Familie im Wandel. Ein Überblick


Hausarbeit, 2016

15 Seiten, Note: 1,4


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Familienformen im Wandel
2.1 Die Kernfamilie
2.2 Ein- Eltern- Familie
2.3 Gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften
2.4 Patchwork-Familien
2.5 Adoptionsfamilien
2.6 Familiengründung durch Insemination

3. Veränderte Eltern- Kind- Verhältnisse

4. Fazit

1.Einleitung

„Die Auseinandersetzung mit der Familie hat für die Pädagogik eine lange Tradition. Die Vorstellungen über Familie und das, was Familie aus pädagogischer Sicht sein soll, sind ebenso vielfältig wie die Formen der Familien und deren historischen Veränderungen.“[1]

- Dieser Satz lässt darauf schließen, dass das Thema „ Familie im Wandel“ ein präsentes Thema in unserer Gesellschaft darstellt. Allein die politische Debatte, ob gleichgeschlechtliche Paare ein Kind adoptieren dürfen, lässt darauf aufmerksam machen, dass unter Familie nicht mehr nur noch ‚Mutter- Vater- Kind‘ verstanden wird. Medien berichten, es gäbe eine Tendenz der Enttraditionalisierung, der Pluralisierung und der Individualisierung der Familie. Kurz gesagt: Familie habe viele ihrer alten Funktionen verloren. Aber was bringen diese neuen Konstellationen mit sich und welche Funktion erfüllt überhaupt eine Familie? Denn Patchwork-Familien, gleichgeschlechtliche oder alleinerziehende Elternteile und deren Kinder sind in unserer Gesellschaft kein seltenes Phänomen mehr, sondern häufig auffindbar. Familie ist in der erziehungs- und bildungswissenschaftlichen Literatur ein breit gefächertes Thema und ständig präsent.

An dieser Stelle stellt sich die Frage, was überhaupt unter dem Begriff Familie verstanden wird ? Kann man eine alleinerziehende Mutter mit ihren Kindern eine Familie nennen? Die massiven Wandlungstendezen, denen die Familien der Gegenwart ausgesetzt sind, machen offensichtlich, dass der gängige Familienbegriff stark an einem historischen Modell von Familie gebunden ist und dass die gelebten pluralen Familienformen immer weniger mit diesem Begriff übereinstimmen. Die Koppelung von Ehe und Familiengründung ist brüchig geworden. Es gilt weder, dass der eigentliche Zweck der Eheschließung die Familiengründung ist, noch der umgekehrte Zusammenhang, dass nur wer verheiratet ist, eine Familie gründen kann.[2]

Familie ist ein weit gefächertes Gebiet, welches einen gegenwärtigen Teil in unseren Medien darstellt und zu unserer alltäglichen Lebenswelt gehört, die jeden betrifft.

In meiner vorliegenden Hausarbeit werde ich mich daher mit dem Thema „Familie im Wandel“ auseinandersetzen. Schwerpunkt der Hausarbeit wird sein, inwiefern sich die ‚Eltern- Kind- Verhältnisse‘ im Laufe des Wandels verändert haben, und wie sie allgegenwärtig vorzufinden sind. Da „Familie für die Erziehungswissenschaften ein schwieriges und unbewältigtes Feld ist“[3], habe ich mich dafür entschieden, das Thema der Familienformen aufzugreifen, um Einblicke in dieses Teilgebiet der Erziehungs- und Bildungswissenschaft zu geben. Der erste Teil der Hausarbeit wird sich den verschieden Familienformen widmen, die in unserer Gesellschaft vorzufinden sind und diese definieren. Darauf aufbauend folgt der Hauptteil, in dem die veränderten Eltern- Kind- Verhältnisse aufgegriffen werden und der Grund des Wandels beleuchtet wird. Im dritten und letzten Teil folgt dann das Fazit, welches meine eigene Meinung beleuchtet und einen Ausblick darauf gibt, welche positiven, aber auch negativen Seiten der Wandel mit sich gebracht hat.

2. Familienformen im Wandel

2.1 Die Kernfamilie

Die Kern- oder auf Kleinfamilie wird als familiärer Normaltypus beschrieben, die Mitte der 1950er Jahre bis Mitte der 60er Jahre ausgeprägt vorzufinden war. Unter dieser Familienstruktur wurde die selbstständige Hausgemeinschaft eines verheirateten Paares mit seinen unmündigen Kindern verstanden. Die Kernfamilie stellte das weit verbreitetste Wirtschafts- und Sozialgebilde dar. Typisch für diese Lebensweise war die „Sozialform des ganzen Hauses“.[4] Die ganze Familie erfüllte also eine Vielzahl an gesellschaftlich notwendiger Funktionen.

Das Leitbild dieser Familienstruktur verlangt von jedem Menschen die lebenslange und monogame[5] Ehe. Vorstellung ist es, dass die Ehefrau und Mutter primär für die Bedürfnisse der Familie und die Haushaltsführung zuständig ist. Der Vater, welcher als Autoritätsperson angesehen wird, kümmert sich um die Versorgung der Familie und kommt einem Arbeitsverhältnis nach.

Im Zentrum der Kernfamilie standen die subjektiven Bedürfnisse nach Intimität, Geborgenheit und Sexualität, sowie die Sozialisation der Kinder, die die Eltern –vor allem die Mütter- mit Förderung begleiten sollten.[6]

2.2 Ein- Eltern- Familie

„Unter einer ‚Ein- Eltern- Familie‘ wird eine Familienform verstanden, in der ein Elternteil für ein Kind oder mehrere Kinder, mit denen es eine Haushaltsgemeinschaft bildet, die alltägliche Erziehungsverantwortung besitzt“.[7] Die wertenden Begriffe wie ‚unvollständige Familie‘ oder ‚broken home‘ wurden weitgehend abgelöst, aber auch der Begriff der ‚Ein- Eltern- Familie‘ kann irreführend sein. Denn die Scheidung oder Trennung der Elternteile beendet rechtlich gesehen die Beziehung zwischen diesen, jedoch nicht die Beziehung zwischen Eltern und Kind. Da das Kind weiterhin, außer im Falle der Verwitwung, noch beide Elternteile besitzt, aber nur mit einem von diesen zusammenlebt, sollte von einem ‚Ein- Eltern- Haushalt‘ gesprochen werden. Jedoch kann die Definition der ‚Ein- Eltern-Familie‘ noch enger gefasst werden. Es heißt „unter Alleinerziehenden werden alle Mütter bzw. Väter mit ledigen Kindern unter 27 Jahren ohne weitere Personen im Haushalt verstanden.“[8]

In den letzten Jahrzehnten hat die Zahl der Alleinerziehenden deutlich zugenommen. 2012 lebten in Deutschland circa 2,5 Millionen alleinerziehende Mütter und Väter.[9]

2.3 Gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften

Tatsächlich sind viele gleichgeschlechtlich Lebende Eltern. Dabei sind die Formen gleichgeschlechtlicher Elternschaft sehr unterschiedlich. Meist haben sie Kinder aus früheren heterosexuellen Beziehungen oder Ehen. Doch immer mehr homosexuelle Paare in Deutschland entscheiden sich bewusst für ein Kind. Pflegekindschaft, Adoption oder künstliche Befruchtung sind beispielhaft für gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften, auch Regenbogenfamilien genannt.[10] Unter gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften, auch Regenbogenfamilien genannt, versteht man eine Partnerschaft oder Ehe zwischen zwei homosexuellen Menschen, das heißt lesbischen Frauen und schwulen Männern.

Jedoch gehört diese Familienform zu einem relativ neuen Untersuchungsgebiet. Grund für die fehlende Beschäftigung mit gleichgeschlechtlichen Familienkonstellationen könnte in der „[...] erst langsam entstehenden öffentlichen Wahrnehmung dieser Familienformen gesehen werden“.[11] Dennoch wurde diese fehlende Beschäftigung vor allem in der Debatte um den Gesetzentwurf der Regierung zur rechtlichen Gleichstellung homosexueller Partnerschaften angekurbelt.[12]

[...]


[1] Fuhs, 2007, S.17

[2] Krüger, 2013, S.107

[3] Fuhs, 2007, S.17

[4] Peuckert, 2005, S.20

[5] Monogam meint, nur auf einen Geschlechtspartner bezogen

[6] Vgl. Peuckert, 2005, S. 25 ff

[7] Peuckert, 2005, S. 202

[8] Peuckert, 2005, S.207

[9] Vgl. Statistisches Bundesamt https://www.destatis.de/Bevölkerung

[10] Vgl. Maihofer, 2001, S.29

[11] Maihofer, 2001, S.29

[12] Vgl. Maihofer, 2001, S.29

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Familie im Wandel. Ein Überblick
Hochschule
Philipps-Universität Marburg
Note
1,4
Autor
Jahr
2016
Seiten
15
Katalognummer
V380552
ISBN (eBook)
9783668602526
ISBN (Buch)
9783668602533
Dateigröße
501 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
familie, wandel, überblick
Arbeit zitieren
Johanna Jacob (Autor:in), 2016, Familie im Wandel. Ein Überblick, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/380552

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