Mit dieser Bacheloarbeit sollen unter anderem folgende Fragen beantwortet werden: Inwiefern konnten muslimische Frauen in der mamlukischen Periode eine religiöse Bildung genießen? Wie haben sie als Lehrerinnen agiert? Konnten sie auch männliche
Studenten unterrichten? Inwiefern haben sie an der Seite ihrer männlichen Kollegen studiert und wie erhielten sie Unterricht von männlichen Gelehrten?
Wichtige Quellen, welche ich zur Beantwortung jener Fragen verwenden werde, sind unter anderem das im Jahr 2013 erschienene Buch ‚Women and the transmission of knowledge in Islam‘ von Asma Sayeed; ‚The transmission of knowledge in medieval Cairo‘ von Jonathan Berkey und das Buch von Mohammad Akram Nadwi mit dem Titel ‚al-Muhaddithat. The Woman scholars in Islam‘
welches im Jahr 2007 erschien.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begründung für Themenauswahl
3. Überblick: Frauen in der Wissenschaft
3.1 Gelehrsamkeit der muslimischen Frauen
3.2 Einführung: Frauen in der Ḥadīṯwissenschaft
3.3 Frauen in biographischen Werken
4. Frauen und Ḥadīṯ in der mamlukischen Periode
4.1 Wiederbelebung der Ḥadīṯwissenschaft
4.2 Soziale Strukturen in der mamlukischen Periode
4.3 Bildung der Frauen
4.4 Rolle der Frauen in der Tradierung von Wissen
4.5 Methoden der Überlieferung
5. Zaynab bint al-Kamāl
5.1 Biographie von Zaynab bint al-Kamāl
5.2 Zaynab’s Karriere
5.3 Überlieferte Werke von Zaynab
5.4 Zaynab’s Studenten
5.5 Zaynab in der Rolle als Gelehrtin
5.6 Tod von Zaynab
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den signifikanten Beitrag muslimischer Frauen zum Tradierungswesen der Ḥadīṯwissenschaft während der mamlukischen Periode. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie Frauen trotz gesellschaftlicher Barrieren eine religiöse Ausbildung erhielten, als Gelehrtinnen agierten und als Bindeglied zwischen den Generationen fungierten, wobei die Karriere der Zaynab bint al-Kamāl als exemplarisches Fallbeispiel dient.
- Gelehrsamkeit muslimischer Frauen in der islamischen Geschichte.
- Entwicklung der Ḥadīṯwissenschaft und die Rolle der Frau als Überlieferin.
- Einfluss der sozialen und politischen Strukturen der mamlukischen Zeit auf weibliche Bildung.
- Analyse von Lehrdiplomen (iğāzas) und Überlieferungsmethoden.
- Biographische Untersuchung von Zaynab bint al-Kamāl.
Auszug aus dem Buch
3.2. Einführung: Frauen in der Ḥadīṯwissenschaft
„Ein Viertel unserer Religion hängt von den Überlieferungen der Frauen ab. Würde es sie nicht geben, würden wir eine Viertel unserer Religion verlieren“. Diese Aussage des bekannten Gelehrten al- Ḥākim al-Nisābūrī (933/1014) macht auf die enormen Leistungen der Frauen im Bereich der Ḥadīṯwissenschaft aufmerksam. Neben al-Nisābūrī haben zahlreiche andere Gelehrte die Frauen in der Rolle als muḥaddiṯāt gelobt. Die Gelehrten sind sich darüber einig, dass es kein Unterschied zwischen der Überlieferung eines Mannes und der Überlieferung einer Frau besteht und dass beide Geschlechter dieselben Rechte in der Ḥadīṯwissenschaft besitzen.
Der Beweis für die Rechtmäßigkeit des Empfangens und des Übertragens eines Ḥadīṯ beruht unter anderem auf die Pflicht aller Muslime, ihre Religion zu kennen und sie in die Tat umzusetzen: weder Männer noch Frauen sind von dieser Pflicht befreit bzw. ausgeschlossen. Auch, dass Frauen unter den früheren Gläubigen an der Sammlung des Korans aktiv teilgenommen haben stellt ein Indiz dafür dar, dass Frauen das Recht besitzen ʾAḥadīṯ zu erwerben und zu übermitteln. War ein Ḥadīṯ von einer Frau überliefert wurden, so stellte dies keinesfalls einen Grund zur Ablehnung dar. Ibn aṣ-Ṣalāḥ (643/1245), ein Experte in den Ḥadīṯwisseschaften, schreibt in seinem Werk, worin er die Eigenschaften jener beschreibt, wessen Überlieferungen akzeptiert werden und wessen nicht, unterscheidet keineswegs zwischen der Ḥadīṯüberlieferung einer Frau und der Ḥadīṯüberlieferung eines Mannes.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung von Frauen in der Ḥadīṯwissenschaft dar und erläutert die Zielsetzung der Arbeit sowie die verwendeten Quellen.
2. Begründung für Themenauswahl: Hier wird die persönliche Motivation der Autorin dargelegt, die sich aus der Beobachtung der bisher wenig beachteten Rolle von Gelehrtinnen in späteren Generationen ergibt.
3. Überblick: Frauen in der Wissenschaft: Dieses Kapitel liefert einen allgemeinen Rahmen über die historische Gelehrsamkeit muslimischer Frauen und ihre Repräsentation in biographischen Werken.
4. Frauen und Ḥadīṯ in der mamlukischen Periode: Der Hauptteil analysiert die sozio-ökonomischen Bedingungen, Bildungswege und Tradierungsmethoden, die den hohen Rang von Frauen in der mamlukischen Zeit begünstigten.
5. Zaynab bint al-Kamāl: Dieses Kapitel widmet sich detailliert der Biographie, Ausbildung, Karriere und Lehrtätigkeit von Zaynab bint al-Kamāl als herausragendem Fallbeispiel.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und reflektiert die Bedeutung des Themas im heutigen Kontext unter Berücksichtigung der historischen Barrieren und Errungenschaften.
Schlüsselwörter
Ḥadīṯwissenschaft, Zaynab bint al-Kamāl, Frauen in der Wissenschaft, mamlukische Periode, muḥaddiṯāt, iğāza, islamische Gelehrsamkeit, Tradierungswesen, Bildungsgeschichte, Überlieferungsketten, religiöse Bildung, Damaskus, ʿĀʾiša bt. Abī Bakr, Frauengeschichte, sunnitische Tradition.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle und dem Beitrag von muslimischen Frauen im Tradierungswesen der islamischen Ḥadīṯwissenschaft, insbesondere während der mamlukischen Zeit.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen die Bildungsgeschichte von Frauen, die Überlieferungsmethoden religiösen Wissens sowie die Analyse sozialer Strukturen in Syrien und Ägypten während der Mamlukenherrschaft.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, wie muslimische Frauen trotz gesellschaftlicher Einschränkungen akademisch tätig werden konnten, wie sie Wissen erwarben und welche Rolle sie als Lehrerinnen und Autoritäten in der Tradierung einnahmen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse wissenschaftlicher Quellen, darunter biographische Lexika und moderne historische Studien zur islamischen Bildungsgeschichte.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Wiederbelebung der Ḥadīṯwissenschaft, die Auswirkungen der sozialen Strukturen auf die Frauenbildung und bietet eine detaillierte Fallstudie zu Zaynab bint al-Kamāl.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen unter anderem Ḥadīṯwissenschaft, muḥaddiṯāt, iğāza, mamlukische Periode und Tradierungswesen.
Welchen Stellenwert nimmt Zaynab bint al-Kamāl in der Untersuchung ein?
Zaynab bint al-Kamāl dient als exemplarisches Fallbeispiel, anhand dessen die Autorin aufzeigt, wie frühzeitig Frauen Bildung erhielten und welchen gesellschaftlichen Einfluss sie durch ihre Karriere als Gelehrtin ausübten.
Warum war die mamlukische Periode für die Frauenbildung bedeutsam?
Diese Periode bot durch ökonomische Stabilität und die Förderung des sunnitischen Traditionalismus ein günstiges Umfeld für das Gedeihen religiöser Bildungseinrichtungen, was auch den Zugang von Frauen zu Bildungsnetzwerken begünstigte.
Wie gingen Gelehrte mit der Teilnahme von Frauen an Versammlungen um?
Während konservative Juristen die Vermischung der Geschlechter teils kritisierten, war die Beteiligung von Frauen an Vorträgen und ihre Anerkennung als Autoritäten in der Ḥadīṯwissenschaft historisch fest verankert und weitgehend akzeptiert.
Was bedeutet der Titel „musnidat ad-dunyā“?
Dieser Ehrentitel wurde Zaynab bint al-Kamāl verliehen und bezeichnet sie als eine der bedeutendsten Überlieferinnen ihrer Zeit, basierend auf ihrer umfangreichen Sammlung von Lehrdiplomen und ihrer langen Lehrtätigkeit.
- Quote paper
- Zeynep Yilmaz (Author), 2017, Beitrag der Frauen zum Tradierungswesen der Hadithwissenschaft in der mamlukischen Periode am Beispiel von Zaynab bint al-Kamal, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/378883