Während beinahe ein jeder schon einmal von dem Schicksal Marcus Antonius' und durchaus auch von Octavian, dem späteren Kaiser Augustus, gehört hat, ist Lepidus – abgesehen den Historikern – so gut wie niemandem ein Begriff, und das, obwohl er zusammen mit Antonius und Octavian das Triumvirat als gleichberechtigter Partner schloss und zeitweise über einen Teil des Römischen Reiches herrschte. Zudem wurde er oft sowohl in der antiken und modernen Geschichtsschreibung, als auch in der Literatur als unwichtig dargestellt oder ihm wurden negative Eigenschaften zugeschrieben. Doch wird ihm das gerecht? Wie kam es dazu, dass ausgerechnet er die Rolle eines Triumvirs übernehmen sollte? War sein Einfluss unter den Dreien tatsächlich so gering? Wer oder was ist dafür verantwortlich, dass er größtenteils so negativ dargestellt wird?
Bevor diese Fragen im Rahmen der Arbeit geklärt werden können, soll beschrieben werden, wie seine beiden späteren Kollegen im Amt als Triumvirn in die Situation kamen, mit Lepidus ein Bündnis schließen zu wollen. Anschließend soll ausführlich erläutert werden, wie es Lepidus schaffte, einer der wichtigsten Männer der damaligen Zeit zu werden und welchen Ruf er bis dato erlangte. Bevor es zum Fazit geht, sollen im letzten Kapitel des Hauptteils die Jahre als Triumvir beleuchtet werden und wie diese das Bild seiner Person beeinflussten. Im Besonderen werden hierbei die Briefe Ciceros mit Bezug auf Lepidus beleuchtet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Antonius und Octavian vor Mutina
3. Lepidus` Weg zum Triumvir
4. Der Fall des Lepidus`
5. Fazit
6. Bibliographie
6.1 Quellen
6.2 Sekundärliteratur
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die historische Rolle des Marcus Aemilius Lepidus im zweiten Triumvirat und hinterfragt, warum er in der Geschichtsschreibung oft als unbedeutender Statist dargestellt wird, obwohl er als gleichberechtigter Partner neben Antonius und Octavian agierte.
- Analyse der politischen Laufbahn des Lepidus
- Untersuchung der Bündnisbildung mit Marcus Antonius und Octavian
- Kritische Würdigung der negativen antiken und modernen Quellenlage
- Bewertung seines tatsächlichen Einflusses im Triumvirat
- Darstellung des Scheiterns und der Entmachtung durch Octavian
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Während beinahe ein jeder schon einmal von dem Schicksal Marcus Antonius`, und durchaus auch von Octavian, dem späteren Kaiser Augustus, gehört haben sollte, ist Lepidus – abgesehen von Historikern – so gut wie niemandem ein Begriff, und das, obwohl er zusammen mit Antonius und Octavian das Triumvirat als gleichberechtigter Partner schloss und zeitweise über einen Teil des Römischen Reiches herrschte.
Zudem wurde er oft sowohl in der antiken und modernen Geschichtsschreibung, als auch in der Literatur als unwichtig dargestellt oder ihm wurden negative Eigenschaften zugeschrieben. Der antike römische Historiker Velleius Paterculus schrieb über Lepidus, dass dieser „windig wie kein anderer und ohne jegliches Verdienst so lange in der Gunst des Schicksals“ gestanden hätte. Hermann Bengtson, ein deutscher Historiker des 20. Jahrhunderts, meinte, dass „von Genialität […] bei ihm nichts zu finden“ gewesen wäre und der bekannte, englische Schriftsteller William Shakespeare ließ in seiner Tragödie Julius Cäsar Antonius über Lepidus sagen: „Dies ist ein schwacher, unbrauchbarer Mensch, zum Botenlaufen nur geschickt. Verdient er, wenn man die dreibenamte Welt verteilt, dass er, als dritter Mann, sein Teil empfange?“
Doch wird ihm das gerecht? Wie kam es dazu, dass ausgerechnet er die Rolle eines Triumvirs übernehmen sollte? War sein Einfluss unter den Dreien tatsächlich so gering? Wer oder was ist dafür verantwortlich, dass er größtenteils so negativ dargestellt wird?
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der verzerrten historischen Wahrnehmung von Lepidus ein und stellt die zentralen Forschungsfragen zur Rolle des dritten Triumvirs.
2. Antonius und Octavian vor Mutina: Hier wird die politische Ausgangslage nach der Ermordung Caesars beschrieben, insbesondere der Aufstieg von Antonius und Octavian sowie die Hintergründe der Kämpfe um Mutina.
3. Lepidus` Weg zum Triumvir: Dieser Abschnitt zeichnet die beeindruckende Ämterlaufbahn und den sozialen Hintergrund des Lepidus nach, die ihn schließlich als Partner in das zweite Triumvirat führten.
4. Der Fall des Lepidus`: Das Kapitel behandelt den schleichenden Machtverlust des Lepidus nach den Kriegen gegen die Caesarmörder und seine endgültige politische Ausschaltung durch Octavian auf Sizilien.
5. Fazit: Die abschließende Analyse relativiert das negative Bild des Lepidus und ordnet seine tatsächliche Bedeutung sowie seine opportunistische Handlungsweise historisch ein.
6. Bibliographie: Ein Verzeichnis der verwendeten antiken Quellen und modernen Forschungsliteratur.
Schlüsselwörter
Lepidus, zweites Triumvirat, Römische Geschichte, Marcus Antonius, Octavian, Augustus, Prinzipat, Caesarmörder, Machtkampf, Patrizier, historische Quellenkritik, Cicero, Velleius Paterculus, Politische Laufbahn, Sizilien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die historische Figur des Marcus Aemilius Lepidus, dessen Rolle als Triumvir im Schatten seiner bekannteren Kollegen Antonius und Octavian meist unterschätzt oder einseitig negativ bewertet wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Fokus stehen die politische Karriere des Lepidus vor seinem Aufstieg, seine Rolle bei der Bildung des zweiten Triumvirats sowie die Gründe für seinen späteren Machtverlust.
Welche Forschungsfrage verfolgt der Autor?
Die Arbeit fragt danach, warum Lepidus historisch so negativ dargestellt wird und ob sein tatsächlicher Einfluss auf die Ereignisse der Zeit geringer war, als es seine offizielle Position als Triumvir vermuten ließe.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Der Autor stützt sich auf eine historische Quellenanalyse, wobei er antike Autoren wie Velleius Paterculus, Appian und Cassius Dio kritisch mit der modernen Forschungsliteratur abgleicht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der instabilen politischen Lage nach Caesars Tod, den Aufstieg des Lepidus durch die Ämterlaufbahn und sein letztendliches Scheitern gegenüber Octavian auf Sizilien.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Triumvirat, Machtpolitik, antike Geschichtsschreibung, Opportunismus und römische Elite geprägt.
Inwiefern hat Cicero das historische Bild des Lepidus beeinflusst?
Cicero war aufgrund politischer Differenzen ein scharfer Gegner des Lepidus und verbreitete negative Charakterisierungen, die von späteren Historikern oft ungeprüft übernommen wurden.
Warum war Lepidus' Rolle als Triumvir letztlich zum Scheitern verurteilt?
Trotz seines hohen sozialen Standes konnte er sich gegen das charismatische Auftreten und die militärischen Erfolge von Octavian und Antonius nicht durchsetzen, was in seiner endgültigen Entmachtung mündete.
- Citar trabajo
- Michael Ehret (Autor), 2017, Lepidus. Der vergessene dritte Mann im Triumvirat, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/379065