Etwa 6 Millionen Menschen leiden 2017 in Deutschland an einem Diabetes mellitus, davon werden über 90 Prozent dem Diabetes mellitus Typ II zugeordnet. Zusätzlich wird die Dunkelziffer der nicht erkannten Diabeteserkrankungen in Deutschland auf etwa 2 Millionen geschätzt. Im Zuge der Verbreitung neuer Kommunikationstechnologien, wie dem Internet, besteht heute Zugang zu einer unendlichen Zahl an Informationen. Experten wie Ärzte, Pflegepersonal oder Apotheker sind demnach nicht mehr die einzigen Quellen für gesundheitsrelevante Informationen. Für den Umgang mit Gesundheitsinformationen, Auswahl an Präventionsmaßnahmen und um Entscheidungen im Krankheitsfall treffen zu können, sind bestimmte kognitive und soziale Fähigkeiten notwendig, die als Gesundheitkompetenz bezeichnet werden. Eine eingeschränkte Gesundheitskompetenz hat laut bisheriger Studien negative Auswirkungen auf den Gesundheitszustand, das Gesundheitsverhalten, bestimmte Risikofaktoren und die Nutzung und Kosten des Gesundheitssystems.
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Frage, welche Bedeutung Gesundheitskompetenz für die Tertiärprävention bei Erwachsenen mit Diabetes mellitus Typ II hat und welche Ansätze zur Förderung von Gesundheitskompetenz in Deutschland bereits bestehen.
Dabei wurden unterschiedliche Ansätze zur Gesundheitskompetenz national und international dargestellt und ein Überblick über die Forschungsergebnisse zum Zusammenhang zwischen Gesundheitskompetenzlevel und Gesundheitsstatus gegeben. Abschließend wurden beispielhaft Ansätze zur Förderung von Gesundheitskompetenz, wie das Beispiel der Patientenuniversität an der Medizinischen Hochschule Hannover vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Problemhintergrund
- 2.2 Diabetes mellitus Typ II – Erkrankung und Herausforderungen
- 2.3 Epidemiologie und Public Health Relevanz
- 3. Methodik
- 4. Gesundheitskompetenz bei chronischen Erkrankungen
- 4.1 Definitionen und Konzept Gesundheitskompetenz
- 4.2 Health Literacy Pathway Model
- 4.3 Zusammenhang von Gesundheitskompetenz und Gesundheitsoutcomes bei chronischen Erkrankungen
- 5 Typ-ll-Diabetes - Therapie und Gesundheitskompetenz
- 5.1 Therapiekonzept bei T2DM
- 5.2 Kompetenzen im Umgang mit T2DM
- 5.3 Selbstmanagement und Empowerment
- 6. Förderung von Gesundheitskompetenz
- 6.1 Ansätze zur Förderung von Gesundheitskompetenz
- 6.2 Förderung der Gesundheitskompetenz älterer Menschen - IROHLA
- 6.3 Patientenuniversität an der Medizinischen Hochschule Hannover
- 7. Diskussion
- 8. Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Bachelorarbeit untersucht die Bedeutung von Gesundheitskompetenz für die Tertiärprävention bei Erwachsenen mit Diabetes mellitus Typ II. Sie beleuchtet die Herausforderungen, die mit der Erkrankung verbunden sind, sowie die Rolle von Gesundheitskompetenz im Kontext der Therapie und des Selbstmanagements. Des Weiteren werden verschiedene Ansätze zur Förderung von Gesundheitskompetenz in Deutschland betrachtet.
- Die Rolle von Gesundheitskompetenz in der Tertiärprävention bei Diabetes mellitus Typ II
- Herausforderungen im Umgang mit Diabetes mellitus Typ II
- Bedeutung von Gesundheitskompetenz für Therapie und Selbstmanagement
- Ansätze zur Förderung von Gesundheitskompetenz in Deutschland
- Die Bedeutung von Gesundheitskompetenz für die Gesundheitsergebnisse bei Erwachsenen mit Diabetes mellitus Typ II
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 stellt die Einleitung dar und liefert einen Überblick über die Relevanz von Gesundheitskompetenz im Kontext von Diabetes mellitus Typ II. Kapitel 2 beleuchtet den Problemhintergrund der Erkrankung und geht auf die epidemiologischen Aspekte sowie die Herausforderungen für das öffentliche Gesundheitswesen ein. Kapitel 3 befasst sich mit der Methodik der Bachelorarbeit. In Kapitel 4 werden verschiedene Konzepte und Definitionen von Gesundheitskompetenz sowie deren Einfluss auf Gesundheitsoutcomes bei chronischen Erkrankungen erläutert. Kapitel 5 widmet sich der Therapie und dem Umgang mit Diabetes mellitus Typ II. Kapitel 6 beleuchtet verschiedene Ansätze zur Förderung von Gesundheitskompetenz und stellt konkrete Beispiele vor.
Schlüsselwörter
Gesundheitskompetenz, Diabetes mellitus Typ II, Tertiärprävention, Selbstmanagement, Empowerment, chronische Erkrankungen, Gesundheitsoutcomes, Förderung von Gesundheitskompetenz, Health Literacy, IROHLA, Patientenuniversität.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet Gesundheitskompetenz (Health Literacy)?
Gesundheitskompetenz umfasst die kognitiven und sozialen Fähigkeiten, die notwendig sind, um Gesundheitsinformationen zu verstehen, zu bewerten und für Entscheidungen im Krankheitsfall zu nutzen.
Wie viele Menschen sind in Deutschland von Diabetes Typ II betroffen?
Im Jahr 2017 litten etwa 6 Millionen Menschen in Deutschland an Diabetes, wovon über 90 % dem Typ II zugeordnet werden. Die Dunkelziffer wird auf weitere 2 Millionen geschätzt.
Warum ist Gesundheitskompetenz für Diabetiker besonders wichtig?
Eine hohe Kompetenz verbessert das Selbstmanagement, hilft bei der Auswahl von Präventionsmaßnahmen und senkt die Nutzungskosten des Gesundheitssystems durch weniger Komplikationen.
Was ist die Patientenuniversität an der MHH?
Die Patientenuniversität an der Medizinischen Hochschule Hannover ist ein Beispiel für ein Projekt zur Förderung der Gesundheitskompetenz in Deutschland.
Was versteht man unter Empowerment im Kontext von Diabetes?
Empowerment bezeichnet die Befähigung von Patienten, aktiv und eigenverantwortlich mit ihrer chronischen Erkrankung umzugehen und Therapieentscheidungen mitzutragen.
- Arbeit zitieren
- Kristin Prüßner (Autor:in), 2017, Gesundheitskompetenz als Tertiärprävention bei Erwachsenen mit Diabetes mellitus Typ II. Ansätze zur Förderung in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/381078