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Quaternionen der Reichsverfassung. Die Symbolkraft der Quaternionen-Darstellung anhand eines Kupferstichs von Antonie Wierix (1606)

Titel: Quaternionen der Reichsverfassung. Die Symbolkraft der Quaternionen-Darstellung anhand eines Kupferstichs von Antonie Wierix (1606)

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2017 , 16 Seiten , Note: 1

Autor:in: Marie-Christine Bechtel (Autor:in)

Weltgeschichte - Moderne Geschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Hausarbeit wird weniger versucht das Alter der Quaternionentheorie zu ergründen, noch wird der Fokus auf die Veränderungen von Personen, Darstellungsweisen oder Schreibweisen gelegten. Vielmehr soll auf die Quaternionen der Reichsverfassung im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert anhand eines exemplarischen Kupferstichs von Antonie Wierix von 1606 eingegangen werden. Neben dem zeithistorischen Kontext, soll das Werk insbesondere hinsichtlich seiner propagandistischen Wirkung, seines Herrscherbildes, sowie der Säulen- und Zahlensymbolik untersucht werden. Die Quaternionen der Reichsverfassung oder „Quaterniones Imperii“, beschreiben eine Darstellungsform, welche die Reichverfassung des Heiligen Römischen Reich deutscher Nation bildhafte in Vierer-Gruppen abzubilden versucht. Die Reichsverfassung wird dabei durch je vier namentlich aufgeführte Vertreter der Reichsstände - den Quatuorviraten - in Quaternionenreihen repräsentiert. Dabei werden die Quatuorvirate ihrem Stand entsprechend in absteigender Hierarchie abgebildet.

Bei der Lektüre der Forschungstexte zu diesem Thema, fiel auf, dass diese vor allem das Alter der Quaternionentheorie zu ergründen versuchten oder den Fokus auf die Veränderungen von Personen, Darstellungsweisen oder Schreibweisen legten. So befasste sich auch der Vortrag von Albert Werminghoff Die Quaternionen der deutschen Reichsverfassung fast ausschließlich mit der ständischen Zuordnung der Personen, die dabei auftretenden Probleme (z.B. das Aussterben eines Geschlechts) und mit der Herkunft der Quaternionen. Aussagen zum Sinn und Zweck der Quaternionen sowie zu der deren symbolischen Aussagekraft wurde dabei weitestgehend vernachlässigt. Ebenso blieb auch der politische Kontext der Darstellungen größtenteils unberücksichtigt

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

1.1. Herkunft und Verbreitung der Quaternionen

2. DARSTELLUNG VON KAISER UND REICH UM 1606

2.1 Politische Situation um 1606 – Rudolf II.

3. BESCHREIBUNG „ORDINES SACRI ROMANI IMP: AB OTTONE III INSTITUTI“, ANTONIE WIERIX, 1606

3.1 Personengruppen

4. INTERPRETATION

4.1. Quaternionen als propagandistisches Mittel

4.2. Herrscherbild des Kaiser

4.3. Die Säulensymbolik

4.4. Die Zahlensymbolik als Grundlage des Quaternionen-Systems

5. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Funktion und Bedeutung der Quaternionen-Darstellung der Reichsverfassung anhand eines Kupferstichs von Antonie Wierix aus dem Jahr 1606, um deren propagandistische Wirkung, die Herrscherdarstellung sowie die zugrunde liegende Säulen- und Zahlensymbolik in einem historisch angespannten Kontext zu analysieren.

  • Politische Situation um 1606 und die Rolle Rudolfs II.
  • Strukturelle Beschreibung des Kupferstichs von Antonie Wierix
  • Die propagandistische Funktion der Quaternionen-Theorie
  • Herrscherlegitimation durch historischen Bezug auf Otto III.
  • Symbolik von Architektur und Zahlen im Quaternionen-Modell

Auszug aus dem Buch

3. BESCHREIBUNG „ORDINES SACRI ROMANI IMP: AB OTTONE III INSTITUTI“, ANTONIE WIERIX, 1606

Der kolorierter Kupferstich Ordines Sacri Romani Imp: Ab Ottone III Instituti (Die Ordnungen und Stände des Heiligen Römischen Reichs von Ottone III. eingesetzt), wurde von Antonie Wierix um das Jahr 1606 gefertigt. Abgebildet werden exemplarisch die Reichsstände des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation mit ihren jeweiligen Wappen. Die Figurenreihen werden durch eine architektonische Gliederung aus übereinandergestellten Säulen gerahmt, welche ebenso wie die Personenreihen von unten nach oben „hochwertiger“ werden. Während die untere Reihe von einfachen, dorischen Säulen umfasst wird, besitzen die darüber liegende Säulen bereits wertigere Kannelierungen. Die zweite und dritte Reihe (R2, R3) teilen sich zwei ionische Säulen pro Seite. Am hochwertigsten ist jedoch die korinthische Säulen-Darstellung mit Kanneluren in der obersten Reihe des Werkes, in welche auch der Kaiser einbegriffen ist (R1).

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Es wird die Forschungslage zum Thema der Quaternionen dargelegt und aufgezeigt, dass symbolische und politische Aspekte bisher vernachlässigt wurden, was Ziel und Fokus dieser Arbeit begründet.

2. DARSTELLUNG VON KAISER UND REICH UM 1606: Dieses Kapitel beleuchtet die prekäre politische Lage unter Kaiser Rudolf II., der durch den „Bruderzwist“ und den langen Türkenkrieg innenpolitisch geschwächt war.

3. BESCHREIBUNG „ORDINES SACRI ROMANI IMP: AB OTTONE III INSTITUTI“, ANTONIE WIERIX, 1606: Es erfolgt eine detaillierte formale Analyse des Kupferstichs, wobei insbesondere der architektonische Rahmen und die hierarchische Anordnung der abgebildeten Personenreihen beschrieben werden.

4. INTERPRETATION: In diesem Kapitel werden die propagandistische Bedeutung, das Herrscherbild, die architektonische Säulensymbolik sowie die mathematisch-biblische Zahlensymbolik des Werks gedeutet.

5. FAZIT: Die Arbeit schließt mit dem Ergebnis, dass die Quaternionen ein wirkungsvolles politisches Instrument darstellten, um in Krisenzeiten durch die Inszenierung einer göttlich legitimierten Ordnung Stabilität zu vermitteln.

Schlüsselwörter

Quaternionen, Reichsverfassung, Antonie Wierix, Kaiser Rudolf II., Heiliges Römisches Reich, politische Propaganda, Herrscherbild, Otto III., Säulensymbolik, Zahlensymbolik, Quaternionen-Theorie, Reichsstände, Ikonographie, Reichsordnung, Konfessionskonflikt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die symbolische und propagandistische Bedeutung der sogenannten „Quaternionen der Reichsverfassung“ am Beispiel eines Kupferstichs von Antonie Wierix aus dem Jahr 1606.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die politische Situation des Heiligen Römischen Reiches um 1606, die Herrscherdarstellung, die architektonische Säulensymbolik und die mathematische Ordnung der Reichsstände.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Quaternionen-Modell als politisches Instrument genutzt wurde, um in einer krisengeprägten Zeit eine als „Gottgegebenheit“ legitimierte Ordnung des Reiches zu vermitteln.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine historisch-analytische Methode, die sich auf die Deutung von Bildmotiven (Ikonographie) und den zeithistorischen Kontext stützt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst eine detaillierte Beschreibung des Kupferstichs sowie die Interpretation der Herrscherdarstellung, der Architekturmetaphorik und der Verwendung biblischer Zahlen zur Stabilisierung der Reichsverfassung.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Quaternionen, Reichsverfassung, Antonie Wierix, politische Propaganda, Herrscherlegitimation und Zahlensymbolik.

Warum spielt die Person Kaiser Otto III. auf dem Kupferstich eine zentrale Rolle?

Otto III. wird als historisches Idealbild genutzt, um die Schwäche und Legitimitätsprobleme des damals regierenden Kaisers Rudolf II. zu kompensieren und eine Kontinuität des Kaisertums zu suggerieren.

Inwiefern beeinflusste die Zahl 40 die Interpretation der Darstellung?

Die Zahl 40 ist biblisch mit Entsagung und Prüfung aufgeladen; ihre Verwendung sollte der Reichsverfassung den Anschein einer von Gott gewollten und auserwählten Ordnung verleihen, um Zweifeln entgegenzuwirken.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Quaternionen der Reichsverfassung. Die Symbolkraft der Quaternionen-Darstellung anhand eines Kupferstichs von Antonie Wierix (1606)
Hochschule
Universität Stuttgart
Note
1
Autor
Marie-Christine Bechtel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
16
Katalognummer
V380797
ISBN (eBook)
9783668573505
ISBN (Buch)
9783668573512
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Quaternionen Heiliges Römisches Reich deutscher Nation 1495 - 1806 Kaiser und Reich Quaternionen der Reichsverfassung Reichsverfassung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marie-Christine Bechtel (Autor:in), 2017, Quaternionen der Reichsverfassung. Die Symbolkraft der Quaternionen-Darstellung anhand eines Kupferstichs von Antonie Wierix (1606), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/380797
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Leseprobe aus  16  Seiten
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