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Die Bedeutung der Grimms Märchen für Kinder in der Erziehung

Title: Die Bedeutung der Grimms Märchen für Kinder in der Erziehung

Term Paper , 2017 , 20 Pages

Autor:in: Ömer Zorlu (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
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Märchen. Sie weisen viele Facetten auf. Auf der einen Seite wird behauptet, dass sie für Kinder schädlich und brutal seien. Auf der anderen Seite werden Märchen gelobt und befürwortet. Auf Grundlage dieser Problematik soll in dieser Hausarbeit der Frage nachgegangen, welche Bedeutung Märchen für Kinder in der Erziehung haben. In diesem Punkt ist anzumerken, dass der Verfasser in dieser Hausarbeit sich auf die Kinder- und Hausmärchen von den Gebrüdern Grimm beschränken wird. Wenn also in den folgenden Zeilen von Märchen die Rede ist, dann sind mit diesen die Kinder- und Hausmärchen gemeint.

Zu Beginn dieser Arbeit soll die Bedeutung der Märchen für Kinder nach Wolfgang Klafki untersucht werden. Darauf soll eine Darlegung von der psychologischen Bedeutung von Märchen folgen. Im zweiten Teil dieser Arbeit soll eine Untersuchung der Thesen der Märchenkritiker unternommen werden. Im dritten Teil wird versucht, ein Unterrichtsbeispiel zum Thema Märchen zu entwickeln. Dabei wird der Unterricht auf dem didaktischen Prinzip der Verfremdung basieren. Zum Schluss sollen die gewonnenen Erkenntnisse zusammengefasst dargestellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bedeutung der Märchen für Kinder

3. Märchen als „(Un)geeignete Kinder-und Jugendliteratur“

3.1 „Märchen sind grausam“

3.2 „Märchen sind Mittel zum Dressieren“

3.3 Sind Märchen noch zeitgemäß?

4. Verfremdung als didaktisches Prinzip

5. Darstellung einer Unterrichtseinheit zum Thema „Märchen verfremden“

5.1 Übersicht über die Unterrichtsreihe und Stellung der Stunde in der Einheit

5.2 Lernausgangslage der Kinder

5.3 Planung und Dokumentation der 4. Sequenz „Verfremdung des Märchens Hänsel und Gretel“

5.4 Lernziele

5.5 Unterrichtsverlaufsplan

5.6 Reflexion

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Märchen für die kindliche Erziehung und Entwicklung unter Berücksichtigung sowohl förderlicher Aspekte als auch kritischer Stimmen, die Märchen Gewaltverherrlichung oder Disziplinierung vorwerfen. Ziel ist es, durch die Analyse der Bedeutung von Märchen ein didaktisches Konzept zu entwickeln, welches das Prinzip der Verfremdung nutzt, um Kinder zu kreativem Denken und kritischer Auseinandersetzung mit Märchentexten anzuregen.

  • Die psychologische und pädagogische Bedeutung von Märchen für Kinder.
  • Kritische Auseinandersetzung mit Märchen (Grausamkeit und Dressur).
  • Die Relevanz von Märchen im modernen Kontext.
  • Das didaktische Prinzip der Verfremdung nach Bertolt Brecht.
  • Praktische Umsetzung einer Unterrichtseinheit zur Verfremdung von Märchen.

Auszug aus dem Buch

3.2 „Märchen sind Mittel zum Dressieren“

Neben der Behauptung, dass Märchen grausam seien, wird das Argument aufgeführt, Märchen seien ein Mittel, womit Kinder nach erwünschten Verhaltenserwartungen dressiert werden. Laut Märchenkritiker würden mithilfe der Märchen, Kinder zu Gehorsam, Anpassung, Weltfremdheit und Passivität erzogen werden (vgl. Häselbarth 1992). Beispielhaft werden hierfür Rotkäppchen und Frau Trude genannt, bei denen Kinder wegen ihres Ungehorsams bestraft werden.

Neben der Disziplinierung der Kinder wird auch ihre Ausbeutung kritisiert, wie es z.B. in Aschenputtel der Fall ist. Hinzu kommt das Rollenverständnis der Frau und die unantastbare Vaterfigur. Was all diese Punkte gemein haben, ist, dass das Kind, ob Junge oder Mädchen, den Repression in der Familie bzw. Familie ausgeliefert ist. Das Kind als Subjekt könne seiner Rolle nicht gerecht werden (vgl. ebd.). Weil Märchen mit Abschreckung und Angst arbeiteten, seien sie passe. Die gegenwärtige Pädagogik ziele auf die Mündigkeit und Bildsamkeit der Kinder ab (vgl. Geister 2014, S.8).

Dass es Märchen gebe, die ein bieder-konservatives trügen, sei nicht zu bestreiten. Dies könne jedoch nicht verallgemeinert werden (vgl. Häselbarth 1992). „Etliche sind von gesellschaftlicher Brisanz, und immer wieder geht es darum, dass sich Märchenheldinnen und –helden von Abhängigkeiten und Bevormundungen befreien und nach eigener Devise handeln“ (Mallet 1986, S. 87). Beispielhaft sei hier „Des Teufels rußiger Bruder“ erwähnt, in dem „militärische Autoritäten in großen Kesseln in der Hölle gesotten werden“; oder in „Das blaue Licht“ rächt sich der Soldat an dem König (vgl. ebd.). Märchenhelden haben immer eine Aufgabe zu bewältigen. Trotz der schwierigen Umstände, in denen sie handeln müssen, geben sie nicht auf. Sie sind tapfer und optimistisch; und diese Merkmale sind eher einem aktiven Charakter zuzuordnen als einem passiven. Bei Hänsel und Gretel ist es sogar Gretel, die ihren Bruder von der Hexe rettet. Dies könne sogar als emanzipatorischer Akt verstanden werden (vgl. Häselbarth 1992).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Ambivalenz der Märchenrezeption zwischen Befürwortern und Kritikern ein und skizziert den Aufbau der Hausarbeit sowie die Beschränkung auf die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm.

2. Bedeutung der Märchen für Kinder: Dieses Kapitel erläutert die Gegenwarts- und Zukunftsbedeutung von Märchen nach Klafki sowie die psychologische Perspektive, in der Märchen als Mittel zur Konfliktbewältigung und zur Entwicklung des kindlichen Denkens und der Phantasie dienen.

3. Märchen als „(Un)geeignete Kinder-und Jugendliteratur“: Hier werden die Hauptkritikpunkte an Märchen – die Darstellung von Grausamkeiten und die vermeintliche Funktion als Dressurinstrument – detailliert untersucht und durch Gegenargumente sowie einen Ausblick auf die Zeitgemäßheit der Märchen relativiert.

4. Verfremdung als didaktisches Prinzip: Dieses Kapitel führt das aus der Theatertheorie stammende Prinzip der Verfremdung ein und beschreibt, wie es im Unterricht genutzt werden kann, um Lernprozesse zu fördern und die Neugier der Schüler zu wecken.

5. Darstellung einer Unterrichtseinheit zum Thema „Märchen verfremden“: Das Kapitel präsentiert ein konkretes, praxisnahes Unterrichtsbeispiel für eine 4. Klasse, das die Anwendung des Verfremdungsprinzips auf das Märchen „Hänsel und Gretel“ detailliert plant und reflektiert.

6. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und betont, dass Märchen trotz berechtigter Kritik ein wesentlicher Bestandteil für die kindliche Entwicklung bleiben, sofern sie angemessen und reflektiert in der pädagogischen Arbeit eingesetzt werden.

Schlüsselwörter

Märchen, Kindheit, Erziehung, Psychologie, Märchenkritik, Verfremdung, Didaktik, Grundschule, Hänsel und Gretel, Phantasie, Konfliktbewältigung, Emanzipation, Unterrichtsgestaltung, Gebrüder Grimm, Bildsprache.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Märchen für die Erziehung und Entwicklung von Kindern sowie die damit verbundene didaktische Auseinandersetzung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die pädagogische und psychologische Bedeutung von Märchen, die Kritik an Märchen bezüglich Grausamkeit und Dressur sowie das didaktische Prinzip der Verfremdung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Rolle von Märchen kritisch zu reflektieren und ein didaktisches Konzept zu entwickeln, das durch Verfremdung die aktive und kreative Auseinandersetzung von Grundschulkindern mit Märchen fördert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit erziehungswissenschaftlicher Literatur sowie die Konzeption eines Unterrichtsentwurfs auf Basis der Verfremdungsdidaktik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Bedeutung von Märchen, untersucht Kritikpunkte, erläutert das Prinzip der Verfremdung und stellt eine geplante Unterrichtseinheit zu diesem Thema vor.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Märchen, Didaktik, Verfremdung, Erziehung, Grundschule, kindliche Entwicklung und Konfliktbewältigung.

Wie gehen Kinder laut der Arbeit mit der Grausamkeit in Märchen um?

Die Arbeit argumentiert, dass Kinder Märchen anders als Erwachsene wahrnehmen und Grausamkeiten als notwendig für die Bewältigung innerer, kindlicher Konflikte und Ängste ansehen, die sie in die Märchenfiguren projizieren.

Warum ist das Prinzip der Verfremdung für den Unterricht wichtig?

Das Verfremdungsprinzip hilft, Bekanntes aus einer neuen Perspektive zu betrachten, regt zum kritischen Nachdenken an, bricht die Passivität der Lernenden auf und fördert den Meinungsaustausch.

Was soll das im Text beschriebene Unterrichtsbeispiel konkret erreichen?

Die Schüler sollen das Prinzip der Verfremdung verstehen und aktiv auf das bekannte Märchen „Hänsel und Gretel“ anwenden, indem sie einzelne Elemente verändern und somit kreative neue Fassungen erstellen.

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Details

Title
Die Bedeutung der Grimms Märchen für Kinder in der Erziehung
Author
Ömer Zorlu (Author)
Publication Year
2017
Pages
20
Catalog Number
V379346
ISBN (eBook)
9783668603844
ISBN (Book)
9783668603851
Language
German
Tags
bedeutung märchen kinder
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ömer Zorlu (Author), 2017, Die Bedeutung der Grimms Märchen für Kinder in der Erziehung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/379346
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