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Es muss was passieren, aber es darf sich nichts ändern. Eine theologische Beurteilung der Pastoralen Prioritäten in der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Title: Es muss was passieren, aber es darf sich nichts ändern. Eine theologische Beurteilung der Pastoralen Prioritäten in der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Diploma Thesis , 2005 , 107 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Theresia Klein (Author)

Theology - Practical Theology
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Die Kirche in Deutschland steckt in einer ernsten Krise – so verkünden es zumindest die Pressemeldungen der vergangenen Monate und so ist auch die Stimmung innerhalb der Kirche treffend zu beschreiben.
Dabei steht nicht nur ihre schwindende Glaubwürdigkeit in der Öffentlichkeit vielfach zur Debatte, auch finanzielle Probleme zwingen eine Diözese nach der anderen zu drastischen Einsparungsmaßnahmen. Vor dem Hintergrund von hohen Personalkosten, sinkenden Kirchensteuermitteln und oft jahrelanger Misswirtschaft scheint die Frage nach der Pastoral als der ureigenen Aufgabe von Kirche in der Welt sekundär. Die Kräfte der Ordinariate werden von Überlegungen zur wirtschaftlichen Lage der Kirche in Deutschland gebunden.

Auch in der Diözese Rottenburg-Stuttgart sehen sich die pastoralen wie verwaltungsrechtlichen Funktionsträger mit der Herausforderung einer „verantwortete[n] Zukunftsplanung“ konfrontiert, die es notwendig macht, „die künftigen Schwerpunkte festzulegen“ und Kriterien dafür aufzustellen, „was die Diözese (noch) leisten könne und was nicht“2. In dieser Formulierung schwingt implizit schon das Reflexivpronomen mit, welches die entsprechenden finanziellen Möglichkeiten beleuchtet: „[...] was die Diözese sich (noch) leisten könne und was nicht“. Um Klarheit in die ungewisse Planung zu bringen, wurde im Jahr 2000 ein diözesanweiter Prozess zur Findung „Pastoraler Prioritäten und Posterioritäten“ angestoßen.

Als Mitglied im 7. Diözesanrat der Diözese Rottenburg-Stuttgart hatte ich die Möglichkeit, diesen Prozess der Schwerpunktfindung mitzuerleben und mitzugestalten. Nachdem die operative Ebene mit den letzten Kürzungsbeschlüssen des Diözesanrats in seiner Sitzung vom 24./25. September 2004 verlassen ist und es in der Praxis nun um die Umsetzung aller Beschlüsse und Perspektiven geht, will ich das wichtigste Zwischenergebnis des Prozesses, das Papier „Zeichen setzen in der Zeit. Pastorale Prioritäten in der Diözese Rottenburg-Stuttgart“ in theologischer Hinsicht untersuchen.
Welche impliziten und expliziten theologischen Aussagen das Papier trifft, welches Kirchenbild sich hinter einer solchen Art der Diskussion über die Zukunft von Ortskirche verbirgt, wie das Verhältnis von Verwaltung und Pastoral bestimmt wird und welche Implikationen sich aus dem Beschlusspapier ergeben, ist Thema dieser Arbeit.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

VORWORT

I. „NUR WER SICH ÄNDERT, BLEIBT SICH TREU.“

1. IDENTITÄT UND VERÄNDERUNG

2. VERÄNDERUNG IN SYSTEMTHEORETISCHER SICHT

3. STRUKTUR, STRUKTUR

II. DER PRIORITÄTEN-PROZESS UND SEIN ERGEBNISPAPIER

„ZEICHEN SETZEN IN DER ZEIT“

4. DIE DISKUSSION ÜBER „PASTORALE PRIORITÄTEN“

4.1 IDEE UND ZIEL

4.2 ZEITPLAN UND DURCHFÜHRUNG

4.3 PRIORITÄT – NORMALITÄT – POSTERIORITÄT

5. „ZEICHEN SETZEN IN DER ZEIT“

5.1 AUFBAU UND INHALT DES PAPIERS

5.2 VON „WIR GEBEN UNSERER HOFFNUNG EIN GESICHT“ ZU „ZEICHEN SETZEN IN DER ZEIT“

III. DIE THEOLOGISCHE BEURTEILUNG

6. DIE THEOLOGIE DER ZEICHEN DER ZEIT

7. EVANGELISIERUNG: SCHLÜSSELBEGRIFF FÜR DIE „PASTORALEN PRIORITÄTEN“

7.1 EVANGELISIERUNG IST EIN GRUNDBEGRIFF DER PASTORAL

7.2 DER EVANGELISIERUNGSBEGRIFF AUS EVANGELII NUNTIANDI

7.3 EIN PARADIGMENWECHSEL

7.4 (NEU-)EVANGELISIERUNG DURCH „PASTORALE PRIORITÄTEN“?

8. „PASTORALE PRIORITÄTEN“ ALS „OPTION FÜR“

9. KIRCHE UND IHRE GRUNDVOLLZÜGE

9.1 GRUNDVOLLZÜGE VON KIRCHE IN DER THEORIE ...

9.1.1 Grundvollzüge oder Ämter?

9.2.2 Zwei, drei oder vier Grundvollzüge? Drei Theorien

9.2 ... UND IN DER PRAXIS

10. PASTORALER ERFOLG – EINE SCHWIERIGE KATEGORIE

IV. IST ETWAS PASSIERT ODER HAT SICH ETWAS GEÄNDERT?

11. DAS WEITERE VORGEHEN: DIE PASTORALEN POSTERIORITÄTEN

12. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht in theologischer Hinsicht, wie der Prozess der Schwerpunktfindung in der Diözese Rottenburg-Stuttgart („Pastorale Prioritäten“) kirchliche Identität und Zukunftsplanung unter den Bedingungen von gesellschaftlichem Wandel und finanziellem Druck definiert. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, wie pastorales Handeln zwischen dem Anspruch der Evangelisierung und strukturellen Notwendigkeiten authentisch gestaltet werden kann.

  • Theologische Beurteilung pastoraler Priorisierung
  • Verhältnis von Identität, Veränderung und Struktur
  • Systemtheoretische Perspektiven auf kirchliche Praxis
  • Evangelisierung als Schlüsselbegriff und Grundvollzug
  • Die Kategorie des pastoralen Erfolgs im Kontext von Sparzwängen

Auszug aus dem Buch

1. Identität und Veränderung

Das paradoxe, Wolf Biermann zugeschriebene Diktum „Nur wer sich ändert, bleibt sich treu“ muss – auch in kirchlichen Kreisen - bei allen möglichen passenden und weniger passenden Gelegenheiten zur Illustrierung der Notwendigkeit von Veränderungen herhalten. Wer es mit dem Titel dieser Arbeit „Es muss was passieren, aber es darf sich nichts ändern“ in Beziehung setzt, erreicht die Meta-Ebene der Veränderung: Auf der einen Seite scheint Veränderung ein zu großer Einschnitt zu sein, als dass man sie willentlich herbeiführen wollte, auf der anderen Seite soll gerade in der Veränderung die Erhaltung der eigenen Identität liegen. Beides in eine Synthese zu bringen scheint eine geradezu unmögliche Aufgabe zu sein, der sich zu stellen keine triviale Entscheidung ist.

Jede Veränderung beinhaltet eine innere und äußere Lösung von bekannten Strukturen und Denkmustern und bedeutet damit Abschied vom Gewohnten. Eine Veränderung erfordert deshalb, wenn sie erfolgreich durchgeführt werden will, neben der nötigen Entschlossenheit vor allem Zeit und viel Fingerspitzengefühl. Wer Veränderungen anstrebt, braucht ein Ziel vor Augen, das nötigenfalls Halt gibt in der Phase, in der Halt vom Alten nicht mehr und vom Neuen noch nicht geleistet werden kann. Diese Funktion kann ein Ziel nur dann erfüllen, wenn es sehr konkret in der Formulierung sowie transparent in der Umsetzung ist und in einem zeitlich absehbaren Rahmen überprüfbar umgesetzt werden kann.

Zusammenfassung der Kapitel

VORWORT: Die Einleitung beleuchtet die krisenhafte Ausgangslage der Kirche in Deutschland und der Diözese Rottenburg-Stuttgart, die Anlass für den Prozess zur Findung „Pastoraler Prioritäten“ gab.

I. „NUR WER SICH ÄNDERT, BLEIBT SICH TREU.“: Dieser Teil befasst sich theoretisch mit dem Spannungsfeld von Identitätserhalt und notwendiger Veränderung, unter Einbeziehung systemtheoretischer Überlegungen.

II. DER PRIORITÄTEN-PROZESS UND SEIN ERGEBNISPAPIER: Hier werden Verlauf und Textbasis des diözesanen Prozesses sowie die Diskussion um Begriffe wie Priorität, Normalität und Posteriorität detailliert beschrieben.

III. DIE THEOLOGISCHE BEURTEILUNG: Im Hauptteil der Arbeit erfolgt eine fundierte Auseinandersetzung mit der Theologie der „Zeichen der Zeit“, dem Begriff der Evangelisierung sowie den kirchlichen Grundvollzügen.

IV. IST ETWAS PASSIERT ODER HAT SICH ETWAS GEÄNDERT?: Der abschließende Teil analysiert das weitere Vorgehen bezüglich der sogenannten Posterioritäten und zieht ein Fazit über die theologischen Konsequenzen des gesamten Prozesses.

Schlüsselwörter

Pastoral, Diözese Rottenburg-Stuttgart, Evangelisierung, Pastorale Prioritäten, Identität, Veränderung, Grundvollzüge, Systemtheorie, Kirche in der Zeit, Zeichen der Zeit, Pastoraler Erfolg, Koinonia, Diakonia, Martyria, Liturgie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit bietet eine theologische Beurteilung des diözesanen Prozesses zur Findung „Pastoraler Prioritäten“ in der Diözese Rottenburg-Stuttgart vor dem Hintergrund notwendiger Einsparungen und struktureller Veränderungen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Theologie der „Zeichen der Zeit“, das Verständnis von Evangelisierung als Identitätskern kirchlichen Handelns sowie die theoretische Fundierung kirchlicher Grundvollzüge.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, welche theologischen Aussagen und welches Kirchenbild sich hinter der Diskussion um die Zukunftsfähigkeit der Ortskirche verbergen und wie pastorale Prioritäten verantwortet gesetzt werden können.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin wählt einen theoretischen Zugang, der nicht empirisch-projektanalytisch, sondern hermeneutisch-theologisch orientiert ist, indem sie die Theorie in der Praxis widerspiegelt.

Was bildet den Schwerpunkt im Hauptteil?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die theologische Fundierung der Prioritäten im Licht des Evangeliums, das Verhältnis von Verwaltung und Pastoral sowie die kritische Reflexion der Kategorie „pastoraler Erfolg“.

Welche Schlagworte charakterisieren das Dokument?

Das Dokument wird maßgeblich durch Begriffe wie Evangelisierung, Koinonia, pastorale Priorisierung, systemtheoretische Reflexion und das Spannungsverhältnis zwischen Institution und Charisma geprägt.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Prioritäten und Posterioritäten?

Während Prioritäten als vorrangige Handlungsziele im Dienst der Evangelisierung fungieren, werden Posterioritäten primär als Reduzierungsvorgaben unter dem Druck finanzieller Haushaltskonsolidierung verhandelt.

Wie ist die Beziehung zwischen „Zeichen der Zeit“ und pastoraler Planung zu verstehen?

Die „Zeichen der Zeit“ sind kein rein methodisches Instrument für Effizienz, sondern eine Leitkategorie, die das pastorale Handeln dazu auffordert, sich stets neu an der Liebe Gottes und den konkreten Nöten der Menschen zu orientieren.

Warum wird das Modell der Grundvollzüge so intensiv diskutiert?

Es dient der theoretischen Systematisierung kirchlicher Praxis. Die Autorin prüft, ob die Gleichsetzung von Prioritäten mit den Grundvollzügen (Martyria, Diakonia, Liturgia, Koinonia) argumentativ tragfähig ist oder eher der Praktikabilität dient.

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Details

Title
Es muss was passieren, aber es darf sich nichts ändern. Eine theologische Beurteilung der Pastoralen Prioritäten in der Diözese Rottenburg-Stuttgart
College
University of Tubingen  (Kath.-Theologische Fakultät Tübingen, LS für Prakt. Theologie)
Grade
1,0
Author
Theresia Klein (Author)
Publication Year
2005
Pages
107
Catalog Number
V37931
ISBN (eBook)
9783638371407
Language
German
Tags
Eine Beurteilung Pastoralen Prioritäten Diözese Rottenburg-Stuttgart
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Theresia Klein (Author), 2005, Es muss was passieren, aber es darf sich nichts ändern. Eine theologische Beurteilung der Pastoralen Prioritäten in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37931
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