Diese Hausarbeit befaßt sich mit der Epoche des Sturm und Drang. Im ersten Teil werde ich verschiedene Aspekte der Epoche darstellen, wie z.B. die Schwierigkeit, den Sturm und Drang als eigenständige Epoche einzugrenzen. Weiter werde ich Einflüsse auf die deutsche Sturm und Drang-Bewegung aufzeigen und die bekanntesten Vertreter der Epoche vorstellen.
Der zweite Teil meiner Arbeit wird sich mit den Idealen des Sturm und Drang auseinandersetzen. Um einen Bezug zu den literarischen Gattungen herzustellen, werde ich die Verwirklichung der Ideale im Drama, in der Epik und in der Lyrik erläutern. Da ich diese Hausarbeit im Rahmen des TPS Der „junge Goethe“ verfasse, werde ich mich in Literaturbeispielen überwiegend auf Werke Goethes beziehen.
Im dritten und letzten Teil meiner Hausarbeit soll Goethes Prometheus-Ode als Beispiel für die Umsetzung der Ideale des Sturm und Drang dienen. Ich werde allerdings keine Interpretation anstreben, da dies den Rahmen meiner Hausarbeit sprengen würde. Ich möchte lediglich aufzeigen, wo der „programmatische“ Bezug zum Sturm und Drang in dieser Ode erkennbar ist.
Aufgrund des begrenzten Umfangs, der mir für diese Hausarbeit vorgegeben ist, muß ich darauf verzichten, einige Theorien detailliert auszuführen. Auf die Schriften Hamanns, religiöse Einflüsse, den Pietismus, als auch auf den Spinozismus kann ich daher nicht eingehen. Was den Pantheismus anbelangt, wird dieser im Zusammenhang mit dem Naturbegriff erwähnt.
[...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zum Epochenbegriff
3. Ideale des Sturm und Drang
4. Die Umsetzung der Ideale in den verschiedenen Gattungen
4.1. Drama
4.2. Epik
4.3. Lyrik
5. Darstellung der Ideale in Goethes Prometheus
6. Kommentar
7. Quellen
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Epoche des "Sturm und Drang", indem sie deren theoretische Grundlagen, die zentralen Ideale und deren literarische Umsetzung beleuchtet. Ziel ist es, das für die Epoche charakteristische Menschen- und Naturverständnis sowie den Geniebegriff anhand exemplarischer Werke, insbesondere von Johann Wolfgang von Goethe, aufzuzeigen.
- Die zeitliche Einordnung und Abgrenzung der Epoche.
- Die ideengeschichtliche Bedeutung von Individualität und Genie.
- Die Manifestation der Epochenideale in den Gattungen Drama, Epik und Lyrik.
- Die Analyse der "Prometheus-Ode" als programmatisches Beispiel.
- Die Rolle der Natur- und Gesellschaftskritik im Denken der Zeit.
Auszug aus dem Buch
Die Umsetzung der Ideale in den verschiedenen Gattungen
Das Verlangen nach persönlicher Freiheit besteht nicht nur in einer bloßen programmatischen Forderung nach Selbstbestimmung und Individualität, sondern findet ihre Umsetzung auch in den einzelnen literarischen Gattungen. Da für jede der unten angeführten Gattungen bestimmte Schwerpunkte auszumachen sind, in denen sich die Ideale des Sturm und Drang widerspiegeln, halte ich es für das Beste, die Gattungen getrennt zu besprechen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung der Zielsetzung der Arbeit, die sich auf die Darstellung der Epoche, ihrer Ideale und die Analyse der Prometheus-Ode konzentriert.
2. Zum Epochenbegriff: Untersuchung der zeitlichen Einordnung und der Schwierigkeiten, den Sturm und Drang als eigenständige Epoche gegenüber der Aufklärung und Klassik abzugrenzen.
3. Ideale des Sturm und Drang: Erläuterung der zentralen Werte wie Naturverbundenheit, Geniebegriff, Originalität und die Ablehnung gesellschaftlicher Zwänge.
4. Die Umsetzung der Ideale in den verschiedenen Gattungen: Analyse, wie sich die epochentypischen Ideale in den spezifischen formalen und inhaltlichen Strukturen von Drama, Epik und Lyrik niederschlagen.
4.1. Drama: Betrachtung der neuen Rolle des leidenden Helden, der Bedeutung Shakespeares als Vorbild und der Abkehr von den drei Einheiten.
4.2. Epik: Erörterung der Briefromanform und autobiografischer Bezüge, demonstriert am Beispiel von Goethes "Die Leiden des jungen Werther".
4.3. Lyrik: Darstellung der Lyrik als Ausdruck subjektiver Erlebnisdichtung und der Loslösung von starren metrischen Regeln zugunsten eines individuellen Rhythmus.
5. Darstellung der Ideale in Goethes Prometheus: Untersuchung von Goethes Ode als programmatisches Werk, das den Sturm und Drang-Geist und das prometheische Selbstverständnis verkörpert.
6. Kommentar: Persönliche Reflexion der Autorin über die Beschäftigung mit der Epoche und die zeitlose Relevanz einiger ihrer Gedanken.
7. Quellen: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.
Schlüsselwörter
Sturm und Drang, Aufklärung, Geniebegriff, Individualität, Johann Wolfgang von Goethe, Prometheus, Naturverständnis, Epochenumbruch, Subjektivität, Empfindsamkeit, Literaturgeschichte, Drama, Werther, Rebellion, Schöpfertum.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Epoche des Sturm und Drang und untersucht deren Kernthemen und Ideale.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind das neue Menschenbild, der Begriff der Individualität, das Geniekonzept sowie die Naturauffassung der Epoche.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die ideellen Grundlagen des Sturm und Drang zu definieren und deren spezifische Umsetzung in den drei literarischen Hauptgattungen sowie in Goethes Prometheus-Ode aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, bei der theoretische Hintergründe mit der Auswertung primärliterarischer Beispiele kombiniert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, eine ausführliche Erörterung der Ideale und deren exemplarische Anwendung auf Drama, Epik und Lyrik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Sturm und Drang, Genie, Individualität, Natur und das Werk Goethes.
Warum dient die "Prometheus-Ode" als zentrales Beispiel?
Die Ode wird als programmatisch für die Epoche angesehen, da sie die Auflehnung gegen Autoritäten und das prometheische Selbstbewusstsein des genialen Künstlers ideal verkörpert.
Welche Rolle spielt die Naturauffassung im Sturm und Drang?
Die Natur wird nicht mehr als nachzuahmendes statisches System gesehen, sondern als dynamische, schöpferische Kraft, mit der sich der Dichter identifiziert.
- Quote paper
- Tanja Kemmerling (Author), 2001, Der Sturm und Drang - Ideale und Umsetzung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3792