Die Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Naturzustand nach Thomas Hobbes und Jean-Jacques Rousseau.
Es wird zunächst versucht, den Ursprung des Konzepts zu erläutern, um weiter den Begriff des Naturzustands als solchen zu definieren. Auf dieser Grundlage wird die Naturzustandskonzepte von Hobbes und Rousseau vorgestellt. Hierzu werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den Beschreibungen des Naturzustandes ausgearbeitet und zusammenfassend dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Naturzustand
2.1 Der Naturzustand bei Jean-Jacques Rousseau
2.2 Der Naturzustand bei Thomas Hobbes
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die unterschiedlichen Naturzustandskonzepte von Thomas Hobbes und Jean-Jacques Rousseau vergleichend gegenüberzustellen, um die verschiedenen Perspektiven auf die Entstehung staatlicher Ordnung und das menschliche Handeln zu beleuchten.
- Vergleich der anthropologischen Grundannahmen bei Hobbes und Rousseau
- Analyse der Dynamik des Naturzustandes als Gedankenexperiment
- Unterscheidung zwischen kriegsähnlichem Zustand und ursprünglicher Harmonie
- Die Rolle der Selbsterhaltung als Leitmotiv des menschlichen Handelns
- Bedeutung und Funktion des Gesellschaftsvertrags zur Überwindung des Naturzustands
Auszug aus dem Buch
2.1 Der Naturzustand bei Thomas Hobbes
Laut Hobbes ist der Mensch in einem natürlichen Zustand, in dem er abseits jeglicher staatlichen Gewalt lebt, in erster Linie in die Befriedigung eigener Bedürfnisse interessiert. Wenn es keine staatliche Gewalt gibt, die das Befolgen von Gesetzen mit aller Macht und Gewalt durchsetzt, wird den niederen Trieben freien Lauf gelassen. Dies führt in einer Welt mit knappen Gütern zu Interessenkonflikten mit anderen Menschen, da die Bedürfnisse aller sich in der Selbsterhaltung nicht unterscheiden. Hierdurch entsteht ein Konkurenzkampf, in dessen alle Menschen, in ihren körperlichen und geistigen Fähigkeiten den Anderen zu besiegen, gleichgestellt sind (vgl. Hobbes 1994: 94).
“Und wenn daher zwei Menschen nach demselben Gegenstand streben, den sie jedoch nicht zusammen geniessen können, so werden sie Feinde und sind in der Verfolgung ihrer Absicht, die grundsätzlich Selbsterhaltung und bisweilen nur Genuß ist, bestrebt, sich gegenseitig zu vernichten oder zu unterwerfen.” (Hobbes 1994: 95)
In diesem Zustand hat jeder den selben Anspruch auf Güter und ist, in seinen Möglichkeiten den anderen hierbei zu besiegen, untereinander gleichgestellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Fragestellung und das methodische Vorgehen der Arbeit vor, wobei der Fokus auf dem Vergleich der Konzepte von Hobbes und Rousseau liegt.
2. Der Naturzustand: Dieses Kapitel erläutert den Begriff des Naturzustands als wissenschaftliches Gedankenexperiment, das zur Legitimation politischer Ordnung dient.
2.1 Der Naturzustand bei Jean-Jacques Rousseau: Der Autor beschreibt das Rousseau’sche Menschenbild als friedfertig und analysiert den Übergang von der natürlichen Freiheit zur gesellschaftlichen Entfremdung.
2.2 Der Naturzustand bei Thomas Hobbes: Hier wird der Naturzustand als Kriegszustand dargestellt, in dem Selbsterhaltungstrieb und Konkurrenzkampf ein ständiges Sicherheitsrisiko erzeugen.
3. Fazit: Das Fazit führt die Ergebnisse zusammen und zeigt auf, wie beide Theoretiker durch den Gesellschaftsvertrag unterschiedliche Wege zur staatlichen Ordnung vorschlagen.
Schlüsselwörter
Naturzustand, Thomas Hobbes, Jean-Jacques Rousseau, Gesellschaftsvertrag, Selbsterhaltung, politische Ordnung, Kriegszustand, Freiheit, Staat, Gemeinwille, Menschenbild, Eigentum, Kulturalisierung, Souveränität, Legitimation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem philosophischen Konzept des Naturzustands und vergleicht die gegensätzlichen Ansichten von Thomas Hobbes und Jean-Jacques Rousseau.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Themenfelder umfassen die Beschreibung des menschlichen Urzustands, die Motivation zum Handeln, die Entstehung von Konkurrenz oder Harmonie sowie die Notwendigkeit einer staatlichen Ordnung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, durch den Vergleich der beiden Autoren die Komplexität der Thematik herauszuarbeiten und zu verstehen, wie Theorien über den "Naturzustand" zur Legitimation von Staatlichkeit genutzt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, bei der Primärwerke der politischen Philosophie herangezogen und in einen analytischen Vergleich zueinander gesetzt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung des Begriffs Naturzustand sowie die spezifische Betrachtung der Modelle von Hobbes (Kriegszustand) und Rousseau (ursprüngliche Freiheit).
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Naturzustand, Gesellschaftsvertrag, Selbsterhaltung, bürgerliche Freiheit und das Spannungsfeld zwischen Freiheit und staatlicher Sicherheit.
Warum wird Hobbes’ Naturzustand oft als "Kriegszustand" bezeichnet?
Hobbes geht davon aus, dass der Mensch ohne staatliche Führung von egoistischen Trieben geleitet wird, was bei knappen Ressourcen zwangsläufig zum "Krieg eines jeden gegen jeden" führt.
Wie unterscheidet sich Rousseau in seiner Sichtweise von Hobbes?
Rousseau sieht den Menschen im Naturzustand nicht als von Natur aus böse oder aggressiv, sondern als friedliebend, wobei die "Entfremdung" erst durch die Entstehung von Eigentum und Statusdenken erfolgt.
- Arbeit zitieren
- Yilmaz Diskaya (Autor:in), 2014, Der Naturzustand bei Jean-Jacques Rousseau und Thomas Hobbes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/379539