Die maßgeblichen Akteure bei der kastilischen Kolonisierung Amerikas


Unterrichtsentwurf, 2016
21 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Sachanalyse
1.1 Das Ende der Reconquista und die Iberische Halbinsel im 15. Jahrhundert
1.2 Der Antagonismus zwischen Portugal und Kastilien
1.3 Die Entwicklung der Kolonialpolitik Kastiliens und deren mabgebliche Akteure
1.4 Die Auben- und Kolonialpolitik Spaniens unter Karl V. und Philipp II.

2. Didaktische Analyse

3. Methodische Analyse

4. Tabellarischer Stundenverlauf

5. Kritik und Reflexion

6. Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Sachanalyse

Die spanische Conquista des 16. und 17. Jahrhunderts und die mit ihr verbundene kastilische Kolonialisierung, insbesondere auf dem amerikanischen Kontinent, stellte eine bedeutende Entwicklung im Zuge der europaischen Expansion dar, die zu Beginn durch den Antagonismus zwischen den damals fuhrenden Seemachten, Portugal und Kastilien, mafigeblich bestimmt wurde und die weitreichende weltpolitische Veranderungen zur Folge hatte. Die Voraussetzungen fur diese Entwicklung sind in den vorangegangenen Jahrhunderten, insbesondere aber im Laufe des 15. Jahrhunderts auf der Iberischen Halbinsel entstanden.

1.1. Das Ende der Reconquista und die Iberische Halbinsel im15. Jahrhundert

Eine der Voraussetzungen fur die spanische Conquista sowie die kastilische Kolonisierung des amerikanischen Kontinents stellten die Beseitigung der islamischen Herrschaft auf der Iberischen Halbinsel, das Erlangen einer hegemonialen Stellung sowie die Durchsetzung eines Zugangs zum Mittelmeer dar. Zwischen dem 8. und 13. Jahrhundert nahm die islamische Kultur eine ubergeordnete Rolle ein, nachdem die Mauren zu Beginn des 8. Jahrhunderts das Westgotenreich zu Fall gebracht und eine Jahrhunderte andauernde und sich politisch wandelnde islamische Herrschaft auf der Iberischen Halbinsel errichtet hatten. Im Norden der Halbinsel etablierten sich christliche Herrschaftsgebiete, die im Laufe der Jahrhunderte einen zunehmenden Expansionsdrang auf Kosten der islamischen Herrschaft entwickelten. Im Zuge dieser Entwicklung, die in der Historiographie als Reconquista bezeichnet wird, stiegen die christlichen Konigreiche Kastilien, Portugal und Aragonien zu den mafigeblichen politischen Akteuren auf der Iberischen Halbinsel auf. Der grofite Profiteur der Reconquista in territorialpolitischer Hinsicht war das Konigreich Kastilien, das im Laufe dieser Entwicklung eine hegemoniale Stellung einnehmen konnte. Auch Portugal und Aragonien konnten ihr Herrschaftsgebiet ausdehnen und sich zudem zu einflussreichen Seemachten entwickelten. Die kastilische Siedlungspolitik im Zuge der Reconquista, die im Wesentlichen von Krone und Adel betrieben wurde, avancierte zum Vorbild der spateren Kolonisierung der Neuen Welt.[1]

Das 15. Jahrhundert auf der Iberischen Halbinsel war von zahlreichen innen- und aufienpolitischen Konflikten gepragt. Die kastilische Monarchie gewann wahrend eines Erbfolgekriegs in der zweiten Halfte des 15. Jahrhunderts einen innenpolitischen Machtkampf mit einem Teil des Adels und Klerus, nach dessen Ende sie ihre machtpolitische Stellung im Reich ausbauen und sich zudem die Kontrolle uber die Ritterorden sichern konnte, die bei der Besiedelung der zuruckeroberten Gebiete, eine wichtige Rolle eingenommen hatten. Dieser ursprunglich innenpolitische Konflikt nahm eine aufienpolitische Dimension an, als der portugiesische Konig Alfons V. beabsichtigte, die kastilisch-aragonische Verbindung zwischen Isabella I. von Kastilien und Ferdinand II. von Aragonien zu verhindern und stattdessen eine portugiesisch-kastilische Vereinigung durchzusetzen. Nachdem der Erbfolgekrieg durch den Pakt von Toros de Guisando, den Schiedsspruch von Segovia innenpolitisch sowie den Vertrag von Alcafovas zwischen Portugal auf der einen und Kastilien sowie Aragonien auf der anderen Seite aufienpolitisch ein Ende gefunden hatte, kam es im Jahr 1479 zu der dynastischen Vereinigung zwischen Kastilien und Aragonien, die in der Historiographie als Matrimonialunion bezeichnet wird.

Die dynastische Vereinigung Kastiliens und Aragoniens hatte jedoch keine politische und wirtschaftliche Vereinigung dieser beiden Konigreiche zur Folge. In ihnen hatten sich uber die Jahrhunderte hinweg unterschiedliche machtpolitische Strukturen ausgebildet. Im Gegensatz zu Kastilien nahmen in Aragonien der Adel sowie die Stadte traditionell eine hohe machtpolitische Stellung ein, sodass der Monarch zu einer hohen Kompromiss- und Konzessionsbereitschaft gezwungen war. Zudem verfugten die Kronlander Aragoniens, dessen Herrschaft aus einer foderalen Ordnung bestand, uber eine eigene Verwaltung sowie einen unabhangigen Finanzhaushalt, wahrend Kastilien zentralistisch organisiert war. Die wesentlichen Faktoren der Reichseinigung blieben uber Jahrhunderte hinweg die dynastische sowie religiose Einheit. Kastilien und Aragonien blieben demnach innenpolitisch weitestgehend voneinander unabhangig und verfolgten zudem differente aufienpolitische Interessen. Wahrend Aragonien seine Herrschaft im Mittelmeer zu konsolidieren beabsichtigte, verfolgte Kastilien nach Vollzug der Reconquista neue Interessen im Atlantik.

Im Jahr 1492 vollzogen die Katholischen Konige die Vertreibung der seit Jahrhunderten in Spanien lebenden Juden, einschliefilich derer, die zum Christentum konvertiert waren. Zudem eroberten sie das auf der Halbinsel verbliebene islamische Konigreich Granada, wodurch sie ihre innenpolitische Stellung als erfolgreiche Kriegsherren weiter starken und die Reconquista[2] [3] zu ihrem formalen Ende fuhren konnten. Wenige Jahre spater wurde der verbliebende muslimische Bevolkerungsanteil ebenfalls vertrieben, nachdem er vor die Wahl gestellt worden war, zum Christentum zu konvertieren oder zu emigrieren. Auch gegenuber den Morisken, den zum Christentum konvertierten Mauren, blieben die Krone sowie ein Grofiteil der kastilisch-christlichen Bevolkerung misstrauisch und liefien sie durch die Inquisition uberwachen und verfolgen, bis auch sie schliefilich im Jahr 1609 von der Iberischen Halbinsel vertrieben wurden. Mit den Juden und den Morisken verlor die kastilisch-aragonische Bevolkerung einen nicht unerheblichen okonomischen Faktor, der sich bei der spanischen Conquista und Kolonialisierung der Neuen Welt als notwendig herausstellen sollte.[4]

1.2 Der Antagonismus zwischen Portugal und Kastilien

Eine Folge der kastilischen Interessensverlagerung auf den Atlantik war eine Verscharfung der machtpolitischen Auseinandersetzung mit Portugal in Bezug auf die aufiereuropaische Expansion. Bereits 1479 handelten Portugal und Kastilien im Vertrag von Alcaqovas einen bilateralen Interessensausgleich aus. Wahrend Portugal die Anspruche auf die kastilische Krone im Zusammenhang mit dem Erbfolgekrieg aufgab und damit den Weg fur die kastilisch-aragonische Matrimonialunion frei machte sowie die Kanarischen Inseln als kastilisches Hoheitsgebiet anerkannte, sicherte Kastilien ihm im Gegenzug die westafrikanische Kuste sowie den Sudatlantik als exklusive Interessenssphare zu. Somit schied die Nutzung des ostlichen Seewegs nach Asien fur Kastilien aus.[5]

Nach den ersten Entdeckungen des Kolumbus, die eine weitere Voraussetzung fur die spanische Conquista und die kastilische Kolonialpolitik darstellten, kam es zwischen Portugal und Spanien mit dem Vertrag von Tordesillas im Jahr 1494 zu einer Revision des machtpolitischen Interessensausgleichs, indem die bekannte, aber auch noch unbekannte Welt in kastilische und portugiesische Interessensspharen in einer von Norden nach Suden verlaufenden Demarkationslinie im Atlantik aufgeteilt wurde. Die Territorien und Seewege ostlich dieser Demarkationslinie wurden als portugiesisches, die westlichen als kastilisches Hoheitsgebiet bilateral anerkannt. Ausgangspunkt der Demarkationslinie waren die Kapverdischen Inseln.[6]

1.3 Die Entwicklung der Kolonialpolitik Kastiliens und deren mafigebliche Akteure

Das portugiesische Monopol fur den ostlichen Seeweg nach Asien und den afrikanischen Kontinent liefi sowohl fur Kastilien als auch fur das auslandische Handlermilieu die Notwendigkeit steigen, zum einen alternative Handelsrouten nach Asien und zum anderen neue Rohstoffvorkommen zu erschliefien. Aufgrund der geographisch gunstigen Lage in Bezug auf einen schnellen Zugang zum Atlantik liefien sich viele italienische Handler, insbesondere aus Genua, mit ihrem Kapital an den sudlichen Hafenstadten der Iberischen Halbinsel nieder. Ihr Sachverstand und Kapital stellten aus kastilischer Sicht eine wichtige Voraussetzung fur die Erschliefiung neuer Handelswege und Grundung neuer Handelsniederlassungen dar. Das Handelskapital der auslandischen Handler war vor allem deshalb ein wichtiger Faktor geworden, weil Kastilien mit der Vertreibung der Muslime und Juden wichtige finanzkraftige Unternehmer verloren hatte. Das gemeinsame strategische Ziel zwischen der kastilischen Krone und dem auslandischen Handlermilieu, alternative Handelswege und Rohstoffvorkommen zu erschliefien, erklart ihre geostrategische, wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit.[7]

Mit dem genuesischen Handler, Christoph Kolumbus, schlossen die Katholischen Konige daher die Kapitulation von Santa Fe. Kolumbus wurde durch diesen Vertrag offiziell beauftragt, einen westlichen Seeweg nach Asien zu finden sowie kastilische Handelsniederlassungen zu grunden. Als Gegenleistung erhielt er mehrere Adelstitel sowie die Zusage zu einer Beteiligung an den zu erwartenden Ertragen des Unternehmens. Das finanzielle Risiko dieses Unternehmens trug weitestgehend Kolumbus. Auf seinen Fahrten o entdeckte er einige Inseln der Karibik und schliefilich die mittelamerikanische Kuste.[8]

Wahrend Portugal, das bereits seit dem 14. Jahrhundert im Atlantik und an der westafrikanischen Kuste aktiv gewesen war, eine Handelskolonisierung praktizierte, in der es mit den Einheimischen Tauschhandel betrieb und die dortigen Rohstoffvorkommen, wie etwa Gold, erschloss, setzte sich in der kastilischen Kolonialpolitik das Konzept der Siedlungskolonisierung durch, bei der, ahnlich wie bei der Reconquista, die neu entdeckten Territorien und ihre Bewohner der Herrschaft Kastiliens unterworfen und ins Herrschaftsgebiet eingegliedert werden sollten. Anfanglich verfolgten aber auch die Katholischen Konige das Konzept der Handelskolonisierung nach portugiesischem Vorbild. Die Zusammenarbeit mit Kolumbus und die Errichtung von Handelsniederlassungen stellten sich zunehmend als ineffektiv dar. In der Folge anderte Kastilien bereits unter den Katholischen Konigen seine Kolonialpolitik zugunsten der Siedlungskolonisierung und griff dabei offenbar auf die Erfahrungen aus der Reconquista zuruck. Die kastilische Krone suchte, neben der Zusammenarbeit mit dem Handlermilieu, nun auch die Zusammenarbeit mit anderen soziookonomischen Personengruppen, die wahrend der Reconquista eine wichtige Rolle eingenommen hatten. Zu diesen gehorten kleinadelige Hidalgos und Berufssoldaten u. a. aus den Ritterorden.[9]

Die nach dem Scheitern der Handelskolonialisierung folgende kastilische Siedlungskolonialisierung in der Neuen Welt ubernahmen fortan als wesentliche Akteure die kastilische Krone, die Konquistadoren, die Kirche und Missionsorden. Die Krone schloss mit den Konquistadoren zu diesem Zweck, wie schon mit Kolumbus, sogenannte Kapitulationsvertrage, in denen die Pflichten und Rechte der Eroberer schriftlich festgehalten wurden. Die Krone minderte ihr finanzielles Risiko, indem sie es weitestgehend auf die Eroberer ubertrug und sie dafur mit etlichen Zugestandnissen entschadigte. Die Konquistadoren verpflichteten sich, die neuentdeckten Gebiete fur die Krone militarisch in Besitz zu nehmen, die Ureinwohner zu missionieren und diese in eine zu schaffende Kolonialbevolkerung zu integrieren deren Oberhaupt die Krone sein sollte. Die Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure stellte eine weitere Voraussetzung fur die kastilische Kolonisierung der Neuen Welt dar.[10]

Der Papst hatte sowohl der kastilischen, als auch der portugiesischen Krone das Patronatsrecht uber die eroberten und neuentdeckten Gebiete ubertragen, sodass sie fur die Christianisierung und die dortige kirchliche Verwaltung verantwortlich waren. Das finanzielle Risiko dieses Unternehmens trugen weitestgehend die Konquistadoren sowie die auslandischen Handler, denen im Gegenzug ein gesellschaftlicher Aufstieg und eine mafigebliche finanzielle Beteiligung an den zu erwartenden Ertragen aus den dortigen Ressourcen in Aussicht gestellt wurden. Die Konquistadoren stammten zumeist aus dem Kleinadel oder waren Akteure, die nach der Reconquista beschaftigungslos geworden waren und nach einer Perspektive suchten. Vor allem Zweitgeborene einer Adelsfamilie in Kastilien waren zumeist perspektivlos, da das Erbe lediglich den Erstgeborenen zugesprochen wurde. Neben einer Perspektive suchten sie auch nach materiellen Besitztumern wie Gold, Silber oder Land. Sie wurden von Missionaren aus religiosen Orden begleitet, die die Missionierung der Ureinwohner umsetzen sollten.[11]

Um von den Kolonien in Amerika langfristig profitieren zu konnen, beabsichtigten bereits die Katholischen Konige dort ein stabiles Herrschafts- und Ausbeutungssystem zu schaffen. Sie entwickelten zu diesem Zweck das sogenannte Encomienda-System und errichteten 1503 mit der casa de contratacion in Sevilla zudem eine zentrale Behorde, die fortan fur koloniale Angelegenheiten zustandig war. Durch sie kontrollierte und forderte die Krone die Schifffahrt sowie den Handel und sicherte sich zudem die Zolleinnahmen, die sich aus dem Uberseehandel ergaben. Die Krone ubertrug einem Statthalter die faktischen aber nicht formalen Herrschaftsrechte uber die ihnen zugeteilten kolonialen Gebiete.[12]

Im Encomienda-System sollten die Ureinwohner grundsatzlich frei sein, aber christianisiert sowie zu treuen Untertanen sozialisiert und erzogen werden. Dies machte bereits Isabella I. in einem Erlass[13] aus dem Jahr 1503 deutlich. Die Krone betrachtete die Christianisierung der Ureinwohner offenbar als wichtigen Integrationsfaktor fur die Konsolidierung der Kolonien. Fur ihre Arbeit sollten die Ureinwohner einen Lohn oder zumindest eine Unterkunft mit Verpflegung erhalten. Die Stellung der Ureinwohner ahnelte der vieler freier Bauern in Kastilien im Zuge der Reconquista. Ihre Arbeitskraft war ein stabilisierender Faktor bei der Errichtung und Aufrechterhaltung der hinzugewonnenen Territorien. Mit den Gesetzen von Burgos 1512 beabsichtigte die Krone deshalb die Rechte der Ureinwohner zu sichern. Da allerdings wirksame Kontrollmechanismen in den Kolonien fehlten, wurden die Ureinwohner von den Konquistadoren faktisch ausgebeutet und versklavt.[14]

Dieses Missverhaltnis hangt mit den divergierenden Interessen zwischen der kastilischen Krone und den Konquistadoren zusammen. Die Konquistadoren verfolgten nicht, wie die Krone, primar das Interesse, ein stabiles Herrschaftssystem zu schaffen, sondern viel mehr jenes, ihren personlichen Reichtum und sozialen Aufstieg voranzutreiben. Dieser Umgang mit den Ureinwohnern stiefi auf deutliche Kritik der an der Missionierung beteiligten Bettelorden, wie der Dominikaner, die um die Aufdeckung dieser Missstande sowie deren Beseitigung bemuht waren. Eine wichtige Rolle nahm dabei der Monch Bartolome de las Casas ein, der die Krone schriftlich uber die Umgangspraxis mit den Ureinwohnern unterrichtete.[15]

1.4 Die Aufien- und Kolonialpolitik Spaniens unter Karl V. und Philipp II.

Von besonderer machtpolitischer Bedeutung war die Thronfolge des Habsburgers Karl I. im Jahr 1516, der zudem 1519 zum Kaiser des Heiligen Romischen Reiches als Karl V. bestimmt wurde. In dieser Lage herrschte die Dynastie der Habsburger nunmehr uber die Niederlande, das Heilige Romische Reich, Osterreich und Spanien, das durch die aragonischen Besitzungen zudem Einfluss in Italien hatte. Aufgrund dieser fur andere europaische Machte bedrohlich wirkenden machtpolitischen Konstellation in Europa musste Karl V. mehrere Kriege fuhren und finanzieren, vor allem gegen Frankreich. Frankreich beabsichtigte die hegemoniale Stellung der Habsburger zu revidieren und erhob eigene Machtanspruche in Italien. In den Vertragen von Barcelona und Cambrai des Jahres 1529 konnte Karl V. die spanische Vorherrschaft in Italien vorerst sichern. Eine weitere machtpolitische Auseinandersetzung, die zudem eine ideologische Dimension annahm, ergab sich mit dem Osmanischen Reich, das im ostlichen Mittelmeer und auf dem Balkan sein Herrschaftsgebiet deutlich ausdehnen konnte. Zusatzlich sah sich Karl V. der wachsenden reformatorischen Bewegung ausgesetzt, die sich vor allem in Nord- und Zentraleuropa durchzusetzen drohte.[16]

Ein grundlegendes Problem Karls V. war, dass er nur direkten Zugriff auf die kastilischen Finanzen hatte, da die anderen Teilreiche weitgehende Unabhangigkeit genossen. Um die vielen Kriege zur Aufrechterhaltung der machtpolitischen Verhaltnisse in Europa und in Ubersee finanzieren zu konnen, stieg die Notwendigkeit, die Finanzkraft Kastiliens zu erhohen und weitere Finanzquellen zu erschliefien. Aus diesem Grund, aber auch aufgrund der Erfahrungen aus der Reconquista sowie dem Scheitern der Handelskolonisierung, trieb die Krone die Siedlungskolonisierung Amerikas mithilfe des Encomienda-Systems voran. Karl V.

[...]


[1] Vgl. Bernecker, Walther L.: Spanische Geschichte. Von der Reconquista bis heute. Darmstadt, 2. Aufl. 2012. S. 10-12; Martin Martin, Jose L.: Die christlichen Konigreiche des Mittelalters (711-1474). In: Kleine Geschichte Spaniens. Stuttgart 2007. S. 53-58.

[2] Vgl. Bernecker, Walther L./Pietschmann, Horst: Geschichte Spaniens. Von der fruhen Neuzeit bis zur Gegenwart. Stuttgart, 4. Aufl. 2005. S. 30-44; Bernecker, Reconquista bis heute, S. 13-18; Bernecker, Walther L.: Spanische Geschichte. Vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Munchen, 6. Aufl. 2015. S. 8-10.

[3] Vgl. Bernecker, Reconquista bis heute, S. 9-10,13-14,19-21; Bernecker, Vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart. S. 11.

[4] Vgl. Bernecker, Vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart, S. 13-16; Bernecker, Reconquista bis heute, S. 14-21.

[5] Vgl. Bernecker, Geschichte Spaniens, S. 72-73; Gschwendtner, Ferdinand: Reconquista und Conquista. Kastilien und der Ausgriff nach Amerika. In: Feldbauer, Peter [u.a.]: Vom Mittelmeer zum Atlantik. Die mittelalterlichen Anfange der europaischen Expansion. Munchen 2001. S. 203; Wendt, Reinhard: Vom Kolonialismus zur Globalisierung. Europa und die Welt seit 1500. Paderborn 2007. S. 33.

[6] Vgl. Bernecker, Geschichte Spaniens, S. 43-44, 72-73, 79-80; Gschwendtner, Ferdinand: Reconquista und Conquista, S. 203-204; Schmitt, Eberhard: Die Anfange der europaischen Expansion (= Historisches Seminar, Bd. 2). Idstein 1991. S. 105-108; Wendt, Vom Kolonialismus zur Globalisierung, S. 33-34.

[7] Vgl. Geschwendtner, Reconquista und Conquista, S. 203.

[8] Vgl. Bernecker, Geschichte Spaniens, S. 78-79; Schmitt, Die Anfange der europaischen Expansion, S. 100-101.

[9] Vgl. Bernecker, Geschichte Spaniens, S. 78-79; Bernecker, Reconquista bis heute, S. 22-27; Geschwendtner, Reconquista und Conquista, S. 203-204; Reinhard, Wolfgang: Kleine Geschichte des Kolonialismus. Stuttgart, 2. Aufl. 2008. S. 67-69.

[10] Vgl. Bernecker, Reconquista bis heute, S. 22-27; Geschwendtner, Reconquista und Conquista, S. 203-206; Reinhard, Kolonialismus, S. 68-69; Wendt, Vom Kolonialismus zur Globalisierung, S. 46-47.

[11] Vgl. Bernecker, Reconquista bis heute, S. 22-27; Geschwendtner, Reconquista und Conquista, S. 204-206.

[12] Vgl. Bernecker, Reconquista bis heute, S. 22-25; Geschwendtner, Reconquista und Conquista, S. 204-207.

[13] Vgl. Schmitt, Die Anfange der europaischen Expansion, S. 126-127.

[14] Vgl. Bernecker, Reconquista bis heute, S. 22-25; Geschwendtner, Reconquista und Conquista, S. 204-207.

[15] Vgl. Bernecker, Reconquista bis heute, S. 22-25; Geschwendtner, Reconquista und Conquista, S. 204-207.

[16] Vgl. Bernecker, Vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart, S. 24-25; Bernecker, Reconquista bis heute, S.35-39.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Die maßgeblichen Akteure bei der kastilischen Kolonisierung Amerikas
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
1,7
Autor
Jahr
2016
Seiten
21
Katalognummer
V380582
ISBN (eBook)
9783668573192
ISBN (Buch)
9783668573208
Dateigröße
529 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kolonisierung, Kolonialisierung, Konquistadoren, Francisco Pizarro, Hernán Cortés, Ureinwohner Amerikas, Siedlungspolitik, spanische Kolonialpolitik
Arbeit zitieren
Christoph Wünnemann (Autor), 2016, Die maßgeblichen Akteure bei der kastilischen Kolonisierung Amerikas, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/380582

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