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Die Funktionen der Dido-Episode in Vergils "Aeneis"

Title: Die Funktionen der Dido-Episode in Vergils "Aeneis"

Term Paper (Advanced seminar) , 2015 , 21 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Michaela Caputo (Author)

Latin philology - Literature
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Die vorliegende Hausarbeit wird untersuchen, welche Funktion bzw. Funktionen Dido und ihr Verhältnis zu Aeneas erfüllen und was sich daraus für das Selbstverständnis eines Römers ableiten lässt.

Vergils "Aeneis" war in der augusteischen Zeit, in der das Epos entstanden ist, ein sehr wichtiges Werk, beeinflusste nachfolgende Generationen nachhaltig, und bietet uns heute interessante Einblicke in das damalige Selbstverständnis der Römer. Joachim Hamm schreibt dazu: „Die trojanische Ursprungssage, in deren Mittelpunkt Aeneas steht, war im kollektiven Gedächtnis der Römer als identitätsstiftende Geschichtskonstruktion fest verankert.“ Es wird darin suggeriert, dass die Gründung Roms durch höhere Mächte, genauer gesagt durch das Fatum, dessen Wirkung sich weder Menschen noch Götter entziehen können, gewünscht, geplant und letzten Endes auch herbeigeführt wurde. So steht also die lange Reise des Aeneas mit seiner Gefolgschaft von Troja bis Latium, wo dann Rom entstehen soll, ganz unter dem Zeichen des Fatums. Man kann daher annehmen, dass auch die Ereignisse und Begegnungen im Verlauf der langen Überfahrt ebenso bedeutungsträchtig sind wie die Erfüllung der Mission am Ende.

Dabei fällt auf, dass speziell eine Zwischenstation einen relativ hohen Anteil der Erzählung für sich beansprucht, nämlich der Aufenthalt des Aeneas in Karthago und die Liebesgeschichte mit Dido. In den Büchern 1-3 nimmt Königin Dido die Gestrandeten in ihrem Herrschaftsgebiet Karthago auf, Buch 4 ist ganz der unglücklichen Liebe Didos zu Aeneas gewidmet. Daher liegt die Vermutung nahe, dass der Dido-Episode eine sehr wichtige Rolle in diesem römischen Nationalmythos zukommt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

I.1 Infelix Dido – felix Roma?

II. Die Dido-Episode – ein Machtspiel treibender Kräfte

II.1 Fatum vs. Götter

II.2 Aeneas vs. pietas oder: Privatinteresse vs. Gemeinschaftsinteresse

II.3 Karthago vs. Rom

III. Ergo

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die vielfältigen Funktionen der Dido-Episode in Vergils Aeneis. Dabei liegt der Fokus auf der Fragestellung, wie die Darstellung von Dido und ihr Verhältnis zu Aeneas nicht nur die epische Handlung beeinflussen, sondern maßgeblich zur Konstruktion des römischen Selbstverständnisses und der Definition des römischen Ideals der pietas beitragen.

  • Die narrativen und psychologischen Funktionen der Dido-Episode.
  • Das Machtverhältnis zwischen Fatum, Göttern (Juno und Venus) und den handelnden Personen.
  • Die Entwicklung von Aeneas und Dido als Verkörperung gegensätzlicher Wertevorstellungen.
  • Die symbolische Bedeutung des Konflikts zwischen Karthago und Rom im Kontext des römischen Nationalmythos.
  • Die Rolle der pietas als zentrales Identitätsmerkmal des Römers.

Auszug aus dem Buch

II.1 Fatum vs. Götter

Laut Werner Suerbaum gibt es in der Aeneis drei Mächte, welche die Handlung vorantreiben: Aeneas selbst, das Fatum und die Götter. Wie verhält es sich nun bei der Entwicklung des Verhältnisses zwischen Dido und Aeneas? In einer herkömmlichen Liebesgeschichte treffen die beiden betreffenden Personen aufeinander und verlieben sich – nicht so in der Aeneis. Hier greifen die Götter gehörig ein, um ihre egoistischen Eigeninteressen zu verfolgen. Während hauptsächlich in Buch 4 der eigentliche Protagonist vorübergehend in den Hintergrund rückt, treten zwei Göttinnen in einen Machtkampf ein: Juno und Venus.

Dabei deutet sich schon im Proömium an, dass Juno es sich zum Ziel gesetzt hat, ihre Lieblingsstadt Karthago zur Weltmacht zu erheben:

…hic illius arma,

hic currus fuit; hoc regnum dea gentibus esse,

si qua fata sinant, iam tum tenditque fovetque.

(„hier [in Karthago] lagen ihre Waffen, hier stand ihr Wagen; dass von hier die Völker beherrscht würden, wenn das Fatum es irgend zuließe, war schon damals Sinnen und Trachten der Göttin.“)

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Bedeutung der Aeneis als identitätsstiftendes Werk ein und stellt die Leitfrage nach der Funktion der Dido-Episode für das römische Selbstverständnis.

I.1 Infelix Dido – felix Roma?: Hier werden erste oberflächliche Gründe für die Dido-Episode analysiert, wie die erzählerische Abwechslung und die Funktion Didos als Zuhörerin für Aeneas' Rückblick.

II. Die Dido-Episode – ein Machtspiel treibender Kräfte: Dieses Kapitel bildet den analytischen Hauptteil, der die tieferen strukturellen und ideologischen Funktionen der Episode untersucht.

II.1 Fatum vs. Götter: Das Kapitel beleuchtet den Machtkampf zwischen Juno und Venus, die Dido und Aeneas instrumentalisieren, und stellt diesen dem übergeordneten Willen des Fatums gegenüber.

II.2 Aeneas vs. pietas oder: Privatinteresse vs. Gemeinschaftsinteresse: Die Analyse zeigt die gegensätzliche Entwicklung von Dido und Aeneas auf: Während Dido ihr Pflichtbewusstsein verliert, festigt Aeneas seine pietas und stellt das Gemeinwohl über private Wünsche.

II.3 Karthago vs. Rom: Hier wird der Konflikt zwischen Dido und Aeneas auf die historische Ebene übertragen, um die symbolische Feindschaft zwischen Rom und Karthago als Teil des römischen Nationalmythos zu verdeutlichen.

III. Ergo: Das Fazit fasst zusammen, dass die Dido-Episode durch die Darstellung eines Negativbeispiels und die Betonung des Fatums wesentlich zur Identitätsstiftung Roms beiträgt.

Schlüsselwörter

Aeneis, Vergil, Dido, Aeneas, Fatum, pietas, Rom, Karthago, Götter, Juno, Venus, Identitätsstiftung, Nationalmythos, Literaturanalyse, Antike.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die erzählerischen und ideologischen Funktionen der Begegnung zwischen Aeneas und der Königin Dido in Vergils Epos Aeneis.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind das Wirken des Fatums, das Eingreifen der Götter, die Entwicklung der Charaktere sowie die Konstruktion eines römischen National- und Selbstbildes.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin mit dieser Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Vergil die Dido-Episode nutzt, um den Kontrast zwischen dem "guten Römer" und dem "Anderen" (Karthago) herauszuarbeiten und die Tugend der pietas zu legitimieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philologische und literaturwissenschaftliche Analyse des Epos, ergänzt durch den Einbezug der Sekundärliteratur zu antiken Mythen und römischen Werten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Interventionen der Göttinnen Juno und Venus, die psychologische Entwicklung der Charaktere sowie die symbolische Aufladung der Beziehung zwischen Dido und Aeneas im Kontext der römischen Geschichte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Aeneis, Fatum, pietas, Dido-Episode und das römische Selbstverständnis.

Welche Rolle spielt das Fatum in der Dido-Episode?

Das Fatum fungiert als die höchste, alles bestimmende Instanz, die auch durch göttliche Manipulationen nicht dauerhaft umgangen werden kann und letztlich den Untergang Karthagos sowie den Aufstieg Roms besiegelt.

Warum wird Dido in der Arbeit als "Negativbeispiel" bezeichnet?

Dido vernachlässigt durch ihre Leidenschaft ihre Pflichten als Herrscherin, was sie zum Gegenpol zu Aeneas macht, der sich schließlich für die staatliche Sendung und gegen sein privates Glück entscheidet.

Inwiefern beeinflusste die "Liebestragödie" das römische Selbstverständnis?

Die Episode dient als Kontrastfolie: Indem die Römer das Verhalten Didos ablehnen, bestätigen sie ihre eigene Überlegenheit und ihre Identität als ein Volk, das durch pietas und Pflichtbewusstsein geprägt ist.

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Details

Title
Die Funktionen der Dido-Episode in Vergils "Aeneis"
College
University of Tubingen
Grade
1,7
Author
Michaela Caputo (Author)
Publication Year
2015
Pages
21
Catalog Number
V379363
ISBN (eBook)
9783668563933
ISBN (Book)
9783668563940
Language
German
Tags
funktionen dido-episode vergils aeneis
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michaela Caputo (Author), 2015, Die Funktionen der Dido-Episode in Vergils "Aeneis", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/379363
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