Diese Arbeit soll die im Seminar behandelten Theorien der Internationalen Beziehungen reflektieren und sich kritisch mit ihnen auseinander setzen. Folgende Theorien sind im Seminar „Anarchy, Norms or Preferences? Einführung in die Theorien der Internationalen Beziehungen“ behandelt worden: Der Demokratische Frieden, Klassischer Realismus, Liberalismus, Neoliberalismus, Regimetheorie und der Sozialkonstruktivismus. Der Fokus soll im Herausarbeiten der zentralen Kernpunkte der Theorien und dem anschließenden Vergleich zweier ausgewählter Theorien, anhand eines empirischen Beispiels liegen. Dabei sollen die Punkte „Grundannahmen der Theorie“, „Hypothesen“ und „Analyseebenen“, sowie Ähnlichkeiten und Unterschiede genauer betrachtet werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Klassischer Realismus nach Hans- Joachim Morgenthau
3 Liberalismus nach Moravcsik
4 Ähnlichkeiten und Unterschiede Realismus Liberalismus
5 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieses Essays ist die kritische Reflexion und der Vergleich der Theorien des Realismus und des Liberalismus in den Internationalen Beziehungen, um aufzuzeigen, wie diese unterschiedlichen Modelle politische Handlungsweisen erklären.
- Grundannahmen und Kernhypothesen des klassischen Realismus nach Hans J. Morgenthau
- Methodologische Grundlagen des Liberalismus nach Andrew Moravcsik
- Struktureller Vergleich der Wirkungsweisen beider Theorien
- Analyse der Rolle von Macht, Interessen und Kooperation im internationalen System
- Kritische Bewertung der Anwendbarkeit beider Modelle auf aktuelle internationale Phänomene
Auszug aus dem Buch
2 Klassischer Realismus nach Hans- Joachim Morgenthau
Die Grundlage für das politische Handeln liegt in der Macht und dem Interesse. Beide Aspekte stellen zusammen einen der sechs Grundgedanken dar, die das Denken der realistischen Schule prägen. Nach Hans J. Morgenthau sind Aussagen über das politische Verhalten von Akteuren mit Hilfe der Theorie des Realismus‘ möglich. So geht die Denkweise des Realismus‘ von rationalen Akteuren in einer anarchischen Welt aus, die Macht erwerben und erhalten sowie vom Überlebenswillen der Staaten als Einzige. Das Ziel von Morgenthau ist es, die politischen Beziehungen zwischen Staaten zu analysieren und zu verstehen sowie deren Kräfte im Sinne eines Machtstrebens zu begreifen.
Für Morgenthau kann „Macht [kann] alles umfassen, was die Beherrschung von Menschen durch Menschen wirkt und erhält. […] Macht ist die Herrschaft von Menschen über Menschen […]“1 Das Streben nach Macht ist für Morgenthau auf die Anthropologie des Menschen begründet. Nach Montessori ist somit jegliches individuelles Potential bereits von Geburt an im Menschen verankert. Im ersten der sechs Grundsätze Morgenthaus, die zur Festigung seiner realistischen Sichtweise dienen sollen, geht er vor allem auf die oben genannten Begriffe von Macht und Interesse ein.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die im Seminar behandelten Theorien vor und definiert das Ziel des Essays, den Realismus und Liberalismus kritisch miteinander zu vergleichen.
2 Klassischer Realismus nach Hans- Joachim Morgenthau: Das Kapitel erläutert die sechs Grundsätze Morgenthaus, die Macht als zentrale Kategorie politischen Handelns in einem anarchischen internationalen System definieren.
3 Liberalismus nach Moravcsik: Dieser Abschnitt beschreibt den Liberalismus als eine auf gesellschaftlichen Akteuren und individuellen Präferenzen basierende Theorie, die Kooperation durch Interdependenz erklärt.
4 Ähnlichkeiten und Unterschiede Realismus Liberalismus: Hier werden die theoretischen Schnittmengen bezüglich der anarchischen Weltordnung den signifikanten Differenzen in der Machtauffassung und der Bedeutung internationaler Institutionen gegenübergestellt.
5 Fazit: Das Fazit fasst die theoretischen Diskrepanzen zusammen und plädiert für den Liberalismus als Erklärungsmodell, wobei die Schwächen des Realismus in einer globalisierten Welt hervorgehoben werden.
Schlüsselwörter
Internationale Beziehungen, Realismus, Liberalismus, Machtstreben, Staatspräferenzen, Anarchie, Kooperation, Morgenthau, Moravcsik, Außenpolitik, Individuelle Präferenzen, Internationale Institutionen, Sicherheit, Wohlfahrt, Demokratischer Frieden
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit reflektiert und vergleicht die Theorien des klassischen Realismus und des Liberalismus, um deren Erklärungsgehalt für internationale politische Prozesse zu untersuchen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Zentrum stehen die Machtbegriffe, das Menschenbild, die Bedeutung staatlicher Interessen sowie die Rolle von Kooperation und internationalen Organisationen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Gemeinsamkeiten und vor allem die signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Schulen des Realismus und Liberalismus anhand ihrer zentralen Grundannahmen aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen komparativen Ansatz, der auf der Analyse der zentralen Schriften von Hans J. Morgenthau und Andrew Moravcsik basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der realistischen Grundsätze Morgenthaus und die liberale Theorie von Moravcsik, gefolgt von einem direkten Vergleich dieser beiden Ansätze.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Machtstreben, Anarchie, Staatspräferenzen, Interdependenz und Kooperation im internationalen System.
Wie unterscheidet sich die Auffassung von Macht zwischen Realismus und Liberalismus in dieser Arbeit?
Während der Realismus Macht primär als militärische Kategorie betrachtet, erkennt der Liberalismus diverse Machtursprünge an, wie etwa wirtschaftliche oder moralische Macht.
Warum stellt der Autor die Relevanz der Vereinten Nationen in Frage?
Der Autor argumentiert, dass aus realistischer Sicht internationale Organisationen wie die UN wirkungslos seien, da sie Staaten nicht zu einem konformen Verhalten zwingen können.
- Quote paper
- Kristin Kuhn (Author), 2016, Internationale Beziehungen. Analyse Klassischer Realismus nach Morgenthau und Liberalismus nach Moravcsik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/380591