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Angst und Stereotype. Die Auswirkung von "Stereotype Threat" in einem Vorstellungsgespräch

Titel: Angst und Stereotype. Die Auswirkung von "Stereotype Threat" in einem Vorstellungsgespräch

Bachelorarbeit , 2016 , 21 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Christina Weber (Autor:in)

VWL - Makroökonomie, allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Prozess, wenn ein Stereotyp durch einen Reiz aktiviert wird und damit eine negative emotionale Reaktion hervorruft, die die Leistung z.B. während einer Prüfungssituation sinken lässt, wird als Stereotype Threat bezeichnet. Dabei hat das Individuum Angst, dass ihm zugeordnete Stereotyp zu bestätigen. Die zwei Wissenschaftler Compte und Postlewaite haben 2004 in der Confidence-Enhanced Performance allgemein den Einfluss einer Emotion auf die Leistung untersucht und in einem ökonomischen Modell dargestellt. Emotionen führen - so dessen Aussage - zu einer Wahrnehmungsverzerrung, die das Individuum unter Umständen zu Fehlentscheidungen verleitet. Fehlentscheidungen kommen zustande, wenn aufgrund der Wahrnehmungsverzerrung die Kosten der Durchführung einer Tätigkeit den Nutzen dieser Tätigkeit übersteigen, auch wenn aus objektiver Sicht der Nutzen die Kosten übersteigen würde. Anhand den gewonnenen Erkenntnissen aus der Literatur wird in dieser Arbeit ein Modell erzeugt, welches zeigen soll wie ein aktiviertes Stereotyp in einem Vorstellungsgespräch eine negative Wahrnehmungsverzerrung auslösen und somit das Verhalten und damit verbunden auch die Leistung beeinflussen kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Angst und Stereotype

2. Der Stereotype Threat

2.1. Einblick in die bestehende Theorien und Forschung

2.2. Die Aktivierung eines Stereotyps

3. Leistungsveränderung in einem ökonomischen Modell

3.1. Confidence-Enhanced Performance

3.2. Die Erwartungsnutzenfunktion des Vorstellungsgesprächs

3.3. Die Anstrengungsfunktion

3.4. Das Optimierungsproblem

3.5. Erhöhung der Erfolgswahrscheinlichkeit

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie das Phänomen des Stereotype Threat – die Angst, negative Stereotype über eine soziale Gruppe zu bestätigen – die Leistung von Individuen in stressbehafteten Situationen wie Vorstellungsgesprächen beeinflusst. Durch die Verknüpfung psychologischer Erkenntnisse mit einem ökonomischen Modell der Erwartungsnutzentheorie soll aufgezeigt werden, wie aktivierte Stereotype zu Wahrnehmungsverzerrungen und damit zu einer messbaren Leistungsminderung führen.

  • Mechanismen der Stereotypenaktivierung in Prüfungssituationen
  • Anwendung der Confidence-Enhanced Performance Theorie
  • Modellierung des Entscheidungsprozesses in Vorstellungsgesprächen
  • Einfluss von Selbstvertrauen auf die optimale Leistungsanstrengung
  • Strategien zur Reduktion negativer Stereotypeneffekte

Auszug aus dem Buch

2.2. Die Aktivierung eines Stereotyps

Um durch einen Stereotype Threat beeinflusst zu werden, muss bei dem Individuum das zutreffende Stereotyp zuvor aktiviert werden. In diesem Kapitel wird die Frage beantwortet, wie eine solche Aktivierung stattfindet.

Devine (1989) nimmt an, dass die Aktivierung eines Stereotyps ein automatischer Prozess ist, der ohne Absicht, ohne Aufwand und ohne Bewusstsein abläuft. Allein das Wissen über die Existenz des Stereotyps reiche aus, um dieses zu aktivieren, auch wenn das Individuum allgemein nicht an eine Stereotypisierung glaubt. Auch Bargh, Chen und Burrows (1996) verweisen auf einen automatischen Ablauf. Dabei beziehen sie sich auf die Methode des Primings, eine Informationsverarbeitung, welche durch einen Reiz ausgelöst wird und damit eine unbewusste Wahrnehmung zustande kommt (Moskowitz, 2005). Reize können dabei Wörter, Bilder oder auch eine bestimmte Umgebung (Pendry, 2007) sein, die das Stereotyp unbewusst wahrnehmen lässt und es somit aktiviert.

Hier ein Beispiel, welches zur Veranschaulichung des Aktivierungsprozesses dient und später für den Aufbau des Modells wieder verwendet wird: Eine Bewerberin hat die Kenntnis über das Stereotyp „Frauen besitzen kein Verständnis für Technik“, dennoch bewirbt sie sich um einen Ausbildungsplatz als KFZ-Mechatronikerin, ein traditionell typisch männlicher Beruf. Die Grundvoraussetzung, die Kenntnis über das Stereotyp, ist somit gegeben. Beim Eintreten in das Zimmer, in dem das Vorstellungsgespräch stattfindet, äußert ein Mitarbeit aus der Personalabteilung den Kommentar „Ah, eine Frau!“. Dies reicht als Reiz aus, das geschlechtsspezifische Stereotyp zu aktivieren, ohne es direkt zu formulieren. Die Bewerberin befindet sich nun in einer Stereotype Threat Situation, obwohl sie dies nicht beabsichtigt hatte. Sie musste nichts weiter machen als diesen Kommentar zu hören. Außerdem ist ihr nicht bewusst, dass sie sich nun in einer Stereotype Threat Situation befindet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Angst und Stereotype: Einführung in die Problematik, wie gesellschaftliche Kategorisierungen und damit verbundene Stereotype in Prüfungssituationen Ängste auslösen und die eigene Karriere negativ beeinflussen können.

2. Der Stereotype Threat: Definition und theoretische Herleitung des Begriffs sowie detaillierte Untersuchung der psychologischen Prozesse hinter der Aktivierung von Stereotypen.

3. Leistungsveränderung in einem ökonomischen Modell: Übertragung der empirischen Befunde in ein mathematisches Modell auf Basis der Erwartungsnutzentheorie zur Erklärung von Leistungsminderungen.

4. Fazit: Synthese der Ergebnisse, die verdeutlicht, dass die bewusste Reduktion von Stereotypen notwendig ist, um Leistungseinbußen zu vermeiden und das volle Potenzial von Bewerbern freizusetzen.

Schlüsselwörter

Stereotype Threat, Vorstellungsgespräch, Confidence-Enhanced Performance, Erwartungsnutzentheorie, Anstrengungsfunktion, Wahrnehmungsverzerrung, Selbstvertrauen, Leistungsdifferenz, Priming, Psychologie, Ökonomisches Modell, Geschlechterstereotyp, Bewertungsangst, Leistungssteigerung, Stressreaktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Bachelorarbeit analysiert die negativen Auswirkungen von sogenannten Stereotype Threats auf die Leistung von Individuen, speziell im Kontext von Vorstellungsgesprächen.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Schnittmenge von Sozialpsychologie und Ökonomie, insbesondere der Auswirkungen von unbewussten Vorurteilen auf die individuelle Entscheidungsfindung und Anstrengungsbereitschaft.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, wie sich die Leistung eines Individuums in einem Vorstellungsgespräch verändert, wenn es durch einen Stereotype Threat – etwa durch ein geschlechtsbezogenes Vorurteil – in seinem Selbstvertrauen beeinträchtigt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine theoretische Modellierung verwendet, die auf der Confidence-Enhanced Performance Theorie von Compte und Postlewaite sowie der klassischen Erwartungsnutzentheorie aufbaut.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Entwicklung eines ökonomischen Modells, das den Prozess von der Aktivierung eines Stereotyps durch einen externen Reiz über die Senkung des Selbstvertrauens bis hin zur resultierenden Leistungsminderung mathematisch beschreibt.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die wesentlichen Konzepte sind Stereotype Threat, Erwartungsnutzen, Anstrengungsfunktion und Wahrnehmungsverzerrung.

Wie genau führt ein Kommentar wie „Ah, eine Frau!“ zu Leistungsminderungen?

Der Kommentar dient als Reiz, der beim Individuum das Wissen um ein negatives Stereotyp aktiviert. Dies senkt das subjektive Selbstvertrauen, was wiederum die Motivation und die Anstrengung im Gespräch reduziert, da die Erfolgswahrscheinlichkeit pessimistischer eingeschätzt wird.

Ist das Phänomen laut der Arbeit unvermeidbar?

Nein, die Aktivierung ist ein automatischer Prozess, aber die Umgehung kann kontrolliert ablaufen, sofern das Individuum bewusst über den Einfluss ist, ausreichend motiviert ist und genügend Zeit zur Reflexion hat.

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Details

Titel
Angst und Stereotype. Die Auswirkung von "Stereotype Threat" in einem Vorstellungsgespräch
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
1,0
Autor
Christina Weber (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
21
Katalognummer
V379690
ISBN (eBook)
9783668566408
Sprache
Deutsch
Schlagworte
angst stereotype auswirkung threat vorstellungsgespräch
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christina Weber (Autor:in), 2016, Angst und Stereotype. Die Auswirkung von "Stereotype Threat" in einem Vorstellungsgespräch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/379690
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Leseprobe aus  21  Seiten
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