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"Las Fallas". Ein valencianisches Fest und Selbstkarikatur einer Stadt

Title: "Las Fallas". Ein valencianisches Fest und Selbstkarikatur einer Stadt

Term Paper , 2017 , 16 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Lilian Sassanelli (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
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Die Comunidad Valenciana veranstaltet seit dem XVIII. Jahrhundert jedes Jahr im März ein großes Fest: "Las Fallas", oder auch "Les Falles" in valencianischer Sprache genannt. Dieses Fest, seine verwurzelte Tradition, seine Bräuche und seine Symbolik sollen in dieser Arbeit aus einer stadtsoziologischen Perspektive betrachtet werden.

Das Augenmerk der Analyse liegt auf der „kulturelle[n] Selbstdarstellung” der Stadt Valencia, und wie sie mittels eines großen Festes und seiner jahrhundertealten Ritualien, eine bestimmte Gruppenzugehörigkeit erzeugt.

Die Frage, die dieser Arbeit zugrunde liegt, ist, in wie fern eine Strategie der „Politik der großen Ereignisse” die Stadt Valencia und ihr Fest beeinflussen. Inwiefern die beschleunigten politischen und sozialen Veränderungen, die Stadt in ein Ungleichgewicht bringen und wie das Bedürfnis nach einer „kulturellen Selbstinszenierung” des valencianischen Wesens entsteht.

Um einen tiefen Einblick in das valencianische Fest zu bekommen, wird zuerst der Ablauf der Fallas beschrieben und dessen historischen Hintergrund darstellen. Zunächst bietet die Arbeit einen kleinen Exkurs der Geschichte Valencias. Danach komme folgt ein theoretischer Teil, der auf auf Hartmut Häußermanns und Walter Siebels Aufsatz ,Festivalisierung der Stadtpolitik. Stadtentwicklung durch große Projekte’, basiert und auf Christiane Schwabs Monographie ,Texturen einer Stadt. Kulturwissenschaftliche Lektüren von Sevilla’. Zum Schluss kbetrachtet die Arbeit, auf der Basis von Antonio Ariño Villaroyas Text ,La Fiesta de las Fallas. Una liturgia civil del valencianismo temperamental’, die Rituale der Fallas, und wie diese eine Gruppenzugehörigkeit erzeugen, die als Rettungsanker der valencianischen Identität dienen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Las Fallas

2.1 Ursprung der Fallas

3. Valencia und ihre Skyline

3.1 Die politische Strategie der Fallas

4. Die Fallas eine „religion civil”

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das valencianische Fest "Las Fallas" aus einer stadtsoziologischen Perspektive, um zu analysieren, wie das Fest zur kulturellen Selbstdarstellung der Stadt beiträgt und inwiefern politische Strategien sowie Globalisierungsprozesse die Identitätsbildung beeinflussen.

  • Historische Entwicklung und soziokulturelle Bedeutung des Festes Las Fallas.
  • Die Auswirkungen von Stadtentwicklung und Tourismus auf die lokale Identität Valencias.
  • Die Rolle des Festes als "zivile Religion" (religion civil) und identitätsstiftender Rettungsanker.
  • Wechselwirkung zwischen lokaler Tradition und den Strategien einer "Politik der großen Ereignisse".
  • Kritische Analyse der Inszenierung von kultureller Identität im Kontext moderner Globalisierung.

Auszug aus dem Buch

3.1 Die politische Strategie der Fallas

Wir haben in den vorherigen Seiten gesehen, dass Valencia eine sehr rapide Modernisierung durchgegangen ist. Wie schon die Soziologin Christiane Schwab in ihrer Monographie über die Entwicklung und die Eigenlogik von Sevilla im Text: ,Texturen einer Stadt’ schrieb, leidet auch Valencia an einem, von der schnellen Modernisierung erzeugten, Identitätsverlust. Sevilla, sowie Valencia, war früher einmal kleine agrarische Provinzen. Sevilla und Valencia, sind beide spanische Städte die lange unter der Diktatur von Franco standen. Kulturell weisen sie auch einige Ähnlichkeiten auf. Beide Städte fühlen sich von dem katalanischen Einfluss bedroht, sie gehören beide autonomen Regionen an: Sevilla zu Andalusien und Valencia zu der Comunidad Valenciana. Beide sind bekannt für ihre movida und die Kultur des Feierns. Sevilla mit ihrer Feria und ihrer Semana Santa, Valencia mit ihren Fallas.

Sowohl Valencia als auch Sevilla, haben ein Tourismusboom erlebt, der die Dynamiken der Städte komplett verändert hat.

Schwab unterstreicht das „Phänomen der Relokalisierung” von Sevilla, die in den letzten Jahren eine „Tendenz zur Fixierung kollektiver Symbole” aufweist, Tendenz die wir auch bei Valencia beobachten können.

Die Stadt Sevilla der letzten Jahre, zeigt auch eine Wechselwirkung zwischen den Bildern des Fremden und der eigenen Selbstbebilderung auf. Schwab unterstreicht wie die eigene Selbstbebilderung von Sevilla reichliche Einflüsse, durch romantische Vorstellungen der vielen Touristen zeigt, und wie sich die Stadt dadurch neu erfindet und inszeniert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in das Thema Las Fallas ein und erläutert die stadtsoziologische Fragestellung im Kontext der kulturellen Selbstdarstellung Valencias.

2. Las Fallas: Dieses Kapitel beschreibt den Ablauf, die Traditionen, die Akteure sowie die künstlerische Gestaltung der Fallas-Figuren.

2.1 Ursprung der Fallas: Hier werden die historischen, religiösen Wurzeln des Festes beleuchtet und die Entwicklung von der Tischlertradition bis zur heutigen Form skizziert.

3. Valencia und ihre Skyline: Das Kapitel analysiert den urbanen Wandel Valencias von der Agrarstadt zur modernen Metropole und die damit verbundenen städtebaulichen Großprojekte.

3.1 Die politische Strategie der Fallas: Diese Sektion untersucht die Instrumentalisierung des Festes durch die Politik und zieht Parallelen zum "Festivalisierung"-Konzept.

4. Die Fallas eine „religion civil”: Es wird die Theorie dargelegt, dass das Fest als zivile Religion fungiert, um die soziale Identität der Valencianer zu stabilisieren.

5. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass die Fallas einerseits Identität stiften, andererseits als Karikatur der eigenen Kultur unter dem Druck der Globalisierung gedeutet werden können.

Schlüsselwörter

Las Fallas, Valencia, Stadtsoziologie, kulturelle Identität, Festivalisierung, Stadtpolitik, Globalisierung, Tourismusboom, Gemeinschaft, Ritual, religion civil, Tradition, Moderne, Identitätsverlust, Selbstinszenierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das traditionelle valencianische Fest "Las Fallas" aus einer stadtsoziologischen Perspektive, um zu verstehen, wie dieses Fest die Identität der Stadt und ihrer Bewohner in einer globalisierten Welt beeinflusst.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung Valencias zur modernen Metropole, der soziokulturellen Bedeutung von Festritualen und der politischen Strategie hinter großen urbanen Events.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, herauszufinden, inwiefern die "Politik der großen Ereignisse" die Identität der Stadt beeinflusst und ob das Bedürfnis nach kultureller Selbstinszenierung eine Reaktion auf den Identitätsverlust durch schnelle Modernisierung ist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit stadtsoziologischer Fachliteratur (u.a. Häußermann, Siebel, Schwab, Ariño Villaroya) und verknüpft diese mit empirischen Beobachtungen und persönlichen Befragungen vor Ort.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil behandelt den historischen Ursprung des Festes, die bauliche Transformation Valencias, die Rolle des Festes als identitätsstiftende "zivile Religion" sowie die Ambivalenz zwischen authentischer Tradition und touristischer Vermarktung.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Kernbegriffe sind Las Fallas, Festivalisierung, kulturelle Selbstinszenierung, Identität, Stadtsoziologie und Globalisierung.

Warum wird das Fest als "religion civil" bezeichnet?

Der Begriff bezieht sich auf die soziologische Theorie, nach der das Fest trotz fehlendem religiösem Kern heilsame, ritualisierte Funktionen übernimmt, die der Gesellschaft als Anker für Zusammenhalt und Identität in einer sich verändernden Welt dienen.

Welche Rolle spielen die Fallas-Figuren bei der Identitätsbildung?

Die Figuren fungieren als "Totems", die Werte und Geschmack des valencianischen Volkes repräsentieren und somit ein kollektives Zugehörigkeitsgefühl erzeugen, das sich gegen äußere Globalisierungseinflüsse behauptet.

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Details

Title
"Las Fallas". Ein valencianisches Fest und Selbstkarikatur einer Stadt
College
Humboldt-University of Berlin
Grade
2,3
Author
Lilian Sassanelli (Author)
Publication Year
2017
Pages
16
Catalog Number
V380513
ISBN (eBook)
9783668571341
ISBN (Book)
9783668571358
Language
German
Tags
fallas fest selbstkarikatur stadt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lilian Sassanelli (Author), 2017, "Las Fallas". Ein valencianisches Fest und Selbstkarikatur einer Stadt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/380513
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