Die vorliegende Hausarbeit zum Thema „Mediensoziologie“ beschäftigt sich mit der Frage, warum Nutzer auf der Plattform YouTube sogenannte „beauty channels“ betreiben und damit erfolgreich sind. Kapitel zwei erläutert den Medienbegriff aus soziologischer Sicht und welche Art von Medien in der Soziologie unterschieden werden. Darauffolgend werden Hintergründe und Informationen rund um YouTube vorgestellt und definiert, was „beauty channels“ sind. Diese Erscheinung wird in Kapitel vier anhand von Theodor W. Adornos kritischer Theorie zur „Kulturindustrie und Massenkultur“ versucht zu erklären. Das Fazit setzt sich kritisch mit vorangegangenem Kapitel auseinander.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Medien in der Soziologie
2.1 Begriffsdefinition
2.2 Medientypologie
3. Phänomen YouTube
3.1 Hintergründe von YouTube
3.2 „beauty channels“
4. Theodor W. Adornos „Kulturindustrie“ und „beauty channels“
5. Fazit
6. Anhang
6.1 Literaturverzeichnis
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht aus mediensoziologischer Perspektive, weshalb YouTube-Kanäle mit dem Fokus auf „Beauty“ eine hohe Popularität erreichen, und analysiert dieses Phänomen mithilfe der „Kulturindustrie“-Theorie von Theodor W. Adorno und Max Horkheimer.
- Grundlagen der Mediensoziologie und Definition des Medienbegriffs.
- Strukturelle Hintergründe der Plattform YouTube und das Konzept des „Prosum“.
- Analyse der Mechanismen von „beauty channels“ und deren ökonomische Vermarktung.
- Kritische Einordnung des Phänomens durch Adornos „Kulturindustrie“.
- Reflexion über die Interaktivität und die Bindung zwischen Produzenten und Nutzern.
Auszug aus dem Buch
Theodor W. Adornos Kulturindustrie
Adornos Theorie der „Kulturindustrie“ ist ein Kapitel des im 1939-1944 entstandenen Buches „Dialektik der Aufklärung“, welches er mit Max Horkheimer verfasste. „Dialektik der Aufklärung“ ist eines der Hauptwerke der kritischen Theorie, welche als Gegenstand den Geschichtsverlauf und die Entwicklung der modernen Gesellschaft innehat. Ihre These ist, dass das Prinzip der Herrschaft bereits seit den frühesten Anfänger der kollektiven Selbstaufklärung immanent ist. Mit „Kritik“ ist hier eine Forschungspraxis gemeint, welche sich für politisch-praktische Veränderungen der Gesellschaft interessiert und einsetzt. Die kritische Mediensoziologie bezieht sich nicht nur auf die Beschreibung der Inhalte von Medien, sondern stellt sich zudem die Frage, wie sie sich zum Besseren verändern lassen können (Wagner, 2014).
Eine zentrale Frage von Horkheimer und Adorno ist, was die Kulturindustrie bzw. was Medien mit den Menschen macht/machen. Die beiden befassen sich vor allem mit technischen Medien und stellen die These auf, dass Massenmedien die Realität verdoppeln und diese Bilder uns realistischer erscheinen als die eigentliche, verdrängte Welt. Wagner formuliert es folgendermaßen: „[…] Massenmedien streben es an, die Massen zu erreichen, weil sich damit am meisten Geld verdienen lässt. […]. Produzierte Inhalte richten sich am ökonomischen Prinzip der Verwertung aus. Was der Masse gefällt, wird deshalb gesendet […], weil sich hiermit der ökonomische Erfolg am besten realisieren lässt“ (Wagner, 2014: 49). „Beauty channels“ wie „BibisBeautyPalace“ oder „DagiBee“ haben insgesamt über 8 Millionen Abonnenten, mehrere Kooperationen mit führenden Herstellern von Kosmetikprodukten bzw. eigene Kosmetiklinien und einen gemeinsamen Monatsumsatz von ca. 150.000€. Dass die beiden Betreiberinnen der Kanäle nicht nur die Gesellschaft (hier über Kosmetikprodukte u.Ä.) aufklären wollen - wie Massenmedien laut Horkheimer und Adorno vorgeben - sondern auch einen ökonomischen Nutzen daraus ziehen, liegt auf der Hand.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung von YouTube als Plattform ein und skizziert die Forschungsfrage nach den Erfolgsfaktoren von „beauty channels“ aus mediensoziologischer Sicht.
2. Medien in der Soziologie: Dieses Kapitel erläutert den soziologischen Medienbegriff nach Ziemann und ordnet Medien anhand einer Typologie in verschiedene mediale Ebenen ein.
3. Phänomen YouTube: Das Kapitel beleuchtet die Entstehung von YouTube, das Konzept des Nutzers als „Prosum“ und die spezifische Ausprägung von „beauty channels“ am Beispiel bekannter YouTuberinnen.
4. Theodor W. Adornos „Kulturindustrie“ und „beauty channels“: Hier wird das YouTube-Phänomen durch die kritische Theorie der „Kulturindustrie“ analysiert, wobei besonders der Konformitätsdruck und die Warenförmigkeit der Inhalte thematisiert werden.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Interaktivität und die Lebensweltnähe zentrale Erfolgsfaktoren sind, stellt jedoch die eindimensionale Wirkungstheorie Adornos infrage.
6. Anhang: Der Anhang enthält das Literaturverzeichnis der verwendeten Quellen.
Schlüsselwörter
Mediensoziologie, YouTube, Kulturindustrie, Beauty Channels, Prosum, Kritische Theorie, Theodor W. Adorno, Max Horkheimer, Interaktivität, Warenform, Social Media, Produktplatzierung, Bianca Heinicke, Medienkritik, Digitalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, warum sogenannte „beauty channels“ auf der Videoplattform YouTube bei Jugendlichen äußerst erfolgreich sind, und nutzt dazu soziologische Theorien.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Mediensoziologie, die Plattformökonomie von YouTube, das Nutzerverhalten und die kritische Medienanalyse nach der Frankfurter Schule.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist ein Erklärungsversuch für den Erfolg von Beauty-Content-Produzenten unter Anwendung von Adornos „Kulturindustrie“-Konzept.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Hausarbeit, die soziologische Begriffsdefinitionen und die kritische Theorie auf aktuelle Phänomene der digitalen Medienwelt anwendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die mediensoziologische Grundlegung, die Analyse der Plattform YouTube sowie die kritische Gegenüberstellung von „beauty channels“ und den Thesen zur „Kulturindustrie“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind unter anderem Mediensoziologie, Kulturindustrie, Prosum, Interaktivität, Warenform und digitale Partizipation.
Wie bewertet die Autorin die Rolle der Zuschauer?
Die Autorin diskutiert die Zuschauer als aktive Nutzer, stellt jedoch auch die Frage, inwiefern sie durch die Mechanismen der Kulturindustrie in ihrer Individualität eingeschränkt werden.
Welche Rolle spielt „Product-Placement“ in der Argumentation?
Product-Placement dient als Beleg für die Warenförmigkeit der Inhalte und die ökonomischen Interessen der YouTuber, die Adornos Theorie einer auf Profit ausgerichteten Kulturindustrie stützen.
Warum wird Bianca Heinicke („BibisBeautyPalace“) als Fallbeispiel gewählt?
Sie dient als prominentes Beispiel für den Erfolg durch Identifikation und die geschickte Verknüpfung von Alltagsthemen mit ökonomischen Vermarktungsstrategien auf YouTube.
- Quote paper
- Bachelor of Education Laetitia Wittmann (Author), 2017, Phänomen YouTube. Warum Nutzer "beauty channels" betreiben und dabei erfolgreich sind, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/381111