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Etablierung demokratischer Ansprüche und Prozesse in der Zivilgesellschaft Argentiniens. Entwicklung und Umsetzung von „political society“ und „civil society“

Titel: Etablierung demokratischer Ansprüche und Prozesse in der Zivilgesellschaft Argentiniens. Entwicklung und Umsetzung von „political society“ und „civil society“

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2017 , 18 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Soziologie - Politik, Majoritäten, Minoritäten
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In Argentinien herrschte über viele Jahre hinweg eine repressive Diktatur. Sie ging einher mit politischer Gewalt, Verhaftungen, Zensur und Exekutionen. Interessant ist dabei, dass es keine Verfassungsreform gab und bis heute eine nicht wesentlich veränderte Verfassung aus dem 19. Jahrhundert gilt. Das spricht in Bezug auf policys (politische Inhalte) und politys (Strukturen, Institutionen) für einen geringen Einfluss von institutionellen bzw. formellen Faktoren wie der Verfassung und für einen hohen Einfluss gesellschaftlicher Akteure.

Heute ist Argentinien sei über 30 Jahren demokratisch. Daher stellt sich inzwischen die Frage, ob die demokratischen Prozesse und Werte auch bei den Bürgern und Machtakteuren angekommen sind oder ob nach wie vor undemokratische Gesellschaftsprozesse dominieren. Durch Argentiniens autoritäre Vergangenheit wird dieser Fall besonders relevant. Diese Arbeit soll deswegen überprüfen, ob die argentinische Zivilgesellschaft demokratischer Ansprüche entspricht. Das heißt, ob sie sich frei organisieren und Macht ausüben kann und ob demokratische Prozesse etabliert sind.

Dafür greift sie die Unterteilung in „civil society“ und „political society“ von Linz und Stepan auf. „Civil society“ bezeichnet hier die gesellschaftliche Ebene der Interessenaggregation und -ausübung. Hingegen entsteht die „political society“ aus der „civil society“, versucht aber direkt an Machtpositionen in der Gesellschaft zu kommen und nicht nur durch Macht auf sie zu wirken. Dafür nutzt sie demokratische Prozesse und etabliert diese gleichzeitig. Diese Arbeit erörtert die Existenz dieser beiden Gruppen und zivilgesellschaftliche Repressionen in dem lateinamerikanischen Land. Außerdem gibt sie einen Überblick über die neuen Entwicklungen in der demokratischen Kultur.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die „civil society“ und die „political society“

3. Das politische System Argentiniens und seine Vorgeschichte

4. Empirische Analyse

5. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht, inwieweit die argentinische Zivilgesellschaft den theoretischen Anforderungen einer demokratischen Gesellschaft entspricht, wie sie von Linz und Stepan definiert wurden. Im Zentrum steht die Analyse, ob neben einer freien „civil society“ auch eine „political society“ existiert, die demokratische Prozesse aktiv etabliert, oder ob autoritäre Strukturen und Defizite die demokratische Konsolidierung behindern.

  • Konzeptuelle Grundlagen der „civil society“ und „political society“ nach Linz und Stepan.
  • Historische Genese und Entwicklung des politischen Systems in Argentinien.
  • Einfluss von politischer Gewalt und Korruption auf gesellschaftliche Akteure.
  • Vertrauen in demokratische Institutionen und Wahlprozesse.
  • Staatliche Repressionen und deren Auswirkungen auf die Handlungsspielräume zivilgesellschaftlicher Organisationen.

Auszug aus dem Buch

2. Die „civil society“ und die „political society“

Grundsätzlich basiert die Definition von „civil society“ und „political society“ auf dem Begriff „consolidated democracy“. Dieser beschreibt einen Zustand, in dem die Demokratie als grundsätzliches Gesellschaftskonzept nicht mehr hinterfragt wird und es keine signifikanten Widerstände innerhalb der Gesellschaft gegen diese gibt. Dieser Phase geht die „Transition“ voraus, also der Transformationsprozess vom autoritären Regime hin zum demokratischen. Ist diese abgeschlossen, sei laut Linz das Verhalten der gewählten Regierung nicht mehr daran orientiert, wie man den Zusammenbruch des demokratischen Systems verhindern kann. Er fasst das Kriterium für eine „consolidated democracy“ zusammen als soziale, institutionelle und psychologische Habitualisierung und Internalisierung der Werte von demokratischen Prozessen (Linz/Stepan 1997: 5). Darauf aufbauend muss ein Staat existieren, um demokratische Prozesse durchzuführen, die mit dem Bereich der „society“ entsprechend interagieren. Da es allerdings an der Staatlichkeit von Argentinien keine signifikanten Zweifel bestehen (Beispielsweise gibt es keine großen Debatten über Souveränität auf dem Staatsterritorium und kein Staat versucht massiv die Staatlichkeit zu behindern) kann dieser Aspekt für die Analyse vernachlässigt werden. Linz und Stepan nennen fünf Bereiche der „consolidated democracy“. Es muss sowohl eine „civil society“ als auch eine „political society“ existieren. Zur Absicherung dieser dient das etablierte Recht („rule of law“) und eine staatliche Bürokratie („state bureaucracy“). Außerdem wichtig ist eine institutionalisierte „economic society“ (Linz/Stepan 1997:7). Insgesamt stehen alle Felder in starker Interaktion miteinander. Jedes dieser Felder sei notwendig für eine „consolidated democracy“ (Linz/Stepan 1997: 14f). Die „civil“ und die „political“ Gesellschaft hängen in der Analyse entscheidend zusammen, da sie sich gegenseitig beeinflussen. Andererseits haben beide eigene Kennzeichen (Linz/Stepan 1997: 8), weshalb im Folgendem die jeweiligen Charakteristiken hervorgehoben werden um hierdurch die These zu operationalisieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage zur demokratischen Qualität der argentinischen Gesellschaft im Kontext der Konzepte von Linz und Stepan vor und skizziert das methodische Vorgehen.

2. Die „civil society“ und die „political society“: Dieses Kapitel definiert die theoretischen Kernbegriffe „civil society“, „political society“ und „consolidated democracy“ und setzt sie in ein analytisches Verhältnis zueinander.

3. Das politische System Argentiniens und seine Vorgeschichte: Der Autor gibt einen historischen Abriss über die argentinische Geschichte und analysiert die Machtstrukturen der präsidialen Demokratie sowie deren Auswirkungen auf die Zivilgesellschaft.

4. Empirische Analyse: Anhand verschiedener Studien untersucht dieses Kapitel spezifische Defizite wie Korruption, politische Gewalt und die Einschränkung von Freiheitsrechten auf ihre Auswirkungen für die zivilgesellschaftliche Organisation.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die These einer uneingeschränkten Zivil- und politischen Gesellschaft durch die aufgezeigten Defizite teilweise falsifiziert werden muss.

Schlüsselwörter

Argentinien, Zivilgesellschaft, Civil Society, Political Society, Konsolidierte Demokratie, Demokratisierung, Korruption, Politische Gewalt, Linz und Stepan, Machtstruktur, Institutionen, Wahlprozess, Repression, Interessengruppen, Rechtsstaatlichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Zustand der argentinischen Demokratie und prüft, ob die Zivilgesellschaft dort als „civil society“ und „political society“ im Sinne der Definition von Linz und Stepan uneingeschränkt funktioniert.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die theoretischen Grundlagen demokratischer Konsolidierung, die politische Geschichte Argentiniens, das Zusammenspiel von staatlicher Macht und zivilgesellschaftlicher Organisation sowie die Untersuchung von Defiziten wie Gewalt und Korruption.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist die Überprüfung der These, ob in Argentinien sowohl eine uneingeschränkte „civil society“ als auch eine „political society“ existieren, die demokratische Prozesse stützen und legitimieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt einen problemorientierten Ansatz, bei dem theoretische Konzepte (Linz/Stepan) mit empirischen Berichten und Studien zu verschiedenen Aspekten der argentinischen Politik (z.B. Korruption, Wahlverhalten, Gewalt) kombiniert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, eine historische Einordnung der argentinischen Staatsstruktur sowie eine empirische Untersuchung konkreter gesellschaftlicher und politischer Probleme mittels existierender Studien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „civil society“, „political society“, „demokratische Konsolidierung“, „Argentinien“ und „institutionelle Defizite“ charakterisiert.

Welche Rolle spielt die „political society“ bei der Konfliktregulierung laut der Arbeit?

Die „political society“ hat laut Linz und Stepan die Aufgabe, durch institutionelle Regulationen Kompromisse zu formulieren und als Vermittler zwischen dem demokratischen Willen der Bürger und dem Staat zu agieren.

Welchen Einfluss hat Korruption auf die Zivilgesellschaft in Argentinien?

Korruption benachteiligt die Zivilgesellschaft, da sie Ressourcen verzerrt, den demokratischen Output mindert und das Vertrauen der Bürger in demokratische Werte untergräbt, was wiederum die Organisation kollektiver Interessen erschwert.

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Details

Titel
Etablierung demokratischer Ansprüche und Prozesse in der Zivilgesellschaft Argentiniens. Entwicklung und Umsetzung von „political society“ und „civil society“
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen  (Politische Soziologie und Sozialpolitik)
Veranstaltung
Exemplarische Studien der politischen Soziologie und des Wohlfahrtsstaates
Note
1,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
18
Katalognummer
V379288
ISBN (eBook)
9783668578104
ISBN (Buch)
9783668578111
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Argentinien Zivilgesellschaft Demokratie Linz Stepan Lateinamerika Präsidentialismus Meinungsfreiheit Pressefreiheit Kirchner Protest Korruption policy politische Gewalt Wahlsystem
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2017, Etablierung demokratischer Ansprüche und Prozesse in der Zivilgesellschaft Argentiniens. Entwicklung und Umsetzung von „political society“ und „civil society“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/379288
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Leseprobe aus  18  Seiten
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