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Sprache als Qualitätskriterium in fachjournalistischen Publikationen

Title: Sprache als Qualitätskriterium in fachjournalistischen Publikationen

Term Paper , 2005 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Kathrin Lau (Author)

Communications - Theories, Models, Terms and Definitions
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Sprache gehört zu den wichtigsten Instrumenten für den Journalismus. Tagtäglich werden Tausende Wörter aneinander gereiht, werden Sätze formuliert und zu Nachrichten, Radiobeiträgen oder Fernsehmoderationen geformt. Dabei hat jedes Medium seinen eigenen Stil, sein eigenes Genre, seine eigene Sprache. Über Verständlichkeit wird dabei viel diskutiert, da diese neben Universalität, Aktualität, Relevanz bzw. Vollständigkeit und Wahrheit zu den journalistischen Qualitätskriterien zählt. Doch wann ist ein Text verständlich? Was ist guter Stil? Wie schreibt man einen guten Bericht?
Wenn Journalisten schreiben, dann tun sie das in erster Linie für andere. Nicht sie selbst müssen verstehen, worum es geht, da sie sich im idealen Fall bereits ausführlich mit einer Materie auseinander gesetzt haben, sondern dem Leser soll klargemacht werden, worum es sich in diesem oder jenem Zusammenhang handelt (vgl. Schindler: 11). Ferner muss sich jeder Journalist darüber im Klaren sein, für welche Zielgruppe sein Text, sein Beitrag, sein Feature gedacht ist. Diese Anforderungen sollten für alle Teilbereiche des journalistischen Systems Gültigkeit besitzen, ganz gleich, ob es sich um die Redaktion eines Lokalblattes oder um ein renommiertes Wissenschaftsmagazin handelt. Doch in wie weit kann Sprache überhaupt die Mittel liefern, komplexe Sachverhalte aus der Wissenschaft für den Laien verständlich aufzubereiten, ohne den eigentlichen Tatbestand aus den Augen zu verlieren? In wie weit können unsere sprachlichen Möglichkeiten bestimmten fachlichen Termini gerecht werden und damit den größer werdenden Anspruch nach einem öffentlichen Verständnis von Wissenschaft erfüllen?
Schon häufig wurden Forderungen an den journalistischen Umgang mit Sprache gestellt. Eine immer noch aktuelle Auflistung stammt aus dem Jahre 1975 des DDR-Stilistikers Georg Möller. Demnach zählen Eindeutigkeit, Unverwechselbarkeit, Vollständigkeit, Begriffliche Schärfe, Knappheit des Ausdrucks und Eingängigkeit zu den Forderungen an die Gebrauchssprache des Journalisten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. SPRACHE ALS QUALITÄTSKRITERIUM

2.1 QUALITÄTSKRITERIEN IM FACHJOURNALIMUS

2.2 ALLROUND-JOURNALIST VS. FACHJOURNALIST

3. FACHSPRACHEN

3.1 FACHSPRACHE VS. GEMEINSPRACHE

4. FACHEXTERNE KOMMUNIKATION

4.1 FACHJOURNALIST VS. EXPERTE

4.2 ERKLÄRUNGSMUSTER

4.3 METAPHERN

5. SCHLUSSBETRACHTUNG

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit der Fachjournalismus den hohen sprachlichen Qualitätsanforderungen gerecht werden kann, die an das journalistische System gestellt werden, insbesondere im Hinblick auf die verständliche Vermittlung komplexer Fachinhalte an ein Laienpublikum.

  • Journalistische Qualitätskriterien wie Verständlichkeit, Aktualität und Universalität im Kontext von Fachpublikationen.
  • Die Abgrenzung und das Spannungsfeld zwischen Fachsprache und Gemeinsprache.
  • Kommunikationsstrategien bei der Vermittlung von Fachwissen an fachfremde Zielgruppen.
  • Die Rolle und Funktion von Metaphern als Brückenelemente zwischen Expertenwissen und Öffentlichkeit.
  • Die Interaktion zwischen Journalisten und Experten bei der Erarbeitung publikationsreifer Inhalte.

Auszug aus dem Buch

4.3 Metaphern

Das Wort Metapher ist zunächst auch ein Fremdwort. Ursprünglich kommt es aus dem Griechischen und bedeutet im übertragenen Sinne „anderswohin tragen“. In der Rhetorik werden unter Metaphern sprachliche Bilder verstanden, die auf einer Ähnlichkeitsbeziehung zwischen Gegenständen und Begriffen beruhen (vgl.Bußmann: 484). Metaphern begegnen uns in vielen Bereichen des täglichen Lebens, oftmals sogar, ohne dass wir es merken. In der Politik werden Hürden genommen, obwohl dieser Begriff eigentlich aus dem Sport stammt; in der Diskussion wurde scharf geschossen, es gibt ein Licht am Ende des Tunnels. Es scheint fast so, als ob wir da, wo wir mit Worten nicht weiterkommen, gerne zu Bildern greifen. Dabei werden der Metapher unterschiedliche Funktionen in ihrem Gebrauch zugesprochen. Wolf Schneider beschreibt es als „die königliche Funktion der Metapher, mit den alten Worten das Neue zu sagen oder das Unbekannte anschaulich zu machen“ (Schneider: 185).

Ein Beispiel hierfür wäre der Einstieg der Nachricht “Sternenkrippe in der Nachbarschaft“ „Eine kosmische Kinderstube hat ein Astronomenteam um Antonella Nota […] in der Kleinen Magellan´schen Wolke aufgespürt“ (Bild der Wissenschaft, 3/2005: 13). Abgesehen davon, dass die Satzstruktur als eher unglücklich einzuschätzen ist, denn nicht die Kosmische Kinderstube hat das Astronomenenteam aufgespürt, sondern andersherum – hier hat der Journalist also das Subjekt mit dem Objekt vertauscht, weil für ihn die kosmische Kinderstube die oberste Priorität besitzt – soll mit dem Begriff Kosmische Kinderstube verdeutlicht werden, dass Astronome in einer Nachbargalaxie Sterne entdeckt haben, die erst fünf Millionen Jahre alt sind (im Gegensatz zu ihren 4,5 Milliarden Jahre alten “großen Brüder“). Damit soll also vermittelt werden, dass es sich durchaus um sehr junge Sternenbilder handelt, auch, wenn dem Leser ein Alter von fünf Millionen Jahren nicht so erscheint.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung definiert die Relevanz von verständlicher Sprache im Journalismus und skizziert die Forschungsfrage nach der Vermittlungskompetenz des Fachjournalismus.

2. SPRACHE ALS QUALITÄTSKRITERIUM: Dieses Kapitel erörtert die Definition von verständlicher Sprache anhand des Hamburger Modells und überträgt journalistische Qualitätsmerkmale auf den Fachjournalismus.

2.1 QUALITÄTSKRITERIEN IM FACHJOURNALIMUS: Hier werden spezifische Anforderungen an verschiedene fachjournalistische Publikationsformen diskutiert und am Beispiel eines Artikels über BSE auf ihre Einhaltung geprüft.

2.2 ALLROUND-JOURNALIST VS. FACHJOURNALIST: Es wird die Differenz zwischen der Informationsvermittlung durch Allrounder und der Wissensvermittlung durch Fachjournalisten herausgearbeitet.

3. FACHSPRACHEN: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Einordnung von Fachsprachen als Subsysteme der Gemeinsprache und deren Verwendung.

3.1 FACHSPRACHE VS. GEMEINSPRACHE: Der Fokus liegt hier auf dem schwierigen Abgrenzungsprozess zwischen alltäglicher Kommunikation und dem Einsatz von Fachbegriffen im journalistischen Text.

4. FACHEXTERNE KOMMUNIKATION: Es wird analysiert, wie wissenschaftliche Erkenntnisse erfolgreich für eine breite Öffentlichkeit aufbereitet und zugänglich gemacht werden können.

4.1 FACHJOURNALIST VS. EXPERTE: Das Kapitel beleuchtet die unterschiedlichen Kommunikationskulturen und die notwendige Kompromissbereitschaft in der Zusammenarbeit beider Parteien.

4.2 ERKLÄRUNGSMUSTER: Hier werden praktische journalistische Strategien zur Handhabung von Fach- und Fremdwörtern sowie unterschiedliche Erklärungstypen vorgestellt.

4.3 METAPHERN: Das Kapitel untersucht die kognitiven und kommunikativen Funktionen von Metaphern als Mittel zur Veranschaulichung komplexer Sachverhalte.

5. SCHLUSSBETRACHTUNG: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass Fachjournalismus die Qualitätskriterien der Verständlichkeit weitgehend erfüllt und Wissenschaft heute für eine breite Masse zugänglich macht.

Schlüsselwörter

Fachjournalismus, Verständlichkeit, Sprache, Fachsprache, Wissensvermittlung, journalistische Qualitätskriterien, Metaphern, Hamburger Modell, fachexterne Kommunikation, Wissenschaftskommunikation, populärwissenschaftliche Publikationen, Allround-Journalismus, Expertenwissen, Zielgruppenorientierung, Sprachstil.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die sprachliche Qualität und Verständlichkeit fachjournalistischer Publikationen bei der Vermittlung komplexer wissenschaftlicher Inhalte an Laien.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Definition von Verständlichkeit im Journalismus, das Spannungsfeld zwischen Fach- und Gemeinsprache sowie die Rolle des Fachjournalisten als Vermittler.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist herauszufinden, ob der Fachjournalismus sprachliche Kriterien wie Eindeutigkeit und Verständlichkeit erfüllen kann, ohne den sachlichen Kern der Wissenschaft zu verlieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch linguistische und journalistische Fachliteratur, ergänzt durch eine qualitative Beobachtung von Fachpublikationen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt Qualitätskriterien, die Entstehung von Fachsprachen, Strategien der fachexternen Kommunikation, die Zusammenarbeit mit Experten und rhetorische Mittel wie Metaphern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Fachjournalismus, Wissensvermittlung, Verständlichkeit, Fachsprache und Metaphern stehen im Zentrum der Analyse.

Warum ist das "Hamburger Modell" für Journalisten relevant?

Es bietet einen Kriterienkatalog (Einfachheit, Gliederung, Kürze/Prägnanz, Anregende Zusätze), um die sprachliche Formulierung und damit die Verständlichkeit journalistischer Texte systematisch zu bewerten.

Welche Herausforderung stellen Metaphern bei der Wissenschaftsvermittlung dar?

Obwohl sie helfen, das Unbekannte anschaulich zu machen, besteht die Gefahr, dass sie bei fehlerhafter Anwendung den Sachverhalt falsch oder irreführend darstellen, wie das Beispiel der "kosmischen Kinderstube" zeigt.

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Details

Title
Sprache als Qualitätskriterium in fachjournalistischen Publikationen
College
University of Applied Sciences Bremen
Course
Medientheorie V
Grade
1,0
Author
Kathrin Lau (Author)
Publication Year
2005
Pages
19
Catalog Number
V38042
ISBN (eBook)
9783638372312
Language
German
Tags
Sprache Qualitätskriterium Publikationen Medientheorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kathrin Lau (Author), 2005, Sprache als Qualitätskriterium in fachjournalistischen Publikationen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38042
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