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Politik im Spannungsfeld von Politikgestaltung, -vermittlung und Durchbrechung des arcanaa imperii. Ereingnismanagement und Neuen Medien am Beispiel von Wikileaks. Demokratieverständnisse, Depolitisierung und Repolitisierung von Bürgern

Title: Politik im Spannungsfeld von Politikgestaltung, -vermittlung und Durchbrechung des arcanaa imperii. Ereingnismanagement und Neuen Medien am Beispiel von Wikileaks. Demokratieverständnisse, Depolitisierung und Repolitisierung von Bürgern

Term Paper (Advanced seminar) , 2011 , 32 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Frank Fiebig (Author)

Communications - Media and Politics, Politic Communications
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„Diese Enthüllungen sind der 11. September für die weltweite Diplomatie, weil sie alle vertraulichen Beziehungen zwischen den Staaten in die Luft jagen.“ Mit diesen Worten kennzeichnete der italienische Außenminister Franco Frattini das Ereignis der Veröffentlichung der „Cablegates“, der ca. 250.000, zwischen dem US-Außenministerium und den amerikanischen Botschaften ausgetauschten, „geheimen oder vertraulichen Depeschen“, durch WikiLeaks. Mit einem „Angriff auf Amerika und die internationale Gemeinschaft“ setzte US-Außenministerin Hillary Clinton dies sogar gleich.

In dieser Arbeit soll aufgezeigt werden, dass das entscheidende Moment für diese Interpretationen über die Veröffentlichungen von WikiLeaks in der Ohnmächtigkeit der verschiedenen staatlichen Stellen gegenüber der Durchdringung des arcana imperii und ihrer Irreversibilität seitens einer international agierenden
Nicht-Regierungsorganisation (NGO) und ihrer Unterstützer mittels moderner Kommunikationsmittel und der Vernachlässigung von Partizipationsbestrebungen eines sich in der globalisierten Welt exkludiert wahrnehmenden Bevölkerungsteils zu finden ist. Dazu wird das Phänomen Wikileaks im Kontext des Ereignismanagements unter stark demokratietheoretischen Gesichtspunkten untersucht. Diese Arbeit wird somit eine solche Ausrichtung erhalten, in der die These vertreten wird, dass die Neuen Medien, insbesondere WikiLeaks zu einer Repolitisierung der Bevölkerung, und Integration von sich exkludiert fühlenden Bevölkerungsteilen erheblich Anteil tragen.

Des Weiteren sind die Lehren auch auf das Krisen- und Ereignismannagement von Wirtschaftsbetrieben übertragbar.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Postdemokratische Gesellschaftsverhältnisse

2.1. MASSENMEDIEN - NEUE MEDIEN - WIKILEAKS

2.2. POLITIK DER ENTPOLITISIERUNG DER MACHT

2.3. HERRSCHAFTSWISSEN UND INTRANSPARENZ

3. WikiLeaks und Julian Assange

3.1. DIE PERSON DES J. ASSANGE

3.2. VON DEN CYPHERPUNKS ZU WIKILEAKS

3.3. DIE IDEE WIKILEAKS - LEGITIMATION UND TRANSPARENZFORDERUNG

3.4. STRUKTUR UND STRUKTURELLE PROBLEME VON WIKILEAKS

3.5. LEGITIMATION VS. LEGALITÄT

4. WikiLeaks und Ereignismanagement

4.1. STRATEGIE - TAKTIK - FRIKTIONEN BZW. TAKTIK ALS EREIGNISMANAGEMENT

4.2. WIKILEAKS UND DIE CABLE-GATES

4.3. DIE FDP UND IHR PROBLEM MIT DEM "MAULWURF"

4.4. KRISENMANAGEMENTS IM VERGLEICH

4.5. AUSWIRKUNGEN DER VERÖFFENTLICHUNGEN

5. Epilog

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen WikiLeaks im Kontext von Ereignis- und Krisenmanagement und analysiert, wie staatliche Akteure auf die Durchbrechung ihres Wissensmonopols reagieren. Ziel ist es aufzuzeigen, inwieweit WikiLeaks als Medium der Repolitisierung in postdemokratischen Gesellschaften fungieren kann.

  • Demokratietheoretische Einordnung von Transparenz und Partizipation
  • Geschichte und Struktur der Organisation WikiLeaks
  • Ereignismanagement der US-Regierung bei den "Cablegates"
  • Krisenmanagement der FDP im Fall des "Maulwurfs"
  • Cyber-Krieg und die Rolle von Informationssicherheit

Auszug aus dem Buch

3.1. Die Person J. Assange

Über Assange ist zu erfahren, dass er 1971, nach R. Khatchadourian „in einen Wirbel von Umzügen hineingeboren wurde“, 37 Wohnortwechsel in seinen ersten 13 Lebensjahren. Die dadurch, auch von seiner Mutter nicht gewollte, unkontinuierliche Schulbildung, die sie mit dem Wunsch des „Verhindern[s], daß ihr Geist [der ihrer Kinder die Rede] gebrochen“ werden würde, wie sie in einem Interview mit Khatchadourian äußerte, und welche durch Haus- & Fernunterricht bzw. „auf informellen Wegen bei Universitätsprofessoren“ und seines eigenständigen Lesens ergänzt wurde, lässt schlussfolgern, dass Assange als Autodidakt bezeichnet werden kann. Ebenso kann postuliert werden, dass dies die Grundlage zu einer Sensibilisierung Assanges gegenüber Autoritäten bzw. der Problematisierung von Partikularinteressen bildete. Verstärkt wurde dies durch ein Verhalten, welches als Flucht bezeichnet werden kann und als Folge eines Mixes von Verfolgungsängsten und Verschwörungsdenken gekennzeichnet ist, in der der Beginn der starken Unterscheidung von privaten und öffentlichen Belangen zu verorten ist.

In diese Menage einer relativen sozialen Exklusion innerhalb der näheren sozialen Umwelt und Integration in weitere Kreise gehört auch die Phase, in welcher Assange seine ersten Computererfahrungen & -(Er)kenntnisse tätigt. Seine autodidaktischen Fähigkeiten und seine genannte Individualisierung bilden die Basis für sein Streben nach Botschaften innerhalb der Quellcodes von Programmen zu suchen, Programme selber zu schreiben und mit dem Erhalt eines Modems die vorgenannte Suche in fremden Rechnersystemen mittels Hacken zu erweitern. So findet er in der digitalen Welt eine Gruppe von Gleichgesinnten, bildet mit zwei anderen Hackern die „Internationalen Subversiven“ und knackt mit diesen Netzwerke in Australien, Europa und Nordamerika, darunter auch einige des US-Verteidigungsministeriums.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Veröffentlichung der "Cablegates" durch WikiLeaks und postuliert, dass staatliche Ohnmacht gegenüber dieser NGO auf das Versagen bei der Durchdringung von arcana imperii und mangelndes Krisenmanagement zurückzuführen ist.

2. Postdemokratische Gesellschaftsverhältnisse: Dieses Kapitel beleuchtet den Einfluss der modernen Kommunikationsrevolution und die Krise des investigativen Journalismus, die zur Entstehung von WikiLeaks als notwendigem "Neuem Medium" beigetragen haben.

3. WikiLeaks und Julian Assange: Hier wird die Biografie von Julian Assange analysiert, seine Sozialisation im Umfeld der Cypherpunks sowie die strukturelle Organisation und die Legitimationsgrundlagen von WikiLeaks.

4. WikiLeaks und Ereignismanagement: Das Kapitel untersucht das staatliche Krisenmanagement bei den WikiLeaks-Veröffentlichungen anhand der Beispiele des US-Außenministeriums und der FDP-Affäre um den "Maulwurf" Helmut Metzner.

5. Epilog: Der Epilog resümiert die demokratietheoretische Bedeutung von WikiLeaks und die zukünftigen Herausforderungen für derartige Informationsplattformen.

Schlüsselwörter

WikiLeaks, Julian Assange, Ereignismanagement, Krisenmanagement, Transparenz, Postdemokratie, Whistleblowing, Cablegates, Herrschaftswissen, Cypherpunks, Politikvermittlung, Partizipation, digitale Aktivisten, Internet, Geheimhaltung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert WikiLeaks als neues Medium und dessen Rolle als Akteur in der politischen Kommunikation, insbesondere im Spannungsfeld zwischen Transparenzanspruch und staatlicher Geheimhaltung.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder umfassen demokratietheoretische Diskurse über Herrschaftswissen, die Geschichte und Struktur von WikiLeaks sowie die Analyse staatlicher Krisenreaktionen auf Leaks.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie WikiLeaks durch die Offenlegung von Informationen ein neues Ereignismanagement bei staatlichen Institutionen erzwingt und zur Repolitisierung exkludierter Bevölkerungsteile beitragen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen demokratietheoretischen Analyserahmen und vergleicht verschiedene Fallbeispiele von Krisenmanagement, um das Spannungsfeld zwischen Herrschenden und der Öffentlichkeit zu beleuchten.

Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung von WikiLeaks aus der Cypherpunk-Tradition, die Rolle Assanges als Führungsperson sowie konkrete Krisenreaktionen der USA und der deutschen FDP auf die Veröffentlichungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie WikiLeaks, Transparenz, Ereignismanagement, Postdemokratie und Herrschaftswissen definieren.

Wie bewertet der Autor das Krisenmanagement des US-Außenministeriums?

Der Autor wertet das Verhalten der USA als katastrophales Missmanagement, das durch Arroganz und die alleinige Fokussierung auf Kriminalisierung statt auf einen konstruktiven Umgang mit den Enthüllungen geprägt war.

Warum war der Fall des "Maulwurfs" in der FDP für die Analyse relevant?

Dieser Fall dient als Vergleichsbeispiel, um die Unfähigkeit traditioneller politischer Institutionen aufzuzeigen, mit internen Informationslecks umzugehen und die betroffenen Mitarbeiter im Sinne einer schützenden Führungskultur zu unterstützen.

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Details

Title
Politik im Spannungsfeld von Politikgestaltung, -vermittlung und Durchbrechung des arcanaa imperii. Ereingnismanagement und Neuen Medien am Beispiel von Wikileaks. Demokratieverständnisse, Depolitisierung und Repolitisierung von Bürgern
College
University of Potsdam  (Professur für Politik und Regieren in Deutschland und Europa - Politisches System der Bundesrepublik Deutschland)
Course
Ereignismanagment
Grade
1,0
Author
Frank Fiebig (Author)
Publication Year
2011
Pages
32
Catalog Number
V379628
ISBN (eBook)
9783668583122
ISBN (Book)
9783668583139
Language
German
Tags
Wikileaks Ereignismanagement Neue Medien Politik der Entpolitisierung Arcanaa Imperii Julian Assange Cypherpunks Cable-Gates Maulwurf in der FDP Hillary Clinton Franco Frattini Robert Gates Berlusconi A. Assmann kollektives Gedächtnis klassischer Journalismus und Neoliberalismus embedded journalism Hannah Ahrendt Entmachtung der Öffentlichkeit Politik der ultima ratio Herfried Münkler Wissensmonopol als Kennzeichen eines autoritären Staates Mendax Guerilla-Technik Kryptographie Kryptoanarchisten Conspiracy as Governance Open Source NSA Pretty Good Privacy Freedom of Information Act TOR-Netzwerk Clausewitz Strategie Taktik Friktionen Helmut Metzner gut platzierte Quelle Biesel Westerwelle Streisand-Effekt PiratenparteiDaniel Domscheid-Berg ChaosComputerClub CCC
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Frank Fiebig (Author), 2011, Politik im Spannungsfeld von Politikgestaltung, -vermittlung und Durchbrechung des arcanaa imperii. Ereingnismanagement und Neuen Medien am Beispiel von Wikileaks. Demokratieverständnisse, Depolitisierung und Repolitisierung von Bürgern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/379628
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