Bild Dir Deine Meinung oder wissen LVZ-Leser doch mehr? Pressemitteilungen der Polizeidirektion Leipzig und ihre Behandlung durch die lokalen Printmedien

Eine Analyse der Leipziger Volkszeitung und der Bild-Zeitung


Diplomarbeit, 2004

255 Seiten, Note: 2,1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Abkürzungsverzeichnis

II. Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

III. Allgemeine Vorbemerkung

IV. Danksagung

1. Einleitung
1.1 Gegenstand der Arbeit
1.2 Forschungsfrage und Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit

2. Das Verhältnis von Öffentlichkeitsarbeit und Journalismus
2.1 Der Forschungsstand: Ausgewählte Ansätze und Ergebnisse
2.1.1 Die Untersuchungen von Barbara Baerns und die Determinationshypothese
2.1.2 Weitere auf der Determinationshypothese basierende Studien
2.1.2.1 René Grossenbacher über die Transformationsleistungen der Journalisten
2.1.2.2 Romy Fröhlich und ihre Studie zum „qualitativen Einfluß von Pressearbeit auf die Berichterstattung“
2.1.2.3 Torsten Rossmanns Untersuchung zur „Öffentlichkeitsarbeit und ihrem Einfluß auf die Medien am Beispiel von Greenpeace“
2.1.2.4 „Aktivität und Passivität von Journalisten gegenüber Public Relations am Beispiel von Pressekonferenzen zu Umweltthemen“ – eine Analyse von Henrike Barth und Wolfgang Donsbach
2.1.2.5 Claudia Schweda und Rainer Opherden und ihre Untersuchung zu „Journalismus und Public Relations“
2.1.3 Die Weiterentwicklung der theoretischen Ansätze
2.1.3.1 Das Intereffikationsmodell von Bentele/Liebert/Seeling
2.2 Entwickelte Fragestellungen zur Beantwortung der Forschungsfrage

3. Die Öffentlichkeitsarbeit der Polizeidirektion Leipzig
3.1 Die Öffentlichkeitsarbeit
3.1.1 Die Öffentlichkeitsarbeit nach innen
3.1.2 Die Öffentlichkeitsarbeit nach außen
3.2 Die Pressestelle und ihre Aufgaben
3.2.1 Die Polizei-Pressemitteilung
3.2.2 Besondere Anforderungen beim Schreiben einer Presseinformation
3.3 Aktive und reaktive Pressearbeit
3.4 Pressearbeit in besonderen Situationen
3.5 Das Verhältnis zwischen Medien und Pressestelle

4. Methode und Auswahl des Untersuchungsmaterials
4.1 Die Inhaltsanalyse
4.2 Das Leitfadeninterview
4.3 Auswahl der Zeitungen
4.3.1 Die Leipziger Volkszeitung
4.3.1.1 Ein kurzer historischer Abriss
4.3.1.2 Auflage, Reichweite und Leserkreis
4.3.1.3 Inhalt, Layout und Aufbau der LVZ
4.3.2 Die BILD- Zeitung
4.3.2.1 Die Geschichte der Boulevardzeitung
4.3.2.2 Auflage, Reichweite und Leserkreis
4.3.2.3 Themen, Methoden und Layout
4.4 Methodische Planung und Durchführung der Studie
4.4.1 Grundgesamtheit und Stichprobe
4.4.2 Das Kategoriensystem
4.4.3 Schwierigkeiten beim Erstellen des Kategoriensystems
4.4.4 Der Pretest
4.4.5 Gütekriterien der Messung
4.4.6 Codierung und Auswertung

5. Ergebnisse der Inhaltsanalyse
5.1 Organisationsdaten
5.1.1 Anzahl der von der Pressestelle ausgesendeten Meldungen pro Tag
5.1.2 Anzahl der von LVZ und BILD veröffentlichten Mitteilungen pro Tag
5.1.3 Veröffentlichung der Pressemitteilungen in LVZ und BILD
5.1.4 Zeitpunkt der Veröffentlichung der Pressemeldungen in LVZ und BILD
5.2 Formale Ebene
5.2.1 Umfang der Überschriften der Pressemitteilungen und der Artikel in LVZ und BILD
5.2.2 Anzahl bzw. Art der Überschriften der Artikel in LVZ und BILD
5.2.3 Umfang der Texte der Pressemeldungen und der Artikel in LVZ und BILD
5.2.4 Form der Presseinformationen und der Artikel in LVZ und BILD
5.2.5 Redaktionelle Gewichtung der Artikel in LVZ und BILD
5.2.6 Darstellungsformen der Hauptbeiträge in LVZ und BILD
5.2.7 Typografische Hervorhebungen der Artikel in LVZ und BILD
5.2.8 Verhältnis von Text und Bild der Artikel in LVZ und BILD
5.2.9 Größe der Überschriften der Artikel in LVZ und BILD
5.3 Inhaltliche Ebene
5.3.1 Themen der Pressemeldungen und der Artikel in LVZ und BILD
5.3.2 Häufigkeit der Beantwortung der „W-Fragen“ in den Polizeipressemeldungen und in den Artikeln von LVZ und BILD
5.3.2.1 Beantwortung der „W-Fragen“ in den Artikeln im Vergleich zu den Pressemeldungen
5.3.2.2 Reihenfolge der „W-Fragen“ in den Artikeln im Vergleich zu den Pressemeldungen
5.3.3 Handelnde, die in den Pressemeldungen und in den Artikeln von LVZ und BILD genannt werden
5.3.3.1 Nennung der Handelnden in den Artikeln der LVZ und BILD im Vergleich zu den Pressemeldungen
5.3.3.2 Reihenfolge der Handelnden in den LVZ- und BILD-Artikeln im Vergleich zu den Polizeipressemeldungen
5.3.4 Nähere Angaben zum Täter/Tatverdächtigen in den Pressemeldungen und in den Beiträgen von LVZ und BILD
5.3.5 Nähere Angaben zum Opfer in der Pressemeldung und in der LVZ sowie in der BILD
5.3.6 Zitate in den Pressemitteilungen, in den Artikeln der LVZ und denen der BILD
5.3.6.1 Veränderungen der Zitate in den Artikeln der LVZ und der BILD im Vergleich zur Pressemitteilung
5.3.6.2 Anzahl der Zitate in den Artikeln der LVZ und der BILD im Vergleich zur Pressemeldung
5.3.6.3 Reihenfolge der Zitate in der LVZ und BILD im Vergleich zur Pressemeldung
5.3.7 Zusatzinformationen der Journalisten in den Artikeln von LVZ und BILD
5.3.8 Schwere des Deliktes in der Pressemitteilung und im Zeitungsbeitrag von LVZ und BILD
5.3.9 Quellennennung in den Artikeln von LVZ und BILD
5.3.10 Emotionalisierung in der Pressemitteilung und in der LVZ und BILD
5.3.10.1 Details der Emotionalisierung der Artikel in LVZ und BILD
5.3.11 Quantität der Übernahme durch die Journalisten
5.3.12 Qualität der Übernahme durch die Journalisten
5.3.13 Journalistische Standardisierung der Pressemitteilungen und der Zeitungsartikel

6. Zusammenfassung und Überprüfung der Fragestellungen

7. Anhang
7.1 Transkripte der Leitfadeninterviews
7.1.1 Leitfadengespräch mit Birgit Schlegel, amtierende Leiterin der Pressestelle der Polizei (vom 13. Juli 2004, gekürzt)
7.1.2 Leitfadengespräch mit Saskia Grätz, Redakteurin bei der Leipziger Volkszeitung und verantwortlich für die Polizeiberichterstattung (vom 17. August 2004, gekürzt)
7.1.3 Leitfadengespräch mit Angela Wittig, Redakteurin bei der BILD- Zeitung und verantwortlich für die Polizeiberichterstattung (vom 15. September 2004, gekürzt)
7.2 Das Codebuch
7.2.1 Codeplan für die Pressemitteilungen
7.2.2 Codeplan für die Artikel in LVZ und BILD
7.2.3 Kommentar zu den Codeplänen
7.3 Gesetzestexte
7.3.1 Auszug der Grundrechte aus dem Grundgesetz
7.3.2 Auszug aus dem Sächsisches Gesetz über die Presse (SächsPresseG)
7.4 Übersicht zur Struktur der Polizeidirektion Leipzig

8. Literatur- und Quellenverzeichnis
8.1 Primärquellen
8.2 Sekundärliteratur
8.3 Aufsätze aus Zeitschriften
8.4 Weitere Quellen
8.5 Internetadressen

I. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

II. Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildung 1: Das Intereffikationsmodell von Bentele/Liebert/Seeling

Tabelle 1: Induktions- und Adaptionsbeziehungen zwischen PR und Journalismus in Anlehnung an Bentele/Liebert/Seeling

Tabelle 2: Anzahl der von der Pressestelle ausgesendeten Meldungen pro Tag

Tabelle 3: Häufigkeitsverteilung der von der Pressestelle ausgesendeten Meldungen pro Tag

Tabelle 4: Anzahl der von LVZ und BILD- Zeitung veröffentlichten Pressemeldungen pro Tag

Tabelle 5: Häufigkeitsverteilung der von LVZ und BILD- Zeitung veröffentlichten Meldungen pro Tag

Tabelle 6: Veröffentlichung der Pressemitteilungen in LVZ und BILD- Zeitung

Tabelle 7: Zeitpunkt der Veröffentlichung von Pressemeldungen in LVZ und BILD

Tabelle 8: Umfang der Überschriften der Pressemitteilungen in Wörtern

Tabelle 9: Häufigkeitsverteilung der Umfänge der Überschriften der Pressemitteilungen

Tabelle 10: Umfang der Überschriften der Artikel in LVZ und BILD in Wörtern

Tabelle 11: Häufigkeitsverteilung der Umfänge der Überschriften der Artikel in LVZ und BILD

Tabelle 12: Anzahl bzw. Art der Überschriften der Artikel in LVZ und BILD

Tabelle 13: Häufigkeitsverteilung der Textumfänge der Pressemeldungen und der Artikel von LVZ und BILD

Tabelle 14: Umfang der Texte der Pressemeldungen und der Artikel von LVZ und BILD in Wörtern

Tabelle 15: Form der Presseinformationen

Tabelle 16: Form der Artikel in LVZ und BILD

Tabelle 17: Redaktionelle Gewichtung der Artikel in LVZ und BILD

Tabelle 18: Darstellungsformen der Hauptbeiträge in LVZ und BILD

Tabelle 19: Typografische Hervorhebungen der Artikel in LVZ und BILD

Tabelle 20: Typografische Hervorhebungen der Artikel in LVZ und BILD

Tabelle 21: Verhältnis von Text und Bild der Artikel in LVZ und BILD

Tabelle 22: Größe der Überschriften der Artikel in LVZ und BILD

Tabelle 23: Themen der Pressemeldungen

Tabelle 24: Themen der Artikel in LVZ und BILD

Tabelle 25: Häufigkeitsverteilung der beantworteten „W-Fragen“ in der Polizeipressemeldung

Tabelle 26: Häufigkeitsverteilung der beantworteten „W-Fragen“ in den Artikeln der LVZ

Tabelle 27: Häufigkeitsverteilung der beantworteten „W-Fragen“ in den Artikeln der BILD

Tabelle 28: Beantwortung der „W-Fragen“ in den Artikeln im Vergleich zur Pressemeldung

Tabelle 29: Reihenfolge der „W-Fragen“ in den Artikeln im Vergleich zu den Pressemeldungen

Tabelle 30: Zahl der Handelnden, die in den Pressemeldungen genannt werden

Tabelle 31: Handelnde, die in den Pressemeldungen genannt werden

Tabelle 32: Zahl der Handelnden, die in den LVZ-Artikeln genannt werden

Tabelle 33: Zahl der Handelnden, die in den BILD-Artikeln genannt werden

Tabelle 34: Handelnde, die im LVZ-Artikel genannt werden

Tabelle 35: Handelnde, die im BILD-Artikel genannt werden

Tabelle 36: Nennung der Handelnden in den Artikeln der LVZ im Vergleich zu den Polizeimeldungen

Tabelle 37: Nennung der Handelnden in den Artikeln der BILD im Vergleich zu den Pressemitteilungen

Tabelle 38: Reihenfolge der Handelnden in den LVZ-Artikeln im Vergleich zu den Polizeimeldungen

Tabelle 39: Reihenfolge der Handelnden in den BILD-Artikeln im Vergleich zu den Pressemeldungen

Tabelle 40: Zahl der Täter/Tatverdächtigen in der Pressemeldung

Tabelle 41: Geschlecht der Täter/Tatverdächtigen in der Pressemeldung

Tabelle 42: Nationalität der Täter/Tatverdächtigen in der Pressemeldung

Tabelle 43: Alter der Täter/Tatverdächtigen in der Pressemeldung

Tabelle 44: Zahl der Täter/Tatverdächtigen in den Artikeln der LVZ

Tabelle 45: Geschlecht der Täter/Tatverdächtigen in den Artikeln der LVZ

Tabelle 46: Nationalität der Täter/Tatverdächtigen in den Artikeln der LVZ

Tabelle 47: Alter der Täter/Tatverdächtigen in den Artikeln der LVZ

Tabelle 48: Zahl der Täter/Tatverdächtigen in den Artikeln der BILD

Tabelle 49: Geschlecht der Täter/Tatverdächtigen in den Artikeln der BILD

Tabelle 50: Nationalität der Täter/Tatverdächtigen in den Artikeln der BILD

Tabelle 51: Alter der Täter/Tatverdächtigen in den Artikeln der BILD

Tabelle 52: Zahl der Opfer in den Polizeipressemeldungen

Tabelle 53: Geschlecht der Opfer in den Polizeipressemeldungen

Tabelle 54: Nationalität der Opfer in den Polizeipressemeldungen

Tabelle 55: Alter der Opfer in den Polizeipressemeldungen

Tabelle 56: Zahl der Opfer in den Artikeln der LVZ

Tabelle 57: Geschlecht der Opfer in den Artikeln der LVZ

Tabelle 58: Nationalität der Opfer in den Artikeln der LVZ

Tabelle 59: Alter der Opfer in den Artikeln der LVZ

Tabelle 60: Zahl der Opfer in den Artikeln der BILD

Tabelle 61: Geschlecht der Opfer in den Artikeln der BILD

Tabelle 62: Nationalität der Opfer in den Artikeln der BILD

Tabelle 63: Alter der Opfer in den Artikeln der BILD

Tabelle 64: Zitate in der Pressemitteilung

Tabelle 65: Zitate in den Artikeln der LVZ

Tabelle 66: Zitate in den Artikeln der BILD

Tabelle 67: Veränderungen der Zitate in den Artikeln der LVZ im Vergleich zur Pressemitteilung

Tabelle 68: Veränderungen der Zitate in den Artikeln der BILD im Vergleich zur Pressemitteilung

Tabelle 69: Anzahl der Zitate in den Artikeln der LVZ und der BILD im Vergleich zur Pressemitteilung

Tabelle 70: Reihenfolge der Zitate in den Artikeln der LVZ und der BILD im Vergleich zur Pressemitteilung

Tabelle 71: Zusatzinformationen der Journalisten in den Artikeln von LVZ und BILD

Tabelle 72: Schwere des Delikts in der Pressemitteilung und in den Artikeln von LVZ und BILD

Tabelle 73: Quellennennung in den Artikeln von LVZ und BILD

Tabelle 74: Emotionalisierung in der Pressemitteilung

Tabelle 75: Emotionalisierung in den Artikeln der LVZ und BILD

Tabelle 76: Details der Emotionalisierung in den Artikeln der LVZ und BILD

Tabelle 77: Details der Emotionalisierung in den Artikeln der LVZ und BILD

Tabelle 78: Details der Emotionalisierung in den Artikeln der LVZ und BILD

Tabelle 79: Quantität der Übernahme durch die Journalisten

Tabelle 80: Qualität der Übernahme durch die Journalisten

Tabelle 81: Journalistische Standardisierung der Pressemitteilungen

Tabelle 82: Journalistische Standardisierung der Artikel in LVZ und BILD

Tabelle 83: Journalistische Standardisierung der Pressemitteilungen

Tabelle 84: Journalistische Standardisierung der Artikel in LVZ und BILD

Tabelle 85: Journalistische Standardisierung der Pressemitteilungen

Tabelle 86: Journalistische Standardisierung Artikel in LVZ und BILD

Tabelle 87: Häufigkeitsverteilung der beantworteten „W-Fragen“ in den 95 von der LVZ übernommenen Polizeipressemeldungen

Tabelle 88: Häufigkeitsverteilung der beantworteten „W-Fragen“ in den 95 von der LVZ publizierten Artikeln

Tabelle 89: Häufigkeitsverteilung der beantworteten „W-Fragen“ in den 74 von der BILD übernommenen Polizeipressemeldungen

Tabelle 90: Häufigkeitsverteilung der beantworteten „W-Fragen“ in den 74 von der BILD publizierten Artikeln

Tabelle 91: Häufigkeit der Nennung der Handelnden in den 95 von der LVZ übernommenen Pressemeldungen und in den 95 abgedruckten Artikeln

Tabelle 92: Häufigkeit der Nennung der Handelnden in den 74 von der BILD übernommenen Pressemeldungen und in den 74 darauf basierenden Artikeln

III. Allgemeine Vorbemerkung

Grammatikalisch maskuline Form

Wird in dieser Diplomarbeit die grammatikalisch maskuline Form verwendet, gilt die Bezeichnung gleichermaßen für natürliche Personen des männlichen und weiblichen Geschlechts.

Hinweise zu Zitaten, Abbildungen und Buchtiteln

Alle besonderen Schreibweisen in Zitaten, Abbildungen und Buchtiteln (fett gedruckt, kursiv, falsche Orthographie oder Grammatik, alte Rechtschreibung) wurden vom Original unverändert übernommen und sind daher im Text nicht noch einmal gesondert ausgewiesen.

Rundungsdifferenzen

Alle Prozentzahlen in den Tabellen dieser Arbeit weisen den Wert der berechneten Ergebnisse bis maximal eine Stelle nach dem Komma aus. Durch mathematische Rundungen können daher geringe Abweichungen von dem Wert 100,0 Prozent auftreten. Auch die Angaben zum Durchschnitt, zur Standardabweichung und Häufigkeitsverteilung sind gerundet und ohne Nachkommastelle ausgewiesen.

Synonyme Begriffe

Die Wörter „Öffentlichkeitsarbeit“ und „Public Relations“ sind in dieser Arbeit gleichbedeutend und werden synonym verwendet. Auch die Wörter „publizieren“ und „veröffentlichen“ sind sinnverwandt und werden grundsätzlich nur im Zusammenhang mit den Zeitungsartikeln und nicht in Verbindung mit den Pressemitteilungen verwendet. In der Literatur liest und in der Praxis hört man verschiedene Bezeichnungen für die verschiedenen Überschriften eines Zeitungsartikels. Hier werden die Begriffe „Dachzeile“, „Hauptüberschrift“ (anstatt „Hauptzeile“) und „Unterüberschrift“ (anstatt „Unterzeile“) verwendet.

IV. Danksagung

Die vorliegende Untersuchung wäre ohne die tatkräftige Unterstützung von Barbara Schunke, Mitarbeiterin der Öffentlichkeitsarbeit, Präsidium der Bereitschaftspolizei Sachsen, nicht möglich gewesen. Mit ihrer fachlichen Kompetenz hat sie mir in vielen Gesprächen geduldig Rede und Antwort gestanden. Mein weiterer Dank gilt auch den Mitarbeitern der Pressestelle der Polizeidirektion Leipzig und der Polizei-Fachhochschule Rothenburg, aber vor allem meiner Freundin Annika.

1. Einleitung

1.1 Gegenstand der Arbeit

Nachrichtenagenturen, Public-Relations-Verlautbarungen beziehungsweise Pressemitteilungen[2] und eigene Recherchen stellen jene Informationsquellen dar, derer sich Journalisten hauptsächlich bedienen. Nutzungsanteil und Nutzungsgrad sind dabei von Medium zu Medium und auch von Ressort zu Ressort meist sehr unterschiedlich. Der Mangel an finanziellen und redaktionellen Ressourcen, aber auch der Mangel an Zeit durch zusätzlich zu erledigende Aufgaben[3] und das enorm gestiegene Informationsangebot schränken die Journalisten häufig ein. So bleibt ihnen weniger Zeit selbst zu recherchieren oder eigenständige Beiträge zu verfassen. Stattdessen greifen sie verstärkt auf die von außen angebotenen Texte zurück, selektieren, passen sie – entsprechend dem Zeitungstyp – inhaltlich, formal und stilistisch an, fassen zusammen und kürzen. Aus diesem Grund ist der Bereich der Öffentlichkeitsarbeit von Behörden für den Journalismus sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht sehr wichtig. Die Zulieferung großer Mengen copyrightfreien Materials entlastet die Journalisten in ihrer täglichen Informationsbeschaffung und ist in einigen Ressorts sogar die Voraussetzung zur Aufrechterhaltung des journalistischen Betriebs geworden. Die Texte werden nicht nur von kommerziellen Unternehmen, Verbänden und Kulturbetrieben herausgegeben, sondern auch von Behörden, wie beispielsweise der Polizei.

In der Polizeidirektion Leipzig beschäftigen sich derzeit drei Mitarbeiter mit der Öffentlichkeits- bzw. Pressearbeit. Täglich geben sie zwischen drei und fünf Pressemeldungen an die Medien heraus, zahlreiche weitere Informationen werden telefonisch oder persönlich von Redakteuren und Mitarbeitern der Zeitungen sowie von Radio- und Fernsehsendern erfragt und später vorwiegend zu Meldungen, Nachrichten und Berichten verarbeitet. Was die Journalisten und ihre Leser, Hörer und Zuschauer vor allem interessiert, sind die schlechten Nachrichten, nach dem Motto: „Bad news are good news“. Ein Handtaschenraub hier, ein Wohnungseinbruch da, Zeugen hierfür gesucht, Hinweise dafür erbeten. Darauf, dass die Polizei mit solchen Pressemeldungen bzw. die Medien als deren Transporteur das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger beeinflussen, sei hier nur am Rande hingewiesen.

Pressemitteilungen der Polizei sind eine wichtige Informationsquelle auch für die Journalisten von Leipziger Volkszeitung und BILD- Zeitung, den einzigen in der Stadt Leipzig ansässigen Tageszeitungen.[4] Sie dienen einerseits als Informationsquelle, andererseits der Überprüfung der Relevanz vieler Ereignisse sowie der Überprüfung von Informationen auf deren Richtigkeit. Das bedeutet, dass die Journalisten in quantitativer und qualitativer Hinsicht auf die Arbeit der Pressestelle angewiesen sind, denn das Interesse an polizeilichen Themen ist groß. Die Abhängigkeit beruht jedoch auf Gegenseitigkeit: Karl Beele sagt, dass sich die Pressearbeit der Polizei an den gestiegenen Bedürfnissen dieser Mediengesellschaft orientieren müsse, wenn die Polizei mit ihrer Arbeit in der Gesellschaft richtig wahrgenommen werden wolle.[5]

Die hier beschriebene gegenseitige Abhängigkeit führt zu einer wechselseitigen Beeinflussung.[6] Die Öffentlichkeitsarbeiter verändern und beeinflussen auf der einen Seite die Berichterstattung, indem sie Journalisten gezielt informieren und so versuchen, sie zu einer bestimmten Themenselektion anzuregen. Eine Vielzahl empirischer Studien konstatiert z. B. die Bestimmung journalistischer Themen und ihrer Veröffentlichungszeitpunkte durch die PR.[7] Auf der anderen Seite müssen sich Öffentlichkeitsarbeiter an den journalistischen Standards und Produktionsroutinen orientieren, um PR-Themen gezielt in der Berichterstattung zu platzieren. Diese Anpassung kommt einer Simulation der journalistischen Arbeitsweise gleich, und infolgedessen übernimmt die Öffentlichkeitsarbeit in einem gewissen Rahmen die Funktion des Journalismus. Die journalistische Berichterstattung wiederum hat einen großen Einfluss auf die Öffentlichkeitsarbeit. Diese Wechselbeziehungen zwischen PR und Journalismus stehen im Mittelpunkt des Interesses dieser Diplomarbeit. Sie werden am Beispiel der Pressearbeit der Polizeidirektion Leipzig und der Berichterstattung von LVZ und BILD untersucht. Eine ähnlich umfassende Untersuchung von Polizeipresseinformationen und den darauf basierenden Zeitungsartikeln wurde bisher – soweit es die Literaturrecherche ergab – für den lokalen Raum noch nicht durchgeführt.

1.2 Forschungsfrage und Zielsetzung

Den Ausgangspunkt für die wissenschaftliche Erforschung der Wechselbeziehungen bildet die Frage, in welcher Weise die Pressemitteilungen der Polizeidirektion Leipzig von den Mitarbeitern der LVZ und der BILD- Zeitung (zwei Medien mit unterschiedlichem Leserkreis und unterschiedlichem Informationsanspruch) behandelt werden. Das heißt, es muss zunächst herausgearbeitet werden, wie viele der angebotenen Texte überhaupt im Blatt veröffentlicht werden. Anschließend kann untersucht werden, welche Transformations- oder Zusatzleistungen die Journalisten erbracht, ob sie ihre Quellen genannt haben etc., um dann daraus schließen zu können, in welchem Umfang die von der Pressestelle ausgesendeten Informationen Einfluss auf die Berichterstattung über die Arbeit der Polizei haben. Über die Analyse der Induktionen hinaus, also den gerichteten Kommunikationsanregungen oder -einflüssen, interessieren auch die Adaptionen, das organisatorische Anpassungshandeln, auf beiden Seiten. Damit bezieht sich das Erkenntnisinteresse auf ein ganz bestimmtes Wissensdefizit. Auch das Entdeckungspotenzial, wie Früh es nennt, wäre damit bereits vordefiniert und kann so in einzelne prüfbare Behauptungen übersetzt werden (vgl. Kapitel 2.2, Seite 47f.).[8]

Die Ergebnisse der Analyse der Pressemitteilungen und der darauf basierenden Zeitungsartikel werden nicht nur einzeln vorgestellt, sondern auch miteinander verglichen und ihre Unterschiede und Gemeinsamkeiten deutlich gemacht. Die Diplomarbeit soll dazu beitragen, einen Einblick in die Arbeitsweisen der Pressestelle und der Redaktionen zu erhalten, Verständnis für die jeweils andere Seite zu wecken und die Zusammenarbeit zu verbessern.

1.3 Aufbau der Arbeit

Die Arbeit ist in sechs Teile gegliedert. An den Einleitungsteil schließt sich die Darlegung der theoretischen Grundlagen zum Thema an. In diesem zweiten Teil wird das Verhältnis von Öffentlichkeitsarbeit und Journalismus betrachtet, indem zunächst verschiedene Studien vorgestellt und diskutiert werden. Anschließend werden die entwickelten Fragestellungen dargelegt, die mittels Inhaltsanalyse geklärt werden und zur Beantwortung der Forschungsfrage beitragen sollen. Der dritte Teil der Arbeit beschäftigt sich allgemein mit der Öffentlichkeitsarbeit der Leipziger Polizeidirektion und bringt dem Leser danach speziell die Pressearbeit dieser Dienststelle näher. Die in dieser Diplomarbeit angewandte Methodik, Inhaltsanalyse und Leitfadeninterview, wird im vierten Teil erläutert. Des Weiteren werden hier die beiden Leipziger Tageszeitungen, Leipziger Volkszeitung und BILD- Zeitung, porträtiert und die methodische Planung und Durchführung der Studie erklärt. Im fünften Teil werden die Ergebnisse der Inhaltsanalyse der Pressemitteilungen und der daraufhin publizierten Artikel vorgestellt, miteinander verglichen und interpretiert. Im letzten Teil der Diplomarbeit werden zum einen die Ergebnisse zusammengefasst und zum anderen die in Kapitel 2.2 genannten Fragestellungen bestätigt oder widerlegt.

2. Das Verhältnis von Öffentlichkeitsarbeit und Journalismus

Zahlreiche Studien haben sich in den vergangenen Jahrzehnten mit dem Thema „Verhältnis von Öffentlichkeitsarbeit und Journalismus“ beschäftigt. Frühere Arbeiten und theoretische Ansätze sind geprägt von der Darlegung eines Konflikts zwischen Öffentlichkeitsarbeit auf der einen und Journalismus auf der anderen Seite. Die diesbezügliche Auseinandersetzung ist dadurch gekennzeichnet, jeweils einer der beiden Seiten Dominanz über die andere zuzuschreiben. Unter die theoretischen Ansichten, die eine Dominanz von Öffentlichkeitsarbeit über Journalismus postulieren, lässt sich die auf Baerns[9] zurückgehende Determinierungshypothese oder auch die im Bereich politischer Kommunikation so genannte Instrumentalisierungsthese subsumieren. Demgegenüber stehen solche Ansätze, die das Einflussverhältnis umgekehrt sehen. Die Macht der Medien über den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit beschreibt die Mediatisierungs- bzw. Dependenzthese.[10] Erst später wurden Untersuchungen durchgeführt, die nicht die Dominanz einer Seite darstellen, sondern die Möglichkeit zur Kooperation zum gegenseitigen Nutzen und auch gegenseitigen Einfluss anerkennen.

In diesem Kapitel sollen einige der Untersuchungen mit ihren wichtigsten Forschungsergebnissen und den eventuell dazu geführten kontroversen Diskussionen vorgestellt werden. Gleichzeitig geben die ausgewählten Analysen einerseits einen Überblick über die einzelnen Etappen der Erforschung des Verhältnisses zwischen Öffentlichkeitsarbeit und Journalistik, andererseits bilden sie auch den Ausgangspunkt für einige der Forschungsfragen zur Analyse der Polizeipressemeldungen und der darauf folgenden Berichterstattung, die am Schluss dieses Kapitels vorgestellt werden sollen.

2.1 Der Forschungsstand: Ausgewählte Ansätze und Ergebnisse

2.1.1 Die Untersuchungen von Barbara Baerns und die Determinationshypothese

Das Verhältnis zwischen den beiden publizistischen Teilsystemen Öffentlichkeitsarbeit und Journalismus stand für die Berliner Kommunikationswissenschaftlerin Barbara Baerns in den 70er und 80er Jahren im Mittelpunkt ihrer Untersuchungen. Im Jahre 1974 analysierte sie zunächst alle mündlichen und schriftlichen Pressemitteilungen eines Essener Industrieunternehmens und verglich sie mit der Berichterstattung von fünf Zeitungen mit unterschiedlicher Reichweite.[11] Sie nahm an, „[…] dass Öffentlichkeitsarbeit publizistische Aussagen tagesaktueller Medien determiniert“[12] und für die Konsonanz der PR- und der Medieninhalte mitverantwortlich ist. Es stellte sich heraus, dass fast jeder zweite Beitrag über das Unternehmen auf schriftlichen PR-Mitteilungen basierte, die entweder wörtlich, inhaltlich vollständig oder gekürzt wiedergegeben wurden. Nur für jeden fünften Artikel wurde seitens der Journalisten selbstständig recherchiert. Damit wurde die Annahme der Autorin bestätigt. Allerdings gelang es ihr nicht, über den Nachweis des PR-Einflusses auf die Medieninhalte die Strukturen und die Beziehungen zwischen den beiden journalistischen Teilsystemen offen zu legen.

Weil die Seite der Öffentlichkeitsarbeit demzufolge nicht nur den Journalismus determinierte, sondern ihn in zentralen Leistungen ihrer Meinung nach sogar wesentlich bestimmte, wurde damals (allerdings nicht von ihr selbst) der Begriff „Determinationshypothese“[13] geprägt. Dieser ist trotz aller kontroversen Diskussionen in die Publizistik- und Kommunikationswissenschaft eingegangen. Baerns’ Untersuchungen waren der Auslöser für zahlreiche weitere empirische Studien, die ebenfalls die Öffentlichkeitsarbeit in den Blickpunkt der Publizistik- und Kommunikationswissenschaft rückten. Einige dieser Folgeuntersuchungen, deren Ergebnisse im Sinne der Determinationshypothese ausgefallen sind, sollen anschließend vorgestellt werden. Gleichzeitig veränderten Baerns’ Erkenntnisse zur PR-Journalismus-Beziehung auch das jeweilige Selbst- und Berufsbild der Öffentlichkeitsarbeiter und Journalisten.

In einer weiteren Studie, in der Barbara Baerns 1985 die Folgeberichterstattung von Landespressekonferenzen in Nordrhein-Westfalen analysierte, erweiterte sie das Medienspektrum, indem sie nicht nur die in den Tageszeitungen abgedruckten Pressemitteilungen untersuchte, sondern auch Agentur-, Hörfunk- und Fernsehbeiträge mit einbezog.[14] Sie wollte herausfinden, über welche Wege Informationen Eingang in die Medien finden und welche massenmedialen Transformationsleistungen vor ihrer Publikation durch Journalisten erbracht werden. Diese inhaltsanalytische Untersuchung hat – trotz der veränderten Untersuchungsanlage – zu ähnlichen Ergebnissen geführt, wie die erste. Mit durchschnittlich 62 Prozent „[…] zeigten sich konstant hohe Anteile von Beiträgen, die auf Öffentlichkeitsarbeit basieren. Öffentlichkeitsarbeit dominierte nicht nur journalistische Recherche, sondern alle Quellentypen.“[15] Nach Baerns bestand somit die Leistung der Journalisten vor allem in der Selektion, Interpretation und schnellen Verarbeitung des Stoffes, den ihnen die Öffentlichkeitsarbeit geliefert hatte. Sie kritisierte, dass Medienvertreter die Quellen der verarbeiteten Informationen trotz hoher Übernahmequoten verschweigen bzw. nicht deutlich offen legen würden.[16]

Zusammenfassend stellte sie fest, dass Öffentlichkeitsarbeit die Themen und das Timing der journalistischen Berichterstattung kontrolliert, da sich die Mitarbeiter der Public Relations bei der Vermittlung ihrer Botschaften erfolgreich an den Selektions- und Bearbeitungskriterien der Journalisten orientieren.[17] Sie hat das Abhängigkeitsverhältnis der beiden Teilsysteme wie folgt beschrieben: „[…] je mehr Einfluß Öffentlichkeitsarbeit ausübt, um so weniger Einfluß kommt Journalismus zu und umgekehrt.“[18] Mit der Voraussetzung, dass keine anderen Faktoren existieren, schränkt sie die Gültigkeit ihrer Untersuchung ein.[19]

Die Kritik an Barbara Baerns’ Studien war groß. Saffarnia[20] monierte ihre ausschließliche Orientierung an Quellen[21] mit hohem Status (woraus kommunikative Chancen-ungleichheit resultiere) und die Vernachlässigung intervenierender Variablen, wie zum Beispiel Ereignistyp, Medientyp, Ressortzugehörigkeit der Journalisten, deren Berufserfahrung, Position, politische Überzeugung und journalistische Ziele. Mit Hilfe einer eigenen Studie, in der Saffarnia nicht an einer bestimmten PR-Institution ansetzte, sondern im Input PR-Aktivitäten aller politisch relevanten Gruppierungen berücksichtigte[22], widerlegte Saffarnia Baerns’ Annahme.[23] Er zieht den Schluss: „Eine Betrachtung des zweifellos komplexen Verhältnisses von Wechselwirkungen zwischen Öffentlichkeitsarbeit und Journalismus darf sich nicht allein auf die ursprüngliche Determinierungshypothese stützen. In diesem Falle plädiere ich eher dafür, diesen Ansatz ad acta zu legen.“[24]

Die Kritik von Schweda/Opherden attestiert der Determinationshypothese eine „Überinterpretation“ und eine „inflationäre Berücksichtigung in zahlreichen Arbeiten“, obwohl die Kontrolle des Kategorienschemas „[…] ergeben hätte, dass Baerns die Themen nicht explizit abfragt, sondern aus der Übernahme der Pressemitteilungen auf die Übernahme der Themen geschlossen hat.“[25] Bentele/Liebert/Seeling kritisieren die absolute und einseitige Sichtweise des Determinationsbegriffs, weil damit „[…] häufig ein ‚totaler’, ein ‚unbedingter’ Einfluß assoziiert“ und „[…] von den umgekehrten Einflußbeziehungen – also den vom Journalismus in Richtung PR bestehenden – weitgehend abstrahiert [wird].“[26]

2.1.2 Weitere auf der Determinationshypothese basierende Studien

2.1.2.1 René Grossenbacher über die Transformationsleistungen der Journalisten

„Verstanden als die von einer Organisation eingesetzten Kommunikationstechniken zur Darstellung eigener Interessen in der Öffentlichkeit, sind es längst nicht mehr nur Behörden […], die sich dieses Instrumentarium zunutze machen […]. Für Organisationen, die zur Erfüllung ihrer Ziele auf das Wohlwollen der Öffentlichkeit angewiesen sind, wird die aktive Öffentlichkeitsarbeit zunehmend zu einer Existenznotwendigkeit.“[27], schreibt Grossenbacher zu Beginn seiner Studie „Hat die ‚Vierte Gewalt’ ausgedient? Zur Beziehung zwischen Public Relations und Medien.“[28] Der Weg an die Öffentlichkeit führt für ihn notwendigerweise über die publizistischen Medien.[29] Da laut Grossenbacher die Öffentlichkeitsarbeit bzw. die Beziehung zwischen Öffentlichkeitsarbeit und Medien bisher kaum beachtet wurde und demzufolge noch große Forschungsdefizite bestehen, hat er sich – anknüpfend an die Ergebnisse von Barbara Baerns – speziell mit der Transformationsleistung des Mediensystems beschäftigt.

Mit Hilfe einer Input-Output-Analyse untersuchte er „alle Verarbeitungs- und Ergänzungsleistungen in Form von Selektion, Reduktion, Kommentierung und Gewichtung des Inputs“[30], nachdem er in der Schweiz im April 1985 insgesamt 53 Pressekonferenzen besucht und mittels teilnehmender Beobachtung und Inhaltsanalyse die Input-Daten erhoben hatte. Verglichen wurden diese anschließend mit der durch die Pressekonferenzen ausgelösten Berichterstattung in 18 aktuellen Zeitungen (Output). Interviews mit Journalisten zum Umgang mit Quellen sollten den Interpretationsspielraum seiner Studie ergänzen und abrunden.

Im Ergebnis stellte sich heraus, dass die Journalisten zunächst als Folge der 53 Pressekonferenzen insgesamt 612 Artikel veröffentlichten und 81 Prozent von diesen gleich am nächsten Tag publiziert wurden.[31] Grossenbacher schreibt dazu: „Die Konsequenz des sich selbst auferlegten Zwangs zur Sofortverwertung besteht darin, dass Journalisten kaum noch Zeit für Ergänzungsleistungen aufbringen.“[32] Ein weiteres Ergebnis war die unterschiedliche publizistische Wirkung der einzelnen Pressekonferenzen in den Tageszeitungen, ablesbar in Anzahl und Länge der erschienenen Artikel: Infolge der Selektion und Reduktion des Informationsangebotes durch die Journalisten waren einige Veranstalter mehr, andere weniger erfolgreich. Grossenbacher führt dies unter anderem auf die unterschiedliche formale und inhaltliche „Aufmachung der Presserohstoffe“[33] zurück. „[…] zuviel Bearbeitungsaufwand […] lähmt den Leistungswillen der Journalisten.“[34]

Grossenbacher, der von den Journalisten Unabhängigkeit, Kritikfähigkeit und Kommentierung erwartet, stellt in seiner Untersuchung zu den Darstellungsformen fest, dass die meisten Zeitungsartikel statt kommentierender nur „rapportierender, ereignisvermittelnder Art“[35] sind. Es würden daher in der Berichterstattung häufiger Zitate verwendet und lobende Worte seltener eingesetzt. Hinsichtlich der sprachlichen Transformation hat Grossenbacher erkannt, dass Grundmuster der Interpretation nicht verändert, sondern nur abgeschwächt und vorgegebene Themen auch in ihrer Gewichtung nahezu unverändert übernommen werden. Mit letzterem Resultat stützt er die Ergebnisse von Barbara Baerns.

Grossenbacher erklärt auf Seite 730, dass die Produktion von Informationen weitgehend Sache der Öffentlichkeitsarbeit sei und Journalisten die Pressetexte vorwiegend selektierten, neutralisierten und verdichteten, bevor sie im Blatt abgedruckt werden. Er wirft den Journalisten sogar Folgendes vor: „Was als journalistische Leistung in den Medien erscheint, ist oft nicht mehr als das, was PR-Schaffende vorgefertigt haben.“[36] Eine Geringschätzung der Öffentlichkeitsarbeit durch die Berichterstatter ist daher seiner Meinung nach fehl am Platz.

Aber sind deshalb die Medien einseitig von der Öffentlichkeitsarbeit abhängig? Grossenbacher plädiert auf eine gegenseitige Abhängigkeit[37] und relativiert damit die einseitige Sichtweise der Determinationshypothese. Die Medien seien auf den Input der Öffentlichkeitsarbeit ebenso angewiesen wie diese auf die Publikationsleistung der Medien angewiesen sei. Die Anpassung an Produktionsroutinen und Nachrichtenwerte seitens der Mitarbeiter einer Pressestelle sei notwendig, um die eigenen Ziele zu erreichen.[38] Das nennt er auch „Wohlverhalten“[39] gegenüber den Journalisten, die daraufhin mit „zurückhaltender Transformation der PR-vermittelten Informationen“[40] reagierten. Grossenbacher zufolge ist einer der Gründe für die Entstehung und Ausdehnung der Öffentlichkeitsarbeit eine immer komplexer werdende Welt und die damit verbundene wachsende Informationsfülle, die aber dennoch irgendwie verarbeitet werden muss.

Allerdings nennt er auch die Probleme, die mit den dargestellten Interdependenzen einhergehen und bringt sie so auf den Punkt: „Die gegenseitigen Anpassungsprozesse beispielsweise haben zur Folge, dass die eingespielte Produktionsroutine kaum noch aufgebrochen werden kann [und innovative Impulse so kaum entstehen können]. Die Öffentlichkeitsarbeiter veranstalten ihre Pressekonferenzen an einem nachrichtengeographisch günstig gelegenen Ort, geben damit die Metropolenkonzentriertheit der Medien einerseits vor und bestätigen sie andererseits; sie lassen, wann immer möglich, möglichst prominente Repräsentanten auftreten, womit sie den journalistischen Nachrichtenwert ‚Prominenz’ vorgeben und zugleich bestätigen: sie präsentieren – in mediengerechter Form – jene Themen, von denen sie wissen, dass sie ‚ankommen’. Die Journalisten wiederum werden in ihrem Handeln durch die Öffentlichkeitsarbeiter permanent bestätigt.“[41]

2.1.2.2 Romy Fröhlich und ihre Studie zum „qualitativen Einfluß von Pressearbeit auf die Berichterstattung“

Da Barbara Baerns nach Meinung[42] von Romy Fröhlich in ihrer Studie von 1985 zwar nachweisen konnte, dass 60 bis 80 Prozent der landespolitischen Beiträge in den tagesaktuellen Medien Nordrhein-Westfalens auf Öffentlichkeitsarbeit als Primärquelle zurückgehen, aber damit nicht beweisen konnte, dass Medieninhalte fremdbestimmt sind bzw. dass Öffentlichkeitsarbeit die Leistungen tagesaktueller Medien determiniert, hat sich nach Barbara Baerns und René Grossenbacher auch Romy Fröhlich mit der inhaltlichen Einflussnahme beschäftigt. Ihr ging es in ihrer 1992 veröffentlichten Studie nicht nur allgemein um die inhaltliche Anlehnung an PR-Material und die Angabe der Quellen, sondern vor allem um die Transparenz der Anlässe für die Berichterstattung und um die Art des Umgangs der Journalisten mit den in Pressemeldungen bereitgestellten Informationen.[43]

In einer Sekundäranalyse[44] erforschte Romy Fröhlich zwischen 1973 und 1983 das von der Münchner Messe- und Ausstellungsgesellschaft mbH herausgegebene Pressematerial zu zwei verschiedenen Messen und die anschließende Berichterstattung aller fünf Münchner Tageszeitungen[45] über diese Veranstaltungen.[46] Ähnlich den Untersuchungsergebnissen von Baerns und Grossenbacher bieten auch hier „[…] jene Ereignisse, die die Messegesellschaft steuern kann, mit Abstand den häufigsten Anlass, über eine Messe zu berichten“.[47] In einem Fünftel aller Artikel, die in den genannten Tageszeitungen erschienen sind, wurde der Anlass für die Berichterstattung nicht deutlich.[48] Des Weiteren hat sich gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Anlass der Berichterstattung und dem Umfang eines Artikels gibt: Verfassen die Journalisten von sich aus einen Beitrag zum Thema (was im Verhältnis zur Gesamtberichterstattung seltener vorkommt), fällt dieser kürzer aus, als wenn Pressematerial veröffentlicht wird. Fröhlich deutet dieses Ergebnis als „ einen Hinweis darauf, wie stark oder weniger stark PR-Aktivitäten und -Material journalistische Nachrichtenproduktion determinieren“.[49] Einen Schluss, welchen Einfluss das auf die Informationsleistung und die inhaltliche Gestaltung der Beiträge durch den Journalisten hat, lässt laut Fröhlich erst der Vergleich der Inhalte von PR-Material und Presseberichten zu.

Es hat sich, um dies kurz zu wiederholen, herausgestellt, dass die Pressemitteilungen der Messe Anlass und Umfang der daraufhin publizierten Zeitungsartikel beeinflusst haben. Daraus folgt hier die Frage, ob diese auch die Inhalte der veröffentlichten Beiträge determiniert haben. Nachdem Fröhlich eine Art „Hitliste“ der Themen der Tagespresse und der Pressemeldungen erstellt hatte, wurde deutlich, dass in beiden Textgruppen der Erfolg der Messe am häufigsten thematisiert wurde, alle anderen Rangplätze jedoch nicht übereinstimmten. Die genauere Betrachtung der Erfolgsaussagen in den Presseinformationen und den daraus folgenden Artikeln lieferte Fröhlich ein weiteres Indiz für die Anlehnung der Berichterstattung an das Informationsmaterial aus der Abteilung der Öffentlichkeitsarbeit.[50] Statistisches Zahlenmaterial zu Aussteller-, Besucherzahlen etc. – von der Pressestelle der Messe über die Jahre hinweg zunehmend umfangreicher angeboten – findet sich auch immer umfassender in den analysierten Tageszeitungen wieder.[51] Diese Ergebnisse bestätigen Fröhlichs Annahme, „dass es Analogie gibt zwischen der Themenstruktur bzw. Themenveränderung der Pressemitteilungen und der der Tagespresse“.[52]

Auf die Quellennennung in ihren Artikeln verzichten die Journalisten weitgehend, wobei diese Aussage für Straßenverkaufszeitungen stärker zutrifft als für Abonnementzeitungen. Nur bei einzelnen Themen, so stellte sich heraus, hat sich in beiden Blatt-Typen das Verhältnis deutlich zugunsten der Quellenangabe umgekehrt.[53] Grundsätzlich unterliegen Pressemeldungen keinem Copyright. Journalisten können die Textinhalte deshalb vollständig oder in Teilen unverändert in ihre Berichterstattung übernehmen.

Trotz der hier dargestellten Resultate kann auch Romy Fröhlich die „entscheidenden Fragen nicht beantworten: Sind Journalisten Erfüllungsgehilfen der PR? Übernehmen sie gleichsam willenlos die Vorgaben, die ihnen von cleveren PR-Profis gemacht werden?“[54] Sie warnt in ihrem Aufsatz vor einer Zunahme der Einflussmöglichkeiten auf die Inhalte der Massenmedien auf Grund einer immer professionelleren und systematisierten Ausbildung im PR-Beruf. „Wenn die Beeinflußten [sic!] die Beeinflussung nicht wahrnehmen, ja sogar vehement verneinen, dann ist das eher ein Zeichen für die Professionalität der PR-Branche als für ihr Versagen. Im Zuge der anhaltenden Zeitverknappung in den Redaktionen ist die Balance zwischen Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit in Gefahr, sich zugunsten institutionalisierter Informanten und Quellen zu verschieben.“[55]

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Fröhlich mit ihren Resultaten Grossenbachers Annahme stützt, dass PR-Themenangebote von den Medien fast ohne Änderungen bezüglich des Inhalts oder des Gewichts übernommen werden. Wie auch Baerns[56] sieht sie in der engen Anlehnung der journalistischen Berichterstattung an die PR-Texte eine Gefahr, da in der Konsequenz dieser Entwicklung die Presseinformationen und die Berichterstattung eine zunehmende Konsonanz aufweisen. Die Freiheit und Unabhängigkeit der Presse wäre, so Fröhlich[57], nicht mehr gewährleistet, zumal der Prozess verdeckt ablaufe und nicht öffentlich diskutiert werde. Allerdings sind doch insbesondere Öffentlichkeitsarbeiter auf ein nachhaltiges Vertrauensverhältnis zu den Journalisten angewiesen und müssen sich anpassen, indem sie verlässliche Informationen liefern. Dabei vertreten sie zwar Partikularinteressen der jeweiligen Organisation, sind aber am Erhalt der Glaubwürdigkeit der Medien interessiert, um mit ihren Presseinformationen langfristig und glaubhaft zur Öffentlichkeit durchzudringen.

2.1.2.3 Torsten Rossmanns Untersuchung zur „Öffentlichkeitsarbeit und ihr[em] Einfluß auf die Medien am Beispiel von Greenpeace“

1993 hat sich Torsten Rossmann inhaltsanalytisch einem Thema genähert, welches bisher, so gibt er an, kommunikationswissenschaftlich kaum untersucht worden ist: der Funktion der Öffentlichkeitsarbeit von Umweltschutzorganisationen für die Informationsleistung der Medien. „Der Beitrag basiert auf Ergebnissen einer Nachrichtenfluss- und Resonanzanalyse der Greenpeace-Pressearbeit von 1991, die zur systematischen Auswertung der Berichterstattung über Greenpeace in der Bundesrepublik durchgeführt wurde.“[59] Nicht der Medien-Input des ganzen Jahres 1991, sondern die beiden Monate Mai und Juni wurden von Rossmann quantitativ untersucht und kategorisiert. In diesem Zeitraum hat die deutsche Pressestelle der Umweltschutzorganisation in Hamburg 19 Presseinformationen veröffentlicht, eine Pressekonferenz veranstaltet sowie eine Vielzahl von kurzen, standardisierten Tagesprotokollen erstellt, welche über die Medienkontakte der PR-Stelle Auskunft geben. Die Greenpeace-Pressestelle wird laut Rossmann überwiegend genutzt, „um Informationsdefizite der recherchierenden Journalisten bei der komplexen Umweltschutzproblematik zu beheben“[60], und „[…] erfüllt damit primär Dienstleistungsfunktionen […]“.[61]

Um das Verhältnis von Öffentlichkeitsarbeit und Journalismus bzw. die geleistete Berichterstattung im Bereich des Umweltschutzes beschreiben zu können, wurde der Output von 250 deutschen Print-Titeln im gleichen Zeitraum untersucht.[62] Diese 250 Titel thematisierten Greenpeace in 1574 Artikeln. Von diesen gingen wiederum insgesamt 902 Beiträge (57 Prozent) auf die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Umweltorganisation in Hamburg zurück und beschäftigten sich mit der Tätigkeit der deutschen Sektion der Organisation.[63]

Rossmann stellte sich zunächst die Frage, welche Zeitungstypen häufiger bzw. kontinuierlicher über Greenpeace berichten. Mehr als 90 Prozent aller Artikel erschienen in 174 analysierten regionalen und lokalen Zeitungen, nur fünf Prozent dagegen in sieben untersuchten überregionalen Blättern. Trotz der wesentlich geringeren Artikelanzahl berichteten letztere kontinuierlicher. „Der Anteil von Wochenzeitungen und Publikumszeitschriften an der Berichterstattung über Greenpeace ist mit jeweils etwa einem Prozent sehr gering.“[64] Sogar verschiedene kostenlose Anzeigenblätter haben in besagten zwei Monaten über die Umweltschutzorganisation berichtet. Als Quellen überwogen mit 51 Prozent Nachrichtenagenturen; jeweils 25 Prozent der Berichte wurden von eigenen Korrespondenten, Autoren oder Redakteuren verfasst bzw. nannten keinen Urheber.

Die Berichterstattung über Greenpeace basierte zu 94 Prozent auf Nachrichtendarstellungsformen.[65] Sie war also ereignisorientiert und tagesaktuell. Nur sechs von 902 veröffentlichten Beiträgen gehörten den Meinungs- und Unterhaltungsdarstellungsformen wie Reportage, Kommentar und Glosse an. Sie haben demzufolge eine geringe Bedeutung. Das Interview kam im untersuchten Zeitraum kein einziges Mal vor.[66] Rossmann schließt aus der hohen Abdruckquote der Presseinformationen als Meldungen, Nachrichten oder Berichte auf eine hohe Akzeptanz der Greenpeace-Arbeit unter den Journalisten. Gleichzeitig, so schließt er daraus, erhöht sich dadurch die Glaubwürdigkeit und Seriosität der Umweltschutzorganisation in der Öffentlichkeit. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass der Organisation an einem höheren Anteil von meinungsäußernden und unterhaltenden Genres gelegen sein sollte, da mit deren Hilfe Meldungen, Nachrichten und Berichte umfangreicher interpretiert und bewertet werden könnten.

Weiterhin untersuchte Rossmann, welche Themen am häufigsten vorkamen: Inhaltliche Schwerpunkte lagen bei den für Greenpeace so charakteristischen Aktionen und verschiedenen Einzelthemen.[67] Zur Adaption des Outputs der Pressestelle durch die Medien sagt er, dass – insofern es zu einer Veröffentlichung des angebotenen Materials kommt – die Öffentlichkeitsarbeit die Themenstruktur der Massenmedien und auch die Themenstruktur der die Medieninhalte rezipierenden Öffentlichkeit dominiert.[68] „84 Prozent aller Artikel gehen auf Anlässe oder Ereignisse zurück, die von Greenpeace selbst vorgegeben worden sind, also auf medienwirksam inszenierte Aktionen, Pressekonferenzen und Pressemitteilungen.“[69]

In Anlehnung an Baerns hat auch Rossmann untersucht, inwiefern die Pressemitteilungen journalistisch bearbeitet wurden und gelangte zu folgenden Ergebnissen: „In mehr als der Hälfte aller Fälle wird ausschließlich der Inhalt der Presseerklärungen wiedergegeben.“[70] Von den Journalisten wurden diese gegebenenfalls nur gekürzt oder stilistisch korrigiert. Zusätzliche Recherchen bzw. weitergehende Bearbeitungen fanden selten statt. Völlig eigene Bearbeitungen von Themen, die in den Erklärungen der Organisation vorgegeben wurden, waren die Ausnahme. Rossmann schlussfolgert hieraus einerseits auf die hohe Qualität der Pressemitteilungen und spricht andererseits den Redaktionen weit weniger Kontrolle über die Berichterstattung zu, als er erwartet hatte.[71]

Die Einflussnahme der Öffentlichkeitsarbeit sowohl auf die Themenstruktur der Berichterstattung als auch auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung gelingt den Mitarbeitern der Pressestelle unter anderem auf Grund des großen Informationsdefizits seitens der Journalisten, wie Rossmann vermutet. Inhalte würden größtenteils übernommen und selten in Form von Zusatzinformationen ergänzt. Als kritische Instanz gegenüber Greenpeace könnten die Medien daher nicht gesehen werden.[72]

2.1.2.4 „Aktivität und Passivität von Journalisten gegenüber Public Relations am Beispiel von Pressekonferenzen zu Umweltthemen“ – eine Analyse von Henrike Barth und Wolfgang Donsbach

Entsprechend der Resultate von[73] Baerns, Grossenbacher und anderen setzten Barth/Donsbach bereits zu Beginn ihrer Analyse[74] den großen Einfluss von Öffentlichkeitsarbeit auf die Medieninhalte voraus: „Medien übernehmen interessengebundene Inhalte der PR relativ unverändert; die Eigenleistung der Journalisten ist dagegen eher gering. Die Konsonanz dieser Befunde steht in einem starken Kontrast zu den Hypothesen und Befunden jener Studien, die einen starken Einfluß der Werte und Absichten von Journalisten auf die Medieninhalte unterstellen.“[75] Um diesen Sachverhalt zu klären, haben sie ihr Forschungsinteresse darauf gerichtet, in welchem Zusammenhang Einfluss von PR und Nachrichtenwert des Ereignisses stehen und welche Einstellung die Journalisten zur Quelle haben – untersucht am Beispiel von vier Pressekonferenzen, die zwischen 1984 und 1989 in Deutschland und der Schweiz stattgefunden haben.[76] Der Vergleich zwischen den Pressekonferenz-Unterlagen und den darauf folgenden Zeitungsberichten (197 Beiträge aus 148 Zeitungen) wurde mit Hilfe der Inhaltsanalyse gezogen.[77]

Die Autoren konnten ihre in der ersten Hypothese formulierte Annahme, dass über Pressekonferenzen mit hohem Nachrichtenwert[78] häufiger und umfangreicher in den Medien berichtet wird, bestätigen. Denn die Zeitungen schrieben über die Krisen-Pressekonferenz mehr Artikel als über die Aktions-Pressekonferenz; der durchschnittliche Umfang lag bei 378 bzw. 251 Wörtern. Die zweite bzw. dritte Hypothese ging davon aus, dass PR-Inhalte mit einem hohen Nachrichtenwert von Journalisten weniger oft übernommen werden und diese stattdessen andere Informationsquellen heranziehen bzw. dass PR-Inhalte auch umso weniger in die Medieninhalte durchdringen, je negativer die Berichterstatter der Quelle gegenüberstehen. Dazu wurde zunächst die zentrale Botschaft aus den verteilten Unterlagen ermittelt und anschließend untersucht, ob diese in den veröffentlichten Zeitungsartikeln vollständig, teilweise oder überhaupt nicht erwähnt war. „Sofern das Kommunikationsziel in dem Artikel bewertet wurde, codierten wir, ob es eine positive, ambivalente oder negative Bewertung erhielt und ob die zentrale Botschaft durch gegenläufige Informationen oder Stellungsnahmen konterkariert wurde.“[79] Barths und Donsbachs Erwartungen entsprechend wurden die zentralen Botschaften[80] der Veranstalter bei beiden Ereignissen mit hohem Nachrichtenwert deutlich seltener wiedergegeben. Den Veranstaltern der beiden Aktions-Pressekonferenzen gelang es dagegen wesentlich besser, ihre wichtigsten Informationen und Argumente in den Medien unterzubringen.[81]

In Pressemitteilungen artikulierte Wertungen[82] innerhalb der Kommunikationsziele waren selten in den Artikeln zu finden.[83] Gab es sie in den Zeitungsbeiträgen, dann waren sie immer negativ. Der Veranstalter der Pressekonferenz wurde vom Verfasser des Artikels oder von anderen zitierten oder referierten Personen in weniger als der Hälfte aller Beiträge positiv, ausgewogen oder negativ (was am häufigsten zutraf) bewertet.[84]

Die an die Journalisten verteilten Unterlagen und die veröffentlichten Zeitungsbeiträge ermöglichten Barth und Donsbach sowohl einen Vergleich der angesprochenen Themen als auch Hinweise zu möglicherweise weiteren in Artikeln angesprochenen Inhalten, die jedoch nicht vom Veranstalter der Pressekonferenz behandelt worden waren. Sie fanden heraus, dass in allen Pressekonferenzen etwa zwischen zehn und zwölf Themen aufgegriffen wurden. Die anschließenden Berichte über drei der Veranstaltungen sprachen eine ähnliche Anzahl an, jene über die vierte beinhalteten dagegen mehr als 20 Themen, was Barth und Donsbach auf umfangreicheres Hintergrundmaterial zurückführen.[85] „Ein noch deutlicherer Indikator für den Kommunikationserfolg der Pressekonferenzen ist das Verhältnis zwischen den dort vom Veranstalter behandelten Themen und anderen Themen, die die Redakteure aus eigenem Antrieb oder durch Rückgriff auf andere Quellen aufgegriffen haben.“[86] Die Analyse zeigte, dass höhere Nachrichtenwerte, aber auch die negative Einstellung der Journalisten gegenüber einem Ereignis, die Berichterstatter zu mehr Eigenrecherche veranlassten. Niedrige Nachrichtenwerte, aber auch positive Einstellungen gegenüber einer Begebenheit verleiteten sie eher zu einer passiven Vermittlungsfunktion. Damit haben Barth und Donsbach auch ihre zweite und dritte Hypothese bestätigt.

Sie selbst weisen dennoch auf zwei wesentliche Schwachpunkte ihrer Arbeit hin: Zum einen seien übergreifende Analysen auf Grund des speziell auf die Pressekonferenzen zugeschnittenen Kategoriensystems nicht möglich. Zum anderen sei die Aussagekraft der Studie eingeschränkt, da man nur vier Pressekonferenzen untersucht habe.[87]

Durch die Einführung der Merkmale Nachrichtenwert und Krisensituation wurde die Determinierungshypothese von Baerns differenziert. Die Studienergebnisse warfen die Frage auf, ob die Determination des Journalismus überhaupt oder nur in Abwesenheit von Krisen und daher „[…] für journalistisch resp. gesellschaftlich eher unwichtige Sachverhalte, Ereignisse, Personen [gilt]?“[88] Barth und Donsbach weisen zum Schluss selbst darauf hin, dass es notwendig wäre, das Verhältnis zwischen beiden Systemen differenzierter, das heißt unter stärkerer Berücksichtigung der Randbedingungen und intervenierenden Variablen, zu betrachten.[89]

2.1.2.5 Claudia Schweda und Rainer Opherden und ihre Untersuchung zu „Journalismus und Public Relations“

In ihrer 1995 veröffentlichten Untersuchung haben Claudia Schweda und Rainer Opherden lokale parteipolitische Pressemeldungen (Input) analysiert und anschließend mit dem gesamten redaktionellen Output der Lokalpresse im Bereich der parteipolitischen Berichterstattung verglichen, um einerseits die formale und inhaltliche Gestaltung der Texte beider Teilsysteme und andererseits den Einfluss der PR auf die Berichterstattung und die Bearbeitungsleistung der Journalisten beschreiben zu können. „Mit Hilfe eines so entwickelten inhaltsanalytischen Input-Output-Instruments ist es möglich, die Frage nach der Professionalität parteipolitischer PR und der journalistischen Autonomie […] zu beantworten.“[90]

Insgesamt 88 Pressemitteilungen, herausgegeben von fünf Parteien des Düsseldorfer Stadtrats[91], und 568 daraufhin publizierte parteipolitische Beiträge[92], herausgegeben von drei ortsansässigen Tageszeitungen[93], bildeten das Untersuchungsmaterial. Der Erhebungszeitraum umfasste die Monate April bis Juli 1992.[94] Schon zu Beginn ihrer Studie gingen sie davon aus, dass sowohl die Öffentlichkeitsarbeit durch die notwendige Anpassung an die journalistischen Aufmerksamkeitsregeln als auch der Journalismus durch die Einflussnahme der PR auf die Thematisierung von Informationen, an Autonomie verlieren. Die Autoren widersprechen der Determinationshypothese insofern, als sie diese Autonomieverluste nicht nur für den Journalismus, sondern in Form von Anpassungen auch für die Öffentlichkeitsarbeit annehmen.[95]

Wie in anderen Studien schon festgestellt wurde, ist auch hier die Übernahmequote der Pressemitteilungen durch die Journalisten der drei untersuchten Abonnement-Zeitungen relativ hoch. Jene von SPD und CDU gelangten zu 80 Prozent in die Berichterstattung mindestens einer Zeitung, die der Grünen zu 60 und die der FWG zu 40 Prozent. „Werden diese Quoten jedoch dem Rest der parteipolitischen Berichterstattung gegenübergestellt, ist zu beobachten, dass eine reine Angabe von Übernahmequoten nicht gleichbedeutend ist mit einer Dominanz der gesamten Berichterstattung durch Fremdbeiträge.“[96] Nur insgesamt 18 Prozent aller Artikel gehen auf Pressemitteilungen zurück, alle anderen wurden von den Journalisten vollständig selbst geschrieben. Daher ist für die beiden Autoren bewiesen, dass die Lokalredaktionen gegenüber den Thematisierungsversuchen der Pressestellen eine hinreichende Autonomie wahren.[97]

Des Weiteren hat sich gezeigt, dass der Rechercheanteil von Journalisten, sowohl für die 18 Prozent der Artikel, die auf Presseerklärungen basierten, als auch für die 82 Prozent der Beiträge, die nicht auf Grund von Presseinformationen erschienen waren, höher ist als in anderen Studien. Beide Ergebnisse – die Mehrzahl der vollständig selbst verfassten Beiträge und die verstärkte Eigenrecherche der Zeitungsmitarbeiter – lassen aber, so Schweda und Opherden, nicht automatisch darauf schließen, dass die journalistische Eigeninitiative die Berichterstattung bestimmt. Viel eher liege es an „institutionalisierten Ereignissen im kommunalpolitischen Geschehen wie Sitzungen verschiedenster Art, die von Journalisten […] besucht werden.“[98]

Die 88 positiv selektierten parteipolitischen Pressemitteilungen, die in 102 Artikeln veröffentlicht wurden, haben, im Vergleich zur restlichen Berichterstattung über die fünf Parteien, formal ein geringes Gewicht: „Sie sind kürzer, stehen häufiger auf hinteren Seiten, werden seltener mit Bildern ergänzt, und bis zu ihrer Veröffentlichung verstreicht durchschnittlich mehr Zeit, als bei ‚rein’ journalistischen Artikeln, die durchweg am nächsten Tag erscheinen.“[99] Abgesehen von Veranstaltungshinweisen und wenigen Kurzmeldungen werden die Pressemitteilungen vor ihrer Publikation auch inhaltlich stark verändert und gekürzt. Betont wird ihr geringes Gewicht außerdem durch die Ergänzung mit weiteren Quellen bzw. durch den Eingang in die Zeitung lediglich als Ergänzungsquelle.[100]

Insgesamt dominieren SPD und CDU die Berichterstattung. Proportional zu ihren Mandaten ist über Die Grünen, die FDP und die FWG weniger zu lesen. In der Berichterstattung überwogen jene Inhalte, die in den zahlreichen Ausschuss- und Ratssitzungen angesprochen wurden. Im Gegensatz dazu konnten sich die in den Pressemitteilungen der Parteien angebotenen und publizierten Themen nicht durchsetzen. Dazu war ihr Anteil an der gesamten Politik-Berichterstattung zu gering. Betrachtet man allerdings nur die publizierten Presseerklärungen ohne die zusätzliche Berichterstattung, so wurden die thematische Schwerpunktsetzung und auch die Themenrangfolge durch die Pressestellen bestimmt.[101] Auf Grund des Gesamtergebnisses konnten Schweda und Opherden der oft zitierten These Baerns’ widersprechen, nach der die Öffentlichkeitsarbeit Themen und Timing der Medienberichterstattung unter Kontrolle hat.[102]

Berichte, Kurzmeldungen und Veranstaltungshinweise sind diejenigen journalistischen Darstellungsformen, die am häufigsten von den Öffentlichkeitsarbeitern in Presseinformationen der Parteien verwendet wurden. Terminhinweise für die Redaktionen machten nicht einmal zehn Prozent aus. Reportagen oder Interviews wurden in keinem einzigen Fall in einer Pressemitteilung verwendet.[103] Bezüglich der 466 eigenständig recherchierten und geschriebenen Artikel in allen drei Tageszeitungen waren die am meisten verwendeten Darstellungsformen Berichte und Kurzmeldungen. Auf Platz drei folgten allerdings nicht Veranstaltungshinweise, sondern Kommentare (rund 10 Prozent). Reportagen und Interviews waren mit etwas mehr als einem Prozent vertreten. Und egal in welcher Darstellungsform eine Presseinformation veröffentlicht wurde – viele von ihnen waren in einer ständigen Rubrik untergebracht. Bei der Betrachtung der 102 auf Pressemitteilungen zurückgehenden Zeitungsbeiträge ergab sich für Schweda und Opherden ein anderes Bild: Hier war die bevorzugte Darstellungsform die Kurzmeldung (etwa 37 Prozent). Danach folgten Berichte und Veranstaltungshinweise (ca. 30 und 28 Prozent). Kommentare, Reportagen und Interviews gab es nicht. Auch jene Artikel waren zumeist in einer ständigen Rubrik untergebracht.[104]

55 der 102 Zeitungsartikel, die auf Pressemeldungen basierten, nannten diese nicht als Informationsquelle, und nur in 47 von ihnen wurde die Pressestelle als Urheber der Mitteilung erwähnt. Dagegen nannten nur 84 der 466 eigenständig verfassten Politik-Beiträgen (das entspricht 18 Prozent) keine Quelle; in den anderen 382 eigenen Beiträgen nutzten die Journalisten hauptsächlich eine Quelle bzw. in einigen wenigen auch zwei.[105]

Um die Frage nach dem Zusammenhang von journalistischen Standards[106] und der Veröffentlichungsquote bzw. formalen und inhaltlichen Änderungen beantworten zu können, haben Schweda/Opherden die Indizes der journalistischen Standardisierung der veröffentlichten Pressemitteilungen mit denen der nicht veröffentlichten verglichen. Die Bedeutung der Einhaltung journalistischen Standards erwies sich jedoch als gering. Falsche Schreibweisen haben keinen Einfluss auf die Übernahmequote, solange inhaltlich ein aktuell diskutiertes Thema aufgegriffen wird. „Auch wenn eine ganz leichte Tendenz zu erkennen ist, besser standardisierte Mitteilungen einer Partei eher zu veröffentlichen, scheinen doch andere Faktoren ein größeres Gewicht zu besitzen.“[107]

Die beiden Autoren haben noch zahlreiche andere formale und inhaltliche Aspekte, wie Textumfänge, Aufmachung, Handlungsträger, Bewertungen, Anlässe der Berichterstattung etc. untersucht und umfassend ausgewertet. Doch soll es im Rahmen dieser Diplomarbeit bei einigen wichtigen dargestellten Ergebnissen ihrer Untersuchung belassen werden. Zusammenfassend ist zu sagen, dass Schweda und Opherden in ihrer Studie festgestellt haben, dass Öffentlichkeitsarbeit weder die Berichterstattung dominiert noch die Autonomie des Journalismus gefährdet, sie gleichwohl in der Lage ist, die journalistischen Relevanzkriterien zu passieren.[108] Als Gründe nennen sie den geringen qualitativen und quantitativen Stellenwert der auf Pressemeldungen beruhenden Artikel innerhalb der Gesamtberichterstattung, die großen strukturellen Unterschiede zwischen den Meldungen und Beiträgen und die journalistische Quellenkontrolle und Eigenrecherche insbesondere im Umgang mit Pressemitteilungen.[109] Das journalistische System ist gewissermaßen resistent gegenüber Umweltsteuerungsprozessen und folglich „[…] hinreichend autonom und glaubwürdig, um die notwendigen Legitimationsleistungen für die Politik zu erbringen. Was sich für die Parteien zunächst als Einschränkung ihres Handlungsspielraums darstellt, indem ihr Einfluss auf die Medieninhalte begrenzt bleibt, ist folglich die Voraussetzung für erfolgreiche (parteipolitische) Public Relations: die Eigenständigkeit der Journalisten […].“[110]

2.1.3 Die Weiterentwicklung der theoretischen Ansätze

Zahlreiche empirische Arbeiten – nicht alle konnten hier vorgestellt werden[111] – die infolge der Studien von Barbara Baerns entstanden sind, deuten bereits an, dass die Beziehung von Öffentlichkeitsarbeit und Journalismus nicht durch ein einseitiges, sondern durch ein gegenseitiges Abhängigkeitsverhältnis gekennzeichnet ist.[112] Fröhlich folgerte in ihrer Untersuchung: „Presseinformationen, besser gesagt ihre Verfasser, stellen sich im Laufe der Zeit immer wieder auf die sich wandelnden Bedürfnisse und Anforderungen der Presse ein […].“[113] Schweda und Opherden verweisen auf ein „Zusammenwirken zweier gesellschaftlicher Teilsysteme zu gegenseitigem Nutzen.“[114] Auch Grossenbacher spricht von einer gegenseitigen Abhängigkeit, der „Interdependenz“.[115] So müsse sich zwar das Mediensystem an die Informationsvorgaben der Öffentlichkeitsarbeit anpassen, andererseits hätten sich aber auch die Öffentlichkeitsarbeiter journalistischer Verarbeitungsroutine und der Medienlogik zu unterwerfen, wenn sie erfolgreich sein wollten. „Auf diese Weise beeinflussen sich beide Systeme gegenseitig […].“[116]

Jene Modelle, die das Verhältnis von Öffentlichkeitsarbeit und Journalismus als eines der gegenseitigen Abhängigkeit oder gegenseitigen Beeinflussung verstehen, haben immer mehr an Bedeutung gewonnen. Zusammengefasst werden diese durch Wörter wie „Interdependenz“, „Symbiose“ oder „Interpenetration“.[117] Ein weiterer Ansatz, der sich mit diesem Thema beschäftigt, stammt von Bentele/Liebert/Seeling: das Intereffikationsmodell.[118] Dieses theoretische Modell zur Untersuchung der wechselseitigen Einflussbeziehungen soll helfen, die Frage nach dem Ausmaß, den Situationen, der Ausprägung und den Berichterstattungsbereichen (also den verschiedenen Ressorts), in denen solche wechselseitigen Einflüsse ablaufen, zu beantworten.[119]

2.1.3.1 Das Intereffikationsmodell von Bentele/Liebert/Seeling

Öffentlichkeitsarbeit und Journalismus sind autonome Systeme, die sich nicht nur gegenseitig beeinflussen bzw. voneinander abhängig sind, sondern auch aneinander orientieren. „Die Kommunikationsleistungen jeder Seite sind nur möglich, weil die jeweils andere Seite existiert und mehr oder weniger bereitwillig ‚mitspielt’.“[120] Das Wort ermöglichen hat das Autorentrio zu dem Begriff Intereffikation geführt.[121] Er beschreibt einerseits die Ermöglichung der PR-Kommunikationsleistungen durch die Vermittlungsbereitschaft des Mediensystems und andererseits die Ermöglichung der journalistischen Informationsleistungen durch die Zulieferungs- und Kommunikationsbereitschaft der Öffentlichkeitsarbeit. In diesem Zusammenhang bezeichnet der Begriff die komplexe Gesamtbeziehung zwischen den beiden Teilsystemen, kann aber auch zur Beschreibung der organisatorischen Ebene (PR-Abteilung und Redaktion) und der individuellen Ebene (PR-Mitarbeiter und Journalist) herangezogen werden. Das Intereffikationsmodell, das als kritische Antwort auf die Determinationshypothese verstanden werden kann, stellt demzufolge Beziehungsstrukturen auf drei Beziehungsebenen dar.

Das Modell unterscheidet mit den „kommunikativen Induktionen und Adaptionen[122] zwei empirisch untersuchbare Einflussbeziehungen, die jeweils von beiden Seiten ausgehen können. Unter Induktionen verstehen die Autoren „intendierte, gerichtete Kommunikations anregungen oder - einflüsse, die beobachtbare Wirkungen im jeweils anderen System haben.“[123] Diese lassen sich mit Hilfe von Medienresonanzanalysen untersuchen. Adaptionen werden als „kommunikatives und organisatorisches Anpassungshandeln“[124] definiert. Beide Seiten orientieren sich – mit dem Ziel des größtmöglichen kommunikativen Erfolgs – bewusst an verschiedenen sozialen Gegebenheiten (beispielsweise organisatorischen oder zeitlichen Routinen) der jeweils anderen Seite. Gegenseitige Adaption gilt als Voraussetzung für eine funktionierende Interaktion. Jede der Handlungsweisen baut „auf Erwartungen und vergangenen Erfahrungen auf, die sich in der beruflichen Praxis bilden und teilweise schon (als Regeln) innerhalb der Ausbildung vermittelt werden.“[125]

Das Intereffikationsmodell lässt sich als ein doppelt-duales Kommunikationssystem bezeichnen, denn die sich gegenseitig beeinflussenden Induktions- und Adaptionsprozesse laufen gleichzeitig auf beiden Seiten ab. Das bedeutet jedoch nicht, dass das deskriptive Intereffikationsmodell als symmetrisches Gleichgewichtsmodell missverstanden werden darf, da sowohl die Induktionen als auch die Adaptionen in ihren unterschiedlichen Dimensionen verschieden stark ausgeprägt sein können.[126] Folgende Tabelle stellt zunächst die Induktionen und Adaptionen des PR- und des journalistischen Systems im Überblick dar:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Induktions- und Adaptionsbeziehungen zwischen PR und Journalismus in Anlehnung an Bentele/Liebert/Seeling, S. 242f.

Wie die nächste Abbildung zeigt, lässt sich das Kommunikationsmodell in drei unterschiedliche Dimensionen ausdifferenzieren: die sachliche, die zeitliche und die psychisch-soziale Dimension.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

a) Sachdimensio n (Selektion, Thematisierung/Agenda-Building; Plazierung, Bewertung; Präsentation)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

b) Zeitliche Dimension (zeitliche Rahmen und Routinen)

c) Sozial-psychische Dimension (psychische Voraussetzungen, organisatorische Rahmen und Routinen)

Abbildung 1: Das Intereffikationsmodell von Bentele/Liebert/Seeling, S. 242.

Im Rahmen der ersten Dimension interessieren vor allem Fragestellungen bezüglich der Generierung, Selektion, Relevanzbestimmung, Bewertung und Präsentation der Informationen bzw. die damit einhergehenden Induktions- und Adaptionsprozesse. So können die von der PR induzierten Bewertungen von den Journalisten übernommen oder selbst bewertet werden. Des Weiteren adaptiert die Öffentlichkeitsarbeit journalistische Präsentationsformen, indem sie ihre Presseinformationen den journalistischen Kriterien anpasst. Betrachtet man die zweite Dimension, zeigt sich, dass die Induktionsleistungen des PR-Systems mit den journalistischen Adaptionsleistungen oft hohe Übereinstimmungen aufweisen. Dabei sind die Pressestellen nur in begrenztem Umfang in der Lage, den Aktualitätszeitpunkt der journalistischen Berichterstattung zu bestimmen. In Normalsituationen oder beispielsweise bei festgelegten Events gelingt es ihnen leichter, in Krisensituationen dagegen verliert die Öffentlichkeitsarbeit eher die Möglichkeit, den Aktualitätszeitpunkt zu bestimmen. Dennoch sind „wohl die meisten der Induktions- und Adaptionsleistungen in der Zeitdimension […] heute in Form von organisatorischen oder Arbeitsroutinen oder Arbeitslogiken [wie Redaktionsschlüsse und Erscheinungstermine] vorhanden.“[127] Innerhalb der dritten Dimension werden Fragen nach den individuellen und organisatorischen Rahmenbedingungen, Routinen, Absichten und (Macht-)Interessen bezüglich des PR- und des journalistischen Systems gestellt. Die Mitarbeiter der Öffentlichkeitsarbeit passen sich hierbei den Organisations- und Entscheidungsstrukturen des Mediensystems an und umgekehrt.[128]

Die Kritik am Intereffikationsmodell reicht von sprachästhetischen Einwänden zum Begriff „Intereffikation“ über die Frage der Machtverteilung im Verhältnis zwischen PR und Journalismus und den Vorwurf, dass mit dem Modell nur „PR für PR“ gemacht werde, bis zur vermeintlichen Richtigstellung des PR-Journalismus-Verhältnisses als parasitäre und der PR einseitig nutzbringende Beziehung. In seinem Aufsatz zum Thema „Parasitentum oder Symbiose? Das Intereffikationsmodell in der Diskussion.“[129] stellte sich Bentele den Kritikpunkten und wies nach, dass der Begriff „Intereffikation“ auf Grund seiner präzisen Beschreibung des zentralen Beziehungscharakters weder unter den bekannten Fachtermini, noch unter den von den Kritikern gemachten Vorschlägen eine begriffliche Alternative habe. Er unterstrich noch einmal, dass dieser Neologismus den Sachverhalt präzise umschreibe. Außerdem relativierte er die Bewertung der Machtdimension im Verhältnis von PR und Journalismus, da sie weder die einzige noch die wichtigste Dimension bei der Rekonstruktion des Verhältnisses der Berufsfelder ist. Darüber hinaus schließt die psychisch-soziale Dimension des Intereffikationsmodells auch die Beschreibung der Machtverhältnisse als Einflussbeziehungen ein.[130]

Auch den Vorwurf, das Modell betreibe „PR für PR“ wies er zurück und erklärte, dass beispielsweise jeder von einem Politiker oder Wissenschaftler geäußerte Satz oder jede veröffentlichte Publikation als PR gewertet werden könne (nicht müsse). „Ziel des Intereffikationsmodells ist zunächst die (modellhafte) Rekonstruktion wesentlicher Beziehungen der – komplexeren – Wirklichkeit, ein Ziel, wie es für jedes wissenschaftliche Modell […] zutrifft.“[131] Die rationale Erklärung des Vorwurfs könne laut Bentele damit begründet werden, dass seine Ausführungen keine PR-Kritik enthalten. Aber dies ist nach seiner Auffassung auch nicht die Aufgabe eines empirischen Modells. Stattdessen wird das Ziel verfolgt, Induktions- und Adaptionsprozesse in ihren Dimensionen empirisch zu beschreiben und zu rekonstruieren. Den letzten Kritikpunkt, den Begriff „Intereffikation“ durch „parasitäre Beziehung“ zu ersetzen, hält er für nicht angebracht. Parasitentum bedeutet, aus dem Zusammensein einen einseitigen Nutzen zu ziehen. Das System des Journalismus und das der Öffentlichkeitsarbeit sind jedoch gegenseitige Nutznießer ihrer Beziehung und stehen demnach nicht in einem parasitären, sondern in einem symbiotischen Verhältnis.[132]

Das Intereffikationsmodell mit seinen zentralen Ausgangspunkten der gegenseitigen Einflussnahme, Orientierung und Abhängigkeit von Öffentlichkeitsarbeit und Journalismus wird dieser Diplomarbeit zu Grunde gelegt. Induktions- und Adaptionsleistungen beider Seiten werden inhaltsanalytisch erforscht bzw. mit Hilfe von Leitfadeninterviews geklärt.

2.2 Entwickelte Fragestellungen zur Beantwortung der Forschungsfrage

Die zu beantwortende Forschungsfrage wurde bereits in Kapitel 1.2 dargelegt. Ausgehend von dieser Problematik und den hier erläuterten Studien verschiedener Forscher und eigenen Ideen wurden für diese Diplomarbeit 14 Fragestellungen zum Umgang der Journalisten mit den Pressemeldungen der Polizeidirektion Leipzig erarbeitet, die nun vorgestellt werden sollen.

1. Bestimmen die Pressemitteilungen der Polizei die Themen der journalistischen Berichterstattung von LVZ und BILD- Zeitung ?
2. Werden die Pressemitteilungen, die von der Polizei an die Redaktionen von LVZ und BILD- Zeitung versendet werden, von diesen zeitnah veröffentlicht?
3. In welcher Weise wird die Beantwortung der „W-Fragen“ aus den Pressemeldungen der Polizei übernommen?
4. Werden die Pressemitteilungen der Polizei eher von LVZ und BILD übernommen, wenn im Ausgangsmaterial so viele „W-Fragen“ wie möglich beantwortet sind?
5. Formulieren die Journalisten von LVZ und BILD die Pressemeldungen der Polizei um? Wenn ja, in welcher Weise?
6. Werden die in der Presseinformation genannten Handelnden auch in der Berichterstattung erwähnt?
7. Welche Rolle spielen eventuelle Zitate aus den Polizeipressemeldungen in den Zeitungsartikeln?
8. Welcher Zusammenhang besteht zwischen der Anzahl von Zitaten in einem Artikel und dessen Länge?
9. Unter welchen Umständen werden der ursprünglichen Pressemeldung Zusatzinformationen hinzugefügt und welcher Art sind diese?
10. Ist die Eigeninitiative der Presse größer, wenn die Handelnden Kinder, Senioren oder Ausländer sind?[133]
11. Welchen Einfluss hat die Schwere des Delikts auf die Länge der Artikel?
12. In welchem Zusammenhang stehen die Länge eines Artikels und der Grad seiner Emotionalisierung?
13. Wie verhalten sich die Länge des Artikels und die Wahrscheinlichkeit von Quellennennungen zueinander?
14. Wie gehen LVZ und BILD mit dem Mittel der Visualisierung um?

3. Die Öffentlichkeitsarbeit der Polizeidirektion Leipzig

3.1 Die Öffentlichkeitsarbeit

Die Öffentlichkeitsarbeit[134] der Leipziger Polizei, mit Sitz in der Polizeidirektion Leipzig, Dimitroffstraße 1-5, gehört zur Abteilung Inspektion Prävention/Öffentlichkeitsarbeit, die kurz auch IPÖ genannt wird. Ebenfalls zur IPÖ gehören die Kriminal- und die Verkehrsprävention.[135]

3.1.1 Die Öffentlichkeitsarbeit nach innen

Der Bereich der Öffentlichkeitsarbeit[136] ist noch einmal unterteilt. Die Aufgabe der Öffentlichkeitsarbeit nach innen gilt als ein wesentlicher Bestandteil der inneren Führung der Polizei. Sie soll die Identifikation mit dem Beruf und der Behörde fördern, die Mitarbeiter motivieren und informieren. Das geschieht unter anderem mit Hilfe des internen Informationssystems „Intranet“ und diverser Publikationen innerhalb der sächsischen Polizei. Dabei kann jede Polizeidirektion eigene Beiträge einbringen. Weitere Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit nach innen sind zum Beispiel polizeiinterne Wettbewerbe und Fortbildungen, in denen den Bediensteten noch einmal bewusst gemacht wird, dass sie durch ihr Verhalten das Bild der Polizei in der Öffentlichkeit wesentlich mitprägen.

3.1.2 Die Öffentlichkeitsarbeit nach außen

Die Öffentlichkeitsarbeit nach außen hat zum Ziel, ein glaubwürdiges Bild der Polizei zu vermitteln sowie polizeiliches Handeln für die Bevölkerung transparent und verständlich zu machen. Sie soll durch gezieltes Einwirken auf die öffentliche Meinung polizeiliches Handeln unterstützen. Öffentlichkeitsarbeit nach außen geschieht über zahlreiche Wege: die Internetpräsentation unter www.polizei.sachsen.de, verschiedene Informationsveranstaltungen, Ausstellungen, Tage der offenen Tür, präventive Beratung oder Nachwuchswerbung. Die Mitarbeiter der Öffentlichkeitsarbeit haben aber auch die Aufgabe, Fernsehteams oder auch Print- und Hörfunkjournalisten, die über die Leipziger Polizeiarbeit berichten möchten, zu begleiten, entsprechende Interviewpartner zu vermitteln und Vorabsprachen zu führen. Die Arbeit jedoch, die den größten Anteil ausmacht, ist die des täglichen Pressegeschäfts. Grundlagen für die gesamte Öffentlichkeitsarbeit sind das „Sächsische Gesetz über die Presse (SächsPresseG)“[137], das „Gesetz zum Schutz der informationellen Selbstbestimmung im Freistaat Sachsen (SächsDSG – Sächsisches Datenschutzgesetz)“ und die „Richtlinie für die Öffentlichkeitsarbeit, Pressearbeit und Nachwuchswerbung des Polizeivollzugsdienstes im Freistaat Sachsen“.

3.2 Die Pressestelle und ihre Aufgaben

Die Pressearbeit als Teilbereich der Öffentlichkeitsarbeit ist die Arbeit für und mit den Medien. „Sie ist die einzige stetige Komponente der Pressestelle. Alles andere ergibt sich ad hoc aus der Lage heraus: aus Anfragen von Journalisten, aus den Ermittlungstätigkeiten der Beamten usw.“[138] Die amtierende Leiterin der Pressestelle, Birgit Schlegel, und ihre beiden Kollegen Ulrich Simon und Birgit Höhn haben die Aufgabe, ständigen Kontakt zu den Medien zu halten, Statements und O-Töne zu geben, Pressekonferenzen vorzubereiten, Publikationen auszuwerten oder den Pressespiegel[139] zu erstellen. Aber vor allem haben sie die Aufgabe, die täglichen Pressemeldungen zu schreiben.

Informationsgrundlage für die Pressemitteilungen bildet ein Auszug des so genannten Lagefilms, der auf zehn bis 14 Seiten die wichtigsten Ereignisse zwischen 4 Uhr des einen Tages und 4 Uhr des nächsten Tages enthält.[140] Erstellt wird dieser im Führungs- und Lagezentrum (FLZ) der Polizeidirektion, wo die gesamte tägliche aktuelle Polizeiarbeit koordiniert wird. Es ist die Stelle, an der alle Anrufer ankommen, die die 110 gewählt haben und wo auch sonst alle Informationen zusammenlaufen. „In einer Lagebesprechung um 7.30 Uhr wird der aktuelle Lagefilm vom Leiter der Polizeidirektion, gemeinsam mit anderen Bereichsleitern und einem Mitarbeiter der Pressestelle ausgewertet und bildet nun die Grundlage für die Pressemeldungen.“[141]

3.2.1 Die Polizei-Pressemitteilung

Ausgewählt werden die Sachverhalte der Wichtigkeit und dem Medieninteresse[142] entsprechend. Tagtäglich ereignen sich in Leipzig zahlreiche Einbrüche, Raubüberfälle oder Unfälle. Um eine gewisse Abwechslung für die Journalisten hineinzubringen, aber vor allem um die Bürger zu sensibilisieren und vor den verschiedensten Straftaten zu warnen, werden die Informationen selektiert und nicht jeden Tag die gleichen Straftaten herausgegeben. Eine Vorgabe, wie viele Pressemitteilungen am Tag verfasst werden müssen, gibt es demzufolge nicht. Drei bis fünf Meldungen, die unterschiedlich lang sein können, laut Birgit Schlegel jedoch nie mehr als eine DIN A4 Seite pro Mitteilung umfassen, werden im Durchschnitt am Tag geschrieben. „Inhaltlich sollte eine Pressemeldung möglichst viele Antworten auf möglichst viele „W-Fragen“ geben, wobei das „Warum“ meistens unbeantwortet bleibt, weil wir entweder die Täter noch suchen oder sie ihr Motiv nicht preisgeben. Selten kommt es auch vor, dass sich Presseinformationen aufeinander beziehen, nach dem Motto: gesagt, gehört, vergessen. Nur wenn wir um Mithilfe der Bevölkerung bitten, geben wir die Meldung gerne am Wochenende heraus, da dann die Leserschaft größer ist und wir uns einen höheren Rücklauf erhoffen, so dass wir am Montag eine Erfolgsmeldung herausgeben können. Der Aufbau unterliegt keinen Vorgaben, solange alle Fakten enthalten sind. Jeder Mitarbeiter hat seinen eigenen Stil. Wir gestalten die Texte jedoch so, dass es sich nicht jeden Tag gleich anhört.“[143]

Anlassbezogen werden Pressemitteilungen über Straftaten teilweise genutzt, um neben der Darstellung der Polizeiarbeit, technische oder verhaltensorientierte Präventionshinweise zu veröffentlichen. Bei ihrer Arbeit orientieren sich die Mitarbeiter der Pressestelle an journalistischen Standards und Produktionsroutinen: So werden die Pressemeldungen nachrichtlich formuliert und bis spätestens 14 Uhr den Redaktionen zur Verfügung gestellt.[144] Später geschriebene Mitteilungen werden einzeln nachgeschickt. Zusätzliche Informationen und Rückfragen zu den bereits ausgesendeten Pressemitteilungen bzw. Auskünfte zu neuen Sachverhalten können jederzeit von den Journalisten persönlich oder telefonisch erfragt werden. Außerhalb der Dienstzeit, zwischen 16 und 6 Uhr und am Wochenende, ist das in der Polizeidirektion ansässige Führungs- und Lagezentrum dafür zuständig, Auskünfte zu erteilen. Je nach polizeilicher Lage wird dort entschieden, ob bei besonderen Ereignissen ein Mitarbeiter der Pressestelle zum Dienst geholt wird.

3.2.2 Besondere Anforderungen beim Schreiben einer Presseinformation

Bei der Schilderung von Straftaten ist darauf zu achten, dass keine konkreten Handlungsweisen, die potenzielle Täter zur Nachahmung verleiten könnten, veröffentlicht werden. Auch dürfen personenbezogene Daten nicht herausgegeben werden, da dann Journalisten und Lesern die Möglichkeit gegeben wird, Rückschlüsse auf Betroffene zu ziehen. „Wird in einer Pressemeldung von einem Einbruch in ein Friseurgeschäft geschrieben und der Straßenname genannt, ist es möglich, Rückschlüsse zu ziehen, wenn es in der genannten Straße nur einen Friseur gibt. In solch einem Fall sollte man besser nur von einem Geschäft sprechen.“[145] Eine wertneutrale Schreibweise wird vorausgesetzt. Und Presseinformationen zu schwebenden Verfahren dürfen zum einen nur nach Absprache mit der Staatsanwaltschaft herausgegeben werden, zum anderen nur unter der Prämisse, dass die laufenden Ermittlungen zu dem Vorfall nicht vereitelt, erschwert, verzögert oder gefährdet werden. Phantombilder dürfen seit zwei Jahren nur noch mit richterlichem Beschluss erscheinen. Das verursacht zwar eine große Zeitverzögerung zwischen dem Tathergang und der Veröffentlichung des Zeugenaufrufs, beugt aber falschen Verdächtigungen unschuldiger Personen vor.

3.3 Aktive und reaktive Pressearbeit

Die Veröffentlichung von Pressemitteilungen wird auch aktive Pressearbeit genannt. Das heißt, „die Behörde [wendet sich] selbstständig und vor allem anfrageunabhängig mit eigenen Äußerungen über die Medien an die Öffentlichkeit […].“[146] Entsprechend den Bestimmungen der Landespressegesetze ist die Polizei jedoch nicht verpflichtet, aktive Pressearbeit zu leisten. Paragraph 4 Abs. 1 des Landespressegesetzes (LPG) beinhaltet ausschließlich das bloße Anfragerecht zu Gunsten konkreter Anfrager und zu jeweils konkreten Sachverhalten. Eine Verpflichtung der Behörden zur aktiven Pressearbeit ergibt sich aber in der Regel aus den jeweiligen Richtlinien der Länder, die diese, ergänzend zum LPG, zur Konkretisierung der polizeilichen Pressearbeit herausgegeben haben und die deshalb von den Behörden ebenso zwingend zu beachten sind. In der „Richtlinie für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit […]“ vom 24. Mai 1991 heißt es unter Drittens zu den „Aufgaben der Pressestelle“ im zweiten Abschnitt wörtlich: „[…] ständiger Kontakt zu den Medien zur Unterrichtung und Inanspruchnahme der Öffentlichkeit […]“ sollen stattfinden.[147] Darin wird auch die „Fertigung von Presseinformationen […]“[148] genannt. Diese Ermächtigung zur aktiven Pressearbeit erlaubt es der Polizei, sich aktiv in das Mediengeschehen einzubringen.

Das Gegenteil der aktiven ist die reaktive Pressearbeit. In diesem Fall geht die Initiative von den Journalisten aus. Dieses so genannte Anfrageprinzip[149] „[…] gewährt der Presse einen einklagbaren Informationsanspruch gegenüber den Behörden, die, soweit nicht die gesetzlichen Verweigerungstatbestände des Abs. 2 vorliegen, verpflichtet sind, der Presse ‚die der Erfüllung ihrer öffentlichen Aufgabe dienenden Auskünfte zu erteilen’.“[150], und das 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr.

3.4 Pressearbeit in besonderen Situationen

Bei größeren Einsätzen, wie Demonstrationen, Fußballspielen oder Geiselnahmen, ist die Pressestelle für die Durchführung der einsatzbegleitenden Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Dabei wird in enger Zusammenarbeit mit dem Einsatzführer, je nach polizeilicher Lageeinschätzung, über den Einsatz von mobilen Pressestellen bzw. Pressesprechern vor Ort entschieden. So soll dem Interesse der Medienvertreter nach Ereignisnähe entsprochen und ihnen gleichzeitig ein ständiger Ansprechpartner zur Verfügung gestellt werden. Das dient zum einen der Konfliktminimierung, denn die Journalisten erhalten auf diese Weise fortlaufend die für ihre Berichterstattung notwendigen Informationen und Bilder. Auch kann so Irrtümern oder gegenseitigen Missverständnissen von vornherein entgegengewirkt werden. Zum anderen erhofft sich die Behörde, dadurch ein gewisses Verständnis bei den Medienvertretern für ihr Handeln entwickeln zu können.

Die Polizei hat die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten und schreitet deshalb nur ein, wenn dies auf Grund der Verpflichtung zur Gefahrenabwehr oder Strafverfolgung notwendig ist. In diesem Fall ist auf eine exakte Darlegung der von der Polizei getroffenen Entscheidungen und deren Umsetzung besonderer Wert zu legen. Dabei müssen jedoch Angaben zur polizeilichen Taktik und zu konkreten Einsatzstärken genau abgewogen werden, um den Erfolg des Einsatzes zu garantieren.

3.5 Das Verhältnis zwischen Medien und Pressestelle

Birgit Schlegel ist zufrieden mit der Zusammenarbeit mit den Medien. „[…]; das hat sich in den vergangenen Jahren immer mehr verbessert. Es gab eine Zeit, da mussten wir uns zunächst zusammenraufen, aber nun klappt das in der Regel sehr gut“, sagt sie.[151] Reibungspunkte gibt es nach ihren Angaben nur, wenn Journalisten auf eigene Faust (zusätzlich zur Pressemitteilung) recherchiert oder von anderen Quellen Informationen bezogen haben, anschließend bei der Pressestelle anrufen und diese bestätigt haben möchten. Geht es darum, Ermittlungen der Polizei nicht zu gefährden oder die Persönlichkeitsrechte von Opfern und Tätern nicht zu verletzen, dürfen die Mitarbeiter keine weiteren Auskünfte geben. Dabei werden die wichtigsten Pressemitteilungen bereits sehr ausführlich verfasst und beinhalten alle Informationen, die herausgegeben werden dürfen, um beiden Seiten die Arbeit zu erleichtern.

4. Methode und Auswahl des Untersuchungsmaterials

4.1 Die Inhaltsanalyse

Für die Untersuchung der Polizeipressemeldungen (Input) und der darauf basierenden Zeitungsartikel in Leipziger Volkszeitung und BILD- Zeitung (Output) wurde die Inhaltsanalyse als empirische Forschungsmethode ausgewählt.[152] Die Inhaltsanalyse ist eine anerkannte Forschungstechnik zur Analyse von Kommunikationsinhalten und wird vor allem zur wissenschaftlichen Untersuchung von Massenkommunikationsmitteln wie Bücher, Zeitungen, Zeitschriften sowie Rundfunk- und Fernsehsendungen angewendet. Obwohl vorrangig sprachliches Material analysiert wird, gibt es keine Grenzen für ihren Anwendungsbereich. Mit ihrer Hilfe ist „symbolisches Material in all seinen Ausprägungen“ analysierbar.[153]

Im Vergleich zu dem von Berelson definierten Anspruch nach Deskription[154] sind die heutigen Erwartungen an die Aussagekraft der Inhaltsanalyse höher gesteckt. Die Analyse kommunikativer Inhalte soll Schlussfolgerungen auf den Kommunikator, auf den Rezipienten, auf die Merkmale der kommunikativen Situation und darüber hinaus auf Strukturen und Wertsysteme der Gesellschaft zulassen. Früh definierte die empirische Forschungsmethode Jahrzehnte später wie folgt: „Die Inhaltsanalyse ist eine empirische Methode zur systematischen, intersubjektiv nachvollziehbaren Beschreibung inhaltlicher und formaler Merkmale von Mitteilungen; (häufig mit dem Ziel einer darauf gestützten interpretativen Inferenz).“[155] Die drei wichtigsten Definitionsbestandteile sind „empirische Methode“, „systematisch“ und „intersubjektiv nachvollziehbar“. Der erste Begriff bezeichnet die Art und Weise, in der die Inhaltsanalyse zu wissenschaftlichen Erkenntnissen führt. Als empirisch bezeichnet Früh ein Vorgehen dann, „wenn das Erkenntnisobjekt ein wahrnehmbares bzw. intersubjektiv identifizierbares Korrelat in der Realität besitzt.“[156] Mit der zweiten Forderung, der nach Systematik, ist einerseits eine klar strukturierte Vorgehensweise beim Umsetzen der Forschungsaufgabe in eine konkrete Forschungsstrategie gemeint, andererseits die konsequente Anwendung der immer gleichen Forschungsstrategie auf das Untersuchungsmaterial.[157] Der dritte Begriff ist nach Früh ein ganz zentrales Qualitätskriterium jeder Inhaltsanalyse. Es wird verlangt, dass der Forscher klar darlegt, wie er zu seinen Daten gelangt ist und was seine Ergebnisse bedeuten. Das heißt, der Forschungsprozess muss reproduzierbar, kommunizierbar und kritisierbar sein.[158]

4.2 Das Leitfadeninterview

Das Leitfadeninterview ist nach Diekmann eine Sonderform der Befragung, die zum meistgenutzten Standardinstrument der empirischen Sozialforschung zählt und „der Ermittlung von Fakten, Wissen, Meinungen, Einstellungen, Bewertungen und Verhaltensweisen der Befragten“[159] dient. Für Atteslander ist die qualitative Methode der Befragung bzw. des Interviews „[…] ein eigenständiges Forschungsinstrument im Sinne eines planmäßigen Vorgehens mit wissenschaftlicher Zielsetzung, bei dem die Versuchsperson durch eine Reihe gezielter Fragen oder mitgeteilter Stimuli zu verbalen Informationen veranlaßt werden soll.“[160] In dieser Arbeit wurde die Methode des halbstandardisierten, leitfadengestützten Interviews gewählt, um qualitative Aussagen und persönliche Einschätzungen zur Öffentlichkeitsarbeit der Polizeidirektion Leipzig und der Polizeiberichterstattung[161] der Leipziger Volkzeitung und der BILD- Zeitung zu erhalten. Des Weiteren sollte es auch die Möglichkeit geben, die Aussagen zu vergleichen, um Übereinstimmungen und Divergenzen zwischen den Einschätzungen der Gesprächspartner deutlich zu machen und einige Ergebnisse der Inhaltsanalyse zu erklären.

Grundlage dieser mündlichen Einzelefragungen waren zwei vorformulierte Fragenkataloge. Die Fragen des ersten wurden der amtierenden Pressesprecherin der Leipziger Polizeidirektion, Birgit Schlegel, gestellt, die des anderen den beiden Polizeireporterinnen der LVZ und BILD, Saskia Grätz und Angela Wittig. Die Fragen und die zunächst auf Tonband aufgenommenen und anschließend transkribierten Antworten sind im Anhang ab Seite 159 nachzulesen.[162] Die Auswahl der Interviewpartner wurde entsprechend ihrer Position bzw. Verantwortlichkeit getroffen, da davon ausgegangen werden konnte, dass sie in ihren Arbeitsbereichen die jeweils sachkundigsten Personen sind.

4.3 Auswahl der Zeitungen

Die Leipziger Volkszeitung und die BILD- Zeitung sind die einzigen beiden Tageszeitungen für Leipzig. Auf eine Auswahl zur Beschränkung des Untersuchungsmaterials konnte deshalb verzichtet werden. Beide Blätter verkörpern verschiedene Zeitungstypen: Sowohl die Abonnementpresse als auch der Typus der Kaufzeitung sind vertreten. Außerdem sprechen sie unterschiedliche Lesergruppen an. Um die spätere Auswertung und Interpretation der Ergebnisse der Inhaltsanalyse besser verständlich zu machen, sollen nachfolgend die beiden untersuchten Zeitungen kurz charakterisiert und damit ihre unterschiedliche Geschichte und Tradition deutlich gemacht werden.

4.3.1 Die Leipziger Volkszeitung

4.3.1.1 Ein kurzer historischer Abriss

Die Leipziger Volkszeitung ist eine regional verbreitete Tageszeitung mit einer über hundertjährigen Tradition. Ihr erstes Exemplar, das 1894 erscheint, umfasst acht Seiten und enthält kein einziges Foto.[163] Gelesen wird die LVZ damals von 15.000 Lesern. Dem ersten Chefredakteur Bruno Schoenlank und seinem Nachfolger Franz Mehring gelingt es, die sozialdemokratische Tageszeitung dauerhaft am Markt zu etablieren. Sie ist zu diesem Zeitpunkt mehr als die zuvor geläufigen „Vereinszeitschriften“, die der internen Verständigung der Mitglieder dienten. Tagespolitische Berichterstattung, theoretische Grundsatzartikel und ein Feuilletonteil bilden den Inhalt der Leipziger Volkszeitung, deren Kürzel damals LV ist. Die Blattmacher setzen sich zum Ziel, das Bildungs- und Kulturniveau der unteren Bevölkerungsschichten zu heben. 1911 erscheint die erste Ausgabe mit zwei Fotos. Ab den zwanziger Jahren gibt es regelmäßig Karikaturen.[164]

1933 wird das SPD-Blatt durch die Nationalsozialisten verboten und 13 Jahre später als „Organ der SED“ neu gegründet. Die Partei hatte den Anspruch immer Recht zu haben, also wollte sie auch bestimmen, was wahr ist und gedruckt wurde. „Lobpreisungen unsinnigster Art füllten die Spalten, wechselten sich ab mit seitenlangen Referaten und eintönigen Politbeiträgen.“[165] Nach der Wende verkauft die Treuhand die Leipziger Volkszeitung an die Verlagsgesellschaften Madsack und Axel Springer, von denen jede 50 Prozent erhält. Im Jahr 1991 erscheint sie im Durchschnitt in einer Auflage von 337.000 Zeitungen. Zwei Jahre später erreicht sie mit 378.000 gedruckten Exemplaren ihren höchsten Stand.[166]

4.3.1.2 Auflage, Reichweite und Leserkreis

Laut IVW[167] -Analyse wurden im vierten Quartal 2003 nur noch rund 285.000 Zeitungen verkauft, 92 Prozent davon als Abonnement[168] und nur acht Prozent an Kiosken[169]. Die LVZ hat insgesamt eine Reichweite von 720.000 Lesern.[170] Im Verbreitungsgebiet der Hauptausgabe ist sie bei 99,3 Prozent der erwachsenen Bevölkerung bekannt. Nach eigenen Angaben gehört sie nach wie vor zu den auflagenstärksten regionalen Tageszeitungen in Deutschland und ist in der Region tief verwurzelt.[171] „Sie ist ein modernes Produkt, das lokale Ereignisse und das Weltgeschehen gleichermaßen im Blick hat – aufbereitet, farbig, illustriert und kommentiert.“[172] Inhaltlich beschäftigt sie sich mit der politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklung gleichermaßen – bundesweit, regional und lokal. Besonders auf lokaler Ebene unterstützt die LVZ viele sportliche, kulturelle und andere gesellschaftliche Aktivitäten.

Jeden Tag der Woche bietet sie ihren Lesern ein zusätzliches Angebot: montags den Sport vom Wochenende, dienstags ein kostenloses Fernsehmagazin, mittwochs und samstags den großen Anzeigenmarkt, donnerstags das ausführliche Kinoprogramm und freitags das Journal. Hinzu kommen bei aktuellen Anlässen Verlagsbeilagen und Sonderveröffentlichungen. Ergänzt wird das Informationsangebot der Leipziger Volkszeitung durch die Anzeigenblätter Leipziger Rundschau und SachsenSonntag. Die Hauptausgabe der LVZ wird von mehr Frauen als Männern gelesen. Rund 15 Prozent der Leser sind unter 30 Jahre alt, mehr als 85 Prozent sind älter als 30 Jahre. Die Schulbildung betreffend lässt sich feststellen, dass 26 Prozent die Schule nach der 8. Klasse verlassen und rund 38 Prozent die 10. Klasse abgeschlossen haben. Acht Prozent haben Abitur und 27 Prozent haben eine Fachhochschule oder Universität besucht. Mehr als die Hälfte der Leser sind Angestellte bzw. Beamte, 27 Prozent sind Arbeiter.[173]

4.3.1.3 Inhalt, Layout und Aufbau der LVZ

Inhaltlich und optisch unterscheidet die LVZ sich sehr stark von der BILD- Zeitung. Die strikte Trennung von Nachricht und Meinung zählt zu ihren journalistischen Grundsätzen. „Die Zeitung ist sehr kommentierfreudig. Sie steht für einen selbstbewussten, kritischen Journalismus, der sich aber auch zur Region Leipzig bekennt und deren Stärken und Chancen hervorhebt.“[174] Des Weiteren legt der derzeitige Chefredakteur Bernd Hilder, wie schon sein Vorgänger Hartwig Hochstein, sehr viel Wert auf die lokale und regionale Berichterstattung, da sie nach seinen Angaben für die Akzeptanz einer Zeitung von entscheidender Bedeutung ist.[175] Den leichten, aber fortschreitenden Leserverlust konnte auch er – trotz einiger Veränderungen bezüglich des Layouts[176] und des Inhalts[177] nach seinem Amtsantritt – bisher nicht aufhalten.

Im Gegensatz zur BILD hat die LVZ einen separaten Mantelteil, mit den Seiten für „Politik und Nachrichten“, „Meinung und Hintergrund“, „Sachsen und die Bundesländer“, „Wirtschaft“, „Kultur“, „Szene Leipzig“, „Ratgeber“ und „Funk und Fernsehen“ und einen Lokalteil mit den Seiten für Leipzig und Umgebung, dem lokalen, regionalen und überregionalen Sport, der Unterhaltung und dem Vermischten aus aller Welt. In Bezug auf Layout und Sprache ist die LVZ wesentlich zurückhaltender und damit seriöser als die BILD: keine überdimensionalen Überschriften, keine schreienden Farben, weniger Bilder, keine provokative Sprache, um nur einige Merkmale zu nennen.

4.3.2 Die BILD- Zeitung

4.3.2.1 Die Geschichte der Boulevardzeitung

Die BILD- Zeitung erscheint das erste Mal am 24. Juni 1952 im Axel Springer Verlag[178]. Sie ist die gedruckte Antwort auf das Fernsehen und hat zunächst eine Gesamtauflage von 250.000 Exemplaren. Die BILD ist damit das auflagenstärkste deutsche Blatt, die einzige überregionale Kaufzeitung und gleichzeitig die größte europäische Tageszeitung.[179] Ihr Vorbild ist der englische Daily Mirror. Am ersten Verkaufstag ist das Boulevardblatt kostenlos, danach kostet es 10 Pfennig. Es hat einen Umfang von vier Seiten. Bilder, Human-Interest-Themen, das Horoskop und Witze füllen die Zeitung und sind damit hinsichtlich Inhalt und Form dennoch weit entfernt von der heutigen BILD. Der erste Chefredakteur Rudolf Michael entscheidet sich wenig später, weniger Bilder und dafür mehr Text abzudrucken. Der verbale eye-catcher (Schlagzeile) wird ein Jahr später erfunden. Human-Interest dominiert nach wie vor den Inhalt, Politik spielt dagegen kaum eine Rolle.

Neun Monate nachdem die BILD- Zeitung das erste Mal erschienen ist, wird die Auflagenexplosion deutlich. 1960 wird der konservative Karl Heinz Hagen Chefredakteur, und mit ihm gewinnt die Politik stärker an Gewicht. Unter seinem Nachfolger Peter Boenisch treten die Human-Interest-Themen noch stärker in den Vorder-, die der Politik weiter in den Hintergrund. „BILD nimmt sich der Sorgen des kleinen Mannes an und setzt sie in Rächer-der-Enterbten-Kampagnen durch.“[180] Die Auflage steigt weiter, es werden täglich vier Millionen Exemplare verkauft.

Der Aufmacher (1977), Zeugen der Anklage (1979) und Das BILD- Handbuch (1981) sind Werke des Schriftstellers und Journalisten Günter Wallraff, der mit seiner Trilogie die Gegen-BILD-Initiative begründet und damit zum Boykott des Blattes aufruft. Andere intellektuelle Schriftsteller wie Günter Grass, aber auch Politiker und Gewerkschafter schließen sich dem Protest an und starten eine Unterschriftenaktion. Zwischen 1983 und 1993 sinken die Verkaufszahlen von 5,4 auf 4,4 Millionen Exemplare. In den darauf folgenden acht Jahren gibt es vier weitere Chefredakteure. Der erste, Hans-Hermann Tiedje, arbeitet, wie er selbst es formulierte, nach dem Motto: „Draufhauen ist immer besser, egal was die Leute empfinden.“[181] Er schafft es jedoch nicht, die Verkaufszahlen zu steigern. Danach folgt ihm Claus Larass. Seine Grundsätze sind: „1. Wecke keine falschen Emotionen. 2. Nimm die Probleme der Leute ernst. 3. In den Köpfen Ordnung schaffen.“[182] Jetzt erst werden täglich wieder mehr Exemplare verkauft. Anschließend verfolgt Udo Röbel[183] mit BILD einen nach eigenen Angaben seriösen Journalismus. Die Verkaufszahlen steigen zwischenzeitlich auf 4,7 Millionen. Im Jahr 2001 wird Kai Diekmann Chefredakteur.[184] Zunächst gelingt es ihm, die Zahl der verkauften Exemplare über der vier Millionen-Marke zu halten und trotzt damit dem Trend anderer Tageszeitungen, die immer mehr Leser verlieren.[185] Die Rückbesinnung auf die klassischen Stärken[186], die die BILD- Zeitung groß gemacht haben, sieht Diekmann als Gründe für den Erfolg. Inzwischen sind aber auch die Verkaufszahlen des Blattes weiter gesunken.[187]

4.3.2.2 Auflage, Reichweite und Leserkreis

Die BILD- Zeitung erscheint montags bis samstags mit einer derzeit verkauften Auflage von rund 3,9 Millionen Exemplaren[188] und wird täglich von mehr als 11 Millionen Menschen[189] in Deutschland gelesen. „Weltweit wird die Auflagenstärke von BILD nur noch von der chinesischen Parteipresse und von vier japanischen Tageszeitungen übertroffen.“[190] Nur 17 Prozent der Leser sind unter 30 Jahre, 83 Prozent sind älter, zeigt die BILD-Leseranalyse. Sie stellt auch dar, dass sich der Leserkreis aus Personen mit niedriger Schulbildung zusammensetzt: Die meisten sind Volks-/Hauptschulabgänger oder haben eine weiterführende Schule ohne Abitur besucht. Nur etwa zehn Prozent haben Abitur, und weniger als die Hälfte von ihnen hat studiert. Knapp 60 Prozent aller Leser sind Angestellte bzw. Beamte und Arbeiter.[191] Und dennoch sagte selbst Rudolf Augstein[192] einmal: „ BILD ist geworden, was es früher nicht war: eine informative Zeitung, die nicht zu lesen auch ich mir nicht erlauben könnte.[193]

Je nach Region kostet sie zwischen 0,45 und 0,50 Euro. Produziert wird das Blatt, abgesehen von der Hamburger Stammredaktion, in 23 eigenständigen regionalen Redaktionen[194], die den Mantelteil[195] mit lokalen und regionalen Informationen ergänzen.[196] Die BILD- Zeitung kann demzufolge als „Symbiose von überregionaler, regionaler und lokaler Zeitung“[197] bezeichnet werden. Sogar im Ausland werden Exemplare gedruckt, so auf Mallorca, den kanarischen Inseln und in Verona. In Hongkong besteht die Möglichkeit, eine per Satellit übertragene Ausgabe auszudrucken. Es gibt die BILD, laut eigenen Angaben, in insgesamt 39 Ländern zu kaufen. Ein Netzwerk von 1000 Journalisten agiert weltweit für das Blatt.[198]

4.3.2.3 Themen, Methoden und Layout

Das Themenspektrum ist breit gestreut, wobei Sex und Kriminalität eine große Rolle spielen. Gleiches gilt für Klatsch bzw. die Berichterstattung über Prominente und Sport. Politik spielt nach wie vor eine untergeordnete Rolle, nur auf der Titelseite wird ihr mehr Platz eingeräumt. Unfälle, Gesundheit und Wetter sind ebenfalls wichtig.

Die Boulevardzeitung[199] bedient sich verschiedener Techniken, um die Aufmerksamkeit der Leser zu wecken. Die insgesamt meist sehr kurzen Geschichten, nur wenige Zeilen lang, werden zusätzlich grammatikalisch stark reduziert. Die BILD- Zeitung hat eine typische Sprache geschaffen, mit wichtigen Elementen wie Verständlichkeit, Erzählen in Bildern, Wortschöpfungen, Emotionalisierung, Satzzeichen, Wortschatz mit Brachialgewalt und Schlagzeilen. „Wenn nicht menschliche Belange an sich das Thema dieser Geschichten sind, werden abstrakte Ereignisse personifiziert.“[200] Sie ist im Zitate-Ranking des Medien Tenors nach dem Spiegel der meistzitierte Titel des Jahres 2003.[201]

Um die oben angeführten kurzen und schnellen Informationen liefern zu können, bedient sich die BILD- Zeitung neben der besonderen Sprache auch extremer grafischer Elemente wie riesiger und teilweise farbiger und zusätzlich noch unterstrichener Schlagzeilen oder fett gedruckter Fließtexte. Hinzu kommen meist große und farbige Bilder, die den Leser emotional ansprechen sollen. „Das typische BILD-Layout wird häufig als gepflegtes Chaos bezeichnet.“[202]

4.4 Methodische Planung und Durchführung der Studie

4.4.1 Grundgesamtheit und Stichprobe

Die Grundgesamtheit dieser Untersuchung bilden die von der Pressestelle der Polizeidirektion Leipzig im Jahr 2003 (1. Januar 2003 bis 5. Januar 2004)[203] herausgegebenen Pressemitteilungen (Input) und die auf dieser Grundlage von der LVZ[204] und der BILD- Zeitung veröffentlichten Beiträge (Output). Da eine Vollerhebung aller Pressemeldungen und Veröffentlichungen aus zeitlichen und ökonomischen Gründen im Rahmen dieser Diplomarbeit nicht möglich war, wurde eine Teilmenge der Grundgesamtheit untersucht. Diese Teilerhebung, die auch „Stichprobe“ oder „Auswahl“ genannt wird, wurde nach genau festgelegten Regeln durchgeführt, wobei die Auswahl der Elemente der Grundgesamtheit auf einem Zufallsprozess basierte.

Das Jahr 2003 hatte 52 Wochen und 365 Tage. Demzufolge wurden per Losverfahren aus den 365 in Frage kommenden Tagen 52 zufällig ausgewählt. Von den insgesamt 52 möglichen Tagen fielen jedoch 18 Tage auf einen Samstag bzw. Sonn- oder Feiertag, an denen im vorliegenden Fall keine Pressemitteilungen veröffentlicht worden waren. Daher umfasst die folgende Untersuchung 34 Tage mit 137 Presseinformationen und den darauf basierenden Zeitungsartikeln.[205] Im Vergleich zu 365 Tagen im Jahr ist dies zwar eine relativ kleine repräsentative Stichprobe, doch Diekmann schreibt zu diesem Thema: „Im Allgemeinen gilt das statistische Prinzip, dass größere Stichproben unter sonst gleichen Bedingungen genauer sind als kleinere Stichproben. Diese Regel trifft aber dann nicht zu, wenn eine Stichprobe krass verzerrt ist. Sind große Stichproben stark selektiv, dann werden kleinere, unverzerrte Stichproben in der Regel genauere Schätzungen liefern.“[206]

4.4.2 Das Kategoriensystem

Das Kategoriensystem ist das Kernstück jeder Inhaltsanalyse.[207] Es verbindet die Vorüberlegungen des Forschers mit den von ihm aufgestellten Hypothesen (bzw. Fragestellungen).[208] Das Kategoriensystem beinhaltet sämtliche Kategorien, die für das Beschreiben eines kommunikativen Inhalts in Bezug auf das Forschungsinteresse in Frage kommen. Die Kategorien wiederum repräsentieren die zu untersuchenden Merkmale des Textmaterials.[209] Wie bereits bei der Entwicklung der Fragestellungen zu dieser Diplomarbeit wurden auch beim Erstellen des eigenen Kategoriensystems die theorie- und die empiriegeleitete Vorgehensweise kombiniert.[210] Das heißt, zum einen bildeten die Fragestellungen den Ausgangspunkt der Kategorienbildung; zum anderen wurden die Kategorien nach dem Sichten des Untersuchungsmaterials entwickelt.

Da sich eine Kategorie in der Regel auf mehr als eine Merkmalsdimension von Mitteilungen bezieht, muss sichergestellt werden, dass das Kategoriensystem trennscharf gestaltet wird. Das heißt, Bedeutungsgehalte dürfen sich nicht überschneiden, da sonst kaum genau codiert werden kann. Demzufolge hätte ungenaues Codieren Auswirkungen auf die Ergebnisse der Studie. Ein weiterer Aspekt, den es zu beachten gilt, ist die erschöpfende Analyse der relevanten Inhalte.

Insgesamt ergibt sich für die Analyse der Pressemeldungen und der Zeitungsberichte ein Kategoriensystem von 67 Kategorien, wobei 23 auf erstere und 44 auf letztere fallen. Zunächst werden im Block A die Organisationsdaten wie das Datum oder der Zeitpunkt der Veröffentlichung untersucht. Block B, der für die Artikel umfangreicher ist als für die Pressemeldung, beschäftigt sich mit der formalen Ebene: beispielsweise dem Umfang von Überschrift und Text oder der Form von Pressemeldungen und Beiträgen von LVZ und BILD. In Block C geht es um die inhaltliche Ebene, wie die Themen oder die Emotionalisierung und Visualisierung. Auch hier ist der Codeplan für die Artikel – unter anderem auf Grund der Vergleiche, die gleich beim Codieren gezogen werden können – wesentlich umfangreicher. Alle Daten der einzelnen Kategorien wurden nach der Auswertung, die mit dem Computerprogramm Microsoft Excel durchgeführt worden ist, in einfachen Tabellen zusammengefasst und gegenübergestellt.

4.4.3 Schwierigkeiten beim Erstellen des Kategoriensystems

Die Einteilung der Kategorie „Thema der Pressemitteilung“ bzw. „Thema des Artikels“ in die verschiedenen Teilbereiche gestaltete sich zu Beginn äußerst schwierig, da sich eine zunächst angedachte vollständige Untergliederung in die Straftatbestände gemäß des Strafgesetzbuches (StGB) als zu umfangreich und kompliziert erwies. Aus diesem Grund wurde letztendlich eine Gliederung vorgenommen, die sich im Wesentlichen aus den Inhalten der Presseinformationen, die ja nur eine Auswahl darstellen, ergab. Zusätzlich wurden die einzelnen Themen nach dem Pretest noch unterteilt in „[…] mit Zeugenaufruf“, „[…] mit Prävention“ und „[…] mit Zeugenaufruf und Prävention“, weil gerade bei letzteren beiden Ausprägungen seitens der Journalisten oft gekürzt wird.

[...]


[1] Tobias Liebert weist in seinem Heft zum Zitieren und Belegen von Quelle auf Seite 8 darauf hin, dass es in der Literatur zwei verschiedene Empfehlungen für die Benutzung der Ausklammerungen „[…]“ bzw. „(…)“ gibt. In dieser Arbeit werden eckige Klammern „[…]“ sowohl für Zitatkürzungen von Worten als auch für Auslassungen ganzer Sätze verwendet.

[2] Die Pressemitteilung ist die universellste Form der Weitergabe von Informationen an die Presse. Sie bezeichnet alle umfangreicheren Äußerungen, Erklärungen, Stellungnahmen, Mitteilungen und Hintergrundnachrichten aus dem Unternehmen/der Behörde an die Presse und Öffentlichkeit. Neben den Hauptkriterien der Aktualität, Verständlichkeit, Wahrheit und Zuverlässigkeit und der Beantwortung der „W-Fragen“ hat die Presseinformation immer einen konkreten Hintergrund und Anlass, den sie zu erklären, zu beantworten oder zu beschreiben sucht. Werden Daten und Zahlen angeben und verwendet, müssen diese belegt sein.

[3] Seitenplanung, Layoutgestaltung oder Korrekturlesen

[4] LVZ-Polizeireporterin Saskia Grätz erklärt im Leitfadeninterview (S. 167), dass sie stark auf die Polizeipressemeldungen angewiesen ist. BILD-Reporterin Angela Wittig misst den Presseinformationen eine nicht so große Bedeutung bei (S. 175).

[5] Vgl. Beele, Karl: Pressearbeit der Polizei: Ein Leitfaden für die Praxis. 1. Auflage. Hilden/Rhdl.: Verlag Deutsche Polizeiliteratur, 1999, S. 6.

[6] Bentele/Liebert/Seeling nennen diese gegenseitige Abhängigkeit auch „Intereffikation“ (siehe Kapitel 2.1.3.1 auf S. 43 dieser Diplomarbeit). Vgl. Bentele, Günter/Liebert/Thomas/Seeling, Stefan: Von der Determination zur Intereffikation. Ein integriertes Modell zum Verhältnis von Public Relations und Journalismus. In: Bentele, Günter/Haller, Michael (Hrsg): Aktuelle Entstehung von Öffentlichkeit. Akteure – Strukturen – Veränderungen. Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft; Band 24. Konstanz: UVK Medien, 1997, S. 240ff.

[7] Siehe Kapitel 2.1.1 (S. 23), 2.1.2.2 (S. 29) oder 2.1.2.3 (S. 32).

[8] Vgl. Früh, Werner: Inhaltsanalyse. Theorie und Praxis. 5. überarbeitete Auflage. Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft, 2001, S. 76.

[9] Vgl. Baerns, Barbara (2): Öffentlichkeitsarbeit als Determinante journalistischer Informationsleistungen. Thesen zur realistischeren Beschreibung von Medieninhalten. In: Publizistik. 24. Jg. 1979, S. 301-316 und Baerns, Barbara (1): Öffentlichkeitsarbeit oder Journalismus? Zum Einfluß im Mediensystem. Köln: Verlag Wissenschaft und Politik, 1991.

[10] Vgl. Donsbach, Wolfgang: Legitimität und Effizienz von Public Relations. In: Donsbach, Wolfgang (Hrsg.): Public Relations in Theorie und Praxis. Grundlagen und Arbeitsweise der Öffentlichkeitsarbeit in verschiedenen Funktionen. München: Fischer, 1996, S. 11.

[11] Vgl. Baerns (2), S. 301-316.

[12] Ebd., S. 312.

[13] Teilweise stößt man in der Literatur auch auf den synonym verwendeten Begriff „Determinierungshypothese“.

[14] Vgl. Baerns (1).

[15] Ebd., S. 87.

[16] Vgl. ebd., S. 90.

[17] Vgl. ebd., S. 98.

[18] Ebd., S. 17.

[19] Weil der PR-Einfluss nicht im Zusammenhang mit anderen Einflussfaktoren betrachtet wurde, entsteht der Eindruck eines so genannten Nullsummenspiels: Wachsender Einfluss auf der einen Seite hat einen sinkenden Einfluss auf der anderen Seite zur Folge und umgekehrt (Ruß-Mohl, Stephan (1): Symbiose oder Konflikt. Öffentlichkeitsarbeit und Journalismus. In: Jarren, Otfried (Hrsg.): Medien und Journalismus 1. Eine Einführung. Opladen: Westdeutscher Verlag, 1994, S. 319.). Diese Annahme lenkt laut Szyzska von den wesentlichen Fragen nach den Beziehungsstrukturen zwischen PR und Journalismus, den sich daraus ergebenden Konsequenzen für beide Seiten und den möglichen Störungen innerhalb dieser Strukturen ab (Szyszka, Peter: Bedarf oder Bedrohung? Zur Frage der Beziehung des Journalismus zur Öffentlichkeitsarbeit. In: Bentele/Günter/Haller, Michael (Hrsg.): Aktuelle Entstehung von Öffentlichkeit. Schriftenreihe der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft; Band 24. Konstanz: UVK Medien, 1997, S. 212.).

[20] Vgl. Saffarnia, Pierre A.: Determiniert Öffentlichkeitsarbeit tatsächlich den Journalismus? Empirische Belege und theoretische Überlegungen gegen die PR-Determinierungsannahme. In: Publizistik. 38. Jg. 1993, S. 412-425.

[21] also den Pressemitteilungen

[22] Dazu gehören seinen Angaben zufolge auch Studentengruppen oder Bürgerinitiativen.

[23] Vgl. Saffarnia, S. 419ff.

[24] Ebd., S. 423.

[25] Schweda, Claudia/Opherden, Rainer: Journalismus und Public Relations. Grenzbeziehungen im System lokaler politischer Kommunikation. Wiesbaden: Deutscher Universitätsverlag, 1995, S. 209.

[26] Bentele/Liebert/Seeling, S. 239.

[27] Für die Polizei ist die Öffentlichkeitsarbeit zwar keine Existenznotwendigkeit, aber ein wichtiges Instrument der gezielten Selbstdarstellung. Kapitel 3 beschäftigt sich ausführlich mit der Öffentlichkeitsarbeit der Polizei, speziell der der Leipziger Polizeidirektion.

[28] Grossenbacher, René (2): Hat die „Vierte Gewalt“ ausgedient? Zur Beziehung zwischen Public Relations und Medien. In: Media Perspektiven. 11/86, S. 725.

[29] Vgl. ebd.

[30] Ebd., S. 726.

[31] Als erstaunlich bezeichnet Grossenbacher (2), dass die auf den Pressekonferenzen vermittelten Ereignisse selten eine eigene Aktualität besaßen, die Journalisten die Artikel also an einem beliebigen Tag hätten veröffentlichen können.

[32] Grossenbacher (2), S. 726.

[33] Ebd., S. 727.

[34] Ebd.

[35] Ebd.

[36] Ebd., S. 730.

[37] Derartige Interdependenzen bieten Vorteile und schaffen aber auch Probleme, auf die jedoch an dieser Stelle nicht näher eingegangen werden soll.

[38] Also dass die Berichterstatter so viel und so unverändert wie möglich aus dem angebotenen Pressetextes übernehmen, anstatt – wie es vorwiegend der Fall ist – nur zu selektieren, zu neutralisieren und zu verdichten.

[39] Grossenbacher (2), S. 730.

[40] Ebd.

[41] Ebd.

[42] Fröhlich, Romy: Qualitativer Einfluß von Pressearbeit auf die Berichterstattung: Die „geheime Verführung“ der Presse? In: Publizistik. 37. Jg. 1992, S. 37-49.

[43] „Tage der offenen Tür“ oder Ausstellungseröffnungen sind mediengerecht inszenierte Pseudoereignisse, mittels derer die Öffentlichkeitsarbeiter nicht nur „die von [ihnen] gestalteten Inhalte in die Berichterstattung einschleusen, sondern schon viel früher in den Nachrichtenselektions- und Entstehungsprozeß im Sinne ihres Auftraggebers ein[zu]greifen.“ (Fröhlich, S. 38.)

[44] Das Datenmaterial war ursprünglich für eine andere Untersuchung erhoben worden und wurde 1992 von Romy Fröhlich unter anderen Gesichtspunkten neu interpretiert.

[45] Abendzeitung, BILD- Zeitung, Münchner Merkur, Süddeutsche Zeitung und tz

[46] Vgl. Fröhlich, S. 40.

[47] Ebd., S. 42.

[48] Ein Grund dafür könnten die selbstinitiierten Pressekonferenzen und -vorführungen der auf den Messen vertretenen Unternehmen sein.

[49] Fröhlich, S. 42.

[50] Vgl. ebd., S. 43.

[51] Vgl. ebd., S. 44.

[52] Ebd., S. 45.

[53] Dazu gehören Aussagen zur Branchensituation und Konjunkturlage im In- und Ausland der sich auf den jeweiligen Messen präsentierenden Unternehmen. Fröhlich vermutet, dass dies Themen sind, bei dem Journalisten wesentlich seltener bereit sind, für Wertaussagen selbst Verantwortung zu übernehmen.

[54] Fröhlich, S. 46.

[55] Ebd., S. 48.

[56] Vgl. Baerns (2), S. 301.

[57] Vgl. Fröhlich, S. 48.

[58] Rossmann, Torsten: Das Beispiel Greenpeace: Öffentlichkeitsarbeit und ihr Einfluß auf die Medien. In: Media Perspektiven. 2/93, S. 85-94.

[59] Ahrweiler, Petra/Krüger, Petra/Rossmann, Torsten: Nachrichtenfluss- und Resonanzanalyse der Greenpeace-Pressearbeit. Bericht eines Forschungsprojekts unter Leitung von Prof. Dr. Hans J. Kleinsteuber. Arbeitsstelle Medien und Politik, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg, 1991.

[60] Rossmann, S. 88.

[61] Ebd., S. 89.

[62] Während sich frühere Studien, so Rossmann, in der Regel entweder auf die Regional- bzw. Lokalpresse oder auf ausgewählte Printmedien beschränkten, hat der Autor versucht, die gesamte Berichterstattung in den Printmedien der Bundesrepublik über Greenpeace auszuwerten.

[63] Jene 902 Zeitungsbeiträge, in denen Greenpeace mindestens einmal namentlich genannt war, bildeten die Datenbasis.

[64] Rossmann, S. 89.

[65] Meldung, Nachricht und Bericht

[66] Vgl. Rossmann, S. 90.

[67] Vgl. ebd., S. 91.

[68] Vgl. Rossmann, S. 85.

[69] Ebd., S. 91.

[70] Ebd., S. 92.

[71] Vgl. ebd.

[72] Vgl. ebd., S. 93.

[73] Barth, Henrike/Donsbach, Wolfgang: Aktivität und Passivität von Journalisten gegenüber Public Relations. Fallstudie am Beispiel von Pressekonferenzen zu Umweltthemen. In: Publizistik. 37. Jg. 1992, Seite 151-165.

[74] Sie wurde 1992 veröffentlicht.

[75] Barth/Donsbach, S. 152.

[76] Vgl. ebd., S. 153.

[77] Vgl. ebd., S. 156.

[78] Barth und Donsbach haben die vier untersuchten Pressekonferenzen in zwei Kategorien eingeteilt: Krisen-Pressekonferenzen (PK’s, die auf Grund einer Krise, eines unerwartet eingetretenen Ereignisses stattfanden) und Aktions-Pressekonferenzen (PK’s, die ohne äußere Veranlassung anberaumt wurden, um das Image einer Institution oder eines Produkts positiv zu beeinflussen). Ersterer wurde ein hoher und letzterer ein niedriger Nachrichtenwert zugeschrieben.

[79] Barth/Donsbach, S. 157.

[80] Die zentrale Botschaft ist gleichbedeutend mit dem Kommunikationsziel.

[81] Vgl. Barth/Donsbach, S. 157.

[82] Hier wurde nur zwischen positiv und negativ unterschieden. Ausgewogenheit bzw. Ambivalenz wurde nicht codiert.

[83] Vgl. Barth/Donsbach, S. 158.

[84] Vgl. ebd., S. 159.

[85] Vgl. ebd., S. 160.

[86] Barth/Donsbach, S. 162.

[87] Vgl. ebd., S. 163.

[88] Bentele/Liebert/Seeling, S. 238.

[89] Vgl. Barth/Donsbach, S. 164.

[90] Schweda/Opherden, S. 121.

[91] Zwischen April und Juli 1992 waren die folgenden Parteien im Düsseldorfer Stadtrat vertreten: SPD (33 Mandate), CDU (32), Die Grünen (8), FDP (5) und die Freie Wählergemeinschaft (FWG) mit zwei Mandaten.

[92] 102 auf den Pressemitteilungen der Parteien basierende und 466 „rein“ journalistische Zeitungsartikel (18 bzw. 82 Prozent)

[93] Rheinische Post (RP), Westdeutsche Zeitung (WZ) und Neue Rhein Zeitung (NRZ)

[94] Vgl. Schweda/Opherden, S. 122.

[95] Vgl. ebd., S. 87ff.

[96] Ebd., S. 206.

[97] Vgl. Schweda/Opherden, S. 207.

[98] Ebd., S. 206.

[99] Ebd., S. 207.

[100] Vgl. ebd.

[101] Vgl. Schweda/Opherden, S. 208.

[102] Vgl. Baerns (1), S. 98.

[103] Vgl. Schweda/Opherden, S. 162.

[104] Vgl. ebd., S. 188.

[105] Vgl. Schweda/Opherden, S. 188ff.

[106] Zahlen bis zwölf auszuschreiben, Namen vollständig zu nennen, Abkürzungen zu erklären, Titel korrekt zu nennen, die Presseinformationen umgekehrt pyramidenförmig (und damit leichter von hinten kürzbar) aufzubauen, den Konjunktiv bei indirekter Rede zu verwenden und Zitate/Wertungen kenntlich zu machen

[107] Schweda/Opherden, S. 171.

[108] Die Autoren folgern dies auf Seite 209 aus der Strukturuntersuchung der auf Pressemitteilungen zurückgeführten Artikel.

[109] Vgl. Schweda/Opherden, S. 209.

[110] Schweda/Opherden, S. 210.

[111] Dazu gehören unter anderem jene von Saffarnia, Gazlig, Schantel, Nissen/Menningen oder Jarren.

[112] Untersucht wurde aber in erster Linie der Einfluss der Öffentlichkeitsarbeit auf den Journalismus.

[113] Fröhlich, S. 47.

[114] Schweda/Opherden, S. 13.

[115] Grossenbacher, René (1): Die Medienmacher. Eine empirische Untersuchung zur Beziehung zwischen Public Relations und Medien in der Schweiz. Solothurn: Vogt-Schild, 1986, S. 100f.

[116] Grossenbacher (1), S. 101.

[117] Einen aktuellen Überblick über die verschiedenen Ansätze gibt Hoffjann, S. 184ff.

[118] Vgl. Bentele/Liebert/Seeling, S. 225-250.

[119] Vgl. ebd., S. 239.

[120] Ebd., S. 240.

[121] Abgeleitet wurde der Begriff aus dem Lateinischen: „efficare“ = etwas ermöglichen. Der von einem anderen Autor entwickelte Ausdruck der „Interpenetration“ schien Bentele/Liebert/Seeling zu diffus.

[122] Bentele/Liebert/Seeling, S. 241.

[123] Ebd.

[124] Bentele/Liebert/Seeling, S. 241.

[125] Ebd.

[126] Vgl. ebd., S. 242.

[127] Bentele/Liebert/Seeling, S. 245.

[128] Vgl. ebd., S. 244.

[129] Bentele, Günter (2): Parasitentum oder Symbiose? Das Intereffikationsmodell in der Diskussion. In: Rolke, Lothar/Wolff, Volker (Hrsg.): Wie die Medien die Wirklichkeit steuern und selbst gesteuert werden. Opladen, Wiesbaden: Westdeutscher Verlag, 1999, S. 177-193.

[130] In diesem Zusammenhang weist Bentele (2) auf Seite 189 noch einmal darauf hin, dass es sich bei dem Intereffikationsmodell nicht um ein Gleichgewichtsmodell handelt, da es der Beschreibung verschiedener (bzw. verschieden stark ausgeprägter) und empirisch untersuchbarer Einflussbeziehungen dient. Zu diesen Einflussbeziehungen gehören sowohl Induktionen als auch Adaptionen.

[131] Bentele (2), S. 189.

[132] Vgl. ebd., S. 190.

[133] Das menschliche Leben verläuft in verschiedenen Phasen, die trotz fließender Übergänge und einiger Überschneidungen aus medizinischer oder gesellschaftlicher Sicht einigermaßen deutlich voneinander unterscheidbar sind. Als Kinder gelten etwa vier bis 13-Jährige und als alte Menschen eigentlich ab 70-Jährige (siehe http://www.net-lexikon.de/Lebensphase.html). In dieser Arbeit sollen als Senioren schon Menschen ab einem Alter von 65 Jahren bezeichnet werden. Ein Ausländer ist, wer nicht über die Staatsangehörigkeit des Landes verfügt, in dem er sich aufhält.

[134] Die meisten Informationen basieren auf dem Leitfadeninterview mit Birgit Schlegel, amtierende Leiterin der Polizeipressestelle, das die Autorin am 13. Juli geführt hat.

[135] Nach der Umstrukturierung (ab 1. Januar 2005) wird die Öffentlichkeitsarbeit nicht mehr einer der Inspektionen angehören, sondern als Bestandteil des Direktionsbüros direkt dem Leiter der Polizeidirektion unterstellt sein. Dies macht noch einmal umso mehr den Stellenwert der Pressearbeit innerhalb der Polizei deutlich.

[136] So die genaue Bezeichnung, die die Polizei benutzt.

[137] Ein Auszug befindet sich im Anhang, S. 240f.

[138] Siehe Interview mit Birgit Schlegel, S. 160.

[139] Der Pressespiegel beinhaltet auf rund fünf Seiten eine Zusammenstellung aller Artikel der aktuellen Leipziger und überregionalen Presse, die sich in irgendeiner Weise auf die Leipziger Polizei und ihre Arbeit beziehen.

[140] Der komplette Lagefilm ist wesentlich umfangreicher (etwa 30 bis 40 Seiten) und enthält jedes Ereignis, das der Polizei gemeldet wurde.

[141] Siehe Interview mit Birgit Schlegel, S. 161.

[142] Die Internetseite http://www.tu-braunschweig.de/presse/tipps/mewi/einfuehrung/nachrichtenfaktoren zählt folgende Nachrichtenfaktoren auf: Nähe, Aktualität, Prominenz, Fortschritt, Human Interest, Folgenschwere, Dramatik, Konflikt, Kuriosität und Sex/Liebe.

[143] Siehe Interview mit Birgit Schlegel, S. 162.

[144] Bei der Herausgabe von Pressemitteilungen ist darauf zu achten, dass die Medien im gleichen Umfang und zu gleicher Zeit unterrichtet werden.

[145] Siehe Interview mit Birgit Schlegel, S. 162.

[146] Beele, S. 50.

[147] Ebd., S. 5.

[148] Ebd.

[149] Siehe Paragraph 4 des SächsPresseG im Anhang, S. 240.

[150] Beele, S. 50; siehe dazu auch Art. 5 GG zur Meinungs-, Informations- und Pressefreiheit im Anhang, S. 239.

[151] Siehe Interview mit Birgit Schlegel, S. 164f.

[152] Die beiden Inhaltsanalysen ermöglichen es, den Input und den Output anschließend zu vergleichen. Die Input-Output-Analyse gilt als wichtigste Methode zur Messung des Erfolgs einzelner PR-Aktivitäten. Damit lassen sich Abdruckquoten, formale und inhaltliche Veränderungen von Pressetexten und Übernahmeweisen von PR-Informationselementen transparent darstellen (Mathes, Rainer/Salazar-Volkmann, Christian/Tscheulin, Jochen: Medien-Monitoring – ein Baustein der Public Relations-Erfolgskontrolle. Untersuchungen am Beispiel Messe und Medien. In: Baerns, Barbara: PR-Erfolgskontrolle. Messen und Bewerten in der Öffentlichkeitsarbeit. Verfahren, Strategien, Beispiele. Frankfurt am Main: IMK, 1997, S. 153.).

[153] Ritsert, Jürgen: Inhaltsanalyse und Ideologiekritik: ein Versuch über kritische Sozialforschung. Frankfurt am Main: Athenäum-Fischer-Taschenbuch-Verlag, 1972, S. 16.

[154] Berelson schrieb das erste Lehrbuch zur Analyse von Massenmedien. In seiner klassischen Definition heißt es: „Content Analysis is a reserch technique for the objective, systematic, and quantitative description of the manifest content of communication“. Berelson, Bernard: Content analysis in communications research, Glencoe, Ill.: The Free Press, 1952. In: Früh, Werner: Inhaltsanalyse, S. 25.

[155] Ebd.

[156] Früh, S. 25.

[157] Die konkrete Forschungsstrategie, die also zunächst entwickelt werden muss, bevor eine Inhaltsanalyse durchgeführt werden kann, beinhaltet die Formulierung empirisch überprüfbarer Hypothesen bzw. Fragestellungen, die Festlegung des zu untersuchenden Materials und der Analyseeinheiten, die Entwicklung eines Kategoriensystems mit den Definitionen, den Codieranweisungen und die Überprüfung von Validität und Reliabilität.

[158] Vgl. Früh, S. 37.

[159] Diekmann, Andreas: Empirische Sozialforschung. Grundlagen, Methoden, Anwendungen. Hamburg: Rowohlt Taschenbuchverlag GmbH, 1997, S. 371.

[160] Atteslander, Peter: Methoden der empirischen Sozialforschung. Berlin, New York: de Gruyter, 1971, S. 76.

[161] Die Polizeiberichterstattung ist die Berichterstattung der Medien über die Polizei und über alle mit der gesellschaftlichen Bedeutung der Polizei zusammenhängenden Fragen. Sowohl bei der LVZ als auch bei der BILD-Zeitung beschäftigen sich so genannte Polizeireporter mit diesen Fragen. Journalistisch verarbeitet werden können die Themen in Kurzmeldungen, Nachrichten, Berichten, Reportagen, Kommentaren, in Interviews sowie in allen Mischformen der Darstellungsformen. Das heißt, Berichterstattung umfasst alles, was in redaktioneller Verantwortung entsteht. Ausgeschlossen sind demzufolge private und gewerbliche Anzeigen, Gewinnspiele, Wetterbericht, Horoskop, Witze, Kreuzworträtsel und (Fortsetzungs-)Romane sowie sämtliche Serviceseiten, auf denen das Fernsehprogramm, Öffnungszeiten, Veranstaltungshinweise, Börsenkurse abgedruckt sind.

[162] Füllworte und -laute, Aussagen ohne Bezug zu den Fragen oder Wiederholungen wurden in der Transkription weggelassen, zu ausführliche Angaben auf das Wesentliche reduziert und eventuell unvollständige Sätze ergänzt, ohne dabei jedoch den Sinn der Antworten zu entstellen.

[163] Vgl. LVZ-Broschüre, S. 1.

[164] Die erste politische Karikatur ist 1897 erschienen. Vergleiche den Beitrag von Wolfgang Thierse in der Verlagsbeilage zur hundertjährigen Geschichte der Leipziger Volkszeitung, S. 5.

[165] Der Beitrag von Reinhardt Bohse in der der Verlagsbeilage zur hundertjährigen Geschichte der Leipziger Volkszeitung, S. 69.

[166] Vgl. LVZ-Broschüre, S. 7.

[167] Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern

[168] Das normale Abo kostet 17,10 Euro, Studenten zahlen 8,55 Euro im Monat.

[169] Der Verkaufspreis beträgt 0,80 Euro.

[170] Neben der Stadtausgabe gibt es noch neun Regionalausgaben.

[171] Vgl. LVZ-Broschüre, S. 1.

[172] LVZ-Broschüre, S. 1.

[173] Vgl. Markt-Media-Studie Leipziger Volkszeitung, S. 8. Neue Daten wurden nach LVZ-Angaben seitdem nicht veröffentlicht. Auf Anfrage wurde erklärt, dass die Zahlen im Jahr 2004 annähernd gleich geblieben sind.

[174] Siehe Interview mit Bernd Hilder, veröffentlicht in der LVZ-Hauszeitschrift Hochhaus intern, S. 11.

[175] Vgl. ebd.

[176] Es werden u. a. mehr Farbfotos abgedruckt und die Zeitung insgesamt ist lockerer gestaltet.

[177] Wie eben die Regionalisierung, ein kritischeres Engagement oder die tägliche Kolumne auf der Kulturseite.

[178] Der Verlag wurde 1946 von Axel Springer gegründet und ist Deutschlands größter Zeitungsverlag. Der Sitz des Unternehmens ist in Berlin, weitere Zentralen gibt es in Hamburg und München.

[179] Vgl. Noelle-Neumann, Elisabeth: Das Fischer Lexikon. Publizistik, Massenkommunikation. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuchverlag GmbH, 1994, S. 435.

[180] http://de.wikipedia.org/wiki/BILD

[181] Ebd.

[182] http://de.wikipedia.org/wiki/BILD

[183] Chefredakteur von 1998 bis 2000.

[184] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/BILD

[185] Aus dem Interview mit Chefredakteur Kai Diekmann in der Zeitschrift Horizont Nr. 22/2002, S. 34.

[186] Information, Orientierung, Personalisierung, Unterhaltung und Visualisierung

[187] Vgl. http://www.ivw.de/auflagen2/web/registriert/index_regged.htm

[188] laut IVW-Analyse im 2. Quartal 2004

[189] rund 60 Prozent der Männer und 40 Prozent der Frauen

[190] Koschnik, Wolfgang: Medien- und Journalistenjahrbuch. Berlin, New York: de Gruyter, 1996, S. 19.

[191] Vgl. http://w3.mediapilot.de/cda/index.php?cn=669&np=668&nt=3

[192] Rudolf Augstein gründete 1947 das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Er ist 2002 gestorben.

[193] http://de.wikipedia.org/wiki/BILD

[194] Acht Redaktionen befinden sich in den neuen Bundesländern.

[195] Dieser Teil ist für alle Regionalausgaben gleich.

[196] Vgl. http://w3.mediapilot.de/cda/index.php?cn=18&np=14&nt=3

[197] Noelle-Neumann, S. 435.

[198] Vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/BILD

[199] Hauptfunktion der Boulevardpresse ist die Unterhaltung. Aktuelle Definitionen (vgl. Noelle-Neumann, S. 393) stellen die Vertriebsform der Boulevardpresse als Straßenverkaufszeitung in den Vordergrund, die im Gegensatz zur Abonnementzeitung im Einzelverkauf vertrieben wird.

[200] http://de.wikipedia.org/wiki/BILD

[201] Vgl. Medien Tenor, Zitierte Medien 01-06/2003

[202] http://de.wikipedia.org/wiki/BILD

[203] Wurde eine Pressemeldung herausgegeben, so wurden die folgenden sieben Ausgaben der LVZ und BILD- Zeitung daraufhin untersucht, ob und wann die Presseinformation einmalig oder mehrmalig veröffentlicht worden ist.

[204] Berücksichtigt wird nur die Stadtausgabe. Die Lokalausgaben der LVZ werden – um ein gewisses Gleichgewicht zu halten – nicht mit in die Betrachtung einbezogen.

[205] Diese sind gleichzeitig Erhebungs- und Untersuchungseinheiten.

[206] Diekmann, S. 326.

[207] Vgl. Diekmann, S. 489.

[208] Vgl. Noelle-Neumann, S. 53.

[209] Vgl. ebd.

[210] Früh argumentiert, dass eine strikte Trennung der beiden Konzepte ohnehin kaum möglich ist, da bestimmte Vorüberlegungen und Erwartungen des Forschers stets vorhanden sind, wobei eine Vorgehensweise dominiert.

Ende der Leseprobe aus 255 Seiten

Details

Titel
Bild Dir Deine Meinung oder wissen LVZ-Leser doch mehr? Pressemitteilungen der Polizeidirektion Leipzig und ihre Behandlung durch die lokalen Printmedien
Untertitel
Eine Analyse der Leipziger Volkszeitung und der Bild-Zeitung
Hochschule
Universität Leipzig  (Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft)
Note
2,1
Autor
Jahr
2004
Seiten
255
Katalognummer
V38030
ISBN (eBook)
9783638372220
ISBN (Buch)
9783638705462
Dateigröße
1667 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bild, Deine, Meinung, LVZ-Leser, Pressemitteilungen, Polizeidirektion, Leipzig, Behandlung, Printmedien
Arbeit zitieren
Susanne Richter (Autor), 2004, Bild Dir Deine Meinung oder wissen LVZ-Leser doch mehr? Pressemitteilungen der Polizeidirektion Leipzig und ihre Behandlung durch die lokalen Printmedien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38030

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