Was ist eigentlich ein guter Unterricht


Hausarbeit (Hauptseminar), 2004

18 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Wer bestimmt die Maßstäbe für guten Unterricht?

3. Was sind die Intentionen von gutem Unterricht?
3.1. Inhaltliche Aspekte
3.2. Zielaspekte
3.3. Soziale Aspekte

4. Die Grundelemente für guten Unterricht
4.1. Das relevante Thema
4.2. Die konsequente Schülerorientierung
4.3. Die konstruktive Atmosphäre

5. Die Unterrichtsphasen und deren Trennung

6. Prinzipien für das Förderzentrum mit Schwerpunkt geistige Entw. (FmSgE)
6.1. Ganzheitlichkeit
6.2. Ermöglichung von Erfahrungen
6.3. Anstoß zur Eigenaktivität erreicht durch
6.4. Individualisierung / Differenzierung

7. Welche Methoden fördern guten Unterricht in der FmSgE?
7.1. Handlungsorientierter Unterricht
7.2. Offener Unterricht

8. Unterrichtsplanung der FmSgE nach Straßmeier

9. Was verstehe ich unter einem guten Unterricht

10. Literaturangabe

1. Einleitung

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Frage, was überhaupt ein guter Unterricht ist.

Leider ist es oft so, dass die Lehrer in den heutigen Schulen zu Referenten werden, die ihren Schülern Stunde für Stunde über ein neues Thema eine Art Referat halten. Was dann so aussieht, dass der Lehrer am Pult steht, einen Monolog hält und erst am Ende der Stunde die Schüler nach ihren Meinungen über dieses Thema fragt.

Sieht so nun guter Unterricht aus? Meiner Meinung nach nicht, und um zu klären, was es mit dem guten Unterricht auf sich hat, habe ich diese Ausarbeitung angefertigt.

2. Wer bestimmt die Maßstäbe für guten Unterricht?

Zunächst zählen hierzu natürlich die Lehrer, also die Praktiker, die etwa den Umfang an Schüleraktivitäten oder die Ruhe und Geordnetheit des Unterrichts als Richtschnur der Beurteilung anlegen. Hinzu kommt die Schulaufsicht, welche nach reformpädagogischem Gesichtspunkt beurteilt aber auch die formale Lehrplanerfüllung des Unterrichts als entscheidendes Kriterium ansieht.

Weitere Bestimmer guten Unterrichts sind die Schüler, da sie neben den Lehrern am aktivsten am Unterricht teilnehmen. Sie befinden den Unterricht entweder für gut, wenn er unterhaltsam ist und anstrengungslos verläuft, oder aber wenn er ihnen was abverlangt und man sich danach fühlt, als ob man was geleistet hat.

Die Eltern stellen ebenfalls Beurteiler für guten Unterricht dar, etwa mit der Leistungsorientierung im Hinblick auf spätere Studien- oder Berufschancen. Oder aber sie beurteilen mit menschlicher Zuwendung zum Kinde als zentrales Kriterium.

Auch Ärzte, Psychologen, pädagogische Berufsverbände oder andere gesellschaftliche Gruppen erklären bestimmte Themen bzw. Methoden zu zentralen Merkmalen des guten Unterrichts. Beachte man die Sonderschule, an der gleich mehrere Therapeuten, Psychologen und Ärzte mit dem Lehrerpersonal kooperieren, um dem einzelnen Kind die bestmöglichste Förderung zukommen zu lassen.

Man kann also sehen, dass viele Positionen Stellung zu einem guten Unterricht nehmen und es wäre falsch nun nach der Personengruppe zu suchen, die die eigentliche Kompetenz besitzt Unterricht zu beurteilen. Denn jeder Betrachter hat von seiner Position und Interessenslage aus gesehen Recht, sodass es zwischen allen Positionen abzuwägen gilt. (vgl. www.anwalt-des-kindes.bildung-rp.de/empfehlung18.html)

3. Was sind die Intentionen von gutem Unterricht?

Keine Intention für guten Unterricht sollte sein, dass er zu dem Befinden des Lehrers beiträgt, bloße Betriebsamkeit oder die formale Erfüllung eines Planes intendiert. Er sollte ein Gewinn für die gesamte Schülerschaft sein, da die Schule ja um ihretwillen erst stattfindet, um sie für ihre Zukunft stark zu machen.

Der Gewinn um den es also hauptsächlich geht, hängt zunächst von der Bedeutung der Unterrichtsinhalte und Ziele für die Schüler und zum anderen von der Art der Unterrichtsgestaltung, also der Methode, ab. Weiteres wichtiges Kriterium stellt die Unterrichtsatmosphäre dar und nicht zu vergessen die Unterrichtsbedingungen, auf die ich in dieser Abhandlung später noch zu sprechen komme. (vgl. www.anwalt-des-kindes.bildung-rp.de/empfehlung18.html)

3.1. Inhaltliche Aspekte

Der Unterrichtsgewinn für die Schüler hängt davon ab, inwieweit man den folgenden zentralen Fragen Beachtung schenkt:

- Welches Wissen über die Vergangenheit ist zum Verständnis der Gegenwart und zum Dialog der Generation wichtig?
- Was ist vordringlich für das Verstehen und Bewältigen gegenwärtiger Fragen und Aufgaben und für die Persönlichkeitsentwicklung?
- Was ist notwendig zur Lösung grundlegender zukünftiger Aufgaben in privaten und öffentlichen Lebenswelten?
- Was erfordert die Fachsystematik, die Sachlogik der betreffenden Unterrichtsbereiche bezüglich Rang- und Reihenfolge der inhaltlichen Entscheidungen?
- Was ist unter den gegebenen räumlichen, zeitlichen, personellen und sächlichen Bedingungen realisierbar?

Das man nicht all diesen Fragen in der kurzen Unterrichtszeit ausführlich Beachtung schenken kann ist verständlich, dennoch sollte man sich auf das Wesentliche konzentrieren. Da die genannten Gesichtspunkte stark individuumsbezogen sind, bedürfen die inhaltlichen Entscheidungen der Mitwirkung der Schüler.

Guter Unterricht findet also nur dann statt, wenn die verschiedenen Aspekte ausreichend angesprochen werden und man eine Einseitigkeit der Gewichtung dieser Aspekte vermeidet. (vgl. www.anwalt-des-kindes.bildung-rp.de/empfehlung18.html)

3.2. Zielaspekte

Zielaspekte sind kurz gesagt die Kompetenzen und die konkreten Ziele für den Einzelnen. Hierfür gilt es den Stellenwert von Kenntnissen und Wissensbeständen, von komplexen Einsichten, von Sach- und Werturteilen, von geistig und praktischen Fertigkeiten, von allgemeinen Fähigkeiten des Denkens, Urteilens, der Verantwortungsbereitschaft und von Erlebnisgehalten sozialer und ästhetischer Zielkomponenten abzuwägen.

So lässt sich ein Verständnis der Gegenwart nicht ohne grundlegendes Faktenwissen über die Vergangenheit und ohne Urteilsfähigkeit gewinnen, die Bewältigung von Gegenwartsaufgaben nicht ohne begriffliche Klärungen, analytische Fähigkeiten und komplexe Einsichten erreichen, die Gestaltung der Zukunft nicht ohne emotionale Impulse, konkrete Fähigkeiten und Fertigkeiten leisten.

Wie auch bei den inhaltlichen Aspekten kann man nicht allen Punkten den gleichen Stellenwert zuweisen, dennoch sollte man versuchen so viele wie möglich in das Unterrichtsgeschehen mit einzubringen.

Besondere Gewichtung bekommt allerdings durchgängig die Gewinnung weitmöglichster Eigenständigkeit, sowie eigener Standpunkte und differenzierte Wertentscheidungen, wie auch neue Perspektiven der Schüler. Hierbei geht es um ihre Unterstützung zu persönlicher und gesellschaftlicher Entfaltung. (vgl. www.anwalt-des-kindes.bildung-rp.de/empfehlung18.html)

3.3. Soziale Aspekte

Schule stellt für viele Schüler nicht nur ein Ort des Lernens dar, sondern auch ein Treffpunkt für Freunde, wodurch Schule zum sozialen Ereignis wird. Der Bedeutung des sozialen Zusammenkommens wird leider oft zu wenig Beachtung geschenkt, obwohl hierdurch eine Möglichkeit des gemeinsamen Lernens, sowie wechselseitiger Anregung und Kritik, aber auch die Einübung der Teamfähigkeit geschaffen wird.

Demgegenüber führt übertriebene Individualisierung im Unterricht in vielen Fällen dazu, dass Leistung überwiegend nicht durch gemeinschaftliches Arbeiten, sondern durch isoliertes Lernen angestrebt wird.

Außerdem bietet das gemeinsame Lernen Gelegenheiten, es durch das gemeinsame Arbeiten, Spiele und Feiern zu festigen und Streit und Gewalt durch Alternativen in Denken und Handeln umzusetzen.

Hierfür ist es wichtig, dass der Lehrer aus seiner Rolle des Wissensvermittlers hinaustritt und selbst zu einem sozialen Partner der Schüler wird. Dadurch wird das Wir-Gefühl in der Klasse verstärkt, was größere Aufgeschlossenheit, sowie Aufrichtigkeit und demnach auch Respektierung zur Folge hat. (vgl. www.anwalt-des-kindes.bildung-rp.de/empfehlung18.html)

4. Die Grundelemente für guten Unterricht

4.1. Das relevante Thema

Viele Schüler wissen heutzutage schon gar nicht mehr, wozu es überhaupt gut und sinnvoll ist zu lernen. Sie tun es halt, weil es in der Schule drankommt und der Lehrer wird ja schon wissen wozu das ganze Pauken nützlich ist. Die allermeisten Schüler fügen sich also ihrem Schicksal und stellen die Frage nach der Relevanz der Unterrichtsinhalte erst gar nicht. Dies kann allerdings dazu führen, dass Schüler beispielsweise Vokabeln oder Rechtschreibregeln immer mehr als sinnleere und abstrakte Formeln lernen, die so gut wie gar keinen Anwendungsbezug besitzen.

Echtes Lernen, das von Entdeckerfreude, Motivation und Durchhaltevermögen gekennzeichnet ist und auch auf lange Sicht Früchte trägt, findet jedoch nur dann statt, wenn der zu lernende Inhalt als sinnvoll erlebt wird. Deshalb ist es von großer Wichtigkeit, dass jeder Lehrer zu Beginn der Stunde seinen Schülern sagt, welches Thema durchgenommen wird, was sie dabei lernen können und vor allem, warum es für ihre Zukunft wichtig ist.

Um dies umzusetzen bedarf es keiner Ignorierung des vorgegebenen Lehrplans, wie viele Lehrer behaupten, denn auch dieser bietet oft Möglichkeiten individuelle didaktische Entscheidungen zu treffen. (vgl. www.guterunterricht.de/Unterricht/unterricht.html)

4.2. Die konsequente Schülerorientierung

Wenn man den Unterricht nicht konsequent an den Schülern orientiert, unterrichtet man über deren Köpfe hinweg und nimmt sie als lernende Individuen nicht wirklich ernst. Dies hat zur Folge, dass sich immer mehr Schüler gegen das Zwangs-Lernen weigern, nicht nur aktiv, im Sinne des Störens, sondern auch passiv, in dem sie dem Unterricht gedanklich nicht mehr folgen und sich lieber mit anderen Dingen beschäftigen.

Diese Schülerorientierung muss in allen Klassen stattfindet, also von der ersten bis zur letzten, denn man behält nur das im Gedächtnis, was einen auch wirklich interessiert und dessen Lernvoraussetzungen entspricht.

Außerdem heißt konsequente Schülerorientierung, dass man seine Schüler ernst nimmt, und zwar in ihren Interessen, ihren Wünschen und Vorstellungen, aber auch ihr Bedürfnis etwas Sinnvolles zu lernen, sowie die Tatsache ernst zu nehmen, dass bereits jede Menge Kenntnisse und Fähigkeiten in der Klasse vorhanden sind, an welche man anknüpfen kann.

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Was ist eigentlich ein guter Unterricht
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Veranstaltung
Hauptseminar
Note
2
Autor
Jahr
2004
Seiten
18
Katalognummer
V37876
ISBN (eBook)
9783638371032
Dateigröße
570 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unterricht, Hauptseminar
Arbeit zitieren
Monika Blazek (Autor), 2004, Was ist eigentlich ein guter Unterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37876

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