Der Naturzustand bei Jean-Jacques Rousseau und Thomas Hobbes


Hausarbeit, 2014
11 Seiten, Note: 1,2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Naturzustand
2.1 Der Naturzustand bei Jean-Jacques Rousseau
2.2 Der Naturzustand bei Thomas Hobbes

3. Fazit

4. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Naturzustand nach Thomas

Hobbes und Jean-Jacques Rousseau. Ich werde zunächst versuchen den Ursprung des Naturzustandkonzept zu erläutern, um weiter den Begriff des Naturzustands als solches zu definieren. Auf dieser Grundlage werde ich die Naturzustandskonzepte von Hobbes und Rousseau vorstellen. Hierzu werde ich Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den Beschreibungen des Naturzustandes ausarbeiten und zusammenfassend darstellen, um dann im letzten Abschnitt die Ergebnisse des Vergleichs zusammenzutragen. Da der Rahmen dieser Hausarbeit sehr begrenzt ist, werde ich die Thematik nur oberflächlich und sehr zusammenfassend darstellen können.

Ich habe mich für diese beiden Autoren entschieden, weil sie sich in ihren Vorstellungen sehr voneinander unterscheiden und verschiedene Ansätze verfolgen. Mit ihren gegensätzlichen Auffassungen kann der Gegenstand mit zwei sich gegenüberstehende Perspektiven besser ausgeleuchtet und analysiert werden. Zudem glaube ich auch, dass hierdurch die Komplexität der Thematik besser zum Vorschein kommt.

Im Vordergrund dieser Hausarbeit steht die Darstellung und der Vergleich von den beiden Naturzuständen nach Hobbes und Rousseau. Hierzu werde ich auf Primärliteratur zurückgreifen und im Kontext relevante Stellen mit in die Ausarbeitung einbringen. Die Werke “Leviathan oder Stoff, Form und Gewalt eines kirchlichen und bürgerlichen Staates” von Thomas Hobbes und “Diskurs über die Ungleichheit” von Jean-Jacques Rousseau bilden die Grundlage und werden durch weitere Sekundärliteratur ergänzt.

2. Der Naturzustand

Der Naturzustand ist ein Gedankenexperiment, dass im 17. Jahrhundert zum zentralen Diskussiongegenstand wurde und sich in Schriften von einflussreichen Autoren wie Thomas Hobbes, Samuel von Pufendorf, John Locke, Jean-Jacques Rousseau und John Rawls finden lässt.

Mit diesen Hypothetischen Zustand versuchen Theoretiker die Bedeutung und Legitimation einer politischen Ordnung innerhalb des gesellschaftlichen Lebens aufzuzeigen. Hierbei wird der Mensch im kulturlosen Ist-Zustand vor der Entstehung größerer Gemeinwesen betrachtet, um in Kontext von gesellschaftlichen Problemen zu klären, inwieweit er von Natur aus für das selbsteingerichtete Zusammenleben geeignet ist.

Das Konzept ist also recht simpel: Um die Notwendigkeit einer staatlichen Ordnung zu überprüfen, wird sie den Menschen in einem Gedankenexperiment einfach entzogen.

Beschrieben wird also ein primitiver Zustand, in dem alle Menschen absolute Freiheit in ihrem Handeln haben. Es herrschen keine Gesetze und somit gibt es auch keine Polizei, die für die Einhaltung der Gesetze sorgen kann. Jeder Mensch darf also im Grunde tuen und lassen, was er möchte, ohne hierbei in Konflikt mit dem Gesetz zu kommen. Die Konsequenzen eines solchen Zustands können je nach Ansicht des Theoretikers unterschiedlich ausfallen. Die Bedeutung eines geregelten Zusammenlebens zu hinterfragen und Aufschluss über die menschliche Natur zu geben ist hierbei zentral.

2.1 Der Naturzustand bei Thomas Hobbes

Laut Hobbes ist der Mensch in einem natürlichen Zustand, in dem er abseits jeglicher staatlichen Gewalt lebt, in erster Linie in die Befriedigung eigener Bedürfnisse interessiert. Wenn es keine staatliche Gewalt gibt, die das Befolgen von Gesetzen mit aller Macht und Gewalt durchsetzt, wird den niederen Trieben freien Lauf gelassen. Dies führt in einer Welt mit knappen Gütern zu Interessenkonflikten mit anderen Menschen, da die Bedürfnisse aller sich in der Selbsterhaltung nicht unterscheiden. Hierdurch entsteht ein Konkurenzkampf, in dessen alle Menschen, in ihren körperlichen und geistigen Fähigkeiten den Anderen zu besiegen, gleichgestellt sind (vgl. Hobbes 1994: 94).

“Und wenn daher zwei Menschen nach demselben Gegenstand streben, den sie jedoch nicht zusammen geniessen können, so werden sie Feinde und sind in der Verfolgung ihrer Absicht, die grundsätzlich Selbsterhaltung und bisweilen nur Genuß ist, bestrebt, sich gegenseitig zu vernichten oder zu unterwerfen.” (Hobbes 1994: 95)

In diesem Zustand hat jeder den selben Anspruch auf Güter und ist, in seinen Möglichkeiten den anderen hierbei zu besiegen, untereinander gleichgestellt.

„Aber keiner von uns klagt damit die menschliche Natur an. Die Begierden und anderen menschlichen Leidenschaften sind an sich keine Sünden.“ (Hobbes 1994: 97)

Jeder hat das selbe Recht auf alles und kann eben in der Einlösung dieses Rechtes nicht als ungerecht bewertet werden. In einer Welt ohne Gesetze versucht der freie Mensch seine Interessen mit allen Mitteln durchzusetzen (vgl. Hobbes 1994: 98); und das ohne eine dritte regelnde Kraft bei Streitigkeiten. Hierdurch entsteht ein “Krieg eines jeden gegen jeden” (Hobbes 1994: 96) der sich mit dem zentralen menschlichen Handlungsmotiv der Selbsterhaltung erklären lässt. In diesem Kriegszustand muss sich der Mensch ständig vor gewaltätigen Überfällen, Plünderungen und dem Tod fürchten.

„es herrscht, was das schlimmste ist, beständige Furcht und Gefahr eines gewaltsamen Todes - das menschliche Leben ist einsam, armselig, ekelhaft, tierisch und kurz." (Hobbes 1994: 96)

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Der Naturzustand bei Jean-Jacques Rousseau und Thomas Hobbes
Hochschule
Universität Bremen
Note
1,2
Autor
Jahr
2014
Seiten
11
Katalognummer
V379539
ISBN (eBook)
9783668565449
ISBN (Buch)
9783668565456
Dateigröße
499 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
naturzustand, jean-jacques, rousseau, thomas, hobbes
Arbeit zitieren
Yilmaz Diskaya (Autor), 2014, Der Naturzustand bei Jean-Jacques Rousseau und Thomas Hobbes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/379539

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