Fokus auf die konkreten Handlungen und Beziehungskonstellationen der Protagonisten im Werk gelegt.

3.1. Gunther und Brünhild: Das Kapitel analysiert die Werbung Gunthers um Brünhild unter Zuhilfenahme Siegfrieds als Helfer.

3.2. Siegfried und Kriemhild: Hier wird die Ebene zwischen Siegfried und Kriemhild untersucht, wobei Siegfried selbst zum Werber wird.

3.3. Siegfried und Brünhild: Dieser Abschnitt thematisiert die komplexe Interaktion und den Konflikt zwischen Siegfried und Brünhild nach der Brautwerbung.

4. Resümee: Zusammenfassend wird festgestellt, dass die Brautwerbungen im Nibelungenlied das theoretische Schema nicht strikt verfolgen und von der Basisregel abweichen.

5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.

5.1. Primärliteratur: Verzeichnis der herangezogenen Ausgaben des Nibelungenlieds.

5.2. Sekundärliteratur: Auflistung der wissenschaftlichen Forschungsliteratur.

Schlüsselwörter

Nibelungenlied, Brautwerbung, gefährliche Brautwerbung, Gunther, Brünhild, Siegfried, Kriemhild, Basisregel, Werbungshelfer, Exogamie, Mittelalter, Epik, Heldenepos, Minne, Literaturwissenschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Strukturen der Brautwerbung im Nibelungenlied und vergleicht diese mit literaturwissenschaftlichen Schemata.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Schema der gefährlichen Brautwerbung, höfische Eheschließungen und die Rollenverteilung zwischen Werber und Helfer.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet: Verfolgt das Nibelungenlied das Schema der gefährlichen Brautwerbung und wird die Basisregel, dass der Beste die Schönste heiratet, erfüllt?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine strukturanalytische Methode angewandt, die zentrale Textstellen auf Basis theoretischer Konzepte der Brautwerbungsdichtung untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die drei Beziehungsebenen Gunther-Brünhild, Siegfried-Kriemhild und Siegfried-Brünhild sowie die Abweichungen vom theoretischen Brautwerbungsschema.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind Brautwerbung, Nibelungenlied, Heldenkonstellationen, literarische Schemata und die Minne-Problematik.

Inwiefern spielt der Tarnmantel eine Rolle für das Brautwerbungsschema?

Der Tarnmantel fungiert als List, durch die Siegfried Gunther bei der Brautwerbung hilft, was eine Abweichung vom klassischen, ehrlichen Helfer-Schema darstellt.

Warum wird Siegfrieds Tod im Resümee als notwendig für das Schema erachtet?

Einige Forscher argumentieren, dass die Hierarchie erst durch den Tod des Besten (Siegfried) wieder in ein Gleichgewicht gebracht wird, um die Eheschließung Gunthers zu legitimieren.

Welche Funktion hat Brünhild als Brautvater?

Brünhild nimmt teilweise die Rolle des Brautvaters ein, indem sie Hindernisse und Proben für die Werber aufstellt, was das Standard-Schema verkompliziert.

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Details

Titel
Brautwerbung im "Nibelungenlied"
Hochschule
Technische Universität Darmstadt  (Sprache- und Literaturwissenschaft)
Veranstaltung
Das Nibelungenlied
Note
1,7
Autor
Anna Stöckl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
18
Katalognummer
V378739
ISBN (eBook)
9783668557833
ISBN (Buch)
9783668557840
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nibelungenlied Mittelhochdeutsch Mediävistik Brautwerbung Minne Liebe Ehe
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anna Stöckl (Autor:in), 2017, Brautwerbung im "Nibelungenlied", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/378739
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  18  Seiten
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