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Sport als Grundlage zur praxisorientierten Analyse des Akteurmodells des Identitätsbehaupters

Title: Sport als Grundlage zur praxisorientierten Analyse des Akteurmodells des Identitätsbehaupters

Term Paper , 2015 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Charlotte Hesse (Author)

Sociology - Miscellaneous
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In der modernen Gesellschaft ist Sport allgegenwärtig präsent. Obgleich man sportliche Aktivität als Vergnügung, als Förderung der Gesundheit oder als wirtschaftlichen Aspekt betrachtet, macht man sich jedoch wenig Gedanken zu der Identifizierung des Individuums mit Sport. Die vorliegende Arbeit soll in Bezug auf das Akteurmodell des Identitätsbehaupters von Uwe Schimank Sport darauf untersuchen, ob dieser die nötigen Kriterien des Modells erfüllt. Im Fokus steht letztendlich die Fragestellung, ob Sport für einen Akteur identitätsstiftend wirken kann.

Um die nötigen Grundlagen für die Arbeit herauszuarbeiten, wird zunächst das betreffende Akteurmodell des Identitätsbehaupters erläutert und von anderen Modellen abgegrenzt. Daraufhin wird der Stellenwert des Sportes in der modernen Gesellschaft dargestellt und in diesem Kontext der soziologische Begriff des Sportes betrachtet. Um dies zu leisten, wird sowohl auf die Gesellschaft, als auch auf das Individuum eingegangen.

In Anbetracht der konkreten Fragestellung wird im Anschluss die identitätsbildende Funktion von Sport untersucht: berücksichtigt werden die Modi der Selbstbeschreibung, die soziale Bestätigungsfunktion, sowie potentielle identitätsbedrohende Aspekte. Zum Schluss dieses Punktes wird die Fähigkeit von Sport als Praktik der Identitätsbehauptung untersucht.

In dem abschließenden Fazit dieser Arbeit erfolgt eine Beantwortung der Fragestellung, als Ergebnis der Analyse im 4. Abschnitt. In der Absicht herausstellen zu können, ob Sport identitätsstiftend wirken kann, und demnach Uwe Schimanks behandeltes Akteurmodell in ausreichend vielen Aspekten erfüllt, werden die Unterpunkte der Arbeit zusammengeführt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Identitätsbehaupter

3. Sport in der modernen Gesellschaft

3.1 Sport für die Gesellschaft

3.2 Sport für das Individuum

4. Die Identitätsbildende Funktion von Sport

4.1 Anwendung der Modi der Selbstbeschreibung im Kontext Sport

4.2 Die soziale Bestätigungsfunktion von Sport

4.3 Die identitätsbedrohenden Aspekte im Kontext Sport

4.4 Sport als Praktik der Identitätsbehauptung

5. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht auf Basis des soziologischen Akteurmodells des "Identitätsbehaupters" von Uwe Schimank, inwieweit Sport identitätsstiftend für ein Individuum wirken kann und ob er die Kriterien dieses spezifischen Modells erfüllt.

  • Analyse des Akteurmodells des Identitätsbehaupters nach Uwe Schimank
  • Bedeutung von Sport in der modernen Gesellschaft für Individuum und Gesellschaft
  • Identitätsbildende Funktionen von sportlicher Betätigung
  • Umgang mit Identitätsbedrohungen im Kontext des Sports
  • Sport als spezifische Praktik der Identitätsbehauptung

Auszug aus dem Buch

4.3 Die identitätsbedrohenden Aspekte im Kontext Sport

Dieser Fixierung an strikte Richtlinien, Erwartungen und Werte entspringen jedoch nicht nur positive Resultate, wie die Bestätigung eines Selbstbildes -und somit einer Identität-, sondern im Gegenteiligen Fall der Nicht-Bestätigung auch Identitätsbedrohungen. Je einschlägiger der Akteur sich auf die Komponente des Sportes in seinem Leben festlegt, und sich dadurch identifiziert, desto größer fällt die Gefahr aus, durch das eigene Scheitern eine negative Erfahrung zu machen. Dies kommt im Freizeitsport noch nicht so sehr zur Geltung. Es gilt jedoch „(…) je ausschließlicher die Fixierung auf den Leistungssport und je geringer die entwickelten Lebensalternativen, desto größer ist die Gefahr des Identitätsverlusts und des psychischen Absturzes, wenn der Sport als ‚Lieferant‘ für Identitätsgewissheit nicht mehr zur Verfügung steht.“ (Abraham 2008: 243) Bleiben dem Akteur keine Alternativen zur Repräsentation seines Selbstbildes, ist dies katastrophal, da seine Identität verloren gehen könnte bzw. wertlos wird. Schafft der Akteur es diese Nicht-Bestätigung seines Selbstbildes zu kompensieren, ist dies als spezifisch-substantielle Identitätsbedrohung anzusehen.

Indirekte Identitätsbedrohungen durch Existenzgefährdung nehmen in dem Kontext des Sports einen besonderen Stellenwert ein, obwohl die biologische Vergänglichkeit des menschlichen Körpers einem Akteur in allen alltäglichen Situationen begegnen kann. Gerade im Sport hat die körperliche Verfassung eine enorme Relevanz. So können Krankheiten und Verletzungen die Karriere eines Sportlers beenden, und diesem somit seine Identität im Rahmen des Sports nehmen.

Auch Entindividualisierungserfahrungen sind ebenfalls im Leistungssport oder im Bereich des Sports zu militärischen Zwecken zu finden. Im Kontext von Situationen, in denen die Individualität in den Hintergrund rückt und die Leistung Priorität hat, kann ein Akteur sich seiner Einzigartigkeit beraubt fühlen. Zudem werden Sportler sich in diesen Bereichen über den starken Konkurrenzdruck bewusst, welcher verdeutlicht, dass deren Talent nicht ausreicht um sie als individuell hervorzuheben. (vgl. Schimank 2010: 156)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung ein und definiert das Ziel, die identitätsstiftende Wirkung des Sports anhand des Akteurmodells des Identitätsbehaupters von Uwe Schimank zu untersuchen.

2. Der Identitätsbehaupter: Das Kapitel erläutert das Akteurmodell des Identitätsbehaupters von Schimank, grenzt es von anderen Modellen wie dem Homo Oeconomicus ab und definiert die zentralen Begriffe Identität und Selbstbeschreibung.

3. Sport in der modernen Gesellschaft: Hier wird der soziologische Begriff des Sports bestimmt und dessen gesellschaftliche sowie individuelle Bedeutung beleuchtet.

3.1 Sport für die Gesellschaft: Dieser Unterpunkt analysiert die gesellschaftlichen Erwartungen an den Sport, wie etwa Gesundheitsförderung, nationale Repräsentation oder die Einübung sozialen Verhaltens.

3.2 Sport für das Individuum: Der Abschnitt diskutiert den Zusammenhang zwischen Sport und Persönlichkeitsentwicklung sowie die wechselseitige Beeinflussung beider Variablen anhand verschiedener Hypothesen.

4. Die Identitätsbildende Funktion von Sport: Dieses Kapitel verknüpft die theoretischen Grundlagen mit der sportlichen Praxis und analysiert, wie Sport zur Identitätsbildung und -behauptung beiträgt.

4.1 Anwendung der Modi der Selbstbeschreibung im Kontext Sport: Hier wird untersucht, wie evaluative und normative Selbstansprüche sowie kognitive Selbsteinschätzungen durch sportliche Betätigung konkret umgesetzt werden.

4.2 Die soziale Bestätigungsfunktion von Sport: Das Kapitel erläutert, wie Sport als Mittel zur Selbstverwirklichung dient und durch direkte Leistungsbewertung soziale Bestätigung ermöglicht.

4.3 Die identitätsbedrohenden Aspekte im Kontext Sport: Dieser Abschnitt thematisiert die Risiken der Fixierung auf Sport, insbesondere im Leistungssport, und wie dies bei Nicht-Bestätigung zu Identitätskrisen führen kann.

4.4 Sport als Praktik der Identitätsbehauptung: Abschließend wird Sport selbst als Strategie identifiziert, mit der Akteure ihre Identität gegenüber Bedrohungen durch Affektkontrolle oder Rollenanpassungen behaupten können.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und bestätigt, dass Sport das Modell des Identitätsbehaupters erfüllt und identitätsstiftend wirken kann.

Schlüsselwörter

Identitätsbehaupter, Uwe Schimank, Identitätsstiftung, Sportsoziologie, Selbstbild, Identitätsbehauptung, Soziologische Handlungstheorien, Identitätsbedrohung, Selbstbeschreibung, Leistungssport, Soziale Bestätigung, Persönlichkeitsentwicklung, Individuum, Rolleninszenierung, Affektkontrolle

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht, ob Sport die Kriterien des soziologischen Akteurmodells des „Identitätsbehaupters“ nach Uwe Schimank erfüllt und somit als identitätsstiftende Praxis für ein Individuum fungieren kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die soziologische Verortung des Sports in der Gesellschaft, die Wechselwirkung zwischen Sport und Persönlichkeit sowie die Anwendung der Modi der Selbstbeschreibung und Identitätsbehauptung im sportlichen Kontext.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Fragestellung, ob Sport für einen Akteur im Sinne des Modells von Schimank identitätsstiftend wirken kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Autorin verwendet eine literaturbasierte, theoretische Analyse, in der sie bestehende soziologische Akteurmodelle, sportsoziologische Definitionen und sportpsychologische Erkenntnisse auf das Modell des Identitätsbehaupters anwendet.

Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung des Modells des Identitätsbehaupters, eine Analyse der gesellschaftlichen und individuellen Bedeutung des Sports sowie die Untersuchung der identitätsbildenden und identitätsbedrohenden Funktionen von sportlicher Aktivität.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Identitätsbehaupter, Schimank, Identitätsbehauptung, Sportsoziologie und Identitätsbedrohung charakterisieren.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen Leistungs- und Freizeitsport eine Rolle?

Die Unterscheidung ist deshalb wichtig, da eine exklusive Fixierung auf den Leistungssport das Risiko für Identitätsverlust bei ausbleibender Bestätigung signifikant erhöht, während dies im Freizeitsport weniger stark ins Gewicht fällt.

Wie kann Sport als „Praktik der Identitätsbehauptung“ dienen?

Sport dient als Praktik, indem er durch soziale Bestätigung, Affektkontrolle (z. B. Stressabbau) oder die Möglichkeit zur Umdefinition sozialer Nicht-Bestätigung dem Akteur hilft, das eigene Selbstbild gegen äußere Bedrohungen zu verteidigen.

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Details

Title
Sport als Grundlage zur praxisorientierten Analyse des Akteurmodells des Identitätsbehaupters
College
RWTH Aachen University  (Institut für Soziologie)
Course
Soziologische Handlungstheorien
Grade
1,0
Author
Charlotte Hesse (Author)
Publication Year
2015
Pages
19
Catalog Number
V380406
ISBN (eBook)
9783668569102
ISBN (Book)
9783668569119
Language
German
Tags
Akteurmodelle Identitätsbehauptung Weber Sport
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Charlotte Hesse (Author), 2015, Sport als Grundlage zur praxisorientierten Analyse des Akteurmodells des Identitätsbehaupters, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/380406
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