Erfolgsfaktoren von Wellnessreisen


Hausarbeit, 2004

24 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Reisen
2.1 Definition
2.2 Motive des Reisens
2.3 Reisetrends

3 Wellness
3.1 Die Entstehung des WellnessGedankens
3.2 Prinzipien der WellnessPhilosophie
3.3 Wellness als Reiseform
3.4 Wellness im Alltagsleben

4 Zusammenfassung und Ausblick

5 Literaturverzeichnis

6 Internetquellen

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 21: Bedürfnispyramide nach Maslow

Abbildung 22: Wachstum des Interesses an Urlaubsformen 1999/2002

Abbildung 31: WellnessElemente

Abbildung 32: "Functional Food"

1 Einleitung

Aufgrund der Komplexität unserer gegenwärtigen hoch technisierten Gesellschaft hat sich die Gesundheit zu einem sehr wichtigen Bereich der Lebensqualität entwickelt. Dabei umschreibt der Terminus „Wellness“ eine spezielle Auffassung von Gesund- heit - das ganzheitliche Wohlbefinden, welches sich aus einer körperlichen, geistigen und seelischen Komponente zusammensetzt. Folglich steht der Wunsch, die Alltags- zwänge hinter sich zu lassen und eine Gegenwelt zur heutigen urbanen Reizwelt zu schaffen, im Vordergrund der Motivation und der Planung von Reisen des modernen Menschen.

Diese Hausarbeit will darstellen, dass Wellness ein Schlagwort ist, welches in der Lage wäre, sich diesen hedonistischen Anforderungen der modernen Gesellschaftsform zu stellen. Es soll aufgezeigt werden, dass mit Hilfe von Wellness das subjektive Wohlbefinden eines jeden Individuums gesteigert wird und infolgedessen die Gesundheit gefördert werden kann.

In erster Linie befasst sich diese Hausarbeit mit Wellness im Hinblick auf das Reisen und alternative Produkte, welche mittlerweile im Alltagsleben unserer Gesellschaft eine elementare Rolle spielen. Den ersten Abschnitt bilden Kapitel, die sich mit Moti- ven und Trends von Reisen beschäftigen. Hier wird aufgezeigt, welche Motivationen dem Konsum von Reisen zugrunde liegen und welche Reiseformen zum gegenwärti- gen Zeitpunkt im Trend liegen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf dem Gebiet der Wellnessreisen.

Des Weiteren erklären die nächsten Kapitel die Entwicklung des Wellness- Gedankens und zeigen die wichtigsten Prinzipien der Wellness-Philosophie auf. Fer- ner werden die Erfolgsfaktoren von Wellness als Reiseform erörtert und die alternati- ven Produkte von Wellness im Alltagsleben vorgestellt. Abschließend wird in der Zu- sammenfassung ein Ausblick auf die Erfolgsfaktoren von Wellnessreisen gewährt, um aufzuzeigen, inwieweit sich der Wellness in der Zukunft etablieren kann.

2 Das Reisen

2.1 Definition

Das Reisen ist eine zentrale Lebensäußerung unserer Zeit. Jeder wird heutzutage positiv oder negativ davon tangiert. Unter dem Begriff lassen sich zahlreiche Lebens- notwenigkeiten, Lebensgefühl, Lebensgenuss und Lebensangst der Gegenwart sub- sumieren. Laut dem Grossen Brockhaus wird das Reisen als die „…Fortbewegung über größere Entfernung mit Beförderungsmitteln, früher auch zu Fuß“1 beschrieben. Dabei ist zwischen Handels-, Studien-, Pilger-, Jugend-, Erholungs- und Ferienreisen zu unterscheiden.

2.2 Motive des Reisens

Jedem Konsumverhalten liegen auch unterschiedliche Motivationen zugrunde. Die Motivation ist ein grundlegendes Konzept im menschlichen Verhalten, das erklärt, weshalb Menschen tun, was sie tun.2 Erkenntnisse über Motivationen von Reisenden sind in einem ständig wachsenden Sektor wie der Tourismusindustrie für die Ver- marktung diverser Reiseangebote elementar. NachBraunsind Reisemotive als „…die Gesamtheit der individuellen Beweggründe, die dem Reisen zugrunde liegen.“3 zu verstehen. Aus psychologischer Perspektive sind es Bedürfnisse, Wünsche und Erwartungen, welche Reisende dazu veranlassen, sich gerade für eine ganz bestimmte Reise zu entscheiden.

Die Grundbefindlichkeit des Bedürfens bzw. das Bedürfnis, welches aus Instinkten, Trieben und Emotionen entsteht, wird als ein Gefühl des Mangels verstanden, das mit dem Bestreben verbunden ist, dieses Mangelgefühl zu beseitigen.4 Bedürfnisse bewirken ein Verhalten, das dazu beiträgt, die empfundene Differenz zwischen aktu- eller und gewünschter Situation zu beseitigen.5

Einen wesentlichen Einfluss auf die Bedürfnisse eines Menschen haben Wertvorstel- lungen. Diese werden von der Kultur bzw. Gesellschaft vorgegeben und vom Indivi- duum durch Sozialisation im Laufe seines Lebens erlernt. Werte bestimmen, was wichtig und erstrebenswert bzw. weniger wichtig und nicht wünschenswert ist.6 In Werten drücken sich individuelle Lebensziele und Wünsche aus. NachKlagessind es lebensübergreifende, objektspezifische Orientierungslinien zentralen Charakters, welche Wahrnehmungen, Entscheidungsprozesse, sowie Reaktions- und Verhal- tensschemata regulieren.7 Als zentrale und stabile Elemente im menschlichen Vor- stellungssystem beeinflussen Werte Bedürfnisse und manifestieren sich in Motiven, die durch die Definition einer geeigneten Handlungsprogramms den Lebens- und Konsumstil der Reisenden prägen. Werte spielen daher im Motivationsprozess eine bedeutende Rolle, da sie die Bedürfnisse und Motive einer Person entscheidend be- einflussen.8 Somit ergeben sich Motive aus den durch die Wertvorstellungen gepräg- ten Bedürfnissen einer Person.

Reisemotive sind − wie andere Motive auch − individuell verschieden strukturiert und von der sozio-kulturellen Umgebung beeinflusst. NachKubinaschafft „Die Gesellschaft als Impulsgeber und prägende Kraft, mit der die Reiseformen entstehen und sich verändern“9, spezifische Rahmenbedingung für das Reisen und die Möglichkeiten seiner Entwicklung. Die Evolution der Gesellschaft führt daher auch zu einer Schwerpunktverschiebung im Hinblick auf menschliche Bedürfnisse. Der bedeutendste Trend ist dabei eine aufsteigende Entwicklung in Richtung der Spitze der „Maslowschen Pyramide.“10 (siehe Abbildung 2-1)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2-1: Bedürfnispyramide nach Maslow11

In Industrieländern lebende Menschen haben ihre grundlegenden körperlichen Be- dürfnisse überwiegend befriedigt und wenden sich verstärkt den Bedürfnissen nach Wertschätzung und Selbstverwirklichung zu. Die Auseinandersetzung mit diesen letz- ten beiden Stufen der Bedürfnispyramide steht nun für den Menschen im Mittelpunkt und ist daher für sein Handeln prägend.12 Die Selbstverwirklichung als höchste Ebe- ne wird stärker denn je angestrebt. Den eigenen Weg sowie den Sinn des Lebens zu bestimmen ist eines der großen Ziele. Im spirituellen Sinn zu sich selbst zu finden und man selbst zu sein, zählt zu den bedeutendsten Motivationen. Die damit verbun- dene Zielvorstellungen bzw. Werte sind Spiritualität, Sinnlichkeit, Individualität, Le- bensfreude, Zufriedenheit und Glück. Dieses Streben nach Selbstverwirklichung kann als Ersatzhandlung zur Befriedigung defizitärer Bedürfnisse auf einer anderen Ebene, insbesondere im Bereich der sozialen Bedürfnisse, verstanden werden, was eine weitere Tendenz in der Bedürfnisentwicklung darstellt.

Analog dazu kommt es teilweise auch zu einer Reaktualisierung verschiedener, be- reits schon befriedigter Bedürfnisse. So sind physiologische Bedürfnisse wie Hunger, Durst, Sexualität, Wärme und Schutz zwar grundsätzlich weitgehend befriedigt, be- kommen jedoch durch Zeitmangel, Stress, Umweltverschmutzung und zunehmende seelische Belastung als auch einseitige Beanspruchung im Arbeitsalltag eine neue Perspektive. Psychosomatische Krankheiten, allgemeines Unwohlsein und negative Erfahrungen lassen Menschen wieder zu ihren Grundbedürfnissen zurückkehren. Im Bereich der physiologischen Bedürfnisse sind dies das Verlangen nach gesunder Ernährung, Abwechslung durch körperliche Betätigung, Entspannung, Erholung und Ausgeglichenheit.

Parallel zu den Entwicklungen in den Bedürfnissen verlaufen die aktuellen Werte- trends in der Gesellschaft. Viele Forscher sehen in der zunehmenden Erlebnis- und Genussorientierung, im Gesundheits- und Umweltbewusstsein sowie in der Betonung der Freizeit und der eigenen Person den grundlegenden Wertewandel in der heuti- gen Gesellschaft, der sich in den Bedürfnissen der Menschen niederschlägt.13 Unter Wertewandel wird hierbei ein längerfristiger „Trend zur Veränderung des Stellenwer- tes bestimmter Werte im Wertehaushalt der Bevölkerung“14 verstanden.

Der Trend zur Selbstverwirklichung spiegelt sich auch in der Reisebranche wider. So sind eine Abkehr von individuellen Werten und eine stärkere Betonung der persönli- chen Bedürfnisse bis hin zum Hedonismus sowie einer Tendenz zum Individualismus zu verzeichnen.15 Insgesamt kann festgestellt werden, dass die Entwicklung im Wer- tewandel den Menschen selbst und seine individuellen Bedürfnisse im Mittelpunkt seiner Werteorientierung positioniert. Mit Genuss, Abenteuer, Spannung und Ab- wechselung will der Mensch kreativ und spontan seine emotionalen Bedürfnisse aus- leben, Anerkennung erfahren und sich selbst verwirklichen. Die Werte ändern sich und implizieren damit die Entwicklung in den Bedürfnissen. In der weiteren Folge be- einflussen sie die Motive in den verschiedenen Lebensbereichen, unter anderem beim Reisen.16

Nach der Reiseanalyse derForschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e. V.vom Januar 2003 sind die Reisemotive der Deutschen, die ihnen „besonders wichtig“ sind oder ihnen als „wichtig“ erscheinen, im Zusammenhang mit gesundheitsorientierten Reiseformen zu sehen. Einen besonders hohen Stellenwert hatte vor allem das Motiv „etwas für die Gesundheit zu tun“. Dieses spielte für zwei drittel der Befragten eine enorme Rolle. Nur für drei Prozent der Befragten war das Reisemotiv „etwas für die Gesundheit zu tun“ „völlig unwichtig“.17

2.3 Reisetrends

Deutschland zählt laut demF.A.Z.-Institutlängst nicht mehr zu den führenden Reise- nationen. Die Gründe dafür liegen nicht in der fehlenden Reiselust der Deutschen, sondern eher an den veränderten Reisegewohnheiten. Im Trend stehen kürzere Rei- sen im Inland, welche dafür häufiger durchgeführt werden. Die bereits bei den Rei- semotiven erwähnte Individualisierung der Gesellschaft führt zu Individualisierung der ursprünglichen Pauschalreise. Die Reisenden wollten sich nicht mehr als ein Teil ei- ner Reisegruppe fühlen, sondern vielmehr als ein Individuum.18 Diese veränderte Nachfrageentwicklung im Reisesektor führte zur entsprechenden Veränderung im Angebotssektor. Diverse Reiseveranstalter entwickelten hierfür Baukastensysteme. Jedes der einzelnen Reisebausteine konnte auf die individuellen Bedürfnisse und Wünsche der jeweiligen Person speziell abgestimmt werden. Die Rundumversorgung seitens der Reiseveranstalter blieb allerdings häufig bestehen.19

Das im vorherigen Abschnitt erwähnte gesundheitsorientierte Reisemotiv, welches sich immer höherer Beliebtheit rühmt, ist der Wellnessbereich. Dies spiegelt sich in dem Wandel vom Wohlstands- zum Wohlfühltourismus wider.20 LautOpaschowski spielt für jeden fünften Bundesbürger die Sonne oder Mediterranes eine geringere Rolle als sich in einem Wellness-Urlaub verwöhnen zu lassen.21 Vielmehr noch ist das Interesse an Wellness-Reisen innerhalb der letzen zwei Jahre um 125 Prozent gestiegen. Wellness-Reisen finden bei mehr als der Hälfte der befragten Personen einen höheren Anklang als All-Inclusive-Reisen. Dies ist das Ergebnis der Reiseana- lyse derForschungsgemeinschaft Urlaub und Reise e. V., welches die Abbildung 2-2 zudem veranschaulicht.22

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2-2: Wachstum des Interesses an Urlaubsformen - 1999/200223

[...]


1 Der Grosse Brockhaus, 1980.

2 Vgl. Wilkie, W. L., 1986, S. 123.

3 Braun, O. L., http://soziologie.soz.uni-linz.ac.at/sozthe/freitour/skriptum/Reisemotive.doc, (20.10.2004).

4 Vgl. Kotler, 1996, S. 9.

5 Vgl. Matahoo, 1998, S. 31.

6 Vgl. Jolibert, Baumgartner, 1997, S. 677 f.

7 Vgl. Klages, Kmieciak, 1979, S. 295.

8 Vgl. Windhorst, 1985, S. 36.

9 Kubina, 1990, S. 40.

10 Vgl. Maslow, 1991, S. 65 f.

11 Entnommen aus Wilkie, 1986, S. 142.

12 Vgl. Maslow, 1991, S. 65 f.

13 Vgl. Weinberg, 1992, S. 13 f.

14 Klages, 1984, S. 149.

15 Vgl. Wiedemann, Raffe, 1986, S. 143.

16 Vgl. Köbel, 1999, S. 20.

17 Vgl. Danielsson, Lohmann, 2003, S. 5.

18 Vgl. F.A.Z.-Institut, 2003, S. 8 f.

19 Vgl. F.A.Z.-Institut, 2003, S. 32.

20 Vgl. Opaschowski, 2001, S. 137.

21 Vgl. Opaschowski, 2001, S. 136.

22 Vgl. Danielsson, Lohmann, 2003, S. 10.

23 Entnommen aus Danielsson, Lohmann, 2003, S. 10.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Erfolgsfaktoren von Wellnessreisen
Hochschule
International School of Management, Standort Dortmund
Veranstaltung
Health-Care Management
Note
1,3
Autor
Jahr
2004
Seiten
24
Katalognummer
V37966
ISBN (eBook)
9783638371674
Dateigröße
486 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Erfolgsfaktoren, Wellnessreisen, Health-Care, Management
Arbeit zitieren
Katharina Kustos (Autor:in), 2004, Erfolgsfaktoren von Wellnessreisen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/37966

Kommentare

  • Gast am 23.9.2007

    Dr..

    Beim Lesen der Arbeit bleibt leider der eigentliche Titel der Arbeit unbeantwortet: Was sind denn die Erfolgsfaktoren? Mangelnde theoretische Fundierung

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Titel: Erfolgsfaktoren von Wellnessreisen



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