Die im Zentrum der Untersuchung stehende Frage verlangt zunächst den Stellenwert des Sports in der Gesellschaft zu beleuchten, um anschließend den Forschungsstand zu Sport in Film und Fernsehen genauer zu betrachten. Da der Fokus dieser Arbeit auf Sport im Spielfilm liegt, widmet sich ein weiterer Abschnitt dieses Kapitels einer Auseinandersetzung mit dem Sportfilmgenre. Eine fundierte wissenschaftliche Arbeit erfordert es, sich vorab mit den wichtigsten Begrifflichkeiten auseinanderzusetzen. Daher gilt es in diesem Kapitel, einen Überblick über die Entwicklung des Sports zu geben und den Begriff „Sport“ zu definieren. Da der Analyseschwerpunkt dieser Arbeit auf dem Langstreckensport liegt, folgt nach einer Definition dieser Sportart eine Skizzierung der Entstehung und des Stellenwerts in der Gesellschaft.
Zum Sporttreiben gehört und gehörte auch immer das Zuschauen - diese präzise These stellt Bernd Strauss über seine sportpsychologischen Forschungen. So kamen die Menschen bereits in der Antike und dem Mittelalter zusammen, um Sportveranstaltungen wie Wagenrennen, Gladiatorenkämpfe, Ritterturniere oder die Olympischen Spiele zu bestaunen. Die Faszination des Zuschauens lässt sich bis in die Anfänge des Sports zurückverfolgen und ist vor allem heute weit verbreitet. Durch seine universale Funktion in der Populärkultur überschreitet der Sport Kultur- und Ländergrenzen, um Zuschauer und Teilnehmer aus der ganzen Welt zu fesseln. Ausverkaufte Fußball-, Football- oder Baseballstadien gehören zum alltäglichen Geschäft der Sportwelt, wobei die Massenmedien es durch die fortschreitende Kommunikations- und Mediengesellschaft ermöglichen, Zuschauer auf der ganzen Welt in das Sportgeschehen einzubinden ohne direkt vor Ort zu sein. Die Übertragung von Fußballweltmeisterschaften, den Olympischen Spielen oder dem Superbowl ziehen Millionen von Rezipienten in ihren Bann und erreichen hohe Einschaltquoten. Otmar Weiß erläutert dazu, dass die Rezipienten von ihrer Rolle als Zuschauer in die eines Teilnehmers gleiten. Vor allem bei der Rezeption von Sportveranstaltungen ist diese Art des Rollenspiels besonders häufig vertreten. Wenn ein Fußballspiel im Fernsehen verfolgt wird, fühlen die Zuschauer mit den Spielern mit: Sie sind angespannt, freuen sich, jubeln und reißen die Arme hoch wenn die favorisierte Mannschaft ein Tor schießt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Sport und Gesellschaft
2.2 Sport in Film und Fernsehen
2.3 Der Sportfilm
2.3.1 Die Entwicklung des Sportfilms
2.3.2 Der Sportfilm als unsichtbares Genre
2.3.3 Der Sportfilm als Forschungsgegenstand
2.4 Der Film als Kommunikationsmedium
3. Methode
3.1 Auswahl des Untersuchungsmaterials
3.2 Vorgehensweise
4. Ergebnisse
4.1 Sequenzprotokolle
4.2 Detailanalyse
4.2.1 Saint Ralph - Ich will laufen
4.2.2 Sein letztes Rennen
4.2.3 Der Marathon Mann
4.2.4 Die Einsamkeit des Langstreckenläufers
5. Diskussion der Ergebnisse
6. Literaturverzeichnis
7. Filmverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, wie der Langstreckenläufer im internationalen Spielfilm dargestellt wird. Das primäre Ziel ist es, mittels einer Film- und Fernsehanalyse die audiovisuellen und dramaturgischen Mittel offenzulegen, die zur Konstruktion des Bildes eines Langstreckenläufers eingesetzt werden.
- Stellenwert des Sports in der Gesellschaft und Entwicklung zum Breitensport
- Rezeption des Sports in Film und Fernsehen sowie Charakteristika des Sportfilms
- Methodik der Film- und Fernsehanalyse nach Lothar Mikos
- Detailanalysen ausgewählter Filme (Saint Ralph – Ich will laufen, Sein letztes Rennen, Der Marathon Mann, Die Einsamkeit des Langstreckenläufers)
- Diskussion filmübergreifender Erkenntnisse hinsichtlich der Darstellung von Sportlern
Auszug aus dem Buch
2.1 Sport und Gesellschaft
Eine fundierte wissenschaftliche Arbeit erfordert es, sich vorab mit den wichtigsten Begrifflichkeiten auseinanderzusetzen. Daher gilt es in diesem Kapitel, einen Überblick über die Entwicklung des Sports zu geben und den Begriff „Sport“ zu definieren. Da der Analyseschwerpunkt dieser Arbeit auf dem Langstreckensport liegt, folgt nach einer Definition dieser Sportart eine Skizzierung der Entstehung und des Stellenwerts in der Gesellschaft.
Was unter Sport zu verstehen ist, ist nicht immer eindeutig, oft wird all jenes unter diesem Begriff geordnet, „was irgendwie mit Bewegung zu tun hat. Neben dem klassischen Vereinssport kann mit »zum Sport gehen« sowohl das morgendliche Joggen, das Workout im Fitnessstudio, der Yoga-Kurs oder sogar die ambulante Herzinfarkt-Rehabilitations-Gruppe gemeint sein“ (Thiel, Seiberth, & Mayer, 2013, S. 31). Im Zuge dieser Arbeit wird sich auf die Definition von Otmar Weiß (1999, S. 210) berufen, der den Sport als soziale Institution sieht, in der Kommunikation körperlicher Leistungen stattfindet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des Sports als soziales und mediales Phänomen ein und leitet die Forschungsfrage über die Darstellung des Langstreckenläufers im Spielfilm ab.
2. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Sport und beleuchtet den Forschungsstand zu Sport in Film und Fernsehen sowie die Spezifika des Sportfilm-Genres.
3. Methode: Hier wird das methodische Vorgehen mittels Film- und Fernsehanalyse nach Mikos dargelegt, inklusive der Kriterien zur Auswahl des Untersuchungsmaterials.
4. Ergebnisse: In diesem Hauptteil werden die analysierten Filme mittels Sequenzprotokollen und Detailanalysen hinsichtlich ihrer audiovisuellen Gestaltung untersucht.
5. Diskussion der Ergebnisse: Die Ergebnisse werden hier zusammengeführt, filmübergreifend interpretiert und in einen breiteren gesellschaftlichen Kontext gestellt.
Schlüsselwörter
Sportfilm, Langstreckenlauf, Film- und Fernsehanalyse, Audiovisuelle Mittel, Dramaturgie, Darstellung des Sportlers, Medienrezeption, Breitensport, Inszenierung, Filmgenres, Soziale Identität, Wettkampf, Training, Saint Ralph, Sein letztes Rennen, Der Marathon Mann, Die Einsamkeit des Langstreckenläufers
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Darstellung von Langstreckenläufern in vier internationalen Spielfilmen mithilfe einer qualitativen Film- und Fernsehanalyse.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit verknüpft sportsoziologische Aspekte mit filmwissenschaftlichen Analysen, insbesondere der narrativen und audiovisuellen Inszenierung sportlicher Leistungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, wie der Langstreckenläufer im internationalen Spielfilm konstruiert wird und welche audiovisuellen Mittel dazu genutzt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird der qualitative Ansatz der Film- und Fernsehanalyse nach Lothar Mikos (2008) angewandt, ergänzt um Einstellungsprotokolle und Sequenzprotokolle nach Peltzer und Keppler.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Analyse von Schlüsselszenen (Training und Wettkampf) aus vier spezifischen Filmen, um die filmische Konstruktion des Läufers aufzuzeigen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Sportfilm, Langstreckenlauf, audiovisuelle Inszenierung, Medienwirkung, Wettkampfdramaturgie und die filmische Konstruktion sozialer Identitäten.
Warum wurde gerade der Langstreckenlauf als Thema gewählt?
Der Langstreckenlauf hat sich weltweit zu einem populären Breitensport entwickelt und bietet aufgrund seiner spezifischen Dramaturgie eine reiche Grundlage für filmische Umsetzungen.
Was ist das Ergebnis der Analyse in Bezug auf das Genre des Sportfilms?
Die Analyse zeigt, dass Filme wie "Saint Ralph" und "Sein letztes Rennen" den Sport in den Fokus rücken, während "Der Marathon Mann" und "Die Einsamkeit des Langstreckenläufers" den Laufsport eher als Prätext oder symbolisches Mittel für andere Themen wie Freiheit oder Klassenkampf nutzen.
- Arbeit zitieren
- Tatjana Kumpf (Autor:in), 2015, Sport im Film. Der Langstreckenläufer im Spielfilm, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/379367