Exegese von "Jakobs Kampf am Jabbok" (Gen 32,23-33)


Hausarbeit, 2016
18 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Übersetzungsvergleich

3. Gliederung

4. Literarkritik
4.1. Abgrenzung
4.1.1. Abgrenzung nach oben
4.1.2. Abgrenzung nach unten
4.2. Stellung im Kontext

5. Überlieferungsgeschichte

6. Redaktionsgeschichte

7. Formgeschichte

8. Traditionsgeschichte

9. Zusammenfassung und Ausblick

10. „Israel“ im Alten Testament
10.1. Namensetymologie
10.2. Der Name „Israel“ für den Ahnvater Jakob
10.3. Der Name „Israel“ für das Volk Israel
10.4. Der Name „Israel“ für das Nordreich
10.5. Der Name „Israel“ für das gesamte Nord- und Südreich
10.6. Der Name „Israel“ für die Glaubensgemeinschaft
10.7. Fazit

Literaturverzeichnis

Anhang

1. Einleitung

Zur Auswahl standen die Themen „Jakobs Kampf am Jabbok“ (Gen 32,23-33), „Abrams Berufung“ (Gen 12,1-3) und „Der erste Schöpfungsbericht“ (Gen 1,1-2,4a). Auf den ersten Blick sprach mich der Schöpfungsbericht am ehesten an. Dann las ich mir jedoch die anderen beiden Bibelstellen durch und entschied mich für Jakobs Kampf. Diese Bibelstelle war mir bis dato nicht bekannt, weckte aber gleich mein Interesse. Es kamen sofort Fragen auf, auf die ich Antworten finden wollte: Wer ist Jakobs Gegenüber? Was ist der Grund für den Kampf? Welche Folgen hat der Kampf für Jakob? Zudem möchte ich herausfinden, wo die Erzählung ihren Ursprung hat, von wem sie verfasst wurde und ob Spannungen und Brüche zu erkennen sind. Ich hoffe folglich, im Zuge dieser exegetischen Hausarbeit jene Fragen beantworten zu können.

Für meine Exegese entscheide ich mich für die Übersetzung der Lutherbibel. Es gibt durchaus Übersetzungen, die sich noch näher am Ursprungstext orientieren (etwa die Interlinearübersetzung). Jedoch halte ich die Lutherbibel (in der revidierten Fassung von 1984) für die klassische Bibelübersetzung und bin am besten mit dieser Übersetzung vertraut. Auch die Gute Nachricht Bibel ist mir geläufig und angenehm zu lesen, allerdings ist sie zugunsten der Verständlichkeit relativ weit vom Urtext entfernt und daher meines Erachtens nicht für eine Exegese zu empfehlen.

2. Übersetzungsvergleich

Sämtliche Übersetzungen des hebräischen Urtextes können der biblischen Botschaft auf der Sinnebene nur annäherungsweise gerecht werden. Schließlich wird die Art des Sprechens und Denkens einer vollkommen anderen Kultur, die dazu noch Jahrtausende zurückliegt, mit einer heutigen Lebens- und Denkstruktur verwoben. Es ist im Folgenden also von Interesse, Unterschiede bei drei deutschen Bibelübersetzungen festzustellen. Gerade die Unterschiede können auf Schwierigkeiten beim Übersetzen hinweisen – etwa, wenn Wörter im hebräischen Urtext verschiedene Bedeutungen im Deutschen haben.

Für den Übersetzungsvergleich wurden die Lutherbibel, die Einheitsübersetzung und die Zürcher Bibel ausgewählt. Die Version Martin Luthers ist die klassische Bibelübersetzung. Einiges wurde verständnishalber eingedeutscht, während der Urtext nicht aus den Augen verloren wurde. Die Einheitsübersetzung enthält (wie auch im nachfolgenden Text) Ergänzungen in runden Klammern, die dem Verständnis dienen sollen und orientiert sich etwas näher am Urtext. Auch die Zürcher Bibel gilt als relativ urtexttreu[1].

In der Farbe Blau wurden die übersetzten Stellen markiert, in denen alle drei Übersetzungsvarianten übereinstimmen. Braun steht für gleiche Textstellen bei Lutherbibel und Einheitsübersetzung, Rot für Übereinstimmungen bei Lutherbibel und Zürcher Bibel, Orange sind die Stellen markiert, die Einheitsübersetzung und Zürcher Bibel gleich übersetzen und alles was grün hinterlegt ist, ist in allen drei Varianten unterschiedlich übersetzt und für den Übersetzungsvergleich von besonderem Interesse. Der tabellarische Übersetzungsvergleich mit den entsprechenden Farben ist im Anhang hinterlegt.

Gen 32,23: Von allen Versen beinhaltet Vers 23 die meisten Übereinstimmungen bei den drei Bibelübersetzungen. Auffälligkeiten zeigen sich bei Luthers Übersetzung, der Jakob zu Beginn beim Namen nennt. Außerdem ist bei der Lutherbibel und der Einheitsübersetzung zu erkennen, dass es sich um Jakobs elf Söhne und nicht um seine elf Kinder handelt. Dies leitet sich vermutlich aus der Annahme ab, dass es damals üblich war, lediglich männliche Nachkommen zu erwähnen. Zudem hatte Jakob zu dem Zeitpunkt tatsächlich elf Söhne und noch keine Tochter.

Gen 32,24: Luther spricht von Wasser, während Einheitsübersetzung und Zürcher Bibel vom Fluss reden. Sinngemäß gibt es hier keine gravierenden Unterschiede, wobei sich Einheitsübersetzung und Zürcher Bibel stark ähneln.

Gen 32,25: Die Einheitsübersetzung zieht hier die Verschachtelung zu einem langen Satz vor, was das Plusquamperfekt für das Verb zurückbleiben zur Folge hat. Die Zürcher Bibel schreibt nicht von einem Mann, sondern lediglich von einem. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass dadurch eine Verallgemeinerung bzw. Verschleierung des Gegenübers von Jakob beabsichtigt wurde. Zudem bestehen Diskussionen darüber, ob Jakobs Gegner ein Mann, ein Engel, ein Dämon oder gar Gott war – mehr dazu im weiteren Verlauf der Arbeit.

Gen 32,26: Hier unterscheidet sich besonders die Lutherbibel von den anderen beiden. Es ist nicht die Rede vom Hüftgelenk, sondern vom Gelenk seiner Hüfte. Neben weiteren grammatikalischen Unterschieden ist jedoch besonderes Augenmerk auf die Version der Zürcher Bibel zu werfen, wo es heißt Jakobs Gegenüber berührte dessen Hüftgelenk lediglich. Daraus lässt sich durchaus mutmaßen, dass dies eine übermenschliche Handlung war, da sich aus Manneskraft eine Hüfte durch bloßes Berühren wohl kaum ausrenken ließe.

Gen 32,27: Die genaue Angabe der Tageszeit im Hebräischen mag hier etwas vage sein. Luther übersetzt, die Morgenröte bräche eben erst an, während Einheitsübersetzung und Zürcher Bibel von der Morgenröte als bereits aufgestiegen / heraufgezogen berichten. Jakobs Forderung des Segnens wird weitgehend einheitlich wiedergegeben.

Gen 32,28: Vers 28 ist bis auf die lexikalische Ebene gleich und bedarf keines weiteren Kommentars.

Gen 32,29: Die Einheitsübersetzung spricht von dem Mann, anstatt von ihm (er). Zudem – wie es für die Einheitsübersetzung üblich ist – steht in runden Klammern hinter Israel noch Gottesstreiter, was das Wort Israel genauer bezeichnen und dem Verständnis dienen soll.

Gen 32,30: Und sprach findet in der Einheitsübersetzung keine Beachtung. Erstmals wird Jakob auch (bis auf die offensichtliche Offenbarung seines Namens in Vers 28) übereinstimmend mit vollem Namen bzw. ohne Personalpronomen erwähnt.

Gen 32,31: Für den Ort Penuel existieren verschiedene Buchstabiervarianten. Sowohl Pnuël, als auch Pniël bedeuten „Angesicht Gottes“[2]. Ferner ist nicht festzustellen, ob Luther oder Einheitsübersetzung und Zürcher den Urtext freier übersetzen (mein Leben gerettet gegen mit dem Leben davongekommen). Sinngemäß gibt es hier jedoch keine Unterschiede. Kein Zweifel besteht in der übereinstimmenden Übersetzung von der Begegnung mit Gott: ich habe Gott von Angesicht (…) gesehen. Die Einheitsübersetzung gibt außerdem die deutsche Übersetzung des Namens / Wortes Penuël mit an: Gottesgesicht.

Gen 32,32: Hier gibt es nun einige Unterschiede zu erwähnen. Bei der Einheitsübersetzung scheint die Sonne bereits auf ihn. Luther und Zürcher übersetzen, dass die Sonne gerade erst aufgeht. Außerdem geht bei der Lutherbibel die Sonne auf, als er an Penuel vorbeikommt, bei der Zürcher Bibel erst, als er an Penuel vorüber war. Offensichtlich handelt es sich hier also um unklare Verhältnisse bezüglich der genauen Zeitangabe.

Gen 32,33: Neben dem Unterschied zwischen Hüftgelenk und Gelenk der Hüfte wiederholt sich hier wieder der Unterschied zwischen geschlagen und angerührt wie in Vers 26. Die restlichen Stellen stimmen weitgehend überein.

3. Gliederung

Bei der Gliederung der Erzählung fallen drei Abschnitte deutlich ins Auge: 1) Die Führung von Jakobs Frauen, Mägden und Söhnen über den Jabbok, 2) Jakobs Kampf mit dem überirdischen Wesen mit anschließender Segnung und 3) Ortsbenennung und Ritus.

Die Gliederung im Überblick:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4. Literarkritik

Als Hilfsmittel zur Prüfung der literarischen Einheitlichkeit wurden die Bibelkommentare von Claus Westermann, Horst Seebass, Lothar Ruppert und Gerhard von Rad zu Rate gezogen. Die Meinungen gehen hier bei verschiedenen Literarkritikern teils deutlich auseinander. Einzig, dass zumindest ein Großteil der Geschichte dem Jahwisten zuzuordnen ist, stößt aktuell kaum auf Gegenwind. Es herrscht allerdings Uneinigkeit darüber, ob die gesamte Perikope dem Jahwisten zuzuordnen sei, oder es sich um zwei Quellen handele. Während manche Ausleger den Elohisten als Mitverfasser der Geschichte vermuten[3], geht die Allgemeinheit aber tendenziell von nur einem Verfasser aus[4].

Westermann spricht sich für eine literarische Einheitlichkeit aus, während jedoch nicht der ganze Text „aus einem Guß“ sei. Viel eher sei mit einem „Wachsen des Textes“, also einigen Nachtragungen im Laufe der Zeit - aber vom selben Verfasser - zu rechnen[5]. Während Westermann weiter argumentiert, dass „die […] Verse 23-26a.27.30.31a.32 eine Erzählung ergeben, die in sich schlüssig und verständlich ist“[6], bekunden sowohl Seebass, als auch Ruppert, dass „V 23b und V 24-25a […] Dubletten“[7] seien bzw. „eine Doppelung dar[stellten]“[8]. Auch von Rad hält Vers 23 und 24a für eine Dublette, entscheidet sich jedoch dafür, dass die Erzählung „ganz dem Jahwisten zuzuschreiben“[9] sei. Was nachträgliche Änderungen anbelangt, so herrscht allgemeine Übereinstimmung darüber, dass die Verse 28, 29 und 33 im Nachhinein eingefügt wurden, da sie „das Bestehen Israels voraussetzen“[10], während davon ausgegangen werden kann, dass die ursprüngliche Erzählung, welche „ausgeprägt animistische Züge“[11] trägt, älter als Israel selbst sein muss.

Logische Spannungen oder Unstimmigkeiten sehe ich bis auf die scheinbare Dublette (Vers 23 und 24a) und die offensichtlichen Nachtragungen der Verse 26b, 28, 29, 31b und 33 nicht. Selbst die Dublette könnte nach meiner Ansicht eine Nachtragung des Jahwisten sein, um das Wasser näher zu beschreiben. Ich halte den Jahwisten für den alleinigen Verfasser des Textes.

4.1. Abgrenzung

Zum Hintergrund sei gesagt, dass Jakob sich den Segen seines Vaters Isaak durch eine List erschlichen hatte, indem er sich als Esau ausgab, dem als erstgeborener Zwillingsbruder jener Segen zugestanden hätte. Als Esau von der Täuschung erfuhr, verließ Jakob aus Furcht das Land und kam erst viele Jahre später zurück. Er kündigte sich nun seinem Bruder an und erfuhr, dass dieser bereits mit einer Armee von 400 Mann auf ihn wartete. So schickte er Knechte mitsamt Tierherden als Geschenke voraus, um seinen Bruder zu beschwichtigen. Seine Familie brachte er dann ebenfalls über den Jabbok und blieb in jener Nacht, von der die Verse Gen 32,23-33 berichten, allein zurück. Hier setzt nun besagter Kampf am Jabbok ein. Gen 33 berichtet hernach von der Versöhnung Jakobs mit Esau.

4.1.1. Abgrenzung nach oben

Nach oben grenzt sich die Erzählung klar von dem vorherigen Sachverhalt ab, indem von einem „völlig neuen Geschehen“[12] berichtet wird, nämlich Jakobs Kampf am Jabbok. Zeitlich schließt sich der Text nahtlos an das vorhergehende Geschehen an. Der Tag geht zur Nacht über (V.22: „diese Nacht“). Zudem wird der Text mit einer neuen Überschrift („Jakobs Kampf am Jabbok. Sein neuer Name“) eingeleitet.

4.1.2. Abgrenzung nach unten

Vers 33 schließt „mit einer Art Kommentar dieses Geschehens durch den Erzähler“[13] ab. Der nächste Abschnitt beginnt ebenfalls mit einer Überschrift („Jakobs Versöhnung mit Esau“) und lässt sich insofern klar abgrenzen, als dass Jakob wieder in Begleitung seiner Frauen, Mägde und Söhne ist und sogleich mit dem Aufeinandertreffen mit seinem Bruder Esau konfrontiert wird, welcher seit längerem nicht mehr in Erscheinung getreten war.

4.2. Stellung im Kontext

Der Textabschnitt kann als alleinstehende Erzählung im Zusammenhang mit den Jakob-Esau-Geschichten verstanden werden, die sich von Gen 25,19 bis Gen 37,1 erstrecken. Diese sind Teil der Erzelterngeschichten (Gen 12-50). Diese Geschichten folgen in der Bibel direkt der Urgeschichte (Gen 1-11) und werden nach unten von der Exodusüberlieferung abgegrenzt.

5. Überlieferungsgeschichte

Der Frage nach der Überlieferungsgeschichte wird teils mit viel Skepsis begegnet. Schließlich fragt sie nach mündlichen Vorformen der letztendlichen Verschriftlichung biblischer Texte. „Es versteht sich von selbst, daß dieser Arbeitsgang stark hypothetische Züge trägt, weil er in das vorliterarische Stadium eines Textes zurückzugreifen versucht“[14]. Die überlieferungsgeschichtliche Forschung zu Gen 32,23-33 ist keineswegs abgeschlossen. Die beiden Grundfragen sind nun einerseits, ob jene Perikope eine „vorisraelitische Vorgeschichte “ und andererseits, ob „sie in ihrer literarischen Gestalt eine oder mehrere Bearbeitungen erfahren“[15] hat. Auch bei diesem Schritt sind die Meinungen geteilt. Friedrich Johannsen geht von einer Lokalsage als ältestem Kern aus, „in der vom Kampf eines Mannes mit einem Nacht- und Flussdämon erzählt wird“[16]. Wie bereits unter Punkt 4 angesprochen, wird von den meisten Auslegern davon ausgegangen, „daß die zugrunde liegende Erzählung alt sein muß“[17]. Es widerspricht israelitischen Glaubenszügen, an Furten, Flüssen oder anderen Gewässern von überirdischen Wesen am Übergang gehindert zu werden und somit ist die Geschichte „animistischem Geister- oder Dämonenglauben“[18] zuzuordnen. Westermann geht ferner davon aus, es handele sich hier ursprünglich um eine „besonders typische Ortssage, die […] im Umkreis der Jabbokfurt erzählt worden sein muß“[19]. Uwe Becker spricht sich hingegen gegen eine „eigenständige (noch dazu mündliche) Überlieferung“ im Sinne einer „präisraelitische[n] Sage“ aus. Die Erzählung müsse nicht zwangsläufig sonderlich alt sein nur, weil das Gottesbild etwas eigentümlich scheint[20].

Ich halte erstere These jedoch für wahrscheinlicher. Sicherlich sind, wie bereits erwähnt, einige Textstellen hinzugefügt worden, sofern man sich aber überhaupt auf die ohnehin sehr verschwommene Erwägung einer mündlich tradierten Vorgeschichte beruft, erscheint eine lokal geprägte Dämonensage, die man sich um den Ort der Jabbokfurt erzählte, am plausibelsten.

6. Redaktionsgeschichte

Die Literarkritik hat bereits aufgezeigt, dass es sich vermutlich um einen Verfasser – den Jahwisten – handelt und der Elohist als Zweitquelle zu vernachlässigen ist. Sie hat ebenfalls aufgezeigt, dass der Text gewisse Brüche aufweist, die auf nachträgliche Hinzufügungen deuten. Die Namensgebung des Ortes gehört wohl zur ursprünglichen Erzählung, auf die bereits in Punkt 5 Bezug genommen wurde. Auch wenn in der Lutherbibel, auf der diese Exegese beruht, an beiden Stellen Pnuël als Name der Stätte erwähnt wird, so muss doch darauf eingegangen werden, dass sowohl die hebräische Urfassung, als auch Bibelübersetzungen, die noch etwas näher am Urtext orientiert sind, für den gleichen Ort zwei sehr ähnliche, doch nicht gleiche Namen verwenden (siehe 2. Übersetzungsvergleich). Im Zuge dessen kann von einer nachträglichen Abänderung des Ortsnamens in Vers 31 ausgegangen werden[21]. Vers 26b gilt als zugehörig zu dem Zusatz von Vers 33 und stimmt bereits auf den Ritus ein, der aus der nachexilischen Zeit stammen dürfte[22]. Vers 32,28f. ist zudem eine Dublette zu Gen 35,10. Daraus lässt sich schließen, dass entweder Gen 35,10 bereits existiert haben muss oder Vers 32,28f. ihm zumindest nahe steht[23].

So lässt sich demnach abschließend sagen, dass die Verse 23-26a, 27, 30, 31a und 32 die ursprüngliche jahwistische Fassung darstellen und von Selbigem später ergänzt wurden.

7. Formgeschichte

Zunächst wird deutlich, dass die beiden „Hauptdarsteller“ der Perikope – Jakob und der Unbekannte – einen Großteil der Erzählung einnehmen. Das dramatische Geschehen wird mehrmals durch Dialoge beider Protagonisten, sowie einen Monolog Jakobs unterbrochen und von einer Art Kommentar abgeschlossen[24].

Wie bereits in Punkt 3. Gliederung dargestellt, kann der Text in drei Abschnitte unterteilt werden. Die Führung über den Jabbok, den Kampf und die Segnung und abschließend Ortsbenennung und Ritus. Zudem beginnen sieben der elf Verse mit einem ‚Und‘. Überhaupt findet sich jenes Wort ganze 19 Mal in den elf Versen, was der Erzählung einen vorantreibenden und beschleunigenden Charakter verleiht. Es wird außerdem explizit Wert auf die Anonymität des angreifenden Wesens gelegt – einerseits wird bis heute darüber philosophiert, ob es sich nun um einen Dämon, einen Engel oder Jahwe höchstpersönlich handele, andererseits gibt Jakobs Gegner seinen Namen nicht preis. Zeitlich erstreckt sich die Geschichte über mehrere Stunden. Von der Nacht (V. 23-24) über die Morgenröte (V. 25-26) bis zum Sonnenaufgang (V. 27-31). Schließlich kann die Form der Vorlage entweder als „legendarische Erzählung“[25] oder als „Ortssage“[26] betitelt werden.

[...]


[1] vgl. Das Bibelwerk, Bibelübersetzungen im Vergleich (Auswahl). URL: https://www.bibelwerk.de/Bibel.12790.html/Bibelübersetzungen+im+Vergleich.85153.html [Zugriff: 26.08.2016].

[2] Pola, Pnuël / Pniël. URL: https://www.bibelwissenschaft.de/de/stichwort/31120/ [Zugriff: 26.08.2016].

[3] vgl. Ruppert, Genesis, 374.

[4] vgl. Westermann, Biblischer Kommentar, 626.

[5] Westermann, Biblischer Kommentar, 626.

[6] Westermann, Biblischer Kommentar, 626.

[7] Seebass, Vätergeschichte, 398.

[8] Ruppert, Genesis, 368.

[9] von Rad, Das erste Buch Mose, 279.

[10] Westermann, Biblischer Kommentar, 626.

[11] Westermann, Biblischer Kommentar, 627.

[12] Ruppert, Genesis, 363.

[13] Ruppert, Genesis, 363.

[14] Becker, Exegese, 66.

[15] Ruppert, Genesis, 367.

[16] Johannsen, Arbeitsbuch, 126.

[17] Westermann, Biblischer Kommentar, 627.

[18] Westermann, Biblischer Kommentar, 627.

[19] Westermann, Biblischer Kommentar, 627.

[20] Becker, Exegese, 74.

[21] vgl. Westermann, Biblischer Kommentar, 634.

[22] vgl. Westermann, Biblischer Kommentar, 634.

[23] vgl. Westermann, Biblischer Kommentar, 632.

[24] vgl. Ruppert, Genesis, 364.

[25] Ruppert, Genesis, 370.

[26] Westermann, Biblischer Kommentar, 626.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Exegese von "Jakobs Kampf am Jabbok" (Gen 32,23-33)
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Note
1,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
18
Katalognummer
V379174
ISBN (eBook)
9783668559479
Dateigröße
519 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
exegese, jakobs, kampf, jabbok
Arbeit zitieren
Leo Decher (Autor), 2016, Exegese von "Jakobs Kampf am Jabbok" (Gen 32,23-33), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/379174

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