Was trieb die Menschen dazu an, ihre gewohnte Umgebung zu verlassen und nach Amerika zu gehen? War die Auswanderung somit nötig oder lediglich ein Vorwand für ein Abenteuer?
Anhand von Push- und Pull-Faktoren und durch die Gegenüberstellung von Vor- und Nachteilen sollen im Rahmen dieser Arbeit in erster Linie die Kosten und Nutzen der Auswanderung nach Amerika vorgeführt werden und daraus resultierend die Frage beantwortet werden, ob diese Unternehmung wirklich erstrebenswert war.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Verlauf der Migration im 19. Jahrhundert
2.2 Vorteile
2.2.1 Definition: Push und Pull- Faktoren
2.2.2 Push-und Pull- Faktoren
2.3 Nachteile
2.3.1 Die Reise
2.3.2 Neuanfang in Amerika
3. Fazit
4. Anhang
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die deutsche Amerikaauswanderung im 19. Jahrhundert unter der zentralen Forschungsfrage, ob dieses Unterfangen aus Sicht der Migranten eine erstrebenswerte Unternehmung darstellte. Dabei werden die strukturellen Gründe für die Migration sowie die damit verbundenen Risiken und Chancen einer kritischen Analyse unterzogen.
- Historischer Verlauf der deutschen Auswanderungsbewegungen im 19. Jahrhundert
- Theoretische Einordnung von Push- und Pull-Faktoren als Migrationsmotive
- Herausforderungen und Gefahren der überseeischen Schifffahrt
- Integrationsprobleme und soziale Startschwierigkeiten in den USA
Auszug aus dem Buch
2.3.1 Die Reise
Um eine Reise nach Amerika antreten zu können, bedurfte es einiger Formalia. Zunächst musste ein Antrag zur Auswanderung mit Begründung beim Bürgermeisteramt eingereicht werden. Es mussten alle Verbindlichkeiten finanziell abgedeckt sein und auch eine Bürge für unbekannte und zukünftig wirksame Forderungen angeführt werden. Die Vermögensverhältnisse und das Hab und Gut, das der Auswandernde mit in das neue Land nehmen wollte, mussten angegeben werden. Die Information darüber, ob eine Reise genehmigt worden ist, fand man schließlich überwiegend in lokalen Zeitungen. An ein Schiffsticket gelangte ein Auswandrer durch einen Vertreter der Reiseagenturen. Der Gold- und Silberarbeiter Franz Xaver Kraus zahlte für seine Fahrt von Gmünd nach Amerika folgende Kosten:
Binnenreise (Gmünd- Le Havre) - 30 GuldenReiseausstattung - 29 Gulden
Überfahrt und Seeproviant - 135 Gulden Barschaft in New York - 10 Gulden
Franz Xaver Kraus musste ca. 210 Gulden für seine Auswanderung zahlen. Ein normaler Handwerker verdiente zu seiner Zeit etwa 3 Gulden in der Woche. Das bedeutet, dass die Reise für die Auswanderer sehr teuer war. Es musste meistens mehr als ein Jahresverdienst eingeplant werden, um für die Kosten der Auswanderung aufzukommen.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Dieses Kapitel stellt das Thema der Auswanderung in den historischen Kontext und definiert die Forschungsfrage bezüglich der Erstrebenswertheit der Amerikaauswanderung im 19. Jahrhundert.
2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert den wellenförmigen Verlauf der Migration, die theoretischen Ursachen durch Push- und Pull-Faktoren sowie die gravierenden praktischen Nachteile, wie die beschwerliche Überfahrt und den schwierigen Neuanfang.
3. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass trotz der hohen Risiken und Kosten die Auswanderung aufgrund der prekären Lage in Deutschland für viele Menschen eine rationale und letztlich erstrebenswerte Entscheidung darstellte.
4. Anhang: Der Anhang bietet eine detaillierte Auflistung der verwendeten Literatur sowie ein Verzeichnis der Abbildungen.
Schlüsselwörter
Amerikaauswanderung, 19. Jahrhundert, Push-Faktoren, Pull-Faktoren, Migration, Überfahrt, Pauperismus, Industrialisierung, Lebensbedingungen, soziale Krisen, Auswandererbriefe, Neuanfang, Integration, Identitätsverlust, Geschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die deutsche Auswanderung nach Amerika im 19. Jahrhundert und bewertet diese kritisch unter Abwägung der Vor- und Nachteile als Lebensentscheidung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Migrationsgründe, der Verlauf der Auswanderungswellen, die wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen im Herkunftsland sowie die spezifischen Gefahren der Überfahrt und des Neuanfangs.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob die Auswanderung nach Amerika damals eine erstrebenswerte Unternehmung war oder eher ein risikobehaftetes Wagnis.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und wertet zeitgenössische Quellen, wie Auswandererbriefe und offizielle Dokumente, aus.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in den Verlauf der Migrationsphasen, die theoretische Definition der Motive und eine detaillierte Betrachtung der Reiseumstände sowie der Schwierigkeiten bei der Integration im Zielland.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Push- und Pull-Faktoren, Pauperismus, Industrialisierung sowie die spezifischen sozialen Bedingungen im 19. Jahrhundert.
Warum war die Reise nach Amerika so kostspielig?
Die Reise war teuer, da sie die Binnenreise, die Überfahrt mit Proviant und das Startkapital erforderte, was oft mehr als einen Jahresverdienst eines einfachen Arbeiters kostete.
Welche Rolle spielten die Auswandererbriefe für die Untersuchung?
Sie dienen als primäre Quelle, um die subjektiven Erfahrungen, Ängste, das Heimweh und die tatsächlichen Bedingungen in der neuen Heimat authentisch darzustellen.
Wie veränderte sich die Auswanderung zum Ende des 19. Jahrhunderts?
Mit der fortschreitenden Industrialisierung in Deutschland verbesserten sich die Bedingungen vor Ort, wodurch die Push-Faktoren abnahmen und die Auswanderungszahlen gegen Ende des Jahrhunderts sanken.
- Citation du texte
- Miriam Farhat (Auteur), 2017, War die Auswanderung nach Amerika eine erstrebenswerte Unternehmung? Vor- und Nachteile der Amerikaauswanderung im 19. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/380625