Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema Fernsehkritik, zudem sehr unterscheidliche Meinungen vorliegen. Neben Ausagen, Fernsehkritik verliere ihren Nutzen, haben einige Betrachter nie einen Nutzen darin gesehen, da eine nachträgliche Kritik, wie eben die Fernsehkritik, in ihren Augen sinnlos ist.
Um mich genau mit diesen zwei Seiten, also der nutzlosen und bedeutungsvollen Rolle von Fernsehkritik auseinanderzusetzen, werde ich zunächst erläutern, was Kritik allgemein für eine Struktur und Funktion hat. Anschließend gehe ich in einem kurzen historischen Rückblick näher auf die Fernsehkritik ein und nenne einige ihrer Institutionen. Das Zusammenwirken dieser Institutionen werde ich anhand des Beispiels der Reality-Show Big Brother verdeutlichen und daraufhin einige Argumente als Rechtfertigung und Kritik an der Kritik anführen. Abschließend folgt ein Resümee der Ergebnisse.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Struktur und Funktion von Kritik
3. Fernsehkritik – ein kurzer historischer Rückblick
4. Institutionen der Fernsehkritik
4.1. Landesmedienanstalten
4.2. Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten
4.3. Gemeinsame Stelle für Jugendschutz und Programm
4.4. Zusammenwirken der Institutionen am Beispiel von Big brother
5. Fernsehkritik im Blickpunkt
5.1. Kritik an der Kritik
5.2. Rechtfertigung der Kritik
6. Resümee
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Hausarbeit untersucht die Rolle und Bedeutung der Fernsehkritik in der modernen Medienlandschaft. Ziel ist es, durch die Analyse der theoretischen Grundlagen, historischer Entwicklungen und institutioneller Rahmenbedingungen zu klären, ob Fernsehkritik heute noch einen gesellschaftlichen Nutzen erfüllt oder in einer kommerzialisierten Medienwelt wirkungslos geworden ist.
- Struktur und Funktion von Kritik in Journalismus und Gesellschaft.
- Historischer Wandel der Fernsehkritik vom Wächter der Kultur zum Reflexionsinstrument.
- Die Rolle staatlicher und unabhängiger Institutionen bei der Medienaufsicht.
- Fallbeispielanalyse: Das Zusammenwirken von Institutionen am Beispiel der Sendung "Big Brother".
- Kritik an der Kritik versus Rechtfertigung der Notwendigkeit medienkritischer Diskurse.
Auszug aus dem Buch
Struktur und Funktion von Kritik
Betrachten wir zunächst einmal das Wort “Kritik“, welches griechischen Ursprungs entstammt. Es enthält die Bedeutung “unterscheiden“ und “urteilen“, die eng miteinander verbunden sind. So unterscheidet man durch den Vergleich, woraus das Ergebnis als Urteil resultiert (vgl. Stolte 1969:35). Das heißt also, man untersucht ein Kriterium anhand von Kriterien und das Ergebnis ist Kritik.
Dort liegt dann schon das erste Problem. Wer legt die Kriterien und die Beurteilungsmaßstäbe fest? Wichtig ist dabei, daß Kritik mit dem Journalismus entstand und sich daher journalistischer Formen und Medien bedient. Bestimmte Regeln müssen also befolgt werden; die Ethik bestimmt ihr Maß. „Kritik verlangt vom Autor den Respekt vor dem Programm, dem Werk und seinem Autor. Kritik darf verletzen, nicht vernichten“ (Hoff 1997: 104).
Ein weiteres Problem ist, wie man auf Basis der Einzelkriterien den Blick für das Ganze wahren kann, um sinnvolle Kritik zu erstellen. Ein wichtiger Aspekt in der Ausübung von Kritik ist daher, Distanz zu schaffen, „nahe genug, um genau zu sehen, entfernt genug, um nichts zu übersehen“ (Stolte 1969: 19).
Demgegenüber steht, dass Kritik auch immer Einmischung bedeutet. Als “demokratische Distanz“ (Hickethier 1994: 121) stellt sie alles in Frage und soll so die Wahrnehmung des Rezipienten schärfen, um zu einer kritischen Herangehensweise aufzurufen. „Wo die Kritik fehlt, fehlt spezifisch menschliches Leben. Die Freiheit zur Kritik, die dem Menschen nicht nur gegeben, sondern aufgegeben ist, ist Ausdruck des Weges, um durch Kritik zur Freiheit zu gelangen“ (Stolte 1996:34).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die konträren Meinungen zur Fernsehkritik und definiert das Ziel der Arbeit, deren Nutzen sowie institutionelle Rollen zu untersuchen.
2. Struktur und Funktion von Kritik: Dieses Kapitel erläutert den etymologischen Ursprung sowie die ethischen und journalistischen Anforderungen an eine konstruktive Kritik.
3. Fernsehkritik – ein kurzer historischer Rückblick: Es wird die historische Entwicklung der Fernsehkritik von den Anfängen in den 1920er Jahren bis zur heutigen Zeit nachgezeichnet.
4. Institutionen der Fernsehkritik: Vorstellung der aufsichtsrechtlichen Institutionen und deren Zusammenwirken anhand des Praxisbeispiels "Big Brother".
5. Fernsehkritik im Blickpunkt: Eine dialektische Auseinandersetzung mit der Kritik an der Fernsehkritik sowie deren Rechtfertigung als notwendiges Instrument.
6. Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der Erkenntnisse und Einordnung der Bedeutung von Fernsehkritik in der heutigen Medienkultur.
Schlüsselwörter
Fernsehkritik, Medienethik, Medienaufsicht, Landesmedienanstalten, Big Brother, Journalismus, Medienkultur, Programmkontrolle, Publikumsgeschmack, Rundfunkfreiheit, Medienkompetenz, Öffentlicher Diskurs, Fernsehen, Medienkritik, Einschaltquoten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit setzt sich kritisch mit der Rolle der Fernsehkritik auseinander und hinterfragt deren Bedeutung und Wirkungsmöglichkeiten innerhalb einer kommerzialisierten Medienlandschaft.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Neben der theoretischen Herleitung von Kritik werden historische Entwicklungen, die institutionelle Medienaufsicht und die gesellschaftliche Funktion der Fernsehkritik beleuchtet.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, ob die Fernsehkritik trotz zunehmender Kommerzialisierung und scheinbarer Wirkungslosigkeit weiterhin eine unverzichtbare Funktion in einer demokratischen Gesellschaft ausübt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein diskursanalytischer Ansatz gewählt, der theoretische Fachliteratur mit einer institutionellen Analyse und einem konkreten Praxisbeispiel kombiniert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den Grundlagen von Kritik die Aufgaben der Landesmedienanstalten erläutert sowie eine tiefgehende Pro- und Kontra-Diskussion zur Fernsehkritik geführt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Fernsehkritik, Medienaufsicht, Diskurs, Demokratie, Medienkultur und Institutionenanalyse.
Wie illustriert das Fallbeispiel "Big Brother" die Problematik der Fernsehkritik?
Das Beispiel zeigt, wie trotz vehementer ethischer Bedenken der Kritikerkreise und institutioneller Prüfungen die kommerzielle Ausstrahlung eines Formats aufgrund der Programmfreiheit nicht verhindert werden konnte.
Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der Zukunft der Fernsehkritik?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die Fernsehkritik gerade wegen des zunehmenden Medienangebots als Vermittler und Reflexionsinstrument unverzichtbar bleibt, um den öffentlichen Diskurs zu schärfen.
- Quote paper
- Kerstin Radke (Author), 2001, Fernsehkritik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3804