"Asset Backed Securities" als Finanzierungsmöglichkeit für Unternehmen und die Vorteile der Forderungsverbriefung


Hausarbeit, 2017

13 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Asset Backed Securities

3. Entstehung und Entwicklung

4. Funktionsweise der Asset Backed Securities

5. Arten der Asset Backed Securities

6. Term-Transaktionen

7. ABCP-Transaktionen

8. Vorteile des Asset Backed Securities

9. Schluss

10. Abbildungsverzeichnis

11. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Vor Eintritt der Finanz- und Wirtschaftskrise 2007 waren die Unternehmen in Deutschland durch eine typische Finanzierungskultur gekennzeichnet. Das berühmte Hausbankprinzip führte dazu, dass die Unternehmen eine enge Beziehung zu den Banken pflegten. Dabei wurde versucht die Informationsasymmetrie abzubauen nd ein Vorteil für die Langfristigkeit und Liquiditätsbereitstellung in Krisenzeiten zu schaffen. Somit fokussierten sich die Unternehmen bei ihrer Finanzierung stark auf die Bankkredite und ließen andere alternative Finanzierungsinstrumente außer Acht. Die Abhängigkeit der Unternehmen vom Bankensektor und die Verringerung der Eigenkapitalquoten deutscher Unternehmen im internationalen Vergleichführte zum wirtschaftlichen Rückgang.

Durch die Einführung von Basel II und die Veränderungen im Bankensektor, wurde die Kreditvergabe der Banken enorm eingeschränkt und die Unternehmen wurden von Seiten der Banken einer strikten Bonitätskontrolle unterzogen. Dieser Zustand bereitete für deutsche Unternehmen ein Problem, da Unternehmen nicht ihre traditionelle Finanzierungsquelle in Anspruch nehmen können. Unter diesen Umständen waren Unternehmen dazu gezwungen ihren Fokus auf alternative Finanzierungsinstrumente zu lenken. Diese Instrumente sollten den Unternehmen nicht nur als Finanzierungsquelle dienen, sondern auch zur Unabhängigkeit vom Bankensektor und Verstärkung der Eigenkapitalquote führen.[1]

Die bilanzneutrale Finanzierung, auch „Off-Balance-Sheet Financing“ genannt, rückte immer stärker in den Vordergrund und gewann an Bedeutung. Als Finanzierungsmöglichkeiten für Unternehmen werden neben dem Leasing und dem Beteiligungskapital auch die Asset Backed Securities (ABS) betrachtet. Im Jahre 2005 nutzte die DaimlerChrysler die ABS-Transaktionen für ihre Forderungen in Höhe von 43.981 Mio. €.[2]

Die Zielsetzung der vorliegenden Arbeit liegt darin, die Struktur der Asset Backed Securities als Finanzierungsinstrument zu verstehen und die Forderungsverbriefung näher zu erläutern. Unter anderem werden die Vorteile der Forderungsverbriefung für Unternehmen dargestellt.

2. Asset Backed Securities

Die Asset Backed Securities[3] bedeutet ins Deutsche übersetzt „mit Vermögenswerten gedeckte Wertpapiere“. Die ABS wurden vor der Finanz- und Wirtschaftskrise als innovative Finanzierungsmöglichkeit bezeichnet.[4] Der Begriff Securitisation wurde häufig mit den neuen Finanzinnovationen in Verbindung gesetzt. Die Definition für Securitisation ist die Verbriefung von Forderungen, dabei findet eine Transformation von nichtmarktfähigen in marktfähige Vermögenswerte statt. Dies steigert die Liquidität des Unternehmens und ein neues Finanzinstrument wird geschaffen. Ein Vorteil der Securitisation ist, dass das Bonitätsrisiko des Unternehmens übertragen und zugleich die Liquidität erweitert wird. Zum ersten Mal wurde die Securitisation in den USA genutzt, um ein neues Produkt auf dem Markt zu schaffen.[5] „Die Bündelung von Bilanzaktiva von Finanzinstituten, aber auch von Unternehmen, die in umfangreichem Maße Darlehen vergeben, hat zu einem neuen Marktsegment geführt, das unter dem Oberbegriff des Asset Backed Securities zusammengefasst wird.“[6]

Asset Backed Securities sind Wertpapiere, die durch Forderungen besichert sind.[7] Sie besitzen Zahlungsansprüche gegenüber einer Zweckgesellschaft, auch Special Purpose Vehicle[8] genannt. Diese Zweckgesellschaften wurden ausschließlich zum Zweck der ABS-Transaktionen gegründet. Die Zahlungsansprüche werden in der Regel durch einen Pool von gleichartigen und unverbrieften Forderungen („Assets“) gedeckt („backed“), diese wurden Seitens der Zweckgesellschaft vom ursprünglichen Eigentümer der Forderungen abgekauft. Die Anleihen („Securities“) werden von den Zweckgesellschaften emittiert. Die Emissionserlöse bestimmen den Kaufpreis des Forderungsbestands bzw. –pools. Durch die Ausgabe von Wertpapieren finanziert sich die Zweckgesellschaft. Die Einnahmen der Zweckgesellschaft aus dem verbrieften Forderungspool dienen den Käufern der Asset Backed Securities (Investoren) als wirtschaftliche Grundlage. Dieser Prozess wird auch als (Forderungs-) Verbriefung oder (Asset-) Securitisation betitelt.[9]

3. Entstehung und Entwicklung

Den Ursprung ihrer Entstehung haben die Asset Backed Securities in den USA. Der ursprüngliche Grundgedanke für die Asset Backed Securities war die Verbriefung von Hypotheken. Als in den 1970ern der Anstieg der Kreditnachfrage für Immobilien eine Gefahr zur Krise deutete hat die US-Regierung mit der Gründung von Government Sponsored Entities (GSEs) die Verbriefung von Hypotheken eingeführt. Diese sollten für zusätzliche Liquidität auf dem Markt sorgen. Die GSE sammelten verschiedene Forderungen aus den Hypothekendarlehen und stellten sie zur Verbriefung zur Verfügung. Dadurch wurden Standardisierungen gewährleistet und durch die Übernahme des Monitoring-Aufgaben wurden staatlich garantierte und sichere Produkte zu attraktiven Zinssätzen angeboten. Später entwickelten sich darauf Anleihepapiere und die mit den Hypothekenforderungen gesicherten Wertpapiere wurden Mortgage Backed Securities (MBS) genannt.[10]

Die ABS wurden nicht mehr mit Hypothekenkrediten verbrieft, sie fokussierten sich auf andere Forderungen. Die erste ABS-Transaktion mit der Verbriefung von Forderung fand im Jahre 1985 statt. Nach dem wurden auch neue Asset-Klassen für die Verbriefung entwickelt. Somit wuchs das Securitisationsgeschäft rasant und die Zweckgesellschaften konnten bis zu allen Assets eines Unternehmens abkaufen und verbriefen.

Die ABS-Strukturen wurden in Europa erst später bekannt und eingeführt. Die erste MBS-Verbriefung fand im Jahre 1987 in Großbritannien statt. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern liegt Deutschland weiter zurück. Erst ab 1997 begann eine verstärkte Nutzung von ABS. Die späte Einführung der ABS-Strukturen lässt sich zum einen damit begründen, dass es in Deutschlandkein ABS-Gesetz gab wie in England und Frankreich und somit mehrere Gesetze bei der Anwendung zur Geltung kamen und dies für Komplexität sorgte. Zum anderen ist die Verspätung wegen der traditionellen Finanzierungsform deutscher Unternehmen zu begründen. Des Weiteren ist zu beachten, dass es in Deutschland seit 1769 das Pfandbrief-Geschäft existiert, die der MBS-Struktur ähnelt und den Eintritt bzw. Aufbau eines AABS-Markts erschwert hat. Seit Anfang der 2000er Jahre hat die deutsche Regierung versucht den Verbriefungsmarkt positiv zu fördern.[11]

4. Funktionsweise der Asset Backed Securities

Im Rahmen einer üblichen Geschäftstätigkeit werden Forderungen im Unternehmen generiert. Der eigentliche Schuldner hat gegenüber dem Unternehmen eine Verbindlichkeit, wie z.B. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, zu begleichen. Den Ausgangspunkt für die Verbriefung der Forderungen stellt diese schuldrechtliche Beziehung zwischen dem Unternehmen und Schuldner dar.[12] Die nicht-liquiden Forderungen des Unternehmens werden gebündelt und in einem Bestand zusammengefasst an eine Zweckgesellschaft SPV verkauft, dabei wird der Forderungsverkäufer als „Originator“ bezeichnet. Die Ansprüche des Originators gegenüber dem Schuldner gehen mit dem Verkauf an die Zweckgesellschaft über. Währenddessen wird die Bonität der Forderungen vom Geschäftsrisiko des Originators getrennt. Die Begleichung des Kaufpreises der Forderungen seitens der Zweckgesellschaft wird dadurch gewährleistet, dass die SPV am Kapitalmarkt Wertpapiere, die sogenannten Asset Backed Securities, emittiert, die mit den angeschafften Forderungen besichert sind und aus ihren Einnahmen getilgt werden. Somit werden die Forderungen „verbrieft“.[13] Der Bilanzabgang der Forderungen („True Sale“) ist dabei die Hauptabsicht einer ABS-Transaktion.[14] Der Ablauf einer ABS-Transaktion ist in Abbildung 1 nochmal dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Grundstruktur einer ABS-Transaktion.[15]

[...]

[1] Vgl. Schmittat (2007), S. 1 f.

[2] Vgl. Funk, Rossmanith (2008), S. 81.

[3] Im Folgenden abgekürzt als ABS.

[4] Vgl. Sidki (2013), S. 71.

[5] Vgl. Graf von Bernstorff (1996), S. 201.

[6] Graf von Bernstorff (1996), S. 201.

[7] Vgl. Langner (2002), S. 657.

[8] Im Folgenden auch als SPV abgekürzt.

[9] Vgl. Funk, Rossmanith (2011), S. 107.

[10] Vgl. Schmittat (2007), S. 13 f.

[11] Vgl. Schmittat (2007), S. 14 f.

[12] Vgl. Bertl (2004), S.113 f.

[13] Vgl. Langner (2002), S. 657.

[14] Vgl. Funk, Rossmanith (2008), S. 82.

[15] Quelle: Darstellung aus Funk, Rossmanith (2011), S. 110.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
"Asset Backed Securities" als Finanzierungsmöglichkeit für Unternehmen und die Vorteile der Forderungsverbriefung
Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
Note
1,3
Autor
Jahr
2017
Seiten
13
Katalognummer
V379246
ISBN (eBook)
9783668568402
ISBN (Buch)
9783668568419
Dateigröße
454 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
asset, backed, securities, role, finance, case, account, receivables
Arbeit zitieren
Emine Simsek (Autor), 2017, "Asset Backed Securities" als Finanzierungsmöglichkeit für Unternehmen und die Vorteile der Forderungsverbriefung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/379246

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