Um den Begriff "Wissensgesellschaft" zu definieren, bietet es sich an, das Possesivkompositum in einem ersten Schritt in zwei Teile zu zerlegen, nämlich in „Wissen“ und „Gesellschaft“, um in weiteren Schritten die Bedeutung eines jeden Bestandteils zu klären. Dies soll in Kapitel 2 erfolgen, während in Kapitel 3 ein kleiner anthropologischer Abriss über die Wissensgesellschaft jene Entwicklung aufzeigen soll, die letztlich den Wandel zur gegenwärtigen Gesellschaft begründen kann. Nach einer Beschreibung der aktuellen Situation, in Bezug auf die Wissensgesellschaft, sollen in einem letzten Schritt Risiken und Chancen formuliert werden, die in ein abschließendes Fazit über die Frage "Passt die Wissensgesellschaft zur Bundesrepublik Deutschland?" einfließen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition von Wissensgesellschaft
3. Von der Agrargesellschaft zu Wissensgesellschaft
4. Folgen der Wissensgesellschaft: Chancen und Risiken
5. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Wissensgesellschaft im Kontext der Bundesrepublik Deutschland, indem sie deren historische Entwicklung nachzeichnet, den Begriff theoretisch herleitet und die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen kritisch beleuchtet.
- Historische Evolution von der Agrar- zur Wissensgesellschaft
- Soziologische Definition und theoretische Grundlagen der Wissensgesellschaft
- Auswirkungen des technologischen Wandels auf die Arbeitswelt
- Herausforderungen durch demografischen Wandel und „Vergreisung“
- Politischer Handlungsbedarf im globalen Wettbewerb der Wissensökonomie
Auszug aus dem Buch
Folgen der Wissensgesellschaft: Chancen und Risiken
Die ersten spürbaren Auswirkungen der aufkommenden Wissensgesellschaft waren durch eine drastische Veränderung der Arbeitswelt gekennzeichnet, denn während für Agrar- und Industrieprodukt, die physische menschliche Arbeitskraft wesentlich war, verlangt das Wissensprodukt eine höhere geistige Leistung, die der Mark besser bezahlt. Ähnlich der Abnahme des Stellenwerts des Agrarproduktes, wird nun das Industrieprodukt vom Wissensprodukt wertmäßig überholt, denn Wissens ist die Ressource, welche beim Automatisieren und Rationalisieren hilft. Aufgrund rational-ökonomischen Überlegungen strebt die Wirtschaft nach Kostenminimierung. Ein großer Kostenfaktor ist aber die menschliche Arbeitskraft, denn ein Arbeiter kann man nicht ohne weiteres Austauschen oder Abschreiben und dessen gesundheitlicher Erhalt verursacht soziale Kosten.
Doch der durch das Wissen ausgelöste Technologie-Boom hat dazu geführt, dass die physische Arbeitskraft letztlich auf andere Art ersetzt wurde und wird, und zwar durch Maschinen, CIM (Computer Integrated Manufactoring) und Roboter. Wenn man sich die Entwicklung der Arbeitsplätze im primären und sekundären Wirtschaftssektor von 1950-2012 anschaut, ist die Zahl der Erwerbstätigen im produzierenden Gewerbe seit 1965 um fast zwei Drittel zurückgegangen, während der tertiäre Sektor, zumeist das Dienstleitungsgewerbe, um das gleiche Potential zugenommen hat. Während man beim Drei-Sektoren-Modell noch einen rasanten Anstieg der Dienstleitungen beobachten kann, so ergibt sich mit dem Vier-Sektoren-Modell ein differenzierteres Bild.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Wissensbegriffs ein und umreißt den methodischen Weg von der Begriffsdefinition über den historischen Abriss bis hin zur Analyse der Chancen und Risiken.
2. Definition von Wissensgesellschaft: Das Kapitel nähert sich dem komplexen Begriff der Wissensgesellschaft über philosophische Grundlagen und soziologische Einordnungen an.
3. Von der Agrargesellschaft zu Wissensgesellschaft: Hier wird der historische Wandel der Gesellschaftsformen von der Sesshaftwerdung in der Jungsteinzeit bis zur modernen wissensbasierten Ökonomie skizziert.
4. Folgen der Wissensgesellschaft: Chancen und Risiken: Dieses Kapitel analysiert die tiefgreifenden Veränderungen in der Arbeitswelt, die demografischen Herausforderungen und die politische Bedeutung von Bildung und Innovation.
5. Fazit: Das Fazit resümiert die Unabdingbarkeit der Wissensgesellschaft für den Wohlstand und fordert politische Strategien zur Stärkung der sozialen Sicherheit und Innovationskraft.
Schlüsselwörter
Wissensgesellschaft, Arbeitswelt, Digitalisierung, demografischer Wandel, Wissensökonomie, Innovationsfähigkeit, Sozialsysteme, Bildung, Industrialisierung, Automatisierung, Transformation, politische Teilhabe, Globalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie sich die Wissensgesellschaft entwickelt hat und inwieweit dieses Gesellschaftsmodell auf die heutige Bundesrepublik Deutschland übertragbar bzw. für sie zukunftsweisend ist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Genese von Gesellschaftsformen, den soziologischen Definitionen von Wissen, den ökonomischen Folgen für den Arbeitsmarkt sowie den aktuellen Herausforderungen durch Demografie und Politik.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Frage „Passt die Wissensgesellschaft zur Bundesrepublik Deutschland?“ fundiert zu beantworten und aufzuzeigen, welche Voraussetzungen für den künftigen Wohlstand notwendig sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung und einer historischen Analyse, ergänzt durch die Einbeziehung soziologischer Theorien und aktueller gesellschaftspolitischer Debatten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil erfolgt eine Definition des Begriffs „Wissensgesellschaft“, eine historische Herleitung von der Agrargesellschaft bis zur Moderne sowie eine detaillierte Analyse der Chancen und Risiken, etwa durch Automatisierung und Arbeitsmarktveränderungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Wissensgesellschaft, Innovation, Arbeitswelt, demografischer Wandel, Bildung und Globalisierung.
Welche Rolle spielt die „Vergreisung“ laut dem Autor?
Der Autor sieht in der demografischen Alterung („Vergreisung“) eine erhebliche Herausforderung, da sie zum einen den Fachkräftemangel verschärft und zum anderen zu einer konservativen Besitzstandswahrung innerhalb der Gesellschaft führt.
Warum ist Deutschland laut der Analyse in einer Innovationskrise?
Der Text argumentiert, dass Deutschland zwar über technisches Know-how verfügt, aber bei der Kommerzialisierung von Innovationen gegenüber den USA und asiatischen Tigerstaaten oft das Nachsehen hat, bedingt durch staatliche Versäumnisse bei der Forschungsförderung und ein zu starkes Festhalten an alten Industriemodellen.
- Arbeit zitieren
- Oliver Siegemund (Autor:in), 2017, Passt die Wissensgesellschaft zur Bundesrepublik Deutschland?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/380526