Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, einen Musterfirmenkunden aus dem Mittelstandssektor anhand einer Umfrage zu definieren und bezogen auf seine Merkmale die Eignung verschiedener Devisenderivate für sein unternehmerisches Währungsmanagement zu erläutern. Dabei sollen sowohl die positiven, als auch die negativen Aspekte der jeweiligen Devisenderivate für den Unternehmer näher dargestellt und kritisch gewertet werden.
Zu Beginn wird eine Abgrenzung der wichtigsten Begriffe vorgenommen und es werden die theoretischen Grundlagen der verschiedenen Absicherungsinstrumente vermittelt, sowie die verschiedenen Währungsrisiken erläutert, um die später folgende Eignung nachvollziehen zu können. Im darauffolgenden Kapitel wird die durchgeführte Umfrage ausgewertet. Anhand der erhaltenen Antworten wird ein Musterkunde des Mittelstandssektors im Firmenkundesegment der Sparkasse Uckermark in Form der Muster-GmbH definiert und die für die Untersuchung wichtigsten Merkmale hervorgehoben. Anschließend wird dann die Eignung von Devisentermingeschäften für die Muster-GmbH überprüft und an einem Forwardgeschäft erläutert. Im letzten Kapitel geht es dann um die Eignung von Devisenoptionsgeschäften für die Muster-GmbH, welche wiederum an einem Beispiel erläutert werden. Zudem werden noch zusätzliche Begrifflichkeiten anschaulich erörtert. Das Fazit stellt den Schlussstrich dieser Studienarbeit dar und dient der Zusammenfassung der Ergebnisse und soll die erarbeitete Handlungsempfehlung für die Absicherung von Währungsrisiken für die Muster-GmbH unterstreichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Mittelstandsunternehmen in Zeiten der Globalisierung
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Grundlagen und Terminologie
2.1 Das Risikomanagement
2.2 Die Arten von Währungsrisiken
2.2.1 Translations-/ Umrechnungsrisiko
2.2.2 Transaktions-/ Umwechslungsrisiko
2.2.3 Das ökonomische Währungsrisiko
2.3 Absicherungsinstrumente am Devisenmarkt
2.3.1 Devisenkassageschäfte
2.3.2 Devisentermingeschäfte
2.3.3 Devisenoptionsgeschäfte
3. Charakterisierung eines Mittelstandsunternehmers anhand seiner Merkmale
3.1 Auswertung der Umfrage
3.2 Wesen eines Mustermittelständlers in Form der Muster-GmbH
4. Eignung von Devisentermingeschäften
4.1 Forwards und ihre Eignung für die Muster-GmbH
4.2 Erläuterung am Beispiel für ein EUR/ GBP- Forwardgeschäft im Export
5. Eignung von Devisenoptionen
5.1 Im Geld, Am Geld, Aus dem Geld
5.2 Eignung von Call-Optionen für die Muster-GmbH im Export
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Studienarbeit verfolgt das Ziel, einen typischen Musterfirmenkunden aus dem Mittelstandssektor zu definieren und auf Basis dessen Merkmale die Eignung verschiedener Devisenderivate für ein effektives unternehmerisches Währungsmanagement zu bewerten. Dabei wird insbesondere untersucht, inwieweit diese Finanzinstrumente zur Risikominimierung beitragen können.
- Analyse der verschiedenen Arten von Währungsrisiken (Translations-, Transaktions- und ökonomisches Risiko)
- Definition eines Mustermittelständlers durch eine qualitative Umfrage
- Untersuchung der Eignung von Devisentermingeschäften (Forwards)
- Eignungsprüfung von Devisenoptionsgeschäften für den Mittelstand
- Gegenüberstellung von Chancen und Risiken der Absicherungsinstrumente
Auszug aus dem Buch
2.3.1 Devisenkassageschäfte
Um für die folgenden Ausführungen eine Grundlage zu schaffen, müssen einige Begrifflichkeiten erklärt und unterschieden werden. Unter dem Begriff der Devisen wird das Buchgeld ausländischer Währung verstanden, während Sorten im allgemeinen das ausländische Bargeld beschreibt. Demzufolge bezieht sich der Devisenkurs auf den Kurs für die Umwechslung bargeldloser Zahlungsmittel, insbesondere Buchgeld auf Bankkonten, während sich der Sortenkurs auf den Kurs zum Umtausch von Bargeld am Bankschalter bezieht. Im europäischen Raum wird der Wechselkurs standardmäßig als Mengennotierung angegeben. Die Mengennotierung gibt an, wie viel ausländische Währungseinheiten man für eine Einheit heimischer Währung bekommt. Zum Beispiel wird der EUR/GBP- Kurs in 0.8973 GBP angegeben. Das bedeutet, dass man für einen Euro, 0,8973 Pfund Sterling bekommt. Alternativ ist jedoch auch eine Preisnotierung möglich.
Devisengeschäfte werden standardmäßig als Kassageschäfte am Devisenmarkt abgeschlossen. Kassageschäft bedeutet, dass der Geschäftsabschluss zum heutigen Kurs stattfindet und die Erfüllung in maximal zwei Bankarbeitstagen stattfinden soll. Zudem ist es wichtig, dass in beiden Währungsräumen zwei Bankarbeitstage vergangen sind. Eine weitere Besonderheit stellt die Kurstellung am Devisenmarkt dar, denn beim Devisenhandel wird kein Mittelkurs genannt. Die Marktteilnehmer stellen direkt Angebote für den Kauf und Verkauf von Devisen ein. Diese Angebote werden nach Bid und Ask unterschieden. Dabei stellt Bid den Verkauf der Fremdwährung zum angegebenen Kurs durch einen Anbieter dar, während Ask den Kauf einer Fremdwährung zum angegebenen Kurs durch den Anbieter verkörpert. Zwischen Bid und Ask besteht meistens ein Abstand, der Spread genannt wird und die Geld-Brief-Spanne abbildet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die zunehmende Bedeutung des Währungsmanagements für den Mittelstand in einer globalisierten Wirtschaft und definiert den Aufbau der Arbeit.
2. Grundlagen und Terminologie: Hier werden die theoretischen Fundamente, bestehend aus Risikomanagement, Arten von Währungsrisiken und gängigen Absicherungsinstrumenten, vermittelt.
3. Charakterisierung eines Mittelstandsunternehmers anhand seiner Merkmale: Anhand einer durchgeführten Umfrage wird ein typischer Mittelstandsvertreter als „Muster-GmbH“ definiert und dessen Risikoneigung und geschäftliches Umfeld analysiert.
4. Eignung von Devisentermingeschäften: Dieses Kapitel untersucht die Anwendung von Forwards zur Absicherung von Währungsrisiken und illustriert den Nutzen anhand eines konkreten Exportbeispiels.
5. Eignung von Devisenoptionen: Hier werden Devisenoptionen erläutert und ihre Eignung als Absicherungsinstrument speziell für die zuvor definierte Muster-GmbH kritisch geprüft.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung, dass für risikoaverse Mittelständler Devisentermingeschäfte aufgrund ihrer Kalkulationssicherheit besser geeignet sind als komplexere Devisenoptionen.
Schlüsselwörter
Währungsmanagement, Mittelstand, Devisenderivate, Risikomanagement, Währungsrisiko, Devisentermingeschäft, Devisenoptionen, Globalisierung, Außenhandel, Muster-GmbH, Absicherung, Kurssicherung, Export, Import, Finanzinstrumente
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Studienarbeit untersucht die Relevanz und Eignung von Devisenderivaten als Instrumente zur Absicherung gegen Währungsrisiken für deutsche Mittelstandsunternehmen im Außenhandel.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die theoretischen Grundlagen des Währungsrisikomanagements, die Charakterisierung eines typischen Mittelstandsunternehmens sowie die Eignungsprüfung von Devisentermingeschäften und -optionen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, basierend auf empirischen Daten einer Umfrage, zu ermitteln, welche Absicherungsinstrumente am besten geeignet sind, um das Währungsrisiko für einen typischen mittelständischen Exporteur kalkulierbar zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine fundierte Literaturanalyse zu den theoretischen Rahmenbedingungen sowie eine qualitative Auswertung durch eine eigene Umfrage unter fünf Unternehmen aus der Uckermark zur Definition eines Musterunternehmens.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Funktionsweise von Devisentermingeschäften (Forwards) und Devisenoptionen, wendet diese auf das definierte Musterunternehmen (Muster-GmbH) an und führt eine kritische Bewertung der Eignung durch.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind unter anderem Währungsmanagement, Devisenderivate, Risikomanagement, Muster-GmbH, Absicherung und Planungssicherheit.
Warum sind Devisentermingeschäfte für das Musterunternehmen besser geeignet?
Da das untersuchte Unternehmen eine risikoaverse Führung aufweist und auf eine hohe Kalkulationssicherheit Wert legt, sind die einfachen und kostengünstigeren Devisentermingeschäfte den komplexen und volatileren Devisenoptionen vorzuziehen.
Welche Rolle spielt die "Muster-GmbH" in der Analyse?
Die Muster-GmbH dient als Modell, um theoretische Finanzinstrumente in einem praxisnahen, mittelständischen Kontext zu prüfen und ihre Eignung konkret an realitätsnahen Fallbeispielen zu bewerten.
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- Christian Püschel (Author), 2017, Devisenderivate im Währungsmanagement deutscher Mittelstandsunternehmer. Eine Handlungsempfehlung für die Absicherung von Währungsrisiken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/380698