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Die schiitische Konfession, ihre Historie und ihre Schwächen im alten Irak

Title: Die schiitische Konfession, ihre Historie und ihre Schwächen im alten Irak

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 17 Pages , Grade: 2

Autor:in: Ulrike Kemper (Author)

Theology - Comparative Religion Studies
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Einleitung

Bislang wurde der Irak von dem Diktator Saddam Hussein und der Baath-Partei regiert. Saddam Hussein nahm Einfluß bis in die privaten Bereiche der Bevölkerung. Er sorgte für eine Omnipräsenz seiner Person. Überall in den Straßen, Cafes, staatlichen Gebäuden und in den Wohnungen der Bevölkerung hingen von ihm Bilder. Auf der einen Seite stellte Saddam Hussein sich als der väterliche Freund dar, der bei „Überraschungsbesuchen“ in privaten Haushalten gute Ratschläge gab und versuchte zu helfen, auf der anderen Seite lähmte er die ganze Bevölkerung einschließlich hoher Regierungsbeamter durch Terror, indem er seinen eigenen Sohn einsperren und Konkurrenten und Feinde erschießen ließ. Die Baath-Partei bestand hauptsächlich aus Sunniten, womit auch der Hauptteil der Macht im Irak in sunnitischer Hand lag.

Mit der Niederlage Iraks gegen Amerika und seinen Verbündeten und dem damit verbundenen Sturz Saddam Husseins durch die Amerikaner ist im Irak ein großes Machtvakuum entstanden. Die ganze Gesellschaft im Irak steht vor einer Neustrukturierung. Gerade in den westlichen Staaten ist diese Situation mit vielen Fragen verknüpft. Kann man das entstandene Machtvakuum füllen und wenn ja, wer wird es sein? Gelingt es eine westliche Demokratie zu etablieren? Welche Vorstellungen haben die vielen irakischen religiösen oder ethnischen Gruppen? Um was für Gruppen handelt es sich dabei? Welche davon ist regierungsfähig, beziehungsweise hat eine Chance, die Macht zu erlangen? Die größte Gruppe im Irak bilden die Schiiten, die in dieser Arbeit näher dargestellt werden. Zunächst werde ich zum besseren Überblick ihren Ursprung, ihre Entstehungsgeschichte beschreiben. Da auch die Schiiten sich aus verschiedenen Gruppierungen zusammensetzen, werden die wichtigsten hier kurz vorgestellt und ihre Eigenheiten dargestellt. Dann werde ich ihre bisherige Situation, als eine von einer Minderheit regierte Mehrheit, im Irak erläutern und die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den Schiiten und den bisher an der Macht beteiligten Sunniten aufzeigen. Dies wird die Position der Schiiten zu Saddam Hussein und der Baath-Partei verdeutlichen. In bezug auf die Möglichkeit, daß der Irak zukünftig von den Schiiten regiert wird, stellt sich die Frage, wie ein solcher Staat aussehen soll und wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, daß der Irak unter den Schiiten ein zweiter Iran wird. ...

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Inhaltsverzeichnis

1. Geschichte

1.1 Frühe Schiiten und ihr Ursprung

1.2 Verschiedene schiitische Gruppen und Sekten

1.3 Schiiten im Irak

2. Glaubensunterschiede gegenüber den Sunniten

2.1 Sunniten

2.2 Schiiten

2.3 Unterschiede

2.4 Gemeinsamkeiten

3. Politikverständnis der Schiiten

3.1 Politische Möglichkeiten der Schiiten im Irak

3.2 Religion und Politik

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die historische Entwicklung, die religiösen Überzeugungen und die spezifische politische Situation der Schiiten im Irak vor dem Hintergrund des Sturzes des Baath-Regimes und der daraus resultierenden Neuordnung der irakischen Gesellschaft.

  • Historische Entstehung und Spaltung der schiitischen Konfession
  • Theologische und praktische Glaubensunterschiede zwischen Schiiten und Sunniten
  • Analyse der Unterdrückung der schiitischen Mehrheit unter Saddam Hussein
  • Politische Herausforderungen und Möglichkeiten einer zukünftigen schiitischen Teilhabe im Irak

Auszug aus dem Buch

1.1 Frühe Schiiten und ihr Ursprung

Der Prophet Mohammed sprach, nach schiitischer Übersetzung, zu seiner Gemeinde: „Allen, denen ich gebiete, soll auch Ali gebieten“. Die Schiiten entnahmen dieser Aussage den Befehl, Ali dieselbe Stellung einzuräumen, wie dem Propheten Mohammed. Ali sollte also als Imam und Kalif von der Gemeinde anerkannt werden. Ali war der zweite, der von Mohammed den Islam annahm, er war Mohammeds engster Vertrauter und erhielt dessen Tochter Fatima zur Frau. Nach dem Tod des Propheten wurden zunächst erst seine beiden Gefährten Abu Bakr und dann Umar Kalifen und damit Mohammeds Nachfolger. Nach Umars Tod wurde von einem sechsköpfigen Wahlgremium, dem auch Ali angehörte, Uthman als dritter Kalif ausgerufen. Spannungen zwischen Ali und Uthman führten zu einer Spaltung der Gemeinde und zu einem Machtkampf, bei dem Uthman in seinem Haus ermordet wurde. Nun wurde Ali von seinen Anhängern zum Kalifen ernannt.

Die ersten Schiiten bekannten sich zu keinen einheitlichen oder klar abgegrenzten religiösen Zielen. Sie wurden ausschließlich durch die politische Unterstützung Alis zusammengehalten, wie auch aufgrund ihrer Opposition gegen diejenigen, die sich ihrer Ansicht nach gegen ihn auflehnten. Zu den Gegnern gehörte zum Beispiel Muawija, ein Verwandter des Kalifen Uthman und der Begründer der Omaijadendynastie innerhalb des Kalifats und die Charidschiten. Muawija ließ sich 660 zum Kalifen ausrufen und wurde von vielen als solcher anerkannt. Kurz darauf wurde Ali im Jahre 661 ermordet und wurde so der erste Märtyrer der Schiiten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Geschichte: Dieses Kapitel erläutert den Ursprung der Schiiten, ihre frühen Spaltungen in verschiedene Sekten sowie die historische Etablierung dieser Konfession im Irak.

2. Glaubensunterschiede gegenüber den Sunniten: Hier werden die theologischen Abweichungen zwischen Schiiten und Sunniten sowie die gemeinsamen religiösen Grundlagen, wie die fünf Pfeiler des Islam, gegenübergestellt.

3. Politikverständnis der Schiiten: Das Kapitel analysiert das schiitische Verständnis von religiöser Staatsführung und bewertet die politischen Handlungsspielräume der irakischen Schiiten nach dem Sturz Saddam Husseins.

Schlüsselwörter

Schiiten, Sunniten, Irak, Islam, Geschichte, Kalifat, Imam, Märtyrer, Baath-Partei, Saddam Hussein, Politik, Religion, Naher Osten, Glaubensunterschiede, Demokratie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der historischen Identität und den politischen Rahmenbedingungen der Schiiten im Irak unter besonderer Berücksichtigung der Folgen des Regimewechsels durch den Sturz von Saddam Hussein.

Welche zentralen Themenbereiche werden bearbeitet?

Die zentralen Themen umfassen die Entstehungsgeschichte des schiitischen Islams, die Abgrenzung zum sunnitischen Glauben sowie das komplexe Verhältnis zwischen Religion und politischer Macht im irakischen Kontext.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Ziel ist es zu erläutern, wie die schiitische Mehrheit im Irak historisch unterdrückt wurde und welche politischen Chancen oder Hindernisse sich für eine zukünftige schiitische Regierungsbeteiligung ergeben.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewandt?

Es handelt sich um eine religionswissenschaftliche und politikwissenschaftliche Analyse, die auf der Auswertung relevanter Fachliteratur zu Geschichte, Theologie und Politik des Islams im Irak basiert.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte liegen auf dem Hauptteil?

Im Hauptteil werden die historischen Spaltungen (Zaiditen, Ismaeliten, Imamiten), die Unterdrückung der schiitischen Elite unter der Baath-Partei und die Debatte um ein mögliches religiös legitimiertes Regierungssystem im Irak behandelt.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Schiismus, Kalifat, Imam-Nachfolge, Baath-Regime und das komplexe Verhältnis von religiöser Führung und demokratischer Staatsform geprägt.

Warum wird im Buch das iranische Revolutionsmodell für den Irak kritisch betrachtet?

Der Autor argumentiert, dass der tief gespaltene irakische Staat und die ethnischen Unterschiede zwischen irakischen Arabern und iranischen Persern eine direkte Übertragung des iranischen Modells des „herrschenden Gottesgelehrten“ nahezu unmöglich machen.

Welche Rolle spielten die Ereignisse um 1991 für die irakischen Schiiten?

Die Unterstützung der iranischen Revolution durch irakische Gruppierungen während des Krieges führte zu einer verhängnisvollen Distanzierung der USA, was den anschließenden, blutig niedergeschlagenen schiitischen Aufstand und eine massive Repressionswelle durch Saddam Hussein nach sich zog.

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Details

Title
Die schiitische Konfession, ihre Historie und ihre Schwächen im alten Irak
College
University of Hannover  (Seminar für Religionswissenschaft)
Course
Demokratie im Irak - Die Rolle der Religion(en) bei der Neuformierung der irakischen Gesellschaft
Grade
2
Author
Ulrike Kemper (Author)
Publication Year
2005
Pages
17
Catalog Number
V38070
ISBN (eBook)
9783638372541
Language
German
Tags
Konfession Historie Schwächen Irak Demokratie Irak Rolle Religion(en) Neuformierung Gesellschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ulrike Kemper (Author), 2005, Die schiitische Konfession, ihre Historie und ihre Schwächen im alten Irak, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/38070
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