Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Kulturwissenschaften - Sonstiges

Leistungsjunkies. Der Drogenkonsum des funktionierenden Menschen innerhalb der Leistungsgesellschaft

Titel: Leistungsjunkies. Der Drogenkonsum des funktionierenden Menschen innerhalb der Leistungsgesellschaft

Studienarbeit , 2017 , 16 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Franzina Braje (Autor:in)

Kulturwissenschaften - Sonstiges
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Alle Menschen des 21. Jahrhunderts konsumieren Drogen. Der eine oder andere möchte bei dieser Aussage vielleicht protestieren, aber das rührt dann vermutlich daher, dass der Begriff „Droge“ eine negative Konnotation hat und außerdem vollkommen unterschiedlich definiert wird. Der Gebrauch von illegalen Substanzen wie beispielsweise Heroin, Kokain und Cannabis wird meist als „Drogenmissbrauch“ bezeichnet und lässt das Bild eines kranken, abgehalfterten Junkies entstehen. Der gesellschaftskonforme Mensch konsumiert ebenfalls Drogen, ohne jedoch dafür geächtet zu werden, oder wirklich zu wissen, was ihn von den „Junkies“ unterscheidet.
Der Trick ist, so meine Theorie, dass sich das Konsumverhalten des funktionierenden Menschen perfekt in das System der modernen Leistungsgesellschaft eingliedern lässt und nicht zuletzt von ihr auferlegt wurde. Denn die Arbeitsbelastungen haben immer größere Auswirkungen auf die geistige und körperliche Gesundheit der Mitglieder unserer Gesellschaft, in der das "funktionieren" höchste Priorität erhält.
In dieser Zeit, in der Medikamente Abhilfe schaffen sollen, die von Pharmaunternehmen mit Profitinteresse entwickelt wurden, ist das harmloseste Pharmazeutika Cannabis noch immer verteufelt und verboten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Einleitung

3. Eine kranke Leistungsgesellschaft

4. Doping als Systemzwang?

4.1 Beispiel Methylphenidat

5. Die Pharmaindustrie

6. Gegenbeispiel Cannabis

7. Drogenwirklichkeit

8. Schlussüberlegungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Drogenkonsums bei funktionierenden Menschen innerhalb der modernen Leistungsgesellschaft. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie der Konsum von leistungssteigernden oder entspannungsfördernden Substanzen als Anpassungsreaktion auf permanenten Leistungsdruck und die Anforderungen eines kapitalistischen Systems verstanden werden kann.

  • Analyse der gesundheitlichen Belastungen und des Leistungsdrucks in der modernen Arbeitswelt.
  • Untersuchung des "Dopings als Systemzwang" und der Rolle von Pharmaka wie Methylphenidat.
  • Kritische Beleuchtung der Interessen und Einflüsse der Pharmaindustrie.
  • Kontrastierung mit dem Gegenbeispiel Cannabis und der gesellschaftlichen Wahrnehmung von Drogen.
  • Reflexion des persönlichen Umgangs mit leistungssteigernden Medikamenten vor dem Hintergrund eigener Erfahrungen.

Auszug aus dem Buch

4. Doping als Systemzwang?

Das Prinzip der Leistungssteigerung durch Drogen ist keineswegs ein neues Phänomen. So bediente sich das Militär stets dieser, um ihre Soldaten zu dopen: „Die Naziarmeen waren ausgerüstet mit coffeinhaltiger Schokolade; Pervitin, ein hochpotentes Aufputschmittel, das zur Zeit als ‚Yaba‘ beziehungsweise ‚Ice‘ eine Renaissance am Schwarzmarkt erlebt, wurde vor allem in den letzten Kriegsjahren massenhaft an die deutschen Truppen verteilt. Zur Zeit des Apartheidregimes orderte die südafrikanische Regierung tonnenweise das Barbiturat Mandrax als Mittel zur Aufstandsbekämpfung.“ (Amendt 2003: 30)

Die Liste ließe sich schier unendlich fortsetzen. Viel stärker in der öffentlichen Diskussion verankert ist allerdings das Thema „Doping im Leistungssport“. Sport ist längst ein fester Bestandteil der Unterhaltungsindustrie, welcher seinen Rezipienten erlaubt, Sportlern bei fast übernatürlichen, sensationellen Ausschöpfung ihrer körperlichen Fähigkeiten zuzusehen. Dabei wird mit allen Mittel versucht, diese auf das Äußerste auszureizen, um dem Publikum genau das zu geben, was sich verkauft. Wo jeder Sportssportler Vitamine und Nahrungsmittel zu konsumieren hat, müssen die verbotenen Substanzen eng eingegrenzt werden. Mit den Anti-Doping-Gesetzen wurden strenge Sanktionen eingeführt. Auch diese vermögen es nicht, jeden Sportler von jeglichem Doping abzuhalten, aber doch ist es enorm wichtig, dass Einhalt geboten wird. „, Ein Sportereignis ist nicht die Feier der unverdorbenen Natürlichkeit, sondern die Inszenierung der technischen Verbesserung des menschlichen Körpers.“ (von Pelli 2002, zitiert nach Amendt 2003: 46). Ein US-amerikanisches Gericht stufte Drogenprobleme aufgrund eines Falles von einem Footballspieler, welcher von Trainer und Mitspielern mit Amphetaminen etc. versorgt worden war, sogar als Berufskrankheit von Footballspielern ein (Amendt 2003: 55).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Ein persönlicher Einstieg, der den gesellschaftlichen Erwartungsdruck und die Normalisierung von Medikamenten zur Leistungssteigerung im Alltag skizziert.

2. Einleitung: Die Einleitung definiert das Thema Drogenkonsum neu und stellt die These auf, dass dieser eng mit dem Anpassungsdruck der modernen Leistungsgesellschaft verknüpft ist.

3. Eine kranke Leistungsgesellschaft: Dieses Kapitel belegt anhand von Statistiken und Studien den hohen Stresslevel und die psychischen Belastungen, unter denen Erwerbstätige heute leiden.

4. Doping als Systemzwang?: Untersuchung der historischen Wurzeln von Doping und der Übertragung des Leistungsprinzips auf den Alltag und Sport.

4.1 Beispiel Methylphenidat: Detaillierte Betrachtung von Methylphenidat als Instrument der Konzentrationssteigerung und die Problematik der Überverschreibung.

5. Die Pharmaindustrie: Analyse des Geschäftsmodells der Pharmakonzerne, die von der Nachfrage nach leistungsfördernden Substanzen profitieren und Einfluss auf Verschreibungspraktiken nehmen.

6. Gegenbeispiel Cannabis: Vergleich der gesellschaftlichen Stigmatisierung von Cannabis mit dessen tatsächlichem Gefahrenpotenzial und dem Mythos des "amotivationalen Syndroms".

7. Drogenwirklichkeit: Einordnung der verschiedenen Drogenarten und der Diskrepanz zwischen illegalem Konsum und alltäglicher Suchtproblematik.

8. Schlussüberlegungen: Fazit der Autorin, das die zunehmende Pharmakologisierung des Alltags kritisch hinterfragt und einen persönlichen Ausblick auf die eigene Erfahrung gibt.

Schlüsselwörter

Leistungsgesellschaft, Doping, Methylphenidat, Pharmaindustrie, Neuro-Enhancement, Arbeitsbelastung, Cannabis, Leistungsdruck, Leistungssteigerung, Ritalin, Präsentismus, Medikamentenmissbrauch, Arbeitswelt, Gesundheit, Gesellschaftskritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der verbreiteten Praxis des Drogenkonsums bei Menschen, die trotz hoher Belastung im Arbeitsalltag funktionieren, und setzt dies in den Kontext der modernen Leistungsgesellschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind der Druck zur Leistungssteigerung, die Rolle von verschreibungspflichtigen Medikamenten, der Einfluss der Pharmaindustrie sowie die gesellschaftliche Stigmatisierung verschiedener Substanzen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, das Konsumverhalten "funktionierender Menschen" als logische Konsequenz der Anforderungen und Überlastungen innerhalb einer kapitalistischen Leistungsgesellschaft zu interpretieren.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Autorin nutzt eine fundierte Literaturanalyse, greift auf aktuelle Gesundheitsberichte (z.B. DAK-Berichte, DGB-Index) zurück und ergänzt diese durch eine kritische Reflexion persönlicher Erfahrungen.

Welche Aspekte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Mechanismen von Doping am Arbeitsplatz, die Kritik an der Pharmaindustrie, den Vergleich von legalen und illegalen Substanzen sowie die Hintergründe von Leistungsstörungen wie Burn-out.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Leistungsgesellschaft, Neuro-Enhancement, Methylphenidat, Pharmaindustrie und Arbeitsbelastung.

Wie bewertet die Arbeit den Einsatz von Methylphenidat?

Der Einsatz wird kritisch gesehen, insbesondere im Hinblick auf die teils zweifelhaften Diagnoseverfahren und die hohen Risiken für Nebenwirkungen bei gesunden Anwendern.

Warum wird Cannabis als Gegenbeispiel herangezogen?

Cannabis dient dazu, die Widersprüche in der Drogenpolitik aufzuzeigen, da es trotz im Vergleich geringerer Gefahrenpotenziale stärker stigmatisiert wird als leistungsfördernde Mittel, die das System unterstützen.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Leistungsjunkies. Der Drogenkonsum des funktionierenden Menschen innerhalb der Leistungsgesellschaft
Hochschule
Universität Bremen
Note
1,0
Autor
Franzina Braje (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
16
Katalognummer
V381172
ISBN (eBook)
9783668580268
ISBN (Buch)
9783668580275
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Drogen Drogenkonsum Leistungsgesellschaft Überarbeitung Leistungsdruck Drogenwirklichkeit Drogenpolitik Mariuhana Cannabis Medizin Medikamente Medikamentenmissbrauch Drogenmissbrauch Wirklichkeitskonstitutionen Pharmaindustrie Pharmalobby Verschreibungspraktiken Arbeitsalltag Arbeiterzufriedenheit Ritalin Methylphenidat Doping Neuroenhancement Hirndoping Drogenalltag Selbstmedikation Medikation
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Franzina Braje (Autor:in), 2017, Leistungsjunkies. Der Drogenkonsum des funktionierenden Menschen innerhalb der Leistungsgesellschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/381172
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  16  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum