Ich habe in meinem Lerntagebuch im Zuge des kirchengeschichtlichen Seminars „Christliche Widerstandstradition“, das von Herrn Weber wöchentlich veranstaltet wurde, versucht, jedes einzelne Seminar möglichst genau zu protokollieren. Diese Protokolle sind in Form eines fließenden Textes von mir verfasst worden, weil ich durch das Ausformulieren der im Seminar mitgeschriebenen Stichpunkte den Inhalt noch einmal verinnerlicht habe.
Zudem habe ich auch Schaubilder erstellt, da diese an gegebenen Stellen übersichtlicher und anschaulicher sind.
Im Anschluss an die einzelnen Seminare habe ich jeweils nach einem bestimmten Schema die Gesamtheit des Seminars analysiert und über Struktur, Inhalt, wichtige Persönlichkeiten sowie meine individuelle Rezeption der Inhalte reflektiert.
Nach der Reflexion habe ich jeweils Exkurse verfasst, das bedeutet, ich habe mich mit Themenkomplexen, auf die ich im Seminar aufmerksam wurde und die mich weiterführend genauer interessiert haben, intensiv auseinandergesetzt. Diese Exkurse sind dadurch gekennzeichnet, dass sie umrahmt sind, damit man sie auf den ersten Blick als solche identifizieren kann.
Nach meinen gesamten Darlegungen der Seminare, Reflexionen und Exkurse werde ich eine zusammenfassende Reflexion über die Gesamtheit des Seminars „Christliche Widerstandstradition“ verfassen.
Am Schluss verweise ich noch auf die verwendete Literatur.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Die Grundsätze der Reformation
3. Verhältnis Kirche-Staat und Gehorsam-Widerstand anhand von Bibelstellen
4. Martin Luther: Zwei Reiche Lehre anhand seiner Schrift: „Von weltlicher Obrigkeit“ (1523)
5. Martin Luther: Zwei Reiche Lehre (Grafik)
6. Barmer Theologische Erklärung; Zwingli und Calvin
7. Adventszeit; Johannes Calvin
8. Die Täuferbewegungen zur Reformationszeit
9. Dietrich Bonhoeffer (1906-1945): Biografie und Analyse seiner Schrift „Die Kirche vor der Judenfrage“ (1933)
10. Euthanasie
11. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)
12. Befreiungstheologie
13. Passiver Widerstand- Die Kirchen in der DDR
14. Reflexion
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist es, die historische Entwicklung und die verschiedenen Ausprägungen der christlichen Widerstandstradition im Kontext von Kirche und Staat aufzuarbeiten. Dabei wird untersucht, wie theologisch begründeter Widerstand gegen staatliches Unrecht in verschiedenen Epochen, insbesondere zur Reformationszeit und während des Nationalsozialismus, theoretisch fundiert und praktisch umgesetzt wurde.
- Theologische Begründung von Widerstand anhand biblischer Texte
- Die Zwei-Reiche-Lehre Martin Luthers als Orientierungsrahmen
- Widerstand von Kirchen im Nationalsozialismus (Bonhoeffer, Barmer Erklärung)
- Verhältnis von Kirche und Staat in der DDR
Auszug aus dem Buch
Die vier Grundsätze der Reformation (Rechtfertigungslehre):
1) „allein die Schrift“ (sola scriptura) ist die Grundlage des christlichen Glaubens
2) „allein durch Christus“ (solus Christus) (hermeneutisches Prinzip für die Schrift)
3) „allein aus Glaube“ (sola fide) wird der Mensch gerechtfertigt.
4) „allein aus Gnade“ (sola gratia), die es geschenkt gibt von Gott
Die Erkennungsmerkmale einer evangelischen Kirche sind die folgenden: Gottesdienste können von Lektoren und Prädikanten geleitet werden. Somit findet eine Aufhebung zwischen Klerikern und Laien statt. Außerdem hat der Gottesdienst eine enorme Bildungsabsicht. Luthers Impuls war dabei sehr wichtig: Er forderte staatliche Schulen für die Bildung für jedermann. Das alles beginnt mit dem Reformationstag.
Zusammenfassung der Kapitel
2. Die Grundsätze der Reformation: Einführung in die Anfänge der Reformation und Erläuterung der vier zentralen Grundsätze (Rechtfertigungslehre).
3. Verhältnis Kirche-Staat und Gehorsam-Widerstand anhand von Bibelstellen: Analyse biblischer Texte (Röm 13, Mk 12, Apg 5) zur Legitimation und den Grenzen staatlicher Macht.
4. Martin Luther: Zwei Reiche Lehre anhand seiner Schrift: „Von weltlicher Obrigkeit“ (1523): Theoretische Herleitung der Zwei-Reiche-Lehre und deren Bedeutung für die Abgrenzung von geistlicher und weltlicher Sphäre.
6. Barmer Theologische Erklärung; Zwingli und Calvin: Darstellung der Barmer Theologischen Erklärung als Widerstandsdokument gegen die NS-Gleichschaltung sowie Einblicke in die Theologie von Zwingli und Calvin.
9. Dietrich Bonhoeffer (1906-1945): Biografie und Analyse seiner Schrift „Die Kirche vor der Judenfrage“ (1933): Detaillierte Untersuchung des theologischen Widerstands Bonhoeffers gegen die Judenverfolgung im Dritten Reich.
10. Euthanasie: Reflexion über den kirchlichen Widerstand gegen das nationalsozialistische Euthanasieprogramm und ethische Abgrenzung der Sterbehilfe.
12. Befreiungstheologie: Auseinandersetzung mit der lateinamerikanischen Befreiungstheologie, ihrem Einsatz für Arme und der christologischen Begründung von Befreiung.
13. Passiver Widerstand- Die Kirchen in der DDR: Analyse der Rolle der Kirche im DDR-Alltag und ihres Beitrags zu den gesellschaftlichen Umbrüchen bis zum Mauerfall.
Schlüsselwörter
Reformation, Zwei-Reiche-Lehre, Rechtfertigungslehre, Dietrich Bonhoeffer, Barmer Theologische Erklärung, Widerstandstradition, Euthanasie, Befreiungstheologie, Kirche und Staat, Gewissensfreiheit, Nationalsozialismus, DDR, Christozentrik, Sola Scriptura, Zivilcourage.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert in Form eines Lerntagebuchs die Auseinandersetzung mit der christlichen Widerstandstradition in einem kirchengeschichtlichen Seminar.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Schwerpunkte sind die rechtlichen und moralischen Grenzen zwischen Kirche und Staat, die theologische Fundierung von Widerstand und konkrete historische Beispiele wie die NS-Zeit oder die DDR.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die kritische Reflexion und Verinnerlichung kirchengeschichtlicher Inhalte im Hinblick darauf, wie christlicher Glaube Verantwortung in politischen Systemen übernimmt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Methode umfasst die Protokollierung von Seminarthemen, ergänzt durch weiterführende Exkurse (z.B. Werkanalysen, historische Kontextualisierung) und eigene Reflexionen.
Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Reformationszeit, der Bekennenden Kirche im Nationalsozialismus, der Befreiungstheologie und dem kirchlichen Leben in der DDR.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Rechtfertigungslehre, Zwei-Reiche-Lehre, strukturelle Sünde und Barmherzigkeitsprinzip sind zentral für das Verständnis der Arbeit.
Wie bewertet der Autor Dietrich Bonhoeffers Haltung zur „Judenfrage“?
Der Autor ordnet Bonhoeffers Schriften und Handeln als mutigen Widerstand gegen das Unrecht der NS-Ideologie ein und weist angebliche antijüdische Tendenzen als Zeitgeist-Manipulation zurück.
Warum wird der Widerstand gegen das Euthanasieprogramm besonders hervorgehoben?
Der Widerstand der Bischöfe Wurm und Galen wird als Beispiel für mutiges, öffentliches Eintreten für die Würde behinderter Menschen gegen staatliche Mordprogramme gewürdigt.
- Arbeit zitieren
- Master of Education Mona Heumann (Autor:in), 2009, Lerntagebuch zum kirchengeschichtlichen Seminar "Christliche Widerstandstradition", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/380510