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Kulturelle Vielfalt. Wie wird mit migrationsbedingter Heterogenität im schulischen Kontext umgegangen?

Title: Kulturelle Vielfalt. Wie wird mit migrationsbedingter Heterogenität im schulischen Kontext umgegangen?

Term Paper , 2017 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Robert Arndt (Author)

Pedagogy - School Pedagogics
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In der Schule nimmt man Kinder und Jugendliche aus verschiedenen Milieus mit ebenso unterschiedlichen Interessen, Begabungen und Erwartungen, die gemeinsam unterrichtet werden sollen, wahr. Schulleitungen, Schulbehörden, die Bildungspolitik und selbst die Lehrpersonen stehen vor dem Problem, Differenzen zu akzeptieren und die familiären Ausgangssituationen als bedingt anzusehen, um Schüler und Schülerinnen unabhängig von ihrer ethnokulturellen Herkunft ideal zu fördern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. EINE ANNÄHERUNG AN DEN BEGRIFF „HETEROGENITÄT“

3. UMGANG MIT MIGRATIONSBEDINGTER HETEROGENITÄT IM DEUTSCHEN BILDUNGSSYSTEM

3.1 BILDUNGSPOLITISCHE REAKTIONEN AUF GASTARBEITERKINDER

3.2 DIE AUSLÄNDERPÄDAGOGIK

3.2.1 Kompensatorische Ansätze

3.2.2 Neue Überlegungen und Selbstkritiken in der Ausländerpädagogik

3.3 INTERKULTURELLE PÄDAGOGIK

3.3.1 Konzepte der Interkulturellen Pädagogik

3.3.2 Kritik der Interkulturellen Pädagogik

3.3.3 Berücksichtigung interkultureller Auffassungen – Widersprüche und Ideologien

3.4 CHANCEN, MÖGLICHKEITEN UND UNTERSTÜTZUNG FÜR SCHÜLER/INNEN MIT MIGRATIONSHINTERGRUND?

4. FAZIT UND AUSBLICK

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische und aktuelle Entwicklung des Umgangs deutscher Schulen mit migrationsbedingter Heterogenität. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich bildungspolitische und pädagogische Ansätze seit der Ankunft der ersten Gastarbeiter in den 1960er Jahren verändert haben und inwieweit das heutige Schulsystem in der Lage ist, den Anspruch auf Chancengleichheit für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund einzulösen.

  • Historischer Kontext der Arbeitermigration und deren bildungspolitische Folgen.
  • Entwicklung und Wandel von der Ausländerpädagogik hin zur Interkulturellen Pädagogik.
  • Kritische Analyse der aktuellen Schulstruktur und deren Selektionsmechanismen.
  • Bedeutung des Begriffs Heterogenität im pädagogischen Diskurs.
  • Diskussion über Chancengleichheit und bildungspolitische Zielsetzungen.

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Kompensatorische Ansätze

Ausländerpädagogen/innen identifizierten primär „herkunftsbedingte sprachliche und kulturelle Defizite“ der Migrantenkinder, die beseitigt bzw. ausgeglichen werden sollten, um eine erfolgreiche Beteiligung am Unterricht und an anderen Bildungsangeboten zu ermöglichen (vgl. Krüger-Potratz 2005, S. 121f.). Als Maßstab zur Feststellung dieser Defizite dienten Normalitätsverständnisse der Mehrheitsgesellschaft, die als ethnisch, kulturell und sprachlich homogen galten (vgl. ebd.). Im Hintergrund dieser Annahmen stand nämlich das zur selben Zeit zugrundeliegende Gesellschaftsmodell, „in dem soziale Stabilität durch homogene Werte und Normen garantiert werden soll[te]“ (vgl. Nohl 2014, S. 36). Der Autor Roth (2002, S. 34) zeigt die entscheidende Theorieprämisse der Ausländerpädagogik deutlich auf und beschreibt das Assimilationsziel folgendermaßen:

Den Konzepten lag die Gemeinsamkeit zugrunde, von einer defizitären Entwicklung auszugehen, deren Kompensation mit dem übergeordneten Ziel – einer positiv verstandenen! – Einpassung in das Bildungssystem und die Gesellschaft verbunden wurde. Leitvorstellungen dabei waren allein Deutungsmuster bzw. Wert- und Normvorstellungen der deutschen Pädagoginnen und Pädagogen, sowie der deutschen Gesellschaft, vermittelt über in erster Linie schulpädagogischer Bemühungen.

Im Rahmen dieser Defizitthese entwickelte die Ausländerpädagogik „kompensatorisch und/oder assimilatorisch ausgerichtete Konzepte und Maßnahmen“ (vgl. Krüger-Potratz 2005, S. 121). Der Fokus lag zu Beginn auf den sprachlichen Defiziten bzw. auf den fehlenden Kenntnissen der Unterrichtssprache Deutsch, die eine Integration an das hiesige Schulsystem schwierig machten. (vgl. Nohl 2014, S. 32; vgl. auch Diehm/Radtke 1999, S. 129). Diese wurden auf eine „technische Dimension“ reduziert und sollten mithilfe der bereits etablierten Regelungen, wie etwa der Vorbereitungsklassen aber auch durch systematische Sprachtrainingsprogramme der Zweitsprachendidaktik, behoben werden (vgl. Nohl 2014, S. 32), „um aus [den Migrantenkindern] möglichst schnell ‚Normalschüler‘ zu machen“ (Diehm/Radtke 1999, S. 130). Als eine exemplarische Fördermaßnahme ist hier der ‚koordinierte deutsch-türkische Leselehrgang‘ zu nennen, welche mit der „Kontrastiv-Hypothese“ begründet wird (vgl. Nohl 2014, S. 32f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in die wachsende Bedeutung des Begriffs Heterogenität im Bildungswesen und Vorstellung der Forschungsfrage hinsichtlich der Entwicklung des Umgangs mit migrationsbedingter Heterogenität.

2. EINE ANNÄHERUNG AN DEN BEGRIFF „HETEROGENITÄT“: Theoretische Herleitung und Definition von Heterogenität sowie Erläuterung der verschiedenen Kategorien von Heterogenitätsmerkmalen im schulischen Kontext.

3. UMGANG MIT MIGRATIONSBEDINGTER HETEROGENITÄT IM DEUTSCHEN BILDUNGSSYSTEM: Analyse der historischen Entwicklung von bildungspolitischen und pädagogischen Reaktionen auf Zuwanderung.

3.1 BILDUNGSPOLITISCHE REAKTIONEN AUF GASTARBEITERKINDER: Beschreibung der frühen, von einer Doppelstrategie geprägten bildungspolitischen Maßnahmen, die auf eine temporäre Migration abzielten.

3.2 DIE AUSLÄNDERPÄDAGOGIK: Darstellung der Subdisziplin, die schulische Probleme primär durch eine Defizitorientierung bei Migrantenkindern erklärte.

3.2.1 Kompensatorische Ansätze: Erläuterung der Strategie, sprachliche und kulturelle Defizite durch Assimilation und Angleichung an ein homogenes Normalschülerbild zu beheben.

3.2.2 Neue Überlegungen und Selbstkritiken in der Ausländerpädagogik: Aufzeigen der Kritik an den bisherigen Maßnahmen und des Wandels im Verständnis der Zuwanderungssituation.

3.3 INTERKULTURELLE PÄDAGOGIK: Vorstellung des Paradigmenwechsels hin zur Anerkennung kultureller Differenz und zum interkulturellen Dialog.

3.3.1 Konzepte der Interkulturellen Pädagogik: Darlegung der Kerngedanken, wie Akzeptanz von Differenz, Ablehnung von Rassismus und die Förderung einer pluralen Gesellschaft.

3.3.2 Kritik der Interkulturellen Pädagogik: Auseinandersetzung mit Vorwürfen der Kulturalisierung und der mangelnden empirischen Fundierung der Konzepte.

3.3.3 Berücksichtigung interkultureller Auffassungen – Widersprüche und Ideologien: Analyse der bildungspolitischen Umsetzung sowie der Diskrepanz zwischen Zielsetzung und tatsächlichem Schulerfolg.

3.4 CHANCEN, MÖGLICHKEITEN UND UNTERSTÜTZUNG FÜR SCHÜLER/INNEN MIT MIGRATIONSHINTERGRUND?: Kritische Untersuchung der strukturellen Defizite des deutschen Schulsystems und ihrer Auswirkungen auf soziale Selektion und Bildungschancen.

4. FAZIT UND AUSBLICK: Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse über den Wandel pädagogischer Ansätze und Identifikation künftiger Herausforderungen durch aktuelle Migrationsbewegungen.

Schlüsselwörter

Heterogenität, Migrationshintergrund, Ausländerpädagogik, Interkulturelle Pädagogik, Assimilation, Chancengleichheit, Bildungssystem, Kulturelle Vielfalt, Defizithypothese, Differenzhypothese, Schulerfolg, Integration, Bildungspolitik, Soziale Selektion, Gastarbeiter.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie sich der Umgang deutscher Schulen mit migrationsbedingter Heterogenität seit den 1960er Jahren verändert hat und welche Rolle dabei bildungspolitische sowie pädagogische Konzepte spielen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die Entwicklung der Ausländerpädagogik, die Entstehung der Interkulturellen Pädagogik, die Kritik an diesen Ansätzen sowie die strukturellen Gegebenheiten des deutschen Schulsystems in Bezug auf Chancengleichheit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie erfolgreich der Wandel von defizitorientierten Modellen hin zu einem interkulturellen Verständnis vollzogen wurde und ob das heutige Schulsystem faire Bildungschancen für alle Schülerinnen und Schüler bietet.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die den historischen Verlauf der bildungspolitischen Debatten und die pädagogischen Konzepte ausgehend von Fachliteratur systematisch aufarbeitet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Ausländerpädagogik, der Interkulturellen Pädagogik, die Kritik an diesen Ansätzen sowie eine Analyse aktueller struktureller Defizite im Schulwesen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind: Heterogenität, Interkulturelle Pädagogik, Migrationshintergrund, Chancengleichheit, Assimilation und bildungspolitische Integration.

Was unterscheidet die Interkulturelle Pädagogik von der Ausländerpädagogik?

Während die Ausländerpädagogik primär von kulturellen Defiziten ausging und eine Assimilation der Kinder anstrebte, setzt die Interkulturelle Pädagogik auf die Anerkennung von Differenzen und das Prinzip der Gleichwertigkeit.

Welche strukturellen Mängel im Bildungssystem benennt der Autor besonders kritisch?

Der Autor kritisiert insbesondere die frühzeitige Selektion nach der Grundschule und die damit verbundene Aufgliederung auf verschiedene Schulformen, die Bildungsbenachteiligungen verfestigen können.

Wie bewertet der Autor den aktuellen Stand der schulischen Integration?

Der Autor konstatiert zwar positive Ansätze und ein gestiegenes Bewusstsein für Vielfalt, stellt jedoch fest, dass strukturelle Barrieren und die Abhängigkeit des Schulerfolgs von der sozialen Herkunft weiterhin bestehen.

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Details

Title
Kulturelle Vielfalt. Wie wird mit migrationsbedingter Heterogenität im schulischen Kontext umgegangen?
College
University of Hildesheim
Grade
1,0
Author
Robert Arndt (Author)
Publication Year
2017
Pages
21
Catalog Number
V380661
ISBN (eBook)
9783668573468
ISBN (Book)
9783668573475
Language
German
Tags
Kultur Vielfalt Heterogenität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Robert Arndt (Author), 2017, Kulturelle Vielfalt. Wie wird mit migrationsbedingter Heterogenität im schulischen Kontext umgegangen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/380661
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