Über 80 Prozent aller Hunde in Deutschland werden in Familien gehalten (vgl. IVH, o.J.).
Kinder die mit Hunden leben und aufwachsen, leben in einer anderen Umwelt als Kinder, die ohne Hund aufwachsen. Sie werden durch die Hunde geprägt und mit erzogen.
Der Hund vermag es durch seine sensible und äußerst feine Wahrnehmung, Körpersignale und Stimmungslagen der Kinder wahrzunehmen. Er vermag es auf die unterschiedlichen Bedürfnisse von den verschiedensten Kindern zu reagieren. Dabei kann der Hund für die Kinder eine jeweils andere Bedeutung haben und diese Bedeutung kann für die Kinder einen unterschiedlichen Stellenwert einnehmen.
Hunde begleiten die Entwicklung von Kindern schon von klein auf. Ihr erster Kontakt zum Hund, findet oft in Form von Kuscheltieren statt. Hunde kommen in Märchen und Geschichten vor und sie werden in Zeichentrickfilmen zum Helden der Kinder (vgl. Greiffenhagen, 1991). Kinder verbinden daher schon in ihrer frühesten Kindheit positive Erfahrungen mit Hunden.
Hunde ziehen Kinder fast magisch an. Auch Boehm stellte dies 1992 fest: „Was ich für wichtig halte: das vertrauensvolle Umgehen mit Tieren und Natur. Ich glaube nicht, dass irgendwelche besonderen Ideen nötig sind, um das zu gestalten. Es ist, fernab vom eingeengten und mechanisierten Großstadtleben, einfach das, was seit Jahrtausenden Kinder in aller Welt eigentlich haben durften. Nichts weiter.... Wie die Biene die Blume findet, finden Kinder Tiere." (vgl. Bull, o.J.) Vermutlich weil sie sich in ihrem Verhalten so ähnlich sind, wählen sie sich oft als Spielpartner. Kinder treten ihnen offen und interessiert entgegen, da sie mit den Hunden oft positive Erlebnisse verbinden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffserklärungen
2.1. Kindheit
2.1.1. Zeitliche Definition
2.1.2. Biologische Definition
2.1.3. Juristische Definition
2.1.4. Religiöse Definition
2.2. Heimtier
2.3. Haustier
3. Die Mensch – Hund – Beziehung in der Geschichte
3.1. Hunde von der Antike bis zur Neuzeit
3.1.1. Das Altertum
3.1.2. Das Mittelalter
3.1.3. Die Neuzeit
3.2. Hunde in der Gegenwart
3.3. Entwicklung der tiergestützten Pädagogik bzw. Therapie
4. Veränderte Lebenswelten moderner Kindheit
4.1. Wandel der Lebensbedingungen von Kindern
4.2. Veränderte Frauenrolle
4.3. Anstieg der Scheidungszahlen
4.4. Infantilisierung der Armut
4.5. Therapiebedürftigkeit der Kinder
5. Das Kind aus der Sicht des Hundes
6. Probleme in der Kind – Hund Beziehung
6.1. Unfallgefahr
6.2. Gesundheitliche Risiken
6.2.1. Zoonosen
6.2.2. Allergien
6.3. Angst vor Hunden
6.4. Rechtliche Rahmenbedingungen
6.5. Der Hund als Konkurrent
6.6. Neuer Missbrauch der Hunde?
7. Bedeutung von Hunden in der Kindheit
7.1. Therapeutisches und psychosoziales Wirkungsgefüge in der Kind – Hund Beziehung
7.1.1. Therapeutische Wirkfaktoren
7.1.1.1. Auswirkungen auf den Blutdruck und Stressminderung
7.1.1.2. Förderung der Motorik
7.1.1.3. Lachen als Therapie
7.1.1.4. Bewegung und Aktivität durch Hunde
7.1.1.5. Hunde als „Eisbrecher“
7.1.1.6. Prävention gegen Allergene
7.1.2. Soziale Auswirkungen
7.1.2.1. Verbesserung der nonverbalen Kommunikation
7.1.2.2. Der Hund als „Beziehungskatalysator“
7.1.2.3. Abbau von aggressiven und sozial destruktiven Verhaltensweisen
7.1.2.4. Vermittlung von sozialen Fertigkeiten
7.1.2.5. Spielen als Ausdruck von Lebensfreude
7.1.3. Psychische Effekte der Kind – Hund – Beziehung
7.1.3.1. Der Hund als „Seelentröster“
7.1.3.2. Das Bedürfnis nach Körperkontakt
7.1.3.3. Antidepressive und antisuizidale Wirkung
7.1.3.4. Aktivierungsebene
7.1.3.5. Freund und „Konfliktlöser“
7.1.4. Pädagogische Auswirkungen
7.1.4.1. Auswirkungen auf die frühe Identität
7.1.4.2. Ganzheitliche Förderung
7.1.4.3. Erlernen von Selbstständigkeit und Aufbau des Selbstwertgefühls
7.1.4.4. Erschaffung einer neuen Erfahrungswelt
7.1.4.5. Lernförderung durch den Hund
7.1.4.6. Strukturierung des Tagesablaufs
7.2. Verhältnis zum Hund in den einzelnen kindlichen Altersgruppen
7.2.1. Säuglinge und Kleinkinder (0 – 6 Jahre)
7.2.2. Schulkinder (6 – 12 Jahre)
7.2.3. Vorpubertät (12 – 14 Jahre)
7.3. Die Bedeutung des Hundes für Kinder in unterschiedlichen Lebenssituationen
7.3.1. Einzelkinder
7.3.2. Behinderte Kinder
7.3.3. Scheidungskinder und Kinder von Alleinerziehenden
7.3.4. Verhaltensauffällige Kinder
8. Methodik
8.1. Auswahl geeigneter Datenerhebungsmethoden
8.1.1. Die Fragebogenuntersuchung
8.1.1.1. Fragebogengestaltung
8.1.1.2. Stichprobe
8.1.2. Online – Erhebung im World Wide Web
8.1.2.1. Vorteile und Nachteile der Online – Erhebung
8.1.2.2. Stichprobe
8.1.2.3. Vorgehensweise
8.2. Das Begleitschreiben
8.3. Der Pretest
9. Ergebnisse
9.1. Die Rücklaufquote
9.2. Statistische Daten
9.2.1. Wie alt warst du als der Hund zu Euch kam?
9.2.2. Wie lange hast Du den Hund?
9.3. Die Variablen im Einzelnen
9.3.1. Was machst Du alles mit Deinem Hund?
9.3.2. Wie würdest Du Deinen Hund bezeichnen?
9.3.3. Was machst Du am liebsten mit Deinem Hund?
9.3.4. Kann Dein Hund…?
9.3.5. Wer übernimmt welche Aufgaben?
9.3.6. Wie reagieren Deine Freunde auf Deinen Hund?
9.3.7. Gibt es etwas das Du nur Deinem Hund erzählen würdest?
9.3.8. Was gefällt Dir allgemein an Hunden am meisten?
10. Diskussion der Ergebnisse
10.1. Einfluss des Hundes auf die Entwicklung der Kinder
10.2. Gesprächspartner und Gesprächsstoff
10.3. Übernahme von Verpflichtungen in der Hundehaltung
10.4. Konfliktbewältigung durch den Hund
10.5. Die Kind – Hund Beziehung im Vergleich von Land- und Stadtkindern
11. Projekte im Bereich der Kind - Hund Beziehung
11.1. Hundgestützte Ergotherapie
11.1.1. Durchführung
11.2. „Helfer auf vier Pfoten“
11.2.1. Ziele
11.2.2. Auswirkungen der Besuchshunde auf die Kinder
11.2.3. Durchführung
11.3. „Zur Schule mit Jule“
11.3.1. Auswirkungen
12. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Das Ziel der Arbeit ist es, die Bedeutung des Hundes für Kinder nach therapeutischen, pädagogischen, sozialen und psychischen Gesichtspunkten herauszuarbeiten und die Sichtweise von Kindern auf ihre Beziehung zum Hund zu untersuchen.
- Psychische und therapeutische Wirkfaktoren der Mensch-Hund-Beziehung
- Einfluss auf die soziale Kompetenz und die nonverbale Kommunikation
- Die Rolle des Hundes in spezifischen Lebenssituationen (Einzelkinder, Scheidungskinder)
- Probleme und Risiken in der Kind-Hund-Interaktion
- Methodik der Datenerhebung bei Kindern mittels Fragebögen
Auszug aus dem Buch
6.1 Unfallgefahr
Nach der Meinung von Huth (1996, S.10) sind die meisten Medienberichte, die über Hundebisse und tödliche Unfälle durch Hunde informieren, übertrieben. Sie erwecken den Eindruck, dass Hunde gefährlich sind und diese Unfälle häufig und erheblich sind. 100% Sicherheit kann man im Umgang mit Tieren niemals erreichen, aber man kann Risiken durch Sachkunde und Rücksichtnahme auf ein Minimum reduzieren.
Unfälle durch Hunde gibt es vermutlich schon, seit der Mensch mit Hunden zusammenlebt und wird es auch immer geben. Die Ursache liegt meistens im menschlichen Fehlverhalten und der fehlenden Sachkenntnis. Oft machen sich die verantwortlichen Bezugspersonen zu wenig Gedanken über die Situation, nach dem Motto “es wird schon nichts passieren“ oder „der Hund tut doch nichts“.
Wenn man selbst einen Hund hat sollte man seinen Hund gut beobachten, um ihn möglichst gut einschätzen zu können. Allerdings kann man auch dann nicht 100% sicher sein, das Verhalten seines Hundes vorhersehen zu können.
Viele Unfälle von Kindern geschehen auch, weil die Bezugspersonen es versäumt haben, ihren Kindern den Umgang mit dem Hund beizubringen. Einige Eltern machen sich nicht die Mühe ihrem Kind den respektvollen Umgang mit dem Hund zu erläutern.
Man muss bedenken, dass Unfälle mit Kindern, die durch den Hund verursacht werden, meistens schlimm ausgehen, ohne dass der Hund dies beabsichtigt.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Einleitung definiert das Forschungsinteresse an der Bedeutung von Hunden für die Entwicklung von Kindern in einer sich wandelnden Umwelt.
Begriffserklärungen: Definition der Begriffe Kindheit, Heimtier und Haustier aus verschiedenen wissenschaftlichen und rechtlichen Perspektiven.
Die Mensch – Hund – Beziehung in der Geschichte: Ein Rückblick auf die historische Entwicklung der Beziehung zwischen Mensch und Hund von der Antike bis zur Gegenwart.
Veränderte Lebenswelten moderner Kindheit: Analyse der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die die Lebenswirklichkeit heutiger Kinder prägen.
Das Kind aus der Sicht des Hundes: Untersuchung der Perspektive des Hundes auf das Kind basierend auf ethologischen Grundlagen.
Probleme in der Kind – Hund Beziehung: Identifikation potenzieller Gefahrenquellen, gesundheitlicher Risiken und Verhaltensprobleme in der Interaktion.
Bedeutung von Hunden in der Kindheit: Detaillierte Darstellung der therapeutischen, sozialen, psychischen und pädagogischen Effekte auf Kinder.
Methodik: Beschreibung der angewandten Untersuchungsmethoden, einschließlich der Fragebogenkonstruktion und Durchführung der Stichproben.
Ergebnisse: Darstellung und Analyse der gewonnenen Daten aus der Befragung von Kindern an Hundeschulen und im Internet.
Diskussion der Ergebnisse: Interpretation der Untersuchungsergebnisse im Hinblick auf die Entwicklungsförderung von Kindern durch den Hund.
Projekte im Bereich der Kind - Hund Beziehung: Vorstellung praktischer Anwendungsbeispiele der tiergestützten Intervention in Pädagogik und Therapie.
Zusammenfassung: Fazit der Arbeit mit einem Überblick über die positiven Auswirkungen der Hundehaltung auf Kinder.
Schlüsselwörter
Kind-Hund-Beziehung, Tiergestützte Therapie, Sozialpädagogik, Kindheitsforschung, Hundehaltung, Soziale Kompetenz, Kindliche Entwicklung, Empirische Untersuchung, Fragebogenmethode, Familienleben, Unfallprävention, Psychologische Stabilisierung, Mensch-Tier-Interaktion, Haustiere, Erziehungshilfe.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die psychische, soziale, pädagogische und therapeutische Bedeutung von Hunden für Kinder und deren Entwicklung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentral sind der Einfluss von Hunden auf die Sozialkompetenz, die Rolle als „Eisbrecher“ in der Therapie, die Auswirkungen auf das Familienklima sowie die Untersuchung von Risiken und Konflikten in der Kind-Hund-Beziehung.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die positiven Wirkungen der Kind-Hund-Beziehung herauszuarbeiten und die Meinung der Kinder über ihren Alltag mit dem Hund empirisch zu erfassen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Datenerhebung verwendet?
Es wurde eine teilstandardisierte Fragebogenuntersuchung an Hundeschulen sowie eine Online-Befragung durchgeführt.
Welche zentralen Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung, die veränderte Kindheit, die Perspektive des Hundes, auftretende Probleme wie Unfälle oder Allergien sowie die Förderung von Kindern durch Hunde in verschiedenen Lebenssituationen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Tiergestützte Therapie, Soziale Kompetenz, Kind-Hund-Beziehung, Unfallprävention und emotionale Entwicklung.
Welche Rolle spielt der Hund bei Scheidungskindern?
Der Hund fungiert für Scheidungskinder als Konstante und Tröster, da er bedingungslose Zuwendung bietet und den Kindern hilft, mit den emotionalen Belastungen der familiären Situation besser umzugehen.
Wie unterscheiden sich Kinder aus der Stadt und vom Land in ihrer Beziehung zum Hund?
Die Untersuchung ergab, dass Kinder aus der Stadt ein positiveres Verhältnis zu ihren Hunden besitzen und häufiger schätzen, dass der Hund "immer da" ist, während Kinder vom Land tendenziell mehr Aufgaben in der Versorgung übernehmen.
- Quote paper
- Andrea Scheib (Author), 2005, Aufwachsen mit Hunden. Psychische, soziale, pädagogische und therapeutische Bedeutung von Hunden in der Kindheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37891