Die hier vorliegende Arbeit soll einen kurzen Überblick über die Alttestamentliche Bibelwissenschaft verschaffen. Es sollen ihre Anfänge in der Alten Kirche, über das Mittelalter und die Reformationszeit bis hin in die jüngste Vergangenheit etwas beleuchtet werden. Die Methoden der alttestamentlichen Bibelwissenschaft waren einer Entwicklung unterworfen, und diese waren unter anderem stark von den Sprachwissenschaften und den archäologischen und historischen Wissenschaften beeinflusst. Weiters sollen hier einige Forschungsbereiche der heutigen alttestamentlichen Bibelwissenschaft präsentiert werden. Es sei hier zu Beginn kurz der Themenbereich der gender-fairen Exegese genannt.
Inhaltsverzeichnis
2.0 Einleitung
3.0 Geschichte und Methoden
3.1 Alte Kirche
3.2 Mittelalter
3.3 Reformation und Gegenreformation
3.4 Entwicklungen seit 1770
3.5 Exkurs: Biblische Archäologie
3.6 Entwicklungen und Tendenzen in der jüngsten Vergangenheit
3.7 Neue Forschungsbereiche / Gender-faire Exegese
4.0 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, einen strukturierten Überblick über die historische Entwicklung der Alttestamentlichen Bibelwissenschaft zu geben und aktuelle methodische Ansätze sowie Forschungsbereiche aufzuzeigen.
- Historische Entwicklung der Bibelauslegung von der Alten Kirche bis zur Moderne.
- Einfluss von Sprachwissenschaften und Archäologie auf die Exegese.
- Methodenwandel in der alttestamentlichen Forschung.
- Bedeutung und Analyse der gender-fairen Exegese als zeitgemäßer Forschungsansatz.
Auszug aus dem Buch
3.7 Neue Forschungsbereiche in der alttestamentlichen Bibelwissenschaft am Beispiel der Gender-fairen Exegese
Eine der Hauptvertreterinnen dieses Bereiches der alttestamentlichen Bibelwissenschaft ist die deutsche Bibelwissenschaftlerin Irmtraud Fischer. „Die Wissenschaften, im besonderen auch die universitär betriebene und kirchlich rückgebundene Theologie, ist noch weit entfernt von einem Forschungsansatz, der nicht die ganze Welt über den männlichen kon-struierten Leisten schlägt.“17 Die gender-faire Exegese (geschlechter-gerechte Exegese) sieht genau hier in dieser Problematik ihren Forschungsauftrag. Im Bereich der gender-fairen Exegese geht es darum, die Bibel besonders unter dem Aspekt der Geschlechter-Gerechtigkeit zu erforschen und auszulegen. Die alttestamentlichen Stämme Israels waren vorwiegend patriarchalisch geprägt und diese Einstellung schlug sich auch in den Bibeltexten nieder. Die gender-faire Exegese befasst sich vorwiegend mit Texten in den Frauen nur eine Außenseiterrolle haben oder sie gar abgewertet präsentiert werden.
Als besonders anschauliches Beispiel seien hier die Texte von Genesis 12-50 genannt. Diese werden in der Forschung als „Patriarchen-Erzählungen“ bezeichnet. Gen 12-50 umfasst: Abraham-Kreis, Isaak-Kreis, Jakob-Kreis und die Josefsgeschichte. Immer sind es die Männer die vermeintlich im Vordergrund dieser Geschichten stehen. Betrachtet man aber etwa den Abraham-Kreis etwas genauer, fällt auf, dass „beinah jeder zweite Text Frauen als tragende Figu-ren der Handlung oder zumindest des Geschehens“18 aufweist. In den Texten von Gen 12-50 finden sich eine Vielzahl von Frauengestalten wie etwa: Sara, Rebekka, Rahel, Lea, Dina, Rahel, Bilha und Tamar. Trotzdem wird auf diese zahlreichen Frauengestalten durch Bezeichnungen wie etwa „Erzväter-“, „Väter-“ oder „Patriarchen-“ Erzählungen scheinbar vergessen. Um die Rolle der Frauen zu würdigen, tritt Irmtraud Fischer dafür ein, den Textkomplex Gen 12-36 als „Erzeltern-Erzählung“ zu bezeichnen.
Zusammenfassung der Kapitel
2.0 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Alttestamentlichen Bibelwissenschaft ein und gibt einen Ausblick auf die behandelten Epochen sowie methodische Schwerpunkte.
3.0 Geschichte und Methoden: Dieser Abschnitt formuliert die Leitfragen für die Untersuchung der historisch-methodischen Entwicklung der alttestamentlichen Exegese.
3.1 Alte Kirche: Es wird die hermeneutische Schriftauslegung der frühen Kirche beleuchtet, wobei die allegorische Interpretation und das Wirken von Gelehrten wie Origenes im Zentrum stehen.
3.2 Mittelalter: Dieses Kapitel behandelt die Anfänge grammatikalischer und philologischer Arbeit durch jüdische Gelehrte sowie das Wirken von Erasmus von Rotterdam.
3.3 Reformation und Gegenreformation: Es wird der Einfluss der Reformatoren sowie die katholische Gegenposition im Kontext der Bibelauslegung und des Textverständnisses dargelegt.
3.4 Entwicklungen seit 1770: Hier steht die Entstehung der historisch-kritischen Methode und die Begründung der modernen vergleichenden Religionswissenschaft im Fokus.
3.5 Exkurs: Biblische Archäologie: Der Text beschreibt die Bedeutung archäologischer Funde für die Datierung und das Verständnis alttestamentlicher Texte.
3.6 Entwicklungen und Tendenzen in der jüngsten Vergangenheit: Dieses Kapitel widmet sich den modernen methodischen Ansätzen wie der Literatur-, Form- und Traditionskritik.
3.7 Neue Forschungsbereiche / Gender-faire Exegese: Es wird die Notwendigkeit einer geschlechtergerechten Auslegung biblischer Texte am Beispiel der Patriarchen-Erzählungen erläutert.
4.0 Zusammenfassung: Das Fazit fasst den Wandel der Bibelwissenschaft zusammen und reflektiert das Ethos und die Aufgabe der Exegetinnen und Exegeten.
Schlüsselwörter
Alttestamentliche Bibelwissenschaft, Exegese, Geschichte, Methoden, Alte Kirche, Reformation, Historisch-kritische Methode, Biblische Archäologie, Gender-faire Exegese, Patriarchat, Frauengestalten, Hermeneutik, Textverständnis, Religionswissenschaft, Philologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen Überblick über die historische Entwicklung der Alttestamentlichen Bibelwissenschaft, von ihren Anfängen in der Alten Kirche bis hin zu aktuellen Forschungstendenzen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Bibelauslegung, die Evolution der exegetischen Methoden, die Bedeutung der Archäologie und aktuelle Ansätze wie die gender-faire Exegese.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich die Bibelwissenschaft im Lauf der Jahrhunderte gewandelt hat und welche neuen Aspekte, insbesondere im Bereich der Geschlechtergerechtigkeit, die heutige Forschung prägen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine historisch-deskriptive Methode, um die Entwicklung der Bibelwissenschaft über verschiedene Epochen hinweg aufzuarbeiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Abschnitte von der frühen Kirche über das Mittelalter und die Reformation bis zur modernen Forschung, ergänzt durch einen Exkurs zur Archäologie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Bibelwissenschaft, historische Exegese, methodischer Wandel, Archäologie und gender-faire Exegese charakterisiert.
Warum ist die gender-faire Exegese laut der Arbeit notwendig?
Sie ist notwendig, weil die biblischen Texte patriarchal geprägt sind und Frauen in der traditionellen Exegese oft als Randfiguren betrachtet wurden, was eine neue, gerechtere Auslegung erfordert.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Biblischen Archäologie?
Die Biblische Archäologie wird als wertvolle Disziplin bewertet, die durch Funde und Datierungen die historische Forschung zur Geschichte Israels maßgeblich unterstützt.
Was bedeutet der Begriff "Erzeltern-Erzählung" im Kontext der Arbeit?
Er dient als gender-sensible Alternative zur Bezeichnung "Patriarchen-Erzählungen", um die Rolle der Frauen in den Texten von Genesis 12-50 stärker zu würdigen.
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- Andreas Stefan Pichlbauer (Author), 2009, Alttestamentliche Bibelwissenschaft. Ursprünge, Geschichte und neue Aspekte in der Forschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/380782