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Alfred Webers Industriestandorttheorie und die Entstehung des Ruhrgebiets

Titel: Alfred Webers Industriestandorttheorie und die Entstehung des Ruhrgebiets

Hausarbeit , 2017 , 10 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Hannah Friedrich (Autor:in)

Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Inzwischen ist der Strukturwandel in vielen Städten geschafft. Kohle spielt eigentlich kaum eine Rolle mehr. 2018 soll die letzte Zeche im Ruhrgebiet stillgelegt werden. Da das Ruhrgebiet eine klassische Industrieregion ist, liegt es nahe, eine klassische Industriestandorttheorie hinzuziehen, um ihre Entstehung zu erklären: Alfred Webers Industriestandorttheorie.

Im Folgenden wird die Industriestandorttheorie Webers erläutert. Anschließend wird die Entstehung des Ruhrgebiets kurz dargestellt, bevor die eigentliche Analyse beginnt. Dort wird nun die Theorie Webers auf die Entstehung des Ruhrgebiets bezogen. Dazu werden erst zutreffende Aspekte beschrieben, bevor nicht zutreffende Aspekte und Schwachstellen der Theorie dargestellt werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Warum Ruhrgebiet? Warum Weber?

2 Grundlagen zum Verständnis

2.1 Webers Industriestandorttheorie

2.2 Fakten zur Entstehung des Ruhrgebiets

3 Webers Theorie bezogen auf die Entstehung des Ruhrgebiets

3.1 Zutreffende Aspekte

3.2 Nicht zutreffende Aspekte und Schwachstellen

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Anwendbarkeit der klassischen Industriestandorttheorie von Alfred Weber auf die historische Entstehung des Ruhrgebiets als Industrieregion, um zu prüfen, inwieweit die Theorie die räumliche Entwicklung der Montanindustrie erklären kann.

  • Grundlagen der Industriestandorttheorie nach Alfred Weber
  • Historische Entwicklung des Bergbaus und der Eisen- und Stahlindustrie im Ruhrgebiet
  • Analyse der Standortfaktoren: Transportkosten, Arbeitskosten und Agglomerationseffekte
  • Kritische Würdigung der Übertragbarkeit theoretischer Modelle auf reale Wirtschaftsräume

Auszug aus dem Buch

3.2 Nicht zutreffende Aspekte und Schwachstellen

Zu Beginn dieses Kapitels muss ich erst einmal einige Punkte aus dem vorigen Kapitel abschwächen. Zwar waren die Transportkosten ein entscheidender Faktor bei der Standortwahl, schließlich produzierte man in der Nähe der Kohlezechen und ließ das Eisenerz liefern, da so im Transport die geringsten Kosten entstehen. Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass die Eisen- und Stahlwerke exakt auf dem tonnenkilometrischen Minimalplatz errichtet wurden. Noch unwahrscheinlicher ist die Vorstellung, die Unternehmen hätten sich den tonnenkilometrischen Minimalplatz nach Alfred Weber ausrechnen lassen, um ihre Produktion an exakt diesem Ort zu errichten.

Dazu lässt Webers Modell zu viel unbeachtet: Allein die Tatsache, dass das Standortdreieck keine ebene Fläche ist, und Raum nicht nur Distanz, die überwunden werden muss, beeinflusst die Standortwahl. Das Relief wird außer Acht gelassen (MCCANN und SHEPPARD 2003: 652). Überspitzt formuliert: Liegt laut Standortdreieck der tonnenkilometrische Minimalplatz in einem See, wird dort niemand ein Unternehmen hin verlegen.

Des Weiteren gibt es, wie die Empirie zeigt, im Ruhrgebiet zwei Fälle, in denen der Grundsatz, dass das Eisenerz zur Kohle transportiert wird und nicht umgekehrt, nicht beachtet wurde: So wurden in den 1840er- und 1850er-Jahren Eisenhütten im Raum Duisburg gegründet, obwohl dort zu dieser Zeit noch keine Kohle gefördert wurde. Ausschlaggebend für die Entscheidung für dieses Gebiet waren die Flüsse Rhein und Ruhr, die den Transport begünstigten. In einem anderen Fall wurden kleine Eisenhütten an einem Ort – bei Oberhausen – gegründet, wo statt Kohle Raseneisenstein gefördert wurde (BOLDT und GELHAR 2008: 43).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Warum Ruhrgebiet? Warum Weber?: Dieses Kapitel führt in die historische Bedeutung des Ruhrgebiets als Industrieregion ein und begründet die Wahl von Alfred Webers Theorie zur Analyse ihrer Entstehung.

2 Grundlagen zum Verständnis: Hier werden die theoretischen Kernaussagen von Webers Industriestandorttheorie sowie die historischen Fakten der Ruhrgebietsentstehung dargelegt.

3 Webers Theorie bezogen auf die Entstehung des Ruhrgebiets: Dieses Kapitel vergleicht theoretische Aspekte wie Transportkosten und Agglomerationsvorteile mit der tatsächlichen industriellen Entwicklung im Ruhrgebiet.

4 Fazit: Das Fazit bilanziert die teilweise Übereinstimmung der Theorie mit der historischen Realität unter Berücksichtigung der starken Vereinfachungen im Modell.

Schlüsselwörter

Alfred Weber, Industriestandorttheorie, Ruhrgebiet, Montanindustrie, Transportkosten, Standortdreieck, Agglomerationseffekte, Strukturwandel, Wirtschaftsgeographie, Gewichtsverlustmaterial, Industrialisierung, Standortwahl, Kohle, Stahl, Raumwirtschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die historische Entstehung des Ruhrgebiets durch die Brille der klassischen Industriestandorttheorie von Alfred Weber.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die ökonomische Theorie der Standortwahl, die Geschichte der Montanindustrie im Ruhrgebiet und die Analyse der Faktoren, die zur Ansiedlung von Eisen- und Stahlwerken führten.

Welches Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es herauszufinden, ob und inwieweit Webers Modell die reale Standortentscheidung der Industrie im 19. Jahrhundert im Ruhrgebiet erklären kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die theoretische Konzepte auf ein historisches Fallbeispiel anwendet und mittels empirischer Daten kritisch hinterfragt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Theorie, die historische Beschreibung des Ruhrgebiets sowie die Gegenüberstellung von zutreffenden Aspekten und realitätsfernen Schwachstellen des Modells.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind insbesondere Standortdreieck, tonnenkilometrischer Minimalplatz, Gewichtsverlustmaterialien und die Standortfaktoren Transport, Lohnkosten sowie Agglomerationsvorteile.

Warum war der Standort Duisburg trotz fehlender Kohle attraktiv?

Duisburg war aufgrund der günstigen Verkehrslage an den Flüssen Rhein und Ruhr attraktiv, was den Transport begünstigte, obwohl dort zum Gründungszeitpunkt keine eigene Kohleförderung stattfand.

Inwiefern beeinflussen vereinfachende Annahmen Webers Modell?

Das Modell vernachlässigt reale Faktoren wie das Relief, nicht-rationale Akteursentscheidungen und die Komplexität räumlicher Beziehungen, was die direkte Übertragbarkeit auf die Realität einschränkt.

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Details

Titel
Alfred Webers Industriestandorttheorie und die Entstehung des Ruhrgebiets
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Institut für Geographie)
Note
1,7
Autor
Hannah Friedrich (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
10
Katalognummer
V380688
ISBN (eBook)
9783668582545
ISBN (Buch)
9783668582552
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Weber Industriestandort Standorttheorie klassische Standorttheorie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Hannah Friedrich (Autor:in), 2017, Alfred Webers Industriestandorttheorie und die Entstehung des Ruhrgebiets, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/380688
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  10  Seiten
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