Das Internet der Dinge erregt derzeit nicht nur in der Welt der Informationstechnologie hohe Aufmerksamkeit. Das Industrial Internet of Things (IIOT) verbindet die physische Welt der Sensoren, Geräte und Maschinen mit dem Internet und generiert durch tiefgehende Analysen und Software Anwendungen neue Erkenntnisse und Intelligenz aus der riesigen Datenmenge (Daugherty and Berthon, 2015). Die physische Welt verschmilzt mit der digitalen Welt und prägt die Art und Weise wie und was Industrieunternehmen in Zukunft produzieren werden. Senior Aid stellt eine IIOT-Lösung für einen deutschen Industriekonzern dar, welche sich mit der Problematik der alternden Bevölkerung und ihrem Wunsch nach selbstbestimmtem und sicherem Wohnen in den eigenen vier Wänden, beschäftigt. Das IIOT bietet Unternehmen nahezu unbegrenzte Vorteile, wie beispielsweise verbesserter Wettbewerbsbedingungen sowie Unternehmenswachstum. Um diese Mehrwerte aus dem IIOT zu generieren, müssen neue Geschäftsmodelle entwickelt werden.
Trotz der Relevanz dieses Themas in der Praxis ist aktuell kein einheitliches systematisches Framework der Geschäftsmodellerstellung vorhanden. Nach Teece (2009) lässt sich anhand von Geschäftsmodellen darstellen, wie ein Unternehmen für sich und für den Kunden Werte schafft. Die folgende Arbeit konzentriert sich auf die Wertschöpfung des Unternehmens für ihre Kunden.
Die Arbeit gliedert sich in zwei Fragestellungen: Welche Komponenten beinhalten die gängigen Theorieansätze der Geschäftsmodellabbildung bzgl. der Value Proposition? Wie stiftet Senior Aid Nutzen für ihre Kunden? Dabei werden vier in der Theorie und Praxis anerkannte Geschäftsmodellabbildungen als Herangehensweise zur strukturierten Beschreibung und Konzeption der Value Proposition eines Unternehmens vorgestellt. Diese vier Ansätze werden anhand eines Beschreibungsrasters analysiert und miteinander verglichen, um die Value Proposition Senior Aids anhand eines der vier Frameworks anschließend vorzustellen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Bestehende Ansätze zur Abbildung von Geschäftsmodellen in Bezug auf die Value Proposition
2.1 Das Beschreibungsraster für die bestehenden Ansätze
2.2 Ansatz von Osterwalder und Pigneur (2010)
2.2.1 Value Proposition Canvas nach Osterwalder et al. (2014)
2.3 Ansatz von Chesbrough und Rosenbloom (2002)
2.4 Ansatz nach Johnson et al. (2008)
2.5 Ansatz der Universität St. Gallen (2013)
2.6 Vergleich der Ansätze
3 Value Proposition am Beispiel von Senior Aid
3.1 Kurze Darstellung der IIOT-Lösung Senior Aid
3.2 Einordnung der Value Proposition von Senior Aid in das Value Propostion Canvas (2014) und das Business Model Canvas (2010)
3.2.1 Value Proposition von Senior Aid für B2C-Kunden
3.2.2 Value Proposition von Senior Aid für die verschiedenen Kundensegmente
4 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, das Nutzenversprechen (Value Proposition) der IIOT-Lösung "Senior Aid" detailliert darzustellen, indem bestehende theoretische Geschäftsmodellansätze analysiert und auf dieses Fallbeispiel angewendet werden. Dabei wird untersucht, wie durch technologische Innovationen der Wunsch älterer Menschen nach einem sicheren und selbstbestimmten Leben in den eigenen vier Wänden realisiert werden kann.
- Analyse theoretischer Geschäftsmodellrahmenwerke zur Abbildung von Nutzenversprechen.
- Untersuchung des demografischen Wandels und der Herausforderungen für die Pflegebranche.
- Detaillierte Vorstellung der IIOT-Lösung "Senior Aid" als innovatives Assistenzsystem.
- Anwendung des "Value Proposition Canvas" zur kundenorientierten Konzeption der Lösung.
- Vergleich verschiedener Geschäftsmodellansätze und deren Relevanz für die praktische Anwendung.
Auszug aus dem Buch
Value Proposition von Senior Aid für B2C-Kunden
Die Value Proposition von Senior Aid soll im Folgenden für das Kundensegment der Senioren anhand der Value Proposition Canvas von Osterwalder et al. (2014) dargestellt werden. Das Kundensegment der Angehörigen wird nicht behandelt, da es den Rahmen der Arbeit überschreiten würde. Anschließend wird die Value Proposition Senior Aids in die Geschäftsmodellabbildung von Osterwalder und Pigneur (2010) mit ihren charakteristischen Elementen eingeordnet.
Die Value Proposition Canvas wird von rechts nach links konstruiert, um dem Kunden individuell zugeschnittene Produkte und Dienstleistungen anbieten zu können. Im Folgenden werden die einzelnen Dimensionen der Kundensegmente und der Werteversprechen erläutert.
Die rechte Seite des Value Proposition Canvas widmet sich dem Kundensegment der Senioren. Senior Aid richtet sich primär an die ältere Bevölkerung (55+), welche in Deutschland mit mehr als 28 Millionen, 35 % der Bevölkerung ausmacht (Statistisches Bundesamt, 2015). Das Kundensegment beinhaltet neben den zu lösenden Kundenaufgaben auch die mit diesen Aufgaben assoziierten Schmerzen und Nutzen des Kunden.
Unser Kunde, der Senior, beschäftigt sich mit der Problematik, wie ein längeres aber zugleich sicheres Leben in den eigenen vier Wänden möglich sein könnte. Dabei möchte der Senior sowohl seine Selbstbestimmtheit behalten als auch von einer erhöhten Sicherheit im gewohnten Wohnumfeld profitieren. Nach einer Statistik aus dem Jahr 2014 in der Schweiz, durchgeführt an Menschen im Alter von 45-85 Jahren, gaben 59 % der Probanden an ihre frühere Wohnsituation auch im Rentenalter beibehalten zu wollen (UBS, 2014). Auf Grundlage dieser Kundenjobs gilt es zugeschnittene Produkte und Dienstleistungen zu kreieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Erläutert die Problematik des demografischen Wandels und stellt die Forschungsfrage nach dem Nutzenversprechen der Lösung "Senior Aid".
2 Bestehende Ansätze zur Abbildung von Geschäftsmodellen in Bezug auf die Value Proposition: Analysiert vier bekannte theoretische Modelle zur Geschäftsmodellierung und vergleicht diese hinsichtlich ihrer Definition und Elemente der Value Proposition.
3 Value Proposition am Beispiel von Senior Aid: Wendet die theoretischen Erkenntnisse auf das Fallbeispiel "Senior Aid" an und konkretisiert den Nutzen für verschiedene Zielgruppen mittels des Value Proposition Canvas.
4 Ausblick: Skizziert potenzielle zukünftige Entwicklungen von Senior Aid, wie die Vernetzung mit weiteren Smart Living Objekten und die Nutzung von Data-Mining für individuelle Gesundheitsreports.
Schlüsselwörter
Industrial Internet of Things, IIOT, Senior Aid, Value Proposition, Geschäftsmodell, Altersgerechte Assistenzsysteme, Demografischer Wandel, Nutzenversprechen, Business Model Canvas, Wertschöpfung, Gesundheitsdaten, Sensorik, Selbstbestimmtes Leben, Kundensegmentierung, Digitalisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der systematischen Darstellung des Nutzenversprechens (Value Proposition) für die IIOT-Lösung "Senior Aid" unter Verwendung theoretischer Geschäftsmodell-Frameworks.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Schnittstelle zwischen dem demografischen Wandel, technologischen Innovationen (IIOT) und modernen Ansätzen der Geschäftsmodellentwicklung.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Fragen, welche Komponenten gängige Theorieansätze zur Geschäftsmodellabbildung bezüglich der Value Proposition enthalten und wie die Lösung "Senior Aid" konkret Nutzen für ihre verschiedenen Kundengruppen stiftet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine deskriptiv-analytische Methode angewandt, bei der theoretische Konzepte (wie das Business Model Canvas) analysiert, miteinander verglichen und anschließend zur Fallstudie "Senior Aid" in Beziehung gesetzt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Analyse verschiedener Geschäftsmodellansätze sowie eine praktische Anwendung dieser Modelle auf das Senior-Aid-System, inklusive einer Differenzierung nach Kundensegmenten.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die wichtigsten Begriffe sind IIOT, Value Proposition, Geschäftsmodell, Altersgerechte Assistenzsysteme, Demografischer Wandel und Wertschöpfung.
Wie unterscheidet sich Senior Aid von konventionellen Notfallknöpfen?
Im Gegensatz zu manuellen Notfallknöpfen bietet Senior Aid eine technische Innovation durch automatische Vitaldatenüberwachung in Echtzeit und bietet zudem Zusatzfunktionen wie Gesundheitsreports und eine Anbindung an ein Servicecenter.
Warum ist das gewählte Beschreibungsraster für diese Analyse wichtig?
Das Raster ermöglicht einen einheitlichen Vergleich verschiedener theoretischer Ansätze anhand der Kriterien Zielsetzung, Definition der Value Proposition und Bestandteile, was eine fundierte Einordnung der Fallstudie ermöglicht.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2016, Nutzenargumentation (Value Proposition) anhand der Start-up Idee "Senior Aid". Altersgerechte Assistenzsysteme für ein selbstbestimmtes Leben. Industrial Internet of Things Lösung (IIOT), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/378740