Im Rahmen dieser Seminararbeit wird zunächst auf die britische Limited als solche eingegangen. Anschließend wird die britische Limited in Bezug zu ähnlichen Kapitalgesellschaften in Deutschland gesetzt und die Vor- und Nachteile der Limited werden im Detail beleuchtet. Danach folgt eine Erläuterung der rechtlichen Grundlagen, die für das Bestehen von britischen Limiteds in der EU wichtig sind. Darauffolgend wird am Beispiel Deutschland untersucht, welche Auswirkungen der Brexit auf bereits bestehende Limiteds in der EU hat und wie möglicherweise damit umgegangen werden könnte.
Inhaltsverzeichnis
A. Einleitung
B. Die Britische Limited
I. Private Company Limited by Shares
II. Gründe für die Verbreitung der Limited in Deutschland
1. Vorteile
2. Nachteile
III. Deutsche Alternative zur Limited: UG
C. Britische Limited in der EU
I. Grundsätzliche Niederlassungsfreiheit gemäß EU-Recht
II. Sitz- und Gründungstheorie
1. Sitztheorie
2. Gründungstheorie
3. Anwendung der Theorien
D. Folgen des Brexits für die Limited in Deutschland
I. Harter oder weicher Brexit
II. Auswirkungen des Brexits auf neue Limiteds in Deutschland
III. Auswirkungen des Brexits auf bestehende Limiteds
1. Umqualifizierung in eine Gesellschaft mit deutscher Rechtsform
2. Bestandsschutz für bestehende Limiteds in Deutschland
3. Die brtitische Limited als deutsche „Restgesellschaft“
IV. Präventivmaßnahmen gegen nachteilige Folgen des Brexits
1. Vermögensübertragung per Asset Deal
2. Grenzüberschreitender Formwechsel
3. Grenzüberschreitende Verschmelzung
4. Verlegung der Hauptverwaltung
E. Fazit
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht die rechtlichen Auswirkungen des Brexits auf die in Deutschland tätige "Private Company Limited by Shares" (Limited) sowie Strategien zur Vermeidung rechtlicher und haftungsrelevanter Nachteile für die Gesellschaft und deren Gesellschafter.
- Analyse der britischen Limited und ihrer Verbreitung in Deutschland
- Einfluss der EU-Niederlassungsfreiheit und der Sitz- bzw. Gründungstheorie
- Rechtliche Folgen des Brexits für bestehende und neue Limiteds
- Haftungsrisiken bei der Umqualifizierung in eine deutsche Rechtsform
- Evaluation von Präventivmaßnahmen wie Verschmelzung oder Formwechsel
Auszug aus dem Buch
I. Private Company Limited by Shares
Die Private Company Limited by Shares ist eine Rechtsform juristischer Personen in Großbritannien, wo sie ausschließlich gegründet werden kann. Hierbei handelt es sich, gem. Companies Act 2006, um eine Kapitalgesellschaft, die mit der deutschen GmbH vergleichbar ist. Die Gesellschafter haften lediglich mit ihrer Einlage persönlich. Gleichzeitig ist für die Gründung einer Limited kein Mindestkapital vorgeschrieben, weshalb die Kapitaluntergrenze durch das für den Geschäftsbetrieb notwendige Kapital determiniert wird. Die Limited wird durch die Aushändigung der Gründungsurkunde durch das Companies House, ähnlich dem deutschen Handelsregister, rechtsfähig und muss in Großbritannien, bzw. England oder Wales, gegründet werden. Ein Sitz in Großbritannien ist zum Zeitpunkt der Gründung unbedingt erforderlich.
Ebenfalls ist bei der Gründung ein Gesellschaftsbuch anzulegen, welches unter anderem Auskunft zu den Gesellschaftern und Geschäftsführern sowie Informationen bzgl. der Verteilung der Anteile, der Besicherung, Prüfungsberichten etc. beinhaltet.
Auch bei einem anschließenden Wegzug muss ein Firmensitz in Großbritannien fortbestehen.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Einleitung: Hinführung zur Problematik der britischen Limited in Deutschland unter Berücksichtigung der EU-Grundfreiheiten und der anstehenden Herausforderungen durch den Brexit.
B. Die Britische Limited: Charakterisierung der Private Company Limited by Shares, ihrer Vor- und Nachteile sowie die Abgrenzung zur deutschen Unternehmergesellschaft (UG).
C. Britische Limited in der EU: Erläuterung der europäischen Niederlassungsfreiheit und der grundlegenden Theorien (Sitz- vs. Gründungstheorie) zur Anerkennung ausländischer Gesellschaften.
D. Folgen des Brexits für die Limited in Deutschland: Detaillierte Untersuchung der Rechtsfolgen bei einem Austritt Großbritanniens aus der EU, insbesondere hinsichtlich Haftungsrisiken und möglicher Sicherungsmaßnahmen.
E. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der Situation mit der dringenden Empfehlung zur rechtzeitigen Umwandlung in eine deutsche Rechtsform, vorzugsweise durch grenzüberschreitende Verschmelzung.
Schlüsselwörter
Limited, Brexit, Niederlassungsfreiheit, Sitztheorie, Gründungstheorie, Gesellschaftsrecht, Haftung, Restgesellschaft, Umqualifizierung, Verschmelzung, Formwechsel, EU-Recht, Kapitalgesellschaft, Unternehmenssitz, Drittstaatenkonstellation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit analysiert die rechtliche Situation und die Zukunftsperspektiven der britischen "Limited" in Deutschland unter dem Einfluss des bevorstehenden Brexits.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt das Gesellschaftsrecht im EU-Binnenmarkt, die Anerkennung ausländischer Rechtsformen sowie die drohenden Haftungsrisiken für Gesellschafter nach einem Wegfall der Niederlassungsfreiheit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Auswirkungen des Brexits auf in Deutschland operierende Limiteds zu bewerten und geeignete präventive Maßnahmen zu identifizieren, um Nachteile für die Unternehmen abzuwenden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine juristische Analyse, die auf der Auswertung von EU-Recht, nationalem Gesellschaftsrecht, aktueller Rechtsprechung und rechtswissenschaftlicher Literatur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen (Gründungstheorie), die Analyse der Brexit-Auswirkungen auf verschiedene Gesellschaftskonstellationen und die Bewertung von Strategien wie dem Asset Deal oder der grenzüberschreitenden Verschmelzung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Limited, Brexit, Niederlassungsfreiheit, Haftung, Sitztheorie, Umqualifizierung und grenzüberschreitende Verschmelzung.
Was passiert nach dem Brexit mit einer Limited, die keine Maßnahmen ergreift?
Es droht eine Umqualifizierung in ein Unternehmen mit persönlicher Haftung der Gesellschafter (z. B. nach BGB oder HGB), da die rechtliche Grundlage der Limited im deutschen Rechtsraum entfällt.
Warum ist die "grenzüberschreitende Verschmelzung" laut Autor die bevorzugte Lösung?
Der Autor stuft diese Methode aufgrund ihrer präzisen Regelung im EU-Sekundärrecht als rechtssicherer ein als alternative Ansätze wie den Asset Deal oder den unsicheren Formwechsel.
- Arbeit zitieren
- Benedikt Durben (Autor:in), 2017, Die private Ltd. in der EU nach dem Brexit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/380523